Hard Rock

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AC/DC

Der Hard Rock oder Hardrock ist eine härter gespielte Stilrichtung der Rockmusik. Umgangssprachlich wird Hard Rock oft fälschlicherweise als Überbegriff für eine Reihe von Stilrichtungen der Rockmusik wie Punk, Grunge, Industrial Rock gebraucht, etwa um diese von radiokompatibleren Spielarten wie etwa dem Pop-Rock abzugrenzen. Fachsprachlich ist der Begriff enger umrissen und bezeichnet einen Musikstil, dessen Wurzeln in verschiedenen Genres wie dem Psychedelic Rock der 1960er-Jahre, dem Bluesrock und dem Rock ’n’ Roll liegen. Beeinflusst wurde die Stilrichtung auch durch die Beatmusik der 1960er Jahre. Ab Ende der 1960er Jahre bis zum Beginn der 1990er Jahre gelangte das Genre zu besonderer Popularität.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Deep Purple
Black Sabbath
Led Zeppelin
Nazareth

Die Geschichte des Hard Rock lässt sich grob in drei Phasen unterteilen:

Die erste Phase dauerte etwa von 1968 bis 1975 und wurde von den sechs „Urvätern“ Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep, Alice Cooper, Nazareth und Black Sabbath geprägt. Black Sabbath machten Medien und Fans durch das Kokettieren mit antichristlichen, zuweilen satanischen Symboliken auf sich aufmerksam und verwendeten Pentagramme und umgedrehte Kreuze. Ihre teilweise basslastigen, zäh riechenden Songs hoben den Doom und Stoner Rock aus der Taufe. Deep Purple sowie Uriah Heep ließen durch ihre klassischen Einflüsse erste Ansätze in Richtung Progressive Rock erkennen und gerade Uriah Heep gewichteten eine zum Teil sehr romantische und melodische Seite des härteren Rocks. Led Zeppelin werden heute als wichtigste Band des bluesbeeinflussten Hard Rocks angesehen. Lange hymnenhafte Songs ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr musikalisches Schaffen, was sie etwa auch mit ihren Kollegen Deep Purple gemein haben. Bei den frühen Alben von Nazareth sind erste prägende Elemente für den sogenannten Sleaze (zu deutsch: „schäbig“ und „heruntergekommen”) der späteren 70er und 80er Jahre zu erkennen und das Markenzeichen der Schotten waren ein extrem garstiger Gesang und harte, pessimistische Texte ganz im Gegensatz zur heiteren Welt der Glamrock-Bands. Alice Cooper trat augenzwinkernd mit Horrorthemen auf und verwendete u.a. auf Konzertbühnen Guillotinen und trug lebende Schlangen um den Hals.

Led Zeppelin hatte auch den größten Einfluss auf Bands der von 1975 bis etwa 1982 dauernden zweiten Phase, zu deren wichtigsten Vertretern etwa AC/DC, die Scorpions, Rush (vgl. Progressive Rock) und Kiss gehörten. Die Musik dieser Phase zeichnet sich durch ihre ungestüme Art und Einfachheit aus. Die Popularität des Hard Rock hatte jedoch in dieser Zeit unter dem Aufschwung der Punkmusik zu leiden. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Jahr 1980 zu: Im Februar 1980 verstarb der populäre AC/DC-Frontmann Bon Scott und im September desselben Jahres Led Zeppelins Schlagzeuger John Bonham. Dies markierte das Ende einer Ära. Der Zenit der zweiten und einflussreichsten Phase des Hard Rock war überschritten und es oblag einer neuen Generation von Rockmusikern, das Erbe der „alten Meister“ anzutreten und gemäß ihren Ansprüchen und denen des Publikums weiterzuprägen.

Der Beginn der dritten Phase kann am Erscheinen des ersten Van-Halen-Albums im Jahre 1978 festgemacht werden. Dieses Album war den Werken von Aerosmith und Kiss nicht unähnlich, setzte allerdings aufgrund der spektakulären und virtuosen Spieltechnik des Gitarristen Eddie Van Halen durch sein perfektioniertes Fingertapping auf der Leadgitarre neue Akzente. Die folgenden Jahre waren durch eine zunehmende Annäherung des Hard Rock an die Popmusik und ein immer mehr zur Farce werdendes Wettrennen der Bands hinsichtlich Virtuosität, bombastischer Produktion der Platten und Konzerte sowie des Auftretens der Musiker selbst gekennzeichnet. Trotzdem erreichte die Popularität dieser Musikrichtung in den frühen Achtzigerjahren ihren Höhepunkt.

