Schönwalde (Vorpommern)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schönwalde führt kein Wappen
Schönwalde (Vorpommern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönwalde hervorgehoben
Koordinaten: 53° 33′ N, 13° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Uecker-Randow-Tal
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 20,98 km2
Einwohner: 453 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17309
Vorwahl: 03973
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 126
Adresse der Amtsverwaltung: Lindenstraße 32
17309 Pasewalk
Webpräsenz: www.amt-uecker-randow-tal.de
Bürgermeisterin: Karola Wree
Lage der Gemeinde Schönwalde im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Schönwalde ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Uecker-Randow-Tal mit Sitz in der Stadt Pasewalk verwaltet.

Schönwalde zwischen 1880 und 1920

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde an der Landesgrenze zu Brandenburg befindet sich sieben Kilometer nordwestlich von Pasewalk, 22,5 km südwestlich von Ueckermünde und 36 km südöstlich von Anklam. Sie liegt auf einer hügeligen Hochfläche mit 40 bis 50 m über HNH, die nach Osten zum Ueckertal hin bis auf wenige Meter Höhe abfällt. Das Gebiet ist vorwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile:

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend ist von mehreren bahndammartigen Osern durchzogen, die aus der letzten Eiszeit stammen. In den Bach- und Flusstälern waren oftmals Torfkuhlen für die Brennstoffgewinnung. Durch die Oser wurden an vielen Stellen Kies- oder Sandgruben aufgeschlossen, später wurden diese Oser unter Naturschutz als Geotope gestellt und der Abbau eingestellt und die Flächen möglichst renaturiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dargitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dargitz wurde erst im 15. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Es war ein Vollbauerndorf und ein Kirchdorf.

Hauptartikel: Dargitz

Neu-Stolzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu-Stolzenburg ist eine Nachkriegsgründung wegen der Bodenreform, als dort Neubauern angesiedelt wurden.

Hauptartikel: Neu-Stolzenburg

Sandkrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandkrug war eine Domäne mit 2 Erbpachtbauern, die aber 1839 in freies Eigentum gewandelt wurde.

Hauptartikel: Sandkrug (Schönwalde)

Schönwalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönwalde wurde nicht in den pommerschen Urkunden bis Mitte des 14. Jahrhunderts aufgeführt. Auch die schwedischen Matrikelkarten von 1696 zeigen den Ort nicht.

Erst 1790 gab es eine Nachricht, aber auch nur, dass Sandkrug ein Pachtvorwerk des Gutes Schönwalde war. Schönwalde wurde zu der Zeit als Staatsdomäne mit Pachtvorwerk und mit Dorf bezeichnet.

Von 1830 bis 1854 war das Gut an Oberamtmann Wüstenberg verpachtet.

Im preußischen Urmesstischblatt (PUM) von 1835 zeigt sich das kleine geschlossene Straßendorf mit 16 Gebäuden. Der Ort hatte eine ovale Form, an seinem südwestlichen Ende stand eine Bockwindmühle.

Als die Pacht von Wüstenberg 1854 endete, hatte der Fiskus eine Pachtversteigerung mit einer Mindestpacht von 3.500 Thaler angeordnet. Es gab 6 Bewerber, von denen der Ökonom Gustav Hecht aus Bartmannshagen bei Grimmen mit 3.880 Thalern den Zuschlag erhielt.

Gleichzeitig gab es in Schönwalde noch 4 Büdnereien, die aber wenig Land zur Verfügung hatten und davon nicht leben konnten. Sie mussten sich zusätzlich als Tagelöhner verdingen.

1862 hatte Schönwalde ein massives Wohnhaus (Gutshaus), 4 Familienhäuser für Landarbeiter und 18 Wirtschaftsgebäude, 147 Einwohner in 25 Familien. Zum Gut gehörte ein massives Brauhaus. Im Ort waren eine Schmiede und ein massives Spritzenhaus vorhanden. Das Personal des Gutes bestand aus einem Statthalter, einer Wirtschafterin, 9 Knechten und 3 Mägden. Im Dorf waren noch 4 Büdnerstellen vorhanden, von denen eine dem Lehrer gehörte. Dessen Schule befand sich auf halbem Weg nach Sandkrug. Die 1835 genannte Mühle bestand jetzt nicht mehr.

1871 hatte Schönwalde 13 Wohnhäuser mit 28 Haushaltungen und 152 Einwohner, 1867 waren es noch 142. Alle waren Mitglied der evangelischen Konfession.[2]

1880 ist in dem Messtischblatt (MTB) ein umgestaltetes Gut zu erkennen. Es ist wesentlich größer und kompakter, hat aber keinen gestalteten Park. Südlich des Gutes zeichnen sich die Häuser der dort beschäftigten Landarbeiter ab. Erkennbar sind im etwas abgesetzten Dorf die Büdnereien und Tagelöhnerkaten.

Das Güterverzeichnis von 1905 registriert 9 Wohngebäude mit 19 Haushalten und 108 Einwohnern. 1920 zeigen sich lt. MTB diese Gebäudereduzierungen, sonst aber keine Änderungen. 1914 wurde im nächsten Güterverzeichnis der Pächter Oberamtmann Rudolf Dreetz genannt und später ein Lohmann (1930er Jahre).

