Ferdinandshof

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ferdinandshof
Ferdinandshof
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ferdinandshof hervorgehoben
Koordinaten: 53° 40′ N, 13° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Torgelow-Ferdinandshof
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 47,21 km2
Einwohner: 2721 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17379
Vorwahl: 039778
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 033
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofsstr. 2
17358 Torgelow
Webpräsenz: www.ferdinandshof.de
Bürgermeister: Gerd Hamm
Lage der Gemeinde Ferdinandshof im Landkreis Vorpommern-Greifswald
BrandenburgLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenBuggenhagenKrumminLassanWolgastWolgastZemitzAhlbeck (bei Ueckermünde)AltwarpEggesinGrambinHintersee (Vorpommern)LeopoldshagenLiepgartenLuckowLuckowLübs (Vorpommern)MeiersbergMönkebudeVogelsang-WarsinBargischowBargischowBlesewitzBoldekowBugewitzButzowDucherowIvenKrienKrusenfeldeNeetzow-LiepenMedowNeetzow-LiepenNeu KosenowNeuenkirchen (bei Anklam)PostlowRossinSarnowSpantekowStolpe an der PeeneAlt TellinBentzinDaberkowJarmenKruckowTutowVölschowBehrenhoffDargelinDersekowDiedrichshagenHinrichshagen (Vorpommern)LevenhagenMesekenhagenNeuenkirchen (bei Greifswald)Weitenhagen (bei Greifswald)BergholzBlankensee (Vorpommern)Boock (Vorpommern)Glasow (Vorpommern)Grambow (Vorpommern)LöcknitzNadrenseeKrackowPenkunPlöwenRaminRossowRothenklempenowBrünzowHanshagenKatzowKemnitz (bei Greifswald)KröslinKröslinLoissinLubminNeu BoltenhagenRubenowWusterhusenGörminLoitzSassen-TrantowAltwigshagenFerdinandshofHammer a. d. UeckerHeinrichswaldeRothemühlTorgelowTorgelowTorgelowWilhelmsburg (Vorpommern)JatznickBrietzigDamerow (Rollwitz)FahrenwaldeGroß LuckowJatznickJatznickKoblentzKrugsdorfNiedenPapendorf (Vorpommern)PolzowRollwitzSchönwalde (Vorpommern)Viereck (Vorpommern)ZerrenthinZüsedomKarlshagenMölschowPeenemündeTrassenheideBenz (Usedom)DargenGarz (Usedom)KamminkeKorswandtKoserowLoddinMellenthinPudaglaRankwitzStolpe auf UsedomÜckeritzUsedom (Stadt)ZempinZirchowBandelinGribowGroß KiesowGroß PolzinGützkowGützkowKarlsburg (Vorpommern)Klein BünzowLühmannsdorfMurchinRubkowSchmatzinWrangelsburgZiethen (bei Anklam)ZüssowHeringsdorfPasewalkStrasburg (Uckermark)UeckermündeWackerowGreifswaldGreifswaldPolenKarte
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Luftaufnahme von Ferdinandshof aus südöstlicher Richtung

Ferdinandshof ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wird vom Amt Torgelow-Ferdinandshof mit Sitz in Torgelow verwaltet. Die Gemeinde bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ferdinandshof liegt zwischen der Ueckermünder Heide und der Friedländer Großen Wiese in einem ausgedehnten Flachlandgebiet.

Mehrere Entwässerungsgräben dieses ehemaligen Moorgebietes (Landgraben, Fleethgraben) vereinigen sich bei Ferdinandshof, das Wasser gelangt über die ausgebaggerte Zarow in das Stettiner Haff. Ferdinandshof liegt in Vorpommern an der Grenze zum östlichsten Punkt des historischen Mecklenburgs.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinandshof
  • Aschersleben
  • Blumenthal
  • Louisenhof
  • Sprengersfelde

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in das 17. Jahrhundert war das Gebiet um Ferdinandshof unbesiedelter Urwald und Sumpfgebiet. Im Jahr 1705 wurde durch einen Vertrag der Königlich Schwedischen Regierung mit dem Glasmacher Johann Jürgen Gundelach begonnen, eine Glashütte einzurichten. Gundelach begann auch mit der ersten Kolonisation. Scharmützelhütte, wie der Ort damals hieß, war nach der Kirchweihe 1726 Mittelpunkt des noch äußerst dünn besiedelten Gebietes.

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hatte das Land den Schweden abgekauft. Ab 1736 wurde die Kolonisation vom Generalpächter der Ämter Ueckermünde und Torgelow Christoph Ludwig Henrici forciert. 1737 erhielt das Vorwerk den Namen Ferdinandshof. 1741 verlegte Henrici seinen Amtssitz nach Ferdinandshof, das nun kirchlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt wurde. Gundelach und Henrici wurden in der Scharmützelkirche beigesetzt. Das Vorwerk Ferdinandshof war wie Wilhelmsburg und Mühlenhof im 19. Jahrhundert eine preußische Staatsdomäne, die ab 1862 an das Preußische Kriegsministerium verpachtet wurde. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestand in Ferdinandshof ein Remontedepot, das vom Preußischen Kriegsministerium eingerichtet wurde.

Die Gründerzeit wirkte sich auch in Ferdinandshof durch den Ausbau von Straßen und Häusern aus. 1863 wurde die Gemeinde über die Zweigbahn Angermünde–Stralsund der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Bald danach entstanden die Spar- und Darlehnskasse und die Molkereigenossenschaft. Ab 1888 erfolgte der Aufbau einer Feldbahn vom Staatsbahnhof Ferdinandshof nach Friedland, welche den Grundstock der späteren Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn darstellte.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts arbeiteten im Ort eine Eisengießerei, eine Mühle und ein Sägewerk. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten an die Stelle der Domäne Betriebe der industriellen Rindermast, in denen bis zu 31.000 Rinder gehalten wurden. Von 1958 bis 1962 wurden im Rahmen des sogenannten Jugendobjekts Friedländer Große Wiese weite Teile dieses Sumpfgebietes trockengelegt. Bis 1989 gab es noch das VEG Pflanzenproduktion, den VEB Friedländer Große Wiesen und die LPG Tierproduktion.

Am 26. April 1988 geschah nahe dem Ort ein Zugunglück: Als wegen Arbeiten nur ein Gleis befahrbar war überfuhr der Lokführer eines Zuges ein Halt-Signal und stieß gegen einen entgegenkommenden Schnellzug. Dessen Lokpersonal erkannte die Gefahr, brachte den Zug vor dem Aufprall zum Stillstand und verließ rechtzeitig die Lokomotive. Es waren zwei Todesopfer, 32 Verletzte und ein Millionenschaden zu beklagen.[3]

Nach 1992 wurde der Ort im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Aschersleben, Blumenthal, Louisenhof und Sprengersfelde eingegliedert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört seit dem 1. Januar 2005 zum Amt Torgelow-Ferdinandshof. Vorher gehörten die sieben Gemeinden Altwigshagen, Ferdinandshof (Amtssitz), Hammer a. d. Uecker, Heinrichsruh, Heinrichswalde, Rothemühl und Wilhelmsburg zum eigenständigen Amt Ferdinandshof.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990–1994 Volker Böhning
  • 1994–1995 Klausdieter Sperling
  • 1995–2004 Dr. Helmut Blohm
  • 2004–2014 Gerold Seidler
  • seit 2014 Gerd Hamm
Wahl der Gemeindevertretung[4]
in %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,85 %
19,31 %
4,58 %
7,47 %
5,08 %
2,7 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Einzelbewerber Rohr
f Einzelbewerber Siewert

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ferdinandshofer Gemeindevertretung hat 12 Mitglieder.

Wahlgruppe
CDU 7
DIE LINKE 2
SPD 1
NPD 1
Einzelbewerber Rohr 1

(Stand: Kommunalwahl 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. Juni 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 163 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Halb gespalten und geteilt; oben: vorn in Silber ein blauer Kelch; hinten in Blau ein schreitendes, schwarz gemähntes und gehuftes, silbernes Pferd mit schwarzem Schweif und schwarzem Sattel; unten in Grün zwei silberne Wellenfäden.“

Das Wappen wurde von dem Torgelower Rainer Kummer gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Ferdinandshof

