Adolf Hitler als Ehrenbürger
Adolf Hitler war Ehrenbürger zahlreicher deutscher und österreichischer Städte und Gemeinden.
Eine Ehrenbürgerschaft wird üblicherweise auf Lebenszeit verliehen, wenngleich etliche Gemeinden historische Ehrenbürgerlisten führen. Für Kriegsverbrecher hat eine Direktive des Alliierten Kontrollrats in Deutschland den Verlust des Ehrenbürgerrechts festgelegt, was mangels gerichtlicher Verurteilung aber nicht für Hitler galt. Viele Städte haben Hitler die Ehrenbürgerwürde ausdrücklich postum entzogen. Vereinzelte Städte haben mit der Begründung, dass die Ehrenbürgerschaft ohnehin mit dem Tod erloschen sei, keine formelle Aberkennung vorgenommen. Konflikte um diese Frage ziehen sich bis in die jüngste Zeit.
Inhaltsverzeichnis |
Beispiele [Bearbeiten]
Coburg [Bearbeiten]
Als erste deutsche Stadt verlieh Coburg am 26. Februar 1932, nach einem Dringlichkeitsantrag der NSDAP-Stadtratsfraktion, Hitler, der an diesem Tag deutscher Staatsbürger geworden war, das Ehrenbürgerrecht. Die Ehrenbürgerurkunde wurde am 16. Oktober 1932 anlässlich des 10. Jahrestag von Hitlers „Zug nach Koburg“, am sogenannten Hitler-Tag übergeben.[1] Auf Antrag des SPD-Stadtrates Grosser beschloss der Stadtrat am 20. Februar 1946 die Aberkennung der Ehrenbürgerrechte.[2]
Eppingen [Bearbeiten]
Ein Beispiel für den Ablauf von Verleihung und Aberkennung sind die Vorgänge in der badischen Stadt Eppingen:[3]
Bereits fünf Wochen nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten Hindenburg stellte die NSDAP-Ortsgruppe Eppingen, vertreten durch Karl Doll und Karl Zutavern, am 7. März 1933 an den Gemeinderat den Antrag, Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt Eppingen zu ernennen und gleichzeitig einer Straße den Namen Adolf-Hitler-Straße zu geben. Dies geschah mit der Begründung, dass fast zwei Drittel der Wähler sich für die nationalsozialistische Bewegung entschieden hätten. Bei der letzten schon nicht mehr freien Reichstagswahl vom 5. März 1933 entfielen in Eppingen von den 1959 abgegebenen Stimmen 1173 auf die NSDAP. Weiter heißt es in der Begründung:
„Sollten die Anträge Annahme finden, so wäre Eppingen die erste Stadtgemeinde, die im Bezirk Sinsheim und darüber hinaus in der nächsten Umgebung den Herrn Reichskanzler zum Ehrenbürger ernennen würde.“
So beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Albert Wirth am 13. März 1933, dass Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt Eppingen ernannt wird und die Brettener Straße die Bezeichnung Adolf-Hitler-Straße erhält. Von den Gemeinderäten waren anwesend: Pfründer, Doll, Stroh, Welz, Lang, Hecker, Zorn und Wieser. Noch am gleichen Abend ging ein Telegramm an „Herrn Reichskanzler Hitler in Berlin: Die Stadtgemeinde Eppingen hat Sie zum Ehrenbürger ernannt und entbietet Ihnen ehrerbietigsten Gruß mit aufrichtigstem Wunsch segensreicher Regierung.“ Die Eppinger Zeitung meldete am 14. März 1933:
„Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP gab der Freude über die Ehrung ihres Führers dadurch Ausdruck, dass sie am Abend in geschlossenem Zuge vor das Rathaus zog, um dem auf dem Balkon des Rathauses versammelten Gemeinderat für seinen Beschluss zu danken. Die Feuerwehrkapelle eröffnete die Feier vor dem Rathaus.“[4]
In der vierten Sitzung des provisorischen Gemeinderats wurde am 10. Januar 1946 unter dem Vorsitz von Bürgermeister Jakob Dörr das vom Gemeinderat an Adolf Hitler verliehene Ehrenbürgerrecht zurückgenommen.
Liste der Ehrenbürgerschaften Adolf Hitlers [Bearbeiten]
Da Hitler sehr viele Ehrenbürgerschaften erhielt (schätzungsweise um die viertausend Ehrungen), erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Deutschland [Bearbeiten]
| Stadt/Gemeinde | Land | Datum der Verleihung | Datum der Aberkennung | Bemerkungen/Quellen |
|---|---|---|---|---|
| Aachen | Preußen | 29. März 1933 | 1945 | Nach einer Feststellung des Rates im Jahr 1983 ist die Ehrenbürgerschaft Hitlers 1945 erloschen. |
| Aichach | Bayern | 5. April 1933 | 6. November 1945 | Mit Beschluss Nr. 45 des Stadtrates Aichach vom 6. November 1945 wurden die Namen Hindenburg, Hitler, Ritter von Epp und Adolf Wagner aus der Liste der Ehrenbürger gestrichen. |
| Albersdorf | Schleswig-Holstein | 29. März 1933 | 21. September 2009 | Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss vom 21. September 2009. Quelle: Pressearchiv Albersdorf, Eintragung v. 23. September 2009. |
| Aschersleben | 4. April 1933 | 2006 | [5] | |
| Augsburg | Bayern | 25. April 1933 | August 1946 | |
| Bad Doberan | Mecklenburg | August 1932 | 2. April 2007 | |
| Bad Kissingen | Bayern | 17. März 1933 | Nach der bayerischen Gemeindeordnung ist das Ehrenbürgerrecht ein höchstpersönliches Recht und erlischt automatisch mit dem Tod eines Inhabers. | |
| Bad Reichenhall | Bayern | 31. März 1933 | 4. Januar 1946 | |
| Baden-Baden | Baden | 20. April 1933 | Gestrichen | |
| Berchtesgaden | Bayern | 25. März 1933 | 18. Dezember 2008 | Aberkannt durch Gemeinderatsbeschluss.[6] |
| Bergisch Gladbach | Preußen | 1933 | 15. Dezember 1988 | Aberkannt auf Antrag der SPD-Fraktion vom 2. November 1988 durch Ratsbeschluss vom 15. Dezember 1988.[7] |
| Berlin | Preußen | 1. April 1933 | 16. Dezember 1948 | |
| Biedenkopf | Preußen | 23. März 1933 | 25. Juli 1946 | Aberkennung am 25. Juli 1946 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Erneute Aberkennung am 26. April 2007 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufgrund der Unterstellung, dass Adolf Hitler noch immer Ehrenbürger der Stadt sei. |
| Bochum | Preußen | 1933 | 1984 | Hitler wurde 1984 auf Beschluss des Rats der Stadt aus der Liste gestrichen. |
| Bornheim (Rheinhessen) | Volksstaat Hessen | 2. Juni 1932 | 29. Februar 2012 | Auch wenn nach geltendem Recht eine Ehrenbürgerschaft mit dem Tode erloschen ist, und damit als ungültig betrachtet werden muss, hat der Gemeinderat Bornheim sich als Zeichen gegen jede Art nationalsozialistischer Tendenzen und Rassismus und für Demokratie und Toleranz von dem Beschluss vom 2. Juni 1932 distanziert.“[8] |
| Brandenburg an der Havel | Preußen | 1991 | [9] | |
| Braunschweig | Braunschweig | 1933 | 16. Januar 1946 | Entzug des Ehrenbürgerrechts für Adolf Hitler, Bernhard Rust, Dietrich Klagges, Hermann Göring, Baldur von Schirach, da diese „sich durch ihr Verhalten einer bleibenden Ehrung unwürdig gezeigt“ haben.[10] |
| Brühl (Rheinland) | Preußen | 1933 | 2009 | Der Rat der Stadt Brühl hat mit einem Ratsbeschluss vom 2. März 2009 erklärt, dass er die dem Kriegsverbrecher Adolf Hitler erteilte Ehrenbürgerschaft der Stadt Brühl von 1933 sowie die Ehrenbürgerschaft von Paul von Hindenburg für nichtig betrachtet. |
| Bühl (Baden) | Baden | 1933 | ||
| Coburg | Bayern | 26. Februar 1932 | 20. April 1946 | Aberkannt mit einstimmigem Stadtratsbeschluss vom 20. Februar 1946. |
| Danzig | 1939 | |||
| Dinkelsbühl | Bayern | 24. April 1933[11] | 26. September 2012[12] | Aberkannt mit einstimmigem Stadtratsbeschluss vom 26. September 2012. |
| Dortmund | Preußen | 20. April 1933 | 1945 | Aberkannt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in einer der ersten Ratssitzungen. |
| Drohne | Preußen | 4. August 1933 | 7. Juli 2010 | Einstimmig aberkannt durch Gemeinderatsbeschluss der Rechtsnachfolgerin, der Gemeinde Stemwede, in einer Gemeinderatssitzung am 7. Juli 2010. |
| Dresden | Sachsen | 25. März 1933 | 25. Juni 1945 | |
| Düsseldorf | Preußen | 1933 | 2000 | Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in der Sitzung des Stadtrates am 21. September 2000 mit einem Beschlussvorschlag aller Ratsfraktionen Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft aberkannt. |
| Eggenfelden | Bayern | 11. Juni 1933 | 5. April 2011 | |
| Eisenach | Thüringen | 1933 | 5. Dezember 1946 | 1933 zentral verliehen und Ende 1946 durch Gemeinderatsbeschluss wieder aberkannt. |
| Eppingen | Baden | 13. März 1933 | 10. Januar 1946 | |
| Erlangen | Bayern | 1933 | 23. März 1983 | |
| Esens | Preußen | 1933 | 2011 | Bekannt wurde die Ehrenbürgerschaft 2010 durch die Veröffentlichung einer Zeitungsmeldung aus dem Jahre 1933. Obwohl sich in den Unterlagen der Stadt kein Hinweis auf eine Ehrenbürgerschaft Hitlers befindet, entzog ihm der Stadtrat einstimmig die vermutete Ehrenbürgerschaft postum am 31. Januar 2011, „um sicher zu gehen, dass Hitler auf keinen Fall irgendwo als Ehrenbürger der Stadt Esens erwähnt werden könne“.[13] |
| Essenheim | Volksstaat Hessen | 1932/1933 | [14][15] | |
| Feuchtwangen | Bayern | 1933 | 1946 | 1946 auf Beschluss des Feuchtwanger Stadtrates wieder aberkannt. |
| Forst (Lausitz) | Preußen | 28. März 1933 | 24. September 2009 | [9] |
| Frankfurt am Main | Preußen | 1933 | 2. Juni 1947 | Am 2. Juni 1947 beschloss der Magistrat, Göring und Hitler die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. |
| Frankfurt (Oder) | Preußen | 1991 | [9] | |
| Gau-Odernheim | Volksstaat Hessen | 25. Mai 1932[16] | Auf Beschluss des Gemeinderates vom 1. August 2007 wurde die Ehrenbürgerschaft aberkannt.Das Votum der Ratsmitglieder fiel einstimmig.[17] | |
| Gera | Thüringen | 20. April 1933 | 30. Oktober 1946 | Auf Beschluss der Stadt Gera vom 30. Oktober 1946 wurden die von 1933 bis 1945 verliehenen Ehrenbürgerschaften gestrichen. |
| Gladbeck | Preußen | 7. April 1933 | 9. Dezember 2010 | Adolf Hitler ist kein Ehrenbürger der Stadt Gladbeck mehr. Einstimmig erkannte ihm der Rat der Stadt posthum die Ehrenbürgerschaft ab. Zugleich wurde auch dem zweiten Ehrenbürger Gladbecks, Ex-Reichspräsident Paul von Hindenburg, die Ehrenbürgerschaft aberkannt. |
| Görlitz | Preußen | 1933 | 1990 | |
| Halle | Preußen | 1933 | 29. Mai 1991 | |
| Hamburg | Hamburg | 1933 | 1945 | |
| Hameln | Preußen | 13. April 1933 | ||
| Hanau | Preußen | 28. März 1933 | 24. Juni 1946 | Aberkennung am 24. Juni 1946 auf einstimmigem Beschluss einer frei gewählten Stadtverordnetenversammlung. |
| Hann. Münden | Preußen | 30. März 1933 | 27. März 2008 | Am 27. März 2008 wurde die Ehrenbürgerschaft durch den Rat der Stadt einstimmig aberkannt. |
| Hannover | Preußen | 6. April 1933 | 9. November 1978 | Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat am 9. November 1978, dem 40. Jahrestag der Zerstörung der Synagoge und der Reichspogromnacht, in einer Sondersitzung eine Resolution verabschiedet, mit der Adolf Hitler und der hannoversche NS-Gauleiter Bernhard Rust aus der Liste der Ehrenbürger der Stadt Hannover getilgt wurden. Dies bekräftigten die Mitglieder des Stadtrates „in dem gemeinsamen Bewußtsein, daß alles getan werden muß, um den demokratischen Rechtsstaat vor Übergriffen rechts- und linksextremistischer Kräfte zu schützen“, indem sie sich mit ihren Unterschriften unter die Erklärung im Goldenen Buch der Stadt eintrugen. |
| Helmbrechts | Bayern | 1933 | 30. Dezember 1946 | |
| Hemer | Preußen | 30. Januar 1936 | 29. März 2011 | Hemer ernannte Hitler im Zuge der Stadtwerdung 1936 zum Ehrenbürger. Auf Antrag der Grünen beschäftigte sich der Stadtrat 1995 erstmals wieder mit diesem Thema. Die Lokalpolitiker sahen die Ehrenbürgerschaft einstimmig als mit dem Tode erloschen an, verurteilten die damalige Entscheidung jedoch scharf. Im Rahmen der 75-Jahr-Feier der Stadt entstand 2011 eine neue Debatte, die nach einem SPD-Antrag ebenfalls einstimmig zur posthumen Aberkennung des Ehrenbürger-Titels durch den Rat am 29. März 2011 führte. |
| Herne | Preußen | 1933 | Aberkannt durch Ratsbeschluss im September 1984. | |
| Herrenberg | Württemberg | 24. März 1933 | 15. Februar 1946 | |
| Hildesheim | Preußen | 1933 | Der Rat der Stadt Hildesheim hat in seiner Sitzung am 7. Februar 1983 einstimmig eine Resolution beschlossen, in der er sich ausdrücklich von der Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Adolf Hitler und weiterer nationalsozialistischer Personen distanziert. | |
| Hirsau | Württemberg | 1933[18] | ||
| Hof | Bayern | 29. März 1933 | Juni 2007 | Aberkannt durch Stadtratsbeschluss im Juni 2007. |
| Jena | Thüringen | 20. April 1933 | Aberkannt | |
| Karlsruhe | Baden | 10. Mai 1933 | 25. April 1946 | |
| Kevelaer | Preußen | 1933 | In der Niederschrift des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Kevelaer vom 27. Mai 2003 heißt es: „[…] Da das Ehrenbürgerrecht mit dem Tode des Ehrenbürgers erlischt, ist eine Entziehung des Ehrenbürgerrechts nur so lange möglich, wie der Betreffende lebt (vgl. Kommentar Rehn/ Cronauge/von Lennep zu § 34 Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen). Im Übrigen nimmt die Stadt Kevelaer die in Teilen der Öffentlichkeit zu diesem Thema geführte Diskussion zum Anlass, sich von der durch die Gemeinde Kevelaer im Jahre 1933 ausgesprochene Ehrung des Adolf Hitler ausdrücklich zu distanzieren. […]“ | |
| Kiel | Preußen | 1933 | 1945 | |
| Kirchardt | Baden | 1933 | Der Kirchardter Gemeinderat hat 1978 und erneut 2010 in öffentlicher Sitzung festgestellt, dass die Ehrenbürgerrechte Hitlers mit seinem Tod erloschen sind.[19] | |
| Köln | Preußen | 30. März 1933 | 27. April 1989 | |
| Kolbermoor | Bayern | 27. März 1933 | 22. Februar 1946 | |
| Kleve | Preußen | 30. Juni 1933 | 23. April 2008 | |
| Koblenz | Preußen | 29. März 1933 | 27. Juni 1985 | |
| Kulmbach | Bayern | 27. April 1933 | 1945 | Aberkannt Ende 1945. |
| Landsberg am Lech | Bayern | 24. April 1933 | „aus den Annalen der Stadt gestrichen“[20] | |
| Laufen | Bayern | 31. März 1933 | 11. Juni 1945 | |
| Leipzig | Sachsen | 1933 | Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Adolf Hitler und weitere nationalsozialistische Personen wurde nachträglich aberkannt. | |
| Leutershausen | Bayern | 6. Juni 1932 | 20. Mai 1948 | [21] |
| Lindau (Bodensee) | Bayern | 1933 | 2005 | [22] |
| Lübben (Spreewald) | Preußen | 26. Juni 2008 | [23] | |
| Lübeck | Lübeck | 1933 | Juni 1946 | |
| Lüdenscheid | Westfalen | 18. April 1933 | Adolf Hitler und Paul von Hindenburg wurde die Ehrenbürgerwürde wieder aberkannt. | |
| Magdeburg | Preußen | 1933 | 1946 | |
| Mainz | Volksstaat Hessen | 1933 | 12. Dezember 2002 | Durch die Eingemeindungen von Gonsenheim und Hechtsheim wurde die Ehrenbürgerwürde übernommen.[24] |
| Marbach am Neckar | Württemberg | 5. Mai 1933 | 22. Juli 2010 | Ehrenbürgerschaft durch Gemeinderatsfraktionsbeschluss symbolisch annulliert, jedoch könne „die Geschichte nicht nachträglich geändert werden“.[25] |
| Marburg | Preußen | 3. April 1933 | 1946 | Aberkennung bereits 1946 auf Anordnung der amerikanischen Militärbehörde. |
| Maulbronn | Württemberg | 1933 | 2007 | [26] |
| Meißen | Sachsen | 1933 | 1996 | |
| Memmingen | Bayern | 1933 | 1945 | Aberkannt |
| Mittenwald | Bayern | 29. April 1933 | 1945 | Nach 1945 als nichtig betrachtet. |
| München | Bayern | 1939 | 1946 | |
| Münster | Preußen | 1933 | 1945 | |
| Neunburg vorm Wald | Bayern | 1933 | Es wurde davon ausgegangen, dass das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod erloschen ist und deshalb nicht mehr aberkannt werden konnte. | |
| Neuruppin | Preußen | 2004 | [9] | |
| Neustadt an der Aisch | Bayern | 7. März 1939 | 5. Februar 1946 | |
| Nortorf | Schleswig-Holstein | 3. April 1933 | 23. April 2013 | Zum 60. Jahrestag der Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Adolf Hitler waren sich alle Nortorfer Kommunalpolitiker einig, es gebe für sie Wichtigeres, als sich mit dem Ehrenbürgerrecht Hitlers zu befassen, schrieben die Kieler Nachrichten vom 3. April 1993. Eine Bürgerinitiative setzte sich 80 Jahre nach Verleihung dafür ein, die Entziehung der Ehrenbürgerschaft Hitlers (ebenso wie die des Gauleiters Hinrich Lohse) auszusprechen. Schließlich stimmten die Stadtverordneten einstimmig dafür.[27] |
| Oelsnitz/Vogtl. | Sachsen | 1. April 1933 | ||
| Oldenburg | Oldenburg | 1937 | 1948 | |
| Plauen | Sachsen | 1. März 1933 | 1945 | |
| Potsdam | Preußen | 1933 | 15. August 1990 | |
| Radebeul | Sachsen | 1933 | Ehrenbürger von Radebeul und Kötzschenbroda. Aberkennung unbekannt. | |
| Radolfzell am Bodensee | Baden | 1933 | nach 1946 | Aberkennung nach 1945. |
| Recklinghausen | Preußen | 19. April 1933 | 17. September 1984 | Nachträgliche Nullifikation durch einstimmige Deklaration des Rates der Stadt Recklinghausen mit dem Tenor, dass die Nazis und die undemokratisch-diktatorischen Verhältnisse im April 1933 der Stadt Recklinghausen die Ehrenbürgerschaft Hitlers aufgezwungen haben und dass somit „Adolf Hitler nie rechtens Ehrenbürger von Recklinghausen war. Wer nicht rechtens Ehrenbürger war, dem kann und braucht auch 39 Jahre nach seinem Tod eine Ehrenbürgerschaft nicht abgesprochen werden. Der Rat der Stadt Recklinghausen stellt daher […] fest, dass ein Verbrecher wie Adolf Hitler nie Ehrenbürger von Recklinghausen war und deshalb auch nicht in der Liste der Ehrenbürger in unserer Stadt geführt wird.“[28] |
| Regensburg | Bayern | 1933 | Mit Stadtratsbeschluss vom 29. September 2011 wurde die angeblich seit 1966 gängige Praxis der Stadtverwaltung bestätigt, Adolf Hitler nicht mehr in der Ehrenbürgerliste zu führen. Die Anerkennung der Ehrenwürde von 1933 wurde dabei ausdrücklich verurteilt, eine Aberkennung jedoch aus formaljuristischen Gründen nicht vorgenommen.[29] | |
| Reilingen | Baden-Württemberg | 20. März 1933 | 1946 | Gemeinde Reilingen [30] |
| Roth | Bayern | 1934 | 9. Dezember 1947 | Mit Stadtratsbeschluss vom 9. Dezember 1947 aberkannt. |
| Saarbrücken | Saarland | 1934 | 2001 | 2001 aufgrund eines Stadtratsbeschlusses aus der Liste der Ehrenbürger gestrichen. |
| Schrobenhausen | Bayern | 1933 | 1. August 1946 | Durch Stadtratsbeschluss wieder aufgehoben. |
| Schwabach | Bayern | 15. September 1933 | 27. März 2009 | Stadtrat am 27. März 2009 in einem symbolischen Akt einstimmig distanziert. |
| Schwalmtal | Preußen | 1933 | 19. Januar 2010 | In Amern St. Georg am 12. April 1933 zum Ehrenbürger ernannt. Symbolische Distanzierung am 19. Januar 2010 durch die Rechtsnachfolgerin Gemeinde Schwalmtal. |
| Siegen | Preußen | 1. April 1933 | 29. August 2007 | Der Rat der Stadt Siegen hat am 29. August 2007 Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft posthum aberkannt. Damit folgte der Stadtrat dem öffentlichen Druck, der durch die Berichterstattung über einen entsprechenden Bürgerantrag in Teilen der Medien entstanden war. Mehrere Anträge bzw. Vorstöße von politischen Gruppen in und außerhalb des Siegener Stadtrates, darunter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Hitler die Ehrenbürgerschaft ausdrücklich auch posthum abzuerkennen, waren in den 1980er Jahren mehrheitlich im Stadtrat abgelehnt worden. Die Ratsmehrheit hatte die Rechtsauffassung vertreten, dass das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod Hitlers nicht mehr existent sei. |
| Simmern/Hunsrück | Preußen | 1933 | 12. Dezember 2002 | [24] |
| Speyer | Pfalz | 27. April 1933 | 21. Juni 1946 | Im Juni 1946 auf Beschluss des Speyrer Stadtrates wieder aberkannt. |
| Stuttgart | Württemberg | 1933 | 5. August 1946 | |
| Traunstein | Bayern | 31. März 1933 | 14. März 1946 | Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft erfolgte auf Antrag der Ortsgruppe der NSDAP infolge dringender Anordnung von Bürgermeister Vonfichts. Gleichzeitig wurde die Rosenheimer Straße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Mit Stadtrat am 14. März 1946 förmlich aufgehoben. In einer Sitzung vom 12. Januar 1998 entschied der Hauptausschuss des Stadtrates, sich von den Ehrenbürgerrechten, die an Adolf Hitler, Paul von Hindenburg, Ludwig Siebert und Adolf Wagner verliehen wurden, zu distanzieren. |
| Trier | Preußen | 1933 | 2. September 2010 | Aberkennung durch den Stadtrat (eine Gegenstimme) am 2. September 2010. Vor dem Jahr 2010 wurde die Ehrenbürgerschaft schon als ungültig betrachtet, sie sei „durch verbrecherisches und würdeloses Handeln verwirkt. [Die Aberkennung sei ein] Zeichen gegen Rassismus und Nationalismus und für Demokratie und Toleranz“, so der Antragssteller Oberbürgermeister Klaus Jensen. |
| Trostberg | Bayern | 31. März 1933 | Ehrung erscheint in keiner Ehrenbürgerliste mehr, eine formale Aberkennung erfolgte nicht. | |
| Uetersen | Schleswig-Holstein | 1934 | 1945 | Er wurde 1934 anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt und der Einweihung des Rosariums in Abwesenheit zum Ehrenbürger ernannt. Am 1. November 1934 nahm er die Ehrenbürgerschaft schriftlich an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Ehrenbürgerschaft von dem provisorischen Stadtrat wieder aberkannt. |
| Ulm | Württemberg | 1933 | 23. Juni 1945 | Ehrungen wurden nach dem Krieg für ungültig erklärt.[31] |
| Weilburg | Preußen | 1933 | 1946 | 1946 auf Beschluss des Weilburger Stadtrates wieder aberkannt. |
| Weinsberg | Württemberg | 16. März 1933 | 12. März 1946 | Ehrenbürgerrecht wurde am 12. März 1946 aberkannt.[32] |
| Wertheim | Württemberg | 1933 | 7. Dezember 1945 | durch Gemeinderatsbeschluß vom 7. Dezember 1945 für nichtig erklärt |
| Wilhelmshaven | Preußen, ab 1937 Oldenburg | 10. März 1933 | 15. Februar 1984 | Am 10. März 1933 gemeinsam mit Reichspräsident Hindenburg geehrt. Nach der Vereinigung der Städte Wilhelmshaven und Rüstringen zur Stadt Wilhelmshaven nochmalige Ehrung am 29. Juni 1937. Beide Verleihungen wurden mit einstimmigem Ratsbeschluss vom 15. Februar 1984 rückgängig gemacht. |
| Wittstock/Dosse | Preußen | 1999 | [9] | |
| Worms | Volksstaat Hessen | 2. Mai 1933 | 18. Dezember 1946 | Am 18. Dezember 1946 vom Stadtrat aberkannt. |
