Daberkow

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Daberkow im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Ein Ortsteil der Gemeinde Groß Miltzow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern) trägt den Namen Klein Daberkow.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Daberkow führt kein Wappen
Daberkow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Daberkow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 50′ N, 13° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Jarmen-Tutow
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 15,38 km2
Einwohner: 356 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17129
Vorwahl: 039991
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 023
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Dr.-Georg-Kohnert-Str. 5
17126 Jarmen
Webpräsenz: www.amt-jarmen-tutow.de
Bürgermeister: Gerd-Heinrich Kröchert
Lage der Gemeinde Daberkow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
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Kirche von Daberkow

Daberkow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Bis zum 1. Januar 2004 war die Gemeinde Teil des Amtes Tutow und ist seitdem Teil des Amtes Jarmen-Tutow.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daberkow liegt 10 Kilometer südlich von Jarmen und 19,5 Kilometer südöstlich von Demmin. Durch den Südwesten des Gemeindegebietes fließt die Tollense. Die Gemeinde liegt auf eine Fläche zwischen 15 und 25 Metern über NHN, fällt dann aber bei Wietzow zum Urstromtal der Tollense ab bis auf 1,0 Meter über NHN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benachbarte Gemeinden sind Völschow im Norden, Bartow im Osten, Golchen im Südwesten, Alt Tellin im Westen und die Stadt Jarmen im Nordwesten.

Gutshaus von Daberkow

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daberkow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche bronzezeitliche Hügelgräber (1700 bis 600 v. u. Z.) im Süden der Gemeinde bei Wietzow sowie archäologische Funde, wie die Luren von Daberkow, weisen auf eine frühe Besiedlung der Gegend hin. Die Luren sind ein Paar seltener bronzezeitlicher Musikinstrumente, deren Bruchstücke 1911 und 1912 bei Daberkow in Vorpommern gefunden wurden. Es folgten dann der slawische Burgwall bei Daberkow, der auch in frühdeutscher Zeit weiter genutzt wurde (600 bis 1500) und die frühdeutschen Turmhügel in Wietzow und in Daberkow (1200 bis 1350).

Daberkow wurde erstmals 1277 in einer Urkunde des Herzogs Barnim I. erwähnt, in der dem Bischof von Cammin und dem Greifenherzog jeweils die Anwartschaft auf die Hälfte des Zehnten zuerkannt wurde.[2] 1279 bestätigte der Camminer Bischof Hermann von Gleichen dem Kloster Verchen den Zehnt aus Dobercowe und anderen Dörfern.[3]

Aus einer Urkunde von 1334 geht hervor, dass die adlige Familie von Blücher mindestens seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Besitz Daberkows war, nach Vermutung von Friedrich Wigger möglicherweise bereits seit Ende des 13. Jahrhunderts.[4] Der älteste bekannte Lehnsbrief stammt aus dem 15. Jahrhundert: 1486 wurde Ewald von Blücher von Herzog Bogislaw X. mit dem Dorf Daberkow und weiteren Hufen in Pritzenow und Bartow belehnt.[5]

Daberkow war bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts eines der beiden Stammgüter der Familie von Blücher in Pommern. 1721 war Melchior Ulrich von Köppern im Besitz von Daberkow. Der letzte Lehnsinhaber Christian Ludwig von Blücher verkaufte Daberkow 1738 an die Familie von Linden. 1739 wurde das Gut zum Allodium erklärt. Durch Erbschaft kam das Daberkow 1785 an die Familie von Heyden-Linden, die es 1839 an Eduard Knust verkaufte. Um 1865 hatte Daberkow 328 Einwohner. Knust's Erben verkauften das Gut zusammen mit dem Vorwerk Hedwigshof, zusammen rund 770 Hektar, 1885 für 850.000 Mark an die Königlich preussische Klosterkammer Hannover.[6][7]

Daberkow galt seitdem als Klostergut und wurde von Pächtern bewirtschaftet. Letzter Pächter war Hans Kröchert, der 1945 vor dem Gutshaus getötet wurde.[8] 1946/1947 wurde das Gut im Rahmen der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet und aufgesiedelt. Die Einwände des Präsidenten Albrecht Stalmann, dass die Klosterkammer als kirchliche Einrichtung von der Bodenreform ausgenommen werden müsse, wurden von der Landesverwaltung in Schwerin abgewiesen.[6]

Das ehemalige Gut ist noch relativ gut erhalten, weil es nach der Bodenreform weiter genutzt wurde.