In den Statistiken von 1862, 1871 und 1905 ist die teilweise sehr sprunghafte Entwicklung bei den Gebäuden und Einwohnern auffällig.

Von der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone war Schönwalde betroffen, es erhielten die vorhandenen landarmen Bauern zusätzlich Land aus dem enteigneten Gut und mehrere Neubauernsiedlungen wurden in Richtung Sandkrug, nach Süden und nach Osten eingerichtet. Zu DDR-Zeiten blieb aber die Struktur des Dorfes weitgehend erhalten, bis 1960 wurden alle Bauern in einer LPG zusammengeschlossen, am nördlichen Dorfausgang wurde eine Agraranlage der LPG errichtet und diese wurde auch nach 1990 privatrechtlich weiter geführt. Das Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert war nach 1945 Schule und Wohnraum für Flüchtlinge. Vom Dominalgut blieben nur noch wenige Reste.

Das Kreisgebiet war im Kernbereich identisch mit dem seit 1818 bestehenden Landkreis Ueckermünde, der 1939 um 32 Gemeinden des ehemaligen Landkreises Randow erweitert wurde und 1945 durch die Oder-Neiße-Linie getrennt wurde. Der vorpommersche Kreis wurde am 25. Juli 1952 aus dem zwei Jahre zuvor geschaffenen Kreis Pasewalk ausgegliedert und gehörte nach Auflösung der Länder dem neu gebildeten Bezirk Neubrandenburg an. Am 12. Juni 1994 wurde der Kreis (seit dem 17. Mai 1990 wieder als Landkreis bezeichnet[3]) aufgelöst. Das Gebiet bildete seither bis zur Kreisgebietsreform 2011 zusammen mit Teilen der ebenfalls aufgelösten Landkreise Pasewalk und Strasburg den Landkreis Uecker-Randow.

Stolzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Stolzenburg befindet sich am Darschkowsee ein slawischer Burgwall. Er gilt als namensgebend für den Ort und wurde urkundlich 1295 erwähnt. Keramikfunde erlauben eine Datierung zwischen dem 7. Jahrhundert und dem 13. Jahrhundert. Das Gräberfeld von Stolzenburg wurde im Zuge der Trassenarbeiten an der A20 untersucht.

Hauptartikel: Stolzenburg (Schönwalde)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
18,53 %
37,67 %
16,13 %
7,34 %
8,78 %
3,49 %
8,06 %
WG FBb
Krullc
Nehlsd
Roeselere
Seidemannf
Stechowg
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b WG Freie Bürger
c Einzelbewerber Krull
d Einzelbewerber Nehls
e Einzelbewerberin Roeseler
f Einzelbewerber Seidemann
g Einzelbewerberin Stechow

Die Gemeindevertretung Schönwalde hat seit 2014 folgende 6 Mitglieder[4]:

  • CDU: 1 Sitz
  • WG „Freie Bürger“: 2 Sitze
  • Einzelbewerber Krull: 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Roeseler: 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Stechow: 1 Sitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühgotische Dorfkirche von Stolzenburg vom 13. Jahrhundert, eine einschiffige Feldsteinkirche mit eingezogenem Chor und Turm, dessen obere Geschosse 1954 erneuert wurden.
  • Frühgotische Dorfkirche von Dargitz vom 13. Jahrhundert mit Turm von gleicher Breite mit einem Turmaufsatz vom 17. Jh., der 1970 abgetragen wurde.
  • Dorfstraße in Dargitz; gut erhaltene, gepflasterte Lindenallee.
  • Gutshaus Schönwalde: Eingeschossiger Putzbau mit außermittigem, barocken zweigeschossigem Risalit[5]. Östlich vom Gutshaus befindet sich ein aus Feldsteinen errichteter Eiskeller, der bis in die 1920er Jahre genutzt wurde.
  • Turmhügel Stolzenburg

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oser von Sandkrug über Schönwalde bis Stolzenburg 4,2 km lang
  • Oser westlich und östlich von Stolzenburg ca. ja 1 bis 1,5 km lang

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortes verläuft die A 20. Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 109 und weiter östlich seit 1863 die Bahnstrecke Greifswald–Stralsund. Seit 1884 führte südlich die Bahnlinie Neubrandenburg - Stettin vorbei.

Über die nahe Stadt Pasewalk bestehen Bahn- und Straßen-, sowie Autobahnanschlüsse in alle Richtungen. Der Flugplatz Pasewalk befindet sich in der Nähe des Ortsteils Stolzenburg, in Franzfelde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen, II. Teils – Band I., Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde, Anklam 1868.
  • Königl. Statistisches Büro, „Gemeinden und Gutsbezirke und ihre Bevölkerung“, III. Provinz Pommern, Volkszählung vom 1. Dez. 1871, Berlin 1874.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Königl. Statistisches Büro, „Gemeinden und Gutsbezirke und ihre Bevölkerung“, III. Provinz Pommern, Volkszählung vom 1. Dez. 1871, Berlin 1874
  3. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  4. Wahlergebnis 2014
  5. Gutshaus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönwalde (Vorpommern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien