Medow

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Dieser Artikel befasst sich mit der vorpommerschen Gemeinde Medow. Zum gleichnamigen Ortsteil der mecklenburgischen Stadt Goldberg siehe Medow (Goldberg).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Medow führt kein Wappen
Medow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Medow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 50′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 28,95 km2
Einwohner: 533 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17391
Vorwahl: 039728
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 088
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Hartmut Pätzold
Lage der Gemeinde Medow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Medow ist eine Gemeinde westlich von Anklam. Die Gemeinde wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet. Seit dem 13. Juni 2004 gehört der Ort Nerdin zur Gemeinde.[2]

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medow liegt an der Bundesstraße 199 und nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 110. Die Stadt Anklam liegt etwa zehn Kilometer östlich. Die Bundesautobahn 20 ist über den Anschluss Anklam (ca. 18 km) zu erreichen. Den Ostteil der Gemeinde durchfließt der Peene-Südkanal.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
  • Nerdin
  • Brenkenhof
  • Wussentin
  • Thurow
  • Medow
Wüstungen und Wohnplätze
  • Emilienhof (Wüstung)
  • Nerdin Horst (Wohnplatz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brenkenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feldmark gehörte zum landesherrlichen Amt Stolpe, später Klempenow. Es wurde also nach der Reformation eine Domäne. 1754 erfolgte dort die Gründung der Kolonie Brenkenhof auf der Feldmark von Krien und Medow.

Den Namen erhielt es nach dem preußischen Finanzrat von Brenkenhoff. Erst 1779 erfolgte die urkundliche Erstnennung mit dem jetzigen Namen.[3] 14 ausländische (Hugenotten?) Kolonisten erhielten auf Befehl König Friedrich II. je 39 Morgen (10 ha). Sie bekamen freies Bauholz und 12 Jahre Steuerfreiheit.

1865 hatte der Ort 1 Schulhaus, 16 Wohn- und 20 Wirtschaftsgebäude und 2 Windmühlen. 104 Einwohner leben hier in 17 Familien, es sind 13 Eigentümer (Kolonisten) und 3 Pächter.

Medow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medow wurde als Medowe 1310 erstmals urkundlich erwähnt. Das bedeutet als slawische Gründung so viel wie „Honigdorf“.[3]

Das Rittergut gehörte ursprünglich zum Kloster Stolpe, 1534 kam es durch die Säkularisierung an den Herzog. Nach dem Tod des letzten Herzogs 1637 kam das Gut unter schwedische Verwaltung, 1720 aber an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als dessen persönlichen Besitz. Nach der Niederlage gegen Napoleon gab er den Besitz 1806 an den preußischen Staat.

Das Dominalgut wurde dann zum Rittergut, wann ist nicht verzeichnet. Als Besitzer wurden genannt Schmiede 1842, Franz Müller 1857 und dann die Erben von Graf Carl von Schwerin 1861. 1865 war der Pächter ein Balthasar.

1865 hatte das Gut 6 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude, 116 Einwohner in 19 Haushalten, darunter der Pächter mit Familie, das Gesinde und die Tagelöhner mit ihren jeweiligen Familien.

Das Dorf Medow hatte 1865 1 Kirche, 1 Prediger-, 1 Küster- und Schul- sowie 1 Predigerwitwenhaus. 38 Wohn- und 49 Wirtschaftsgebäude, 1 Windmühlengehöft mit 7 Gebäuden, 1 Krug und 1 Schmiede waren ebenfalls vorhanden. Im Ort lebten 373 Einwohner, davon 7 Bauern, 23 Halbbauern, 4 Kossäten und 17 Büdner sowie deren Familien und Einlieger und Tagelöhner.

Die Kirche von Medow war ein Filial zu Stolpe, aber ab 1565 Mutterkirche für die Umgebung. Bemerkenswert an der Kirche von Medow war ihr großer Bibliotheksbestand aus Schenkungen der Herzöge und des Adels.

Das Gut mit 458 ha gehörte bis 1945 der Familie Holtz.[4]

Nerdin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nerdin wurde 1340 als Neidrin erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „Abgrund“.[3]

Der Ort gehörte zum Kloster Stolpe und wurde nach der Reformation Staatsdomänen-Vorwerk. Verpachtet war es an den Oberamtmann von Homeyr. Ursprünglich gehörte noch das Nebenvorwerk Neu-Sanitz zum Domänenvorwerk.

Das Domänenvorwerk hatte 1865 5 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude, in der Gutssiedlung lebten 88 Einwohner in 13 Haushalten, darunter der Pächter, dessen Familie und Gesinde, sowie Tagelöhner mit Familien.

Das Dorf Nerdin hatte 1865 1 Kirche, 1 Schule, 11 Wohn- und 14 Wirtschaftsgebäude sowie 1 Windmühle. Es lebten hier 91 Einwohner, darunter 8 größere und 1 kleinerer Grundbesitzer mit deren Familien und Gesinde.

Die bereits 1865 aufgeführte Windmühle ist noch heute als Ruine südöstlich von Nerdin sichtbar.