Daberkow ist ein langgestrecktes Angerdorf, des Anger wurde aber im Laufe der Zeit teilweise bebaut.

Meilenstein von Hedwigshof

Hedwigshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hedwigshof wurde kurz vor 1880 als Vorwerk zum Gut Daberkow errichtet. Es erstreckt sich unmittelbar östlich der Landesstraße 35, eines ehemaligen Abschnitts der Bundesstraße 96. Dort befindet sich ein noch erhaltener Meilenstein.

Wietzow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wietzow

Die urkundliche Ersterwähnung von Wietzow, zur Urkundenzeit auch als „Vietzow“ oder „Witzow“ bezeichnet, stammt aus dem Jahr 1428.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Daberkow

Grünanlagen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turmhügel Daberkow, dicht am südlichen Ufer des Dorfteiches, steil geböscht, quadratisch, H 1,5m, Plateau 6 × 6 m. Senken im Osten und Westen deuten eventuell vorhandene Gräben an. Am Plateaurand sind Feldsteinpackungen sichtbar.
  • Englischer Landschaftspark Wietzow am Hang des Tollensetales, er ist gut erhalten und besitzt mit dem Turmhügel und der Kapelle im Park weitere Elemente.
  • Bronzezeitliches Gräberfeld südlich von Wietzow
  • Südwestlich von Daberkow befinden sich umfangreiche Steinriegel

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend durch landwirtschaftliche Betriebe geprägt. In den Orten gibt es kleinere Gewerbebetriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße 35 (ehemals Bundesstraße 96) führt durch den Ortsteil Hedwigshof der Gemeinde. Der Ort ist über den Anschluss Jarmen oder Anklam der A 20 zu erreichen, diese führt durch das Gemeindegebiet.

Der nächstgelegene Bahnhof mit Anschluss zu Zügen der Linie RE 5 (Rostock/Stralsund–Berlin–Wünsdorf-Waldstadt/Elsterwerda) der Deutschen Bahn ist über die Kreisstraßen 106 und DM 30 zu erreichen.

Von 1897 bis 1945 verkehrte im jetzigen Gemeindegebiet die Demminer Kleinbahnen Ost (DKBO), die von Demmin kommend sich bei Schmarsow teilte und nördlich nach Jarmen sowie südlich vorbei an Daberkow mit dortigem Haltepunkt und weiter nach Altentreptow führte. Sie wurde 1945 als Reparation demontiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daberkow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Pommersches Urkundenbuch. Bd. 2, 1. Abteilung, PUB Nr. 1060.
  3. Pommersches Urkundenbuch. Bd. 2, 2. Abteilung, PUB Nr. 1131.
  4. Friedrich Wigger: Geschichte der Familie von Blücher. Band 1, Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1870, S. 125, 127f.
  5. Friedrich Wigger: Geschichte der Familie von Blücher. Band 1, Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1870, S. 118–119.
  6. a b Dirk SchleinertDie Bodenreform in den Altkreisen Demmin und Grimmen. In: Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg): Baltische Studien. Neue Folge Bd. 89, Ludwig, Kiel 2003, ISBN 3-933598-95-8, S. 181–184.
  7. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. II. Theils Band I. Dietze, Anklam 1865, S. 50–51 (Digitalisat im Münchener Digitalisierungszentrum [abgerufen am 5. November 2015]).
  8. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 50