Anfang der 1990er wurde der Hard Rock durch das Aufkommen des Grunge und des Alternative Rock beeinflusst, aber auch vom Markt verdrängt. Sogar traditionelle, melodische Hard-Rock-Bands wie Winger oder Giant hatten Einbußen bei ihren Plattenverkäufen zu verzeichnen. Die Entwicklung des neuen Jahrtausends wird von einer Retrowelle um Bands wie Wolfmother, Airbourne, Silvertide und The Answer geprägt, die mit ihrem an die Vertreter der ersten und zweiten Phase angelehnten Hard Rock viel Anerkennung erfahren haben.

Musikalische Stilmittel[Bearbeiten]

Queen

Hard-Rock-Stücke bauen in der Regel auf einem 4/4-Takt mit Betonung der Backbeats auf und verwenden das althergebrachte Liedschema der Popmusik mit Strophe, Zwischenspiel und Refrain. Viele Stücke des Hard Rock enthalten ein Solo, zumeist ein Gitarrensolo, das üblicherweise anstelle einer weiteren Strophe gespielt wird. Einige Gruppen haben es sich jedoch zum Ziel gesetzt, diese Konvention zu brechen und setzen den Stil teilweise in komplexen Stücken mit zum Teil ausufernden Instrumentalpassagen um. Beispiele dafür sind Led Zeppelins Stairway to Heaven und Deep Purples Child in Time.

Die Solistik der Leadgitarrenarbeit basiert meist auf der Pentatonik (Fünftonleiter) beziehungsweise auf der Bluestonleiter (erweiterte Pentatonik) und umfasst ansonsten, besonders seit dem Erfolg und Einfluss des schwedischen Rockgitarristen Yngwie Malmsteen, sämtliche Möglichkeiten des Skalenspiels aus der klassischen Musik, wie zum Beispiel die Nutzung der Kirchentonleitern (Modi) sowie auch die Anwendung des Skalensystems der harmonischen Molltonleiter.

Verhältnis zum Heavy Metal[Bearbeiten]

Aerosmith
Guns N’ Roses

In den 1970er-Jahren entstand aus dem härter und tiefer gespielten Hard Rock als neues Musikgenre der Heavy Metal – eine Begriffsbildung, die nachhaltig kontroverse Diskussionen über die Einordnung der existierenden Bands auslöste. So gibt es viele Bands vor allem aus den Anfangsphasen des Hard Rock und des Heavy Metal, die beiden Genres zugerechnet werden, während die später gegründeten Bands der zweiten Phase um AC/DC, Aerosmith und Kiss üblicherweise und nach eigenem Verständnis ausschließlich als Hard Rock bezeichnet werden. Zudem gibt es aber auch später viele Bands, die Stilmittel aus beiden Genres benutzen und daher auch nicht genau dem Hard Rock oder dem Metal zuzuordnen sind. In der dritten Welle des Hard Rocks ab Ende der 1970er fügten einige Bands Einflüsse aus dem Punkrock und dem Glamrock hinzu und begründeten damit den Sleaze Rock („schlampiger Rock“, was auf die Punkrockeinflüsse hindeutet) und den Poser Rock oder Glam Metal (vom teilweise aus dem Glamrock übernommenen Auftreten und den meist mit Haarspray hochtoupierten Frisuren) als Unterart des Hard Rock. Diese Stile hatten Mitte/Ende der 1980er-Jahre ihre größten Erfolge und beeinflussten nun wiederum auch ältere und traditionellere Hard-Rock-Bands wie Aerosmith, Van Halen und Deep Purple.

Als erste distinktive Heavy-Metal-Bands können schließlich Judas Priest und Motörhead sowie die Vertreter der New Wave of British Heavy Metal der ausgehenden 1970er Jahre um Iron Maiden und Saxon betrachtet werden, die sich mit ihrer Selbstbezeichnung als Wiederaufnahme der First Wave ausdrücklich von der damals populären Punkmusik abgrenzten. Ihr düsterer und Moll-lastiger Stil entwickelte einen eigenen Charakter und war dabei zunächst besonders von den Black-Sabbath-Frühwerken beeinflusst. In Bezug auf das umfangreiche Spektrum der Metal-Spielarten, das mit Beginn der 1980er Jahre aufkeimen sollte (zunächst Doom, Thrash und Power Metal, später Death, Black, Symphonic, Progressive Metal und weitere), nehmen sie damit eine Vorreiterrolle ein.

Musikalisch betrachtet ist der Hard Rock im Vergleich zum Heavy Metal in der Regel etwas stärker am Mainstream orientiert. Dementsprechend konnten viele seiner Vertreter Charterfolge verbuchen.

Typische Vertreter[Bearbeiten]

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1. Phase (ca. 1969–1975)

2. Phase (ca. 1975–1982)

3. Phase (ca. 1983–1993)

4. Phase (ca. 2000–Gegenwart)

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rockmusik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rockmusik

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hard Rock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bettina Roccor (1998): Heavy metal. Kunst. Kommerz. Ketzerei, 1. Aufl., Berlin (IP-Verlag Jeske / Mader), ISBN 3-931624-07-2.