| Wuppertal | Preußen | 4. April 1933 | Nach dem Zweiten Weltkrieg aberkannt. | |
| Zwickau | Sachsen | 1933 | In der Stadt Zwickau geht man davon aus, dass das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod erlischt. |
Österreich [Bearbeiten]
| Stadt/Gemeinde | Land | Datum der Verleihung | Datum der Aberkennung | Bemerkungen/Quellen |
|---|---|---|---|---|
| Amstetten | Niederösterreich | 1939 | 24. Mai 2011 | Erste Diskussionen über Hitlers Ehrenbürgerschaft gab es Anfang der 2000er-Jahre. Zu dem Zeitpunkt herrschte in der Stadt noch die Meinung, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod erlischt. Erst der Gemeinderat Raphael Lueger (Grüne) machte 2011 auf das Thema wieder aufmerksam. Ein darauf vom Bürgermeister Herbert Katzengruber (SPÖ) am 24. Mai 2011 eingebrachter Dringlichkeitsantrag wurde vom Gemeinderat angenommen und noch am selben Tag wirksam.[33] Die Mandatare der FPÖ enthielten sich der Abstimmung.[34] |
| Braunau am Inn | Oberösterreich | 7. Juli 2011 | Ehrenbürgerschaft aberkannt (7. Juli 2011).[35] | |
| Haslach an der Mühl | Oberösterreich | Ehrenbürgerschaft aberkannt (Zeitpunkt nicht bekannt).[34] | ||
| Leibnitz | Steiermark | Ehrenbürgerschaft aberkannt (Zeitpunkt nicht bekannt).[34] | ||
| Kufstein | Tirol | Bis Mai 2011 kein Aberkennungsbeschluss.[34] | ||
| Puchenstuben | Niederösterreich | Ehrenbürgerschaft aberkannt (Zeitpunkt nicht bekannt).[34] | ||
| Rohrmoos-Untertal | Steiermark | Ehrenbürgerschaft aberkannt (Zeitpunkt nicht bekannt).[34] | ||
| Schalchen (Oberösterreich) | Oberösterreich | Bis Mai 2011 kein Aberkennungsbeschluss.[34] | ||
| Waidhofen an der Ybbs | Niederösterreich | „Wir hatten das Thema schon vor ein paar Jahren“, hieß es auf APA-Nachfrage am Dienstag [Anm.: 24. Mai 2011] im Magistrat. Man habe daraufhin eine Rechtsmeinung einholen lassen, derzufolge es sich bei einer Ehrenbürgerschaft um ein „höchstpersönliches Recht handelt, das mit dem Tod erlischt“. Ein Widerruf sei daher rechtlich gar nicht möglich, wurde betont.[33][34] |
Sonderfälle [Bearbeiten]
Adolf Hitler wurde in Wien nicht zum Ehrenbürger ernannt. Der Historiker Gerhard Botz vermutet, dass Hitler selbst dies nicht wollte.[36] [37]
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Joachim Albrecht: Die Avantgarde des Dritten Reiches – Die Coburger NSDAP während der Weimarer Republik 1922–1933. Peter Lang Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-631-53751-4, S. 130.
- ↑ Harald Sandner: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt Coburg und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999 – von der „guten alten Zeit“ bis zur Schwelle des 21. Jahrhunderts. Gegen das Vergessen. Verlagsanstalt Neue Presse, Coburg 2002, ISBN 3-00-006732-9, S. 193.
- ↑ Stadtarchiv Eppingen: A 1204; Reinhard K. Hauke: Kein Betriebsunfall der Geschichte. Ein Kapitel aus der Nazi-Zeit in Eppingen/Adolf Hitler Ehrenbürger der Stadt, in: Heilbronner Stimme vom 19. Juli 1983; Reinhard K. Hauke: Triumphzug für Ehrenbürger Adolf Hitler. Ein "braunes" Kapitel in der Eppinger Geschichte. In: Rhein-Neckar-Zeitung. 20. Juli 1983.
- ↑ Reichskanzler Adolf Hitler Ehrenbürger der Stadt Eppingen. In: Eppinger Zeitung. 14. März 1933.
- ↑ Ehrenbürger in Aschersleben. Hitler endlich gestrichen. n-tv.de, 6. Mai 2006
- ↑ Berchtesgadener Anzeiger v. 18. Dez. 2008, S. 4.
- ↑ Stadtarchiv Bergisch Gladbach Signatur G1/33
- ↑ Hitler als Ehrenbürger gestrichen in Allgemeine Zeitung Alzey vom 2. März 2012
- ↑ a b c d e Jens Blankennagel: Hitler nicht mehr Ehrenbürger.. In: Berliner Zeitung. 15. September 2009.
