Stolpe auf Usedom

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Stolpe auf Usedom führt kein Wappen
Stolpe auf Usedom
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stolpe auf Usedom hervorgehoben
Koordinaten: 53° 52′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Usedom-Süd
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 14,85 km²
Einwohner: 365 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17406
Vorwahl: 038372
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 129
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 1
17406 Usedom
Webpräsenz: www.amtusedom-sued.de
Bürgermeister: Eckhard Schulz
Lage der Gemeinde Stolpe auf Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Stolpe auf Usedom ist eine Gemeinde in der Nähe der Stadt Usedom auf der gleichnamigen Insel direkt am Ufer des Stettiner Haffs gelegen. Die Gemeinde wird vom Amt Usedom-Süd mit Sitz in der Stadt Usedom verwaltet. Bis 2005 gehörte die Gemeinde zum Amt Ahlbeck-Stettiner Haff.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolpe auf Usedom liegt am Nordufer des Stettiner Haffes südlich der Bundesstraße 110 (B 110) mitten im Naturpark Insel Usedom. Die Gemeinde besitzt einen Hafen am Haff. Rund fünf Kilometer westlich der Gemeinde liegt die Stadt Usedom sowie 15 Kilometer nördlich die Gemeinde Heringsdorf.

Bis 1945 besaß der Ort einen Bahnhof an der Strecke Ducherow–Heringsdorf.

Gemeindestruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
  • Gummlin
  • Stolpe
Wüstungen und Wohnplätze
  • Diki (Wüstung)
  • Kiebitzkrug (Wohnplatz)

Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg. Dieser ging im Jahr 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock auf. Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Jahr 1994 gehörte Stolpe zum Landkreis Ostvorpommern, der 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolpe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend von Stolpe auf Usedom wurde schon früh besiedelt, davon zeugen viele früh- und urgeschichtliche Funde. 2,5 km nördlich von Stolpe befindet sich südlich der B 110 eine slawische Burganlage, eine Niederungsburg. Auf dem Satellitenbild erkennt man noch die Zweigliedrigkeit der Anlage. Die sichtbaren Überreste sind das einstige Grabensystem der Burg. Es bestand hier eine ovale, fast viereckige Hauptburg, die von einer südlichen Vorburg bogenartig umgeben war. Die Nord-Süd Ausdehnung des gesamten Burgkomplexes beträgt ca. 120 m mit Grabenanlage. Solche Burgen waren in der mittel- und jungslawischen Zeit typisch in der Region und waren Wohnorte lokaler slawischer Adliger mit Hofstaat (Handwerker, Bewacher, Kaufleute usw.). Sicher dienten solche Burgen auch in Kriegszeiten der Bevölkerung als Zuflucht.

In geringer Entfernung von diesem Burgwall befindet sich eine frühdeutsche Turmhügelburg (ab 1230), die wohl für den Lokator während der deutschen Ostexpansion errichtet wurde. Eine weitere dieser Turmhügelburgen befindet sich nahe am Ort, im späteren Gutspark. Dorthin wurde sicher der Sitz des Lokators verlegt, weil die örtlichen Gegebenheiten dort besser waren für die Anlage eines Herrschaftssitzes.

Stolpe wurde erstmals 1218 urkundlich als „Stolp“ genannt. In der Urkunde erlaubt Herzog Bogislaw II. den Kauf von Ackerflächen durch das Kloster Grobe. Urkundenzeuge war ein Thomas, Priester in Stolpe. Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Wort stlŭpŭ für Säule oder „Fischständer im Fluss“ ab, einer Vorrichtung zum Fischfang.[2][3]

In den 1330er Jahren veräußerte Martin von Winterfeld auf Kagenow und der Plötzenburg (Plötz bei Jarmen) einen Teil seines Besitzes auf Usedom, darunter Ländereien bei Stolpe und Dargen und vermachte den Erlös als Stiftung dem Kloster Pudagla.

Von 1251 bis 1754 war die Familie von Schwerin mit einer selbstständigen Seitenlinie Besitzer des Gutes; danach dann die Familien Gregorius Friedrich von Schmalensee (bis 1783), von Lepel (bis 1794), Krauthoff (bis 1835), Vogel (bis 1865) und Bernhard Graf von Schwerin und Erben (1895 bis 1945). Schloss Stolpe von 1590 aus der Renaissance wurde barock und um 1895 historisierend umgebaut.