  • Die Scharmützelkirche wurde 1722–1726 als rechteckiger verputzter Fachwerkbau errichtet. Sie hat einen dreiseitigen Westschluss mit Lisenengliederung und einen achteckigen Dachturm mit Haube von 1747. In der Kirche befindet sich ein Taufengel, der zu Taufen heruntergelassen wird. Als Taufschale dient eine Glasschale aus der Erbauungszeit der Kirche. Sie zeugt damit von den Anfängen der Glasmanufaktur des frühen 18. Jahrhunderts in der Region von Ferdinandshof.[5] Die Kirche liegt auf dem Friedhof außerhalb des Ortes.
  • Die Heimatstube Ferdinandshof befand sich in einem Neubaugebiet im Zentrum des Ortes (Bartelstraße 1). Sie wurde 1995 eröffnet. Hier wird das bäuerliche Leben vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre anhand zahlreicher charakteristischer landwirtschaftlicher Geräte gezeigt. Seit 2002 befindet sich die Heimatstube Ferdinandshof in der Alten Schule (Schulstraße 4).
  • Turmhügel Louisenhof
  • Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkstein
  • Kriegerdenkmal (Schulstraße, Ecke Bahnhofstraße)
  • Das Gutshaus Ferdinandshof. Zwischen 1736 und 1738 richtete Cristoph Ludwig Henrici, Generalpächter der königlichen Ämter Ueckermünde und Torgelow, westlich von Torgelow einen größeren Amtshof ein. Nach 1990 blieb das Gutshaus lange Zeit ungenutzt. Nach einer umfassenden Sanierung konnte dem Gebäude im Jahr 2014 eine neue Nutzung zugeführt werden.[6]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindehaus Ferdinandshof, Schulstraße 4
  • Regionale Schule Ferdinandshof "Hanno Günther"
  • Grundschule Ferdinandshof

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchgemeinde Ferdinandshof und Rothemühl gehöret zur Propstei Pasewalk im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Die Gemeinde unterhält neben der Scharmützelkirche das Pfarrhaus mit Betsaal.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1906 wurde in Ferdinandshof unter dem Namen TV Jahn der erste Turn- und Sportverein gegründet, der bis 1931 bestand. Der VfL Ferdinandshof bestand von um 1931 bis 1945. Heutige Vereine sind:

  • Der Fußballverein Traktor Ferdinandshof von 1947 hieß ab 1950 Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor und dann BSG Stahl Ferdinandshof. Ab 1967 wurden andere Sportarten aufgenommen. Die Mannschaften traten unter der Bezeichnung BSG Ferdinandshof auf. Seit 1991 heißt er Sportverein Grün-Weiss (SVF) und bietet u. a. Fußball, Tischtennis, Volleyball, Badminton, Judo und Frauensport an.
  • Schützenverein Greif Blumenthal
  • Sporttaubenverein „Haffmöwe“

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den landwirtschaftlichen Betrieben gibt es heute in Ferdinandshof mehrere Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe. Die größte Rindermastanlage Europas hat ihren Sitz in Ferdinandshof. Sie wurde zu DDR-Zeiten als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet und hatte zwischenzeitlich eine Kapazitäten für bis zu 40.000 Tiere.[7][8]

Die Gemeinde liegt an der B 109 (BerlinGreifswald) sowie an der Bahnlinie Berlin–Angermünde-Stralsund. Oftmals nutzen Touristen die Bahnhaltestelle, um mit dem Rad, in das rund 15 km entfernte Ueckermünde zu gelangen. Des Weiteren kann der Radfernweg Berlin-Usedom als Alternative durch Ferdinandshof gefahren werden und ist im Regionalen Raumentwicklungsprogramm als Regional bedeutsames Radroutennetz ausgewiesen[9].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ferdinandshof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. SVT 137 225. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  4. Amtsblatt Torgelow-Ferdinandshof, Jahrgang 10 Nummer 6, 11. Juni 2014, ISSN 1860-2797
  5. Kirchenkreis Pasewalk
  6. Gutshaus Ferdinandshof. QM3 UG, abgerufen am 22. November 2017.
  7. Mecklenburg-Vorpommern: Wo die Megaställe stehen. Heinrich Böll Stiftung, 13. Januar 2016, abgerufen am 22. November 2017.
  8. Dann gibt es die ganze Palette. Der Spiegel, 13. März 2000, abgerufen am 22. November 2017.
  9. RREP WM: Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP Vorpommern). Abgerufen am 22. November 2017.