- ↑ Braunschweig – Eine Chronologie der Erinnerungen. (PDF; 283 kB)
- ↑ Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Funkfeuer-Verlag Dinkelsbühl. Abgerufen am 2. Januar 2011.
- ↑ Posthume Aberkennung. Blick Punkt Dinkelsbühl, Ausgabe Oktober 2012. Abgerufen am 2. Oktober 2012.
- ↑ OZ-Online: Esens: Hitler nicht mehr Ehrenbürger, 2. Februar 2011
- ↑ „Die Nationalsozialisten in Essenheim“ in regionalgeschichte.net
- ↑ Heinz Leiwig: Es war ja nichts - Nationalsozialismus in Rheinhessen, S. 55 und S. 112, Mainz 2005, ISBN 3-00-017338-2
- ↑ Ehrenbürgerurkunde, heute im Museum Alzey deponiert.
- ↑ Heinz Leiwig: Es war ja nichts. Nationalsozialismus in Rheinhessen. Mainz 2005, ISBN 3-00-017338-2, S. 12, 55.
- ↑ Datei:Hitler Dankschreiben Hirsau.jpg
- ↑ Alexander Hettich: Gemeinderat: Hitler kein Ehrenbürger. In: Heilbronner Stimme. 14. September 2010 (bei stimme.de, abgerufen am 19. September 2010).
- ↑ http://www.buergervereinigung-landsberg.de/stadt/wallfahrtsort.htm
- ↑ DER SPIEGEL 49/1966
- ↑ Lindau streicht Hitler von der Ehrenbürger-Liste. In: Berliner Zeitung Online. 14. März 2005.
- ↑ Lübben erkennt Nazi-Verbrechern Ehrenbürgerschaft ab. In: Lausitzer Rundschau. 19. Juni 2008.
- ↑ a b Mainz und Simmern
- ↑ Symbolische Annullierung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler – Gemeinsamer Antrag der Gemeinderatsfraktionen. TOP 8 / GR 22. Juli 2010.
- ↑ Hitler verliert Ehrenbürgerschaft in Maulbronn (Abgerufen am 30. Juli 2011)
- ↑ Jahrelange Diskussion. Nortorf entzieht Hitler Ehrenbürgerschaft. In: shz.de, 24. April 2013, abgerufen am 24. April 2013.
- ↑ Siehe dazu Matthias Kordes: Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Recklinghausen an Adolf Hitler am 19. April 1933. Lokalgeschichtliche Anmerkungen zu einem tausendfachen Vorgang im deutschen Städtewesen zu Beginn des „Dritten Reiches“. In: Vestischer Kalender, 83 (2012), ISSN 09388745, S. 232–245.
- ↑ Auszug – Streichung der Ehrenbürgerwürde für Adolf Hitler; Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 29.08.2011. srv19.regensburg.de. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
- ↑ abgerufen am 31. Januar 2012
- ↑ Ulmer Amtsblatt, 23. Juni 1945.
- ↑ Uwe Jacobi: Die vermißten Ratsprotokolle. 3. Auflage. Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 1995, ISBN 3-921923-09-3, S. 47.
- ↑ a b Hitler nicht mehr Ehrenbürger in Amstetten. In: noe.orf.at, 24. Mai 2011. Abgerufen am 24. Mai 2011.
- ↑ a b c d e f g h Hitler als Ehrenbürger: FPÖ enthielt sich bei Abstimmung im Gemeinderat. Amstetten erkennt Hitler Ehrenbürgerschaft ab. In: Der Standard, Printausgabe vom 25. Mai 2011. Abgerufen am 24. Mai 2011. („Amstetten ist längst nicht die einzige Stadt, die sich mit Hitler-Ehrenbürgerschaften herumschlagen muss. So konnten sich die Gemeinderäte in [Aufzählung Gemeinden] noch nicht dazu durchringen, einen Aberkennungs-Beschluss zu fassen. [Aufzählung Gemeinden] taten dies in den vergangenen Jahren.“)
- ↑ Standard, 8. Juli 2011: Braunau – Gemeinderat erkannte Hitler Ehrenbürgerwürde ab, Profil 7. Juli 2011: Hitlers Hinterlassenschaft – Wie die Geburtsstadt Adolf Hitlers mit ihrem prekären Erbe umgeht.
- ↑ Vgl. Stellungnahme des Historikers Gerhard Botz in der ZIB 2 des ORF am 24. Mai 2011. (7 Tage on demand in der ORF TVthek
- ↑ ORF TVthek