Das Dorf ist ein Angerdorf mit Dorfteich, Kirchhof und Kirche. Südlich des Angers befand sich das dominierende Gut mit Schloss und nordöstlich der Kirche das Dorf mit den Landarbeiter- und Handwerkerkaten. Südöstlich des Gutes befand sich ein großer Schlosspark, der heute wesentlich kleiner und stark verwildert ist.

1648, nach dem Westfälischen Frieden wurde Stolpe auf Usedom wie ganz Pommern schwedisch, nach dem Frieden von Stockholm vom 1. Februar 1720 preußischer Besitz. Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Stolpe zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.

Seit 1835 bis 1880 hatte sich das Dorf schon wesentlich erweitert, besonders um den Anger, es entstanden zwei Windmühlen am Ort und eine Ziegelei am Achterwasser. Diese Gewerbeanlagen verschwanden um 1920. 1880 erhielt die Ortschaft 1,5 km nördlich einen Eisenbahnanschluss mit Haltepunkt an der Strecke Ducherow-Swinemünde. Gegenüber der Kirche im Schlosspark wurde eine gesonderte Grabanlage der Familie von Schwerin angelegt, die heute noch vorhanden ist.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Schloss, Gut und Kirche geplündert.

Mit der Bodenreform von 1945 wurde das Gut aufgesiedelt und an Neubauern vergeben, besonders an Flüchtlinge und Vertriebene aus Hinterpommern und Ostpreußen. Diese wohnten auch zuerst im Schloss und den anliegenden Gutsbauten, später entstanden dann die Neubauernhöfe, die den Ort weiter vergrößerten. Im Schloss wurden später die Verwaltung der örtlichen MTS und die Gemeindeeinrichtungen untergebracht.

Neben dem Schloss hat sich der relativ große Marstall erhalten, die anderen Gutsbauten sind nicht so attraktiv. Der Ort hat sich besonders durch das inzwischen umfangreich restaurierte Schloss zu einem Touristenmagneten entwickelt. Sonst ist die Gegend eher von der Landwirtschaft dominiert.

Gummlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gummlin wurde 1282 als „Chummelyn“ erstmals urkundlich genannt. Der Ort wurde sehr oft urkundlich und chronikalisch genannt. Der Name der slawischen Gründung wird als „Grabhügel“ aber auch als „Dreschplatz, Tenne“ gedeutet.[2]

Gummlin ist ein Straßendorf von der Form her, ein Bauern- und Fischerdorf von der Funktion her. Es liegt direkt am Haff. In der Feldmark lagen einige Siedlungen verteilt, darunter der damals bekannte und zu Gummlin gehörende „Kiebitz-Krug“.

Diki (Wüstung)

Diki wurde 1317 erstmals als solches urkundlich genannt. Danach gab es keine Erwähnungen mehr, der Ort fiel wüst. Der Name wird als slawische Gründung mit „wild“ gedeutet. Es lag in der Nähe von Gummlin.[2]

Kiebitzkrug (Wohnplatz)

Kiebitzkrug wurde 1575 erstmals als „Kivitzkrugk“ urkundlich genannt. Der Name ist selbst erklärend - Kiebitz = der Vogel, Krug = die Gaststätte. Bis 1906 existieren mehrere Schreibweisen. Der Ort liegt an der Straße zwischen Stolpe und Gummlin. Es wurde in alter Zeit als Bauernkate beschrieben, dessen Besitzer weder von der Landwirtschaft noch von der Krügerei leben konnte, also beides als Nebenerwerb. In den Karten von 1835 (PUM) bis 1920 (MTB) ist das Anwesen immer als eigenständiger Ort angegeben. Es ist noch heute ein abgesonderter Wohnplatz mit einer kompakten Bauernwirtschaft. Der Wohnplatz gehört zu Stolpe, gilt aber laut Satzung nicht als Ortsteil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Stolpe auf Usedom

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpe auf Usedom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 12 ff
  3. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 138.