Nicola Spirig

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Nicola Spirig beim Weltmeisterschaftsserien-Triathlon in Kitzbühel, 2010
Nicola Spirig (links) mit dem Schweizer Team beim Triathlon de Lausanne, 2010

Nicola Spirig (* 7. Februar 1982 in Bülach)[1] ist eine Schweizer Triathletin, deren bisher grösste Erfolge der Olympiasieg 2012, vier Europameistertitel (2009, 2010, 2012 und 2014) sowie je ein Welt- und Europameistertitel bei den Juniorinnen sind. Hinzu kommt noch ein U-23-Weltmeistertitel im Duathlon (2003). Sie ist Schweizer Duathlon-Meisterin (2012). Sie startet heute hauptsächlich bei Rennen über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen).

Werdegang[Bearbeiten]

Nicola Spirig wuchs in einer sportlichen Familie auf – ihre Eltern Ursula und Josef Spirig waren beide als Sportlehrer aktiv und sie wurde 15 Jahre lang von ihrem Vater trainiert.[2]

Spirig bestritt 1992 ihren ersten Schülertriathlon, war aber als Juniorin auf nationaler Ebene zunächst in der Leichtathletik erfolgreich. So wurde sie Schweizer Juniorenmeisterin im 5000-Meter-Lauf und im Crosslauf. Bei der Junioren-Europameisterschaft 1999 und 2000 im Crosslauf erreichte sie den zweiten Platz. Im gleichen Zeitraum bestritt sie auch Duathlons. In dieser Disziplin wurde sie je einmal Junioren-Weltmeisterin, Junioren-Europameisterin und U-23-Weltmeisterin. Die Stiftung Schweizer Sporthilfe zeichnete Spirig als Nachwuchsathletin des Jahres 2000 aus.

Ebenfalls Juniorenweltmeisterin wurde Spirig 2001 im Triathlon. Aufgrund der bisher erbrachten Leistungen erhielt sie 2001 im Rahmen der Wahl der Sportler des Jahres die Auszeichnung als beste Newcomerin. Auch in der Kategorie U-23 gehörte sie zur Weltspitze (zweimal Dritte bei Weltmeisterschaften, einmal Zweite bei Europameisterschaften). Sie nahm an den Olympischen Spielen 2004 in Athen teil und erreichte den 19. Platz.

Bei den Elite-Athleten stellten sich die Erfolge ab 2007 ein, als Spirig bei der Europameisterschaft in Kopenhagen die Bronzemedaille gewann. Im selben Jahr siegte sie erstmals in einem Triathlon-Weltcuprennen (in Eilat) und in einem Rennen der Kategorie Ironman 70.3 (in Rapperswil). 2008 folgte der zweite Weltcupsieg in Kitzbühel.

2009 wurde sie Triathlon-Europameisterin auf der Kurzdistanz. Diesen Titel konnte sie 2010 in Irland erfolgreich verteidigen. 2010 wurde sie zudem Triathlon-Vize-Weltmeisterin auf der Kurzdistanz.

Spirig wurde für die Saison 2011 von der Internationalen Triathlon Union (ITU) zum Mitglied der „Gold Group“ ernannt – die zehn besten Frauen und Männer der Vorjahre repräsentieren die ITU in der Öffentlichkeit und sichern ihren nationalen Verbänden für jedes der sieben Rennen der ITU World Championship Series einen zusätzlichen Startplatz.[3]

Nicola Spirig war Mitglied des Swiss Triathlon Team London 2012. Im April 2012 holte sie sich ihren dritten Titel bei der Triathlon-Europameisterschaft in Israel. Im Mai wurde sie Schweizer Duathlon-Meisterin. Sie konnte sich zudem im Juni 2012 bereits das dritte Mal für einen Startplatz bei den Olympischen Spielen qualifizieren und startete in London zusammen mit Daniela Ryf, Sven Riederer und Ruedi Wild für die Schweiz.[4] Nach einem spannenden Schlussspurt holte sie sich die Goldmedaille vor der zeitgleich ins Ziel eingelaufenen Schwedin Lisa Nordén. Damit holte sie 12 Jahre nach dem Erfolg von Brigitte McMahon die zweite Gold-Medaille im Triathlon für die Schweiz. Im Dezember wurde sie zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt. Am 6. April 2014 unterbot sie beim Zürich-Marathon mit ihrer Zeit (2:42:53 Stunden) die Limite für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2014.

Auch ihr Ehemann Reto Hug startete als Profi-Triathlet für die Schweiz. Das Paar wohnt im zürcherischen Winkel und hat einen Sohn.[1]

Im Juni 2014 wurde sie in Kitzbühel zum vierten Mal Europameisterin auf der Triathlon-Kurzdistanz.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

(DNF – Did Not Finish)

ITU-Wettkämpfe[Bearbeiten]

Die folgende Aufstellung beruht auf den offiziellen ITU-Ranglisten und der Athlete’s Profile Page.[29] Wo nicht eigens vermerkt, handelt es sich im Folgenden um Triathlon-Bewerbe (Olympische Distanz) und um die Elite-Kategorie.

Datum Wettbewerb Ort Rang
25. Aug. 2001 Weltcup Lausanne 9
08. Juni 2002 Europacup Belgrad 3
21. Juli 2002 Weltcup Corner Brook 9
31. Aug. 2002 Weltcup Lausanne 15
21. Sep. 2002 Weltcup Nizza 21
13. Okt. 2002 Weltcup Madeira 20
07. Juni 2003 Weltcup Tongyeong 26
13. Juli 2003 Weltcup Edmonton 19
20. Juli 2003 Weltcup Corner Brook 11
06. Sep. 2003 Weltcup Hamburg 15
21. Sep. 2003 Weltcup Madrid DNF
19. Okt. 2003 Weltcup Madeira 17
25. Okt. 2003 Weltcup Athen 24
06. Dez. 2003 Weltmeisterschaft Queenstown 33
11. Apr. 2004 Weltcup Ishigaki 14
25. Apr. 2004 Weltcup Mazatlan 11
09. Mai 2004 Weltmeisterschaft Madeira DNF
25. Juli 2004 Weltcup Salford 13
25. Aug. 2004 Olympische Spiele Athen 19
05. Juni 2005 Weltcup Madrid 11
31. Juli 2005 Weltcup Salford 12
06. Aug. 2005 Weltcup Hamburg DNF
17. Sep. 2005 OSIM-Weltcup Peking 32
04. Juni 2006 BG-Weltcup Madrid 17
11. Juni 2006 BG-Weltcup Richards Bay 8
05. Nov. 2006 BG-Weltcup Cancun 17
12. Nov. 2006 BG-Weltcup New Plymouth 12
25. März 2007 BG-Weltcup Mooloolaba 17
15. Apr. 2007 BG-Weltcup Ishigaki 6
06. Mai 2007 BG-Weltcup Lissabon 8
13. Mai 2007 BG-Weltcup Richards Bay 5
29. Juni 2007 Europameisterschaft Kopenhagen 3
22. Juli 2007 BG-Weltcup Kitzbühel 6
29. Juli 2007 BG-Weltcup Salford 10
19. Aug. 2007 Europacup Genf 2
30. Aug. 2007 BG-Weltmeisterschaft Hamburg 19
15. Sep. 2007 BG-Weltcup Peking 7
07. Okt. 2007 BG-Weltcup Rhodos 6
01. Dez. 2007 BG-Weltcup Eilat 1
13. Apr. 2008 BG-Weltcup Ishigaki 6
26. Apr. 2008 BG-Weltcup Tongyeong 8
10. Mai 2008 Europameisterschaft Lissabon 4
20. Juli 2008 BG-Weltcup Kitzbühel 1
27. Sep. 2008 BG-Weltcup Lorient 8
15. Aug. 2009 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie London 1
22. Aug. 2009 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie Yokohama 10
08. Mai 2010 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie Seoul 4
05. Juni 2010 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie Madrid 1
03. Juli 2010 Europameisterschaft Athlone 1
24. Juli 2010 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie London 2
14. Aug. 2010 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie Kitzbühel 18
21. Aug. 2010 Sprint-Weltmeisterschaft Lausanne 6
08. Sep. 2010 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie: Großes Finale Budapest 3
10. Okt. 2010 Weltcup Huatulco 2
16. Juli 2011 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie Hamburg 12
06. Aug. 2011 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie London 8
20. Aug. 2011 Dextro-Energy-Weltmeisterschaftsserie: Sprint-Weltmeisterschaft Lausanne 16
  • Team-Europameisterschaft: Goldmedaille 2000, Silbermedaille 2002, Silbermedaille 2006.
  • Schweizer Juniorenmeisterin 5000 m: 2000, 2001.
  • Schweizer Meisterin Crosslauf: 2001 und 2009.
  • Junioren-EM Crosslauf: Silbermedaille 1999 und 2000.
  • Schweizer Meisterin 5000-Meter-Lauf: 2009

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicola Spirig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jörg Greb: Der «schnelle» Sohn der Triathlon-Olympiasiegerin. In: Tages-Anzeiger. 24. März 2013.
  2. Christoph Gertsch: Wie Nicola Spirig zu einer Goldmedaillengewinnerin wurde – Triathlon statt Trampolin. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. August 2012, abgerufen am 14. Juli 2014.
  3. ITU Gold Group 2011: Frodeno und Justus dabei
  4. 7 weitere Athleten für London selektioniert (15. Juni 2012)
  5. Ironman 70.3 Antwerpen 2012: Spirig und Aernouts gewinnen (22. Juli 2012)
  6. Nicola Spirig lässt Konkurrenz auch in Zürich keine Chance. In: Aargauer Zeitung. 14. Juli 2012, abgerufen am 14. Juli 2014.
  7. Julien Loy second in Alpe d’Huez Triathlon
  8. Alpe d’Huez Short Course results and report 2011
  9. Nicola Spirig gewinnt Zürich Triathlon
  10. Ironman 70.3 Austin: Spirig sprengt Rekordliste
  11. Nicola Spirig holt souverän den Titel beim Monaco Ironman 70.3
  12. Erster japanischer Erfolg beim Weltcup in Eilat/Israel
  13. Vanessa Fernandes siegt auf der Olympiastrecke in Beijing
  14. Triathlon SM/Europacup Genf (VW-circuit)
  15. 2010 Dextro Energy Triathlon - ITU World Championship Series Kitzbuehel : Elite Women : Results
  16. 2010 Dextro Energy Triathlon - ITU World Championship Series Seoul : Elite Women : Results
  17. London: Spirig siegt im Sprint, Dittmer Fünfte
  18. Triathlon: Emma Moffat siegt überlegen
  19. Kurzdistanz-EM Athlone: Spirig verteidigt Titel
  20. ETU-Kurzdistanz EM: Titel an Gomez und Spirig
  21. Ruedi Wild erstmals Schweizer Meister – Ruedi Wild und Nicola Spirig holen die nationalen Titel. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. August 2011, abgerufen am 14. Juli 2014.
  22. Meistertitel für Sven Riederer und Nicola Spirig. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. August 2010, abgerufen am 14. Juli 2014.
  23. Schweizer Meisterschaft: Titel an Spirig und Riederer
  24. Spirig und Riederer holen Titel
  25. Nicola Spirig und Sven Riederer neue Schweizermeister
  26. Hattrick für Schildknecht und Spirig. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Mai 2010, abgerufen am 14. Juli 2014.
  27. Marathon in Zürich: Spirig erfüllt EM-Limite bei Debüt. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. April 2014, abgerufen am 14. Juli 2014.
  28. Silvesterläufe: Rank schlägt Raelert in Rostock
  29. Nicola Spirig im Archiv der ITU auf Triathlon.org (englisch), abgerufen am 24. August 2011