Thurow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thurow wurde 1387 als Turow erstmals urkundlich erwähnt. Der Name der slawischen Gründung bedeutet so viel wie „Auerochse“ oder auch „Auerochsenwald“.[3]

Thurow war ein Rittergut, ursprünglich als Lehn der Ihlenfeld und dann der Eickstedt. 1746 war es im Besitz derer von Schwerin. 1786 verkaufte es Generallandschaftsrat Detlow Heinrich Graf von Schwerin an Hauptmann Hans Friedrich Wilhelm von Owstin, aber bereits 1799 wurde an August Friedrich Ludwig Meisner verkauft. Für den wurde eine besondere Genehmigung erforderlich, weil zum Besitz eines Rittergutes nur der alte Adel berechtigt war. Bauern gab es im Dorf nicht mehr, sie waren alle gelegt worden.

1842 bis 1853 war von Haberland und von 1857 bis 1865 von Helms als Besitzer genannt.

1865 hatte Thurow 1 Herrenhaus, 1 Schule, 10 Wohn- und 16 Wirtschaftsgebäude sowie 1 Schmiede. Im Ort lebten 119 Einwohner, darunter der Gutsherr mit Familie, 2 Inspektoren, Gesinde und 14 Tagelöhner jeweils mit deren Familien.

Seit 1896 wurde Thurow von der Kleinbahnlinie Anklam - Dennin (MPSB) berührt. Beim Ort war ein Abzweig nach Stretense. Am Abzweig war auch der Haltepunkt für Thurow. Wie bei allen Kleinbahnen wurde auch diese 1945 als Reparation demontiert.

Thurow ist ein Gutsdorf mit dem dominierenden Gut und der Landarbeiterkatenzeile. An der Dorfform hat sich wenig geändert, auch das Gut ist in Form und Struktur noch fast original erhalten.

Seit den 1970er Jahren wird Thurow vom Peene-Südkanal tangiert.

Wussentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich von Wussentin befinden sich drei bronzezeitliche Hügelgräber (1800 bis 600 vdZ) und direkt im Ort wurde eine frühslawische Siedlung (600 bis 800) archäologisch nachgewiesen. Eine spätslawische Siedlung (1000 bis 1200) lag südlich des Ortes

Wussentin wurde 1172 als Woscentien urkundlich erstmals genannt. Auffällig sind hier die Vielzahl von urkundlichen Nennungen im 12. Jahrhundert, also noch vor der deutschen Siedlungsnahme. Der Name wird verschieden gedeutet, die wahrscheinlichste ist das slawische Wort für „Waldgegend“.[3]

Nach dem Klosterbesitz durch das Kloster Stolpe wurde der Ort um 1534 Staatsdomäne, erst vom Amt Stolpe, dann vom Amt Klempenow verwaltet.

Bis 1764 bestand noch ein Vorwerk zur Domäne, das wurde abgebaut und auf Befehl des Königs mit 4 Altbauern und 15 ausländischen (Hugenotten?) Siedlerfamilie besetzt. Später wurden diese Ansiedlungen als Abbaue zu Wussentin bezeichnet.

1865 wurden in Wussentin 37 Wohn- und 40 Wirtschaftsgebäude, 1 Schule, 1 Windmühle, 1 Rossmühle und 1 Krug gezählt. Das Dorf hatte 273 Einwohner in 58 Haushalten, darunter waren 21 Bauern und 6 Büdner mit ihren jeweiligen Familien.

Wussentin ist ein ausgesprochenes Angerdorf mit kleinbäuerlichen Siedlungshöfen. Erst zu DDR-Zeiten und nach 1990 verstärkt, entstanden östlich und nordöstlich mittlere und große Agrarbetriebe.

Nerdin Horst (Wohnplatz)

Nerdin Horst wurde erst 1998 in der TK 10 als Wohnplatz aufgeführt, es sind abseits gelegene Siedlungshöfe unweit von Nerdin.[3]

Emilienhof (Wüstung)

Emilienhof lag 2 km nordwestlich von Medow. Es war noch bis nach 1920 in den Karten als eigenständiger Ort verzeichnet. Es war ein Bauerngehöft, das später wohl als Wohnplatz zu Wussentin zählte. Nach 2003 begann der Leerzug, dann der Verfall, jetzt sind nur noch wenige Ruinen erkennbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Medow

  • Mehrere Bodendenkmale (slawische Siedlungen, bronzezeitliche Schälchensteine und Hügelgräber)
  • Peene-Südkanal (Peene – Friedland), Länge: 27 km
  • Windmühlenruine Nerdin
  • Gut Nerdin mit Park und Turmhügel
  • Teufelsstein Nerdin – Maße: 4,6 x 3,6 x 3,4 m; Umfang (m): 13; Volumen (m³): 30; Gestein: feinkörniger Granit

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 88, 95, 132
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865 (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. a b c d e f Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 14 ff
  4. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 128, ISBN 3-88042-636-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Medow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien