Österreichische Fußballmeisterschaft 1980/81

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Dieser Artikel behandelt die österreichische Fußballmeisterschaft der Herren der Saison 1980/81.
Für die österreichische Fußballmeisterschaft der Frauen der Saison 1980/81 siehe unter Österreichische Fußball-Frauenmeisterschaft 1980/81.
Österreichische Fußballmeisterschaft 1980/81
1979/80
Österreichische Fußballmeisterschaft 1980/81
Meister FK Austria Wien (15)
Schützenkönig Gernot Jurtin (20)

Die Österreichische Fußballmeisterschaft 1980/81 wurde vom Österreichischen Fußball-Bund ausgerichtet. Als Unterbau zur 1. Division diente die eingleisig geführte 2. Division. Als dritte Leistungsstufe fungierten die Regionalliga West (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) sowie die Landesligen von Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark.

Erste Leistungsstufe – 1. Division[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Meisterschaft 1980/81 griff Sturm Graz, angeführt von Torschützenkönig Gernot Jurtin, erstmals nach dem Meisterteller. Es gab ein fortwährendes Duell des Winterkönigs mit der Austria: Durch ein 2:5 im direkten Duell am Sportclub-Platz in Wien (wo die Austria auf ihrer "Wanderschaft" meist im Frühjahr ihre Heimspiele austrug) war die Tabellenführung in der 32. Runde am 23. Mai mit 41 zu 40 Punkten an die Wiener Veilchen gegangen[1], aber schon eine Runde danach hieß es 42:40 für Sturm (mit dessen 3:1-Sieg über Salzburg bei gleichzeitigem 2:3 des Konkurrenten beim LASK), dann erhöhte Sturm mit einem 7:0 gegen den Sport-Club (Austria im großen Derby 0:0 gegen Rapid) um einen Zähler, den die Austria aber in der vorletzten Runde "zurück holte" (sie gewann in Eisenstadt 3:0, Sturm spielte beim LASK 2:2). Das "Finale" gab es am 20. Juni: Sturm bereitete sich beim Heimspiel vor 22.000 Zuschauern im überfüllten Liebenauer Stadion gegen Rapid auf die Meisterfeier vor, doch es kam anders. Rapid spielte die nervösen Grazer 4:1 aus, während die Austria ihrerseits in Dornbach den GAK 6:1 besiegte und so unverhofft den vierten Meisterschaftsgewinn in Serie und den 15. insgesamt bejubeln durfte.
Neben der Austria im Europacup der Landesmeister gingen Cupsieger GAK im Europacup der Cupsieger 1982 sowie Rapid und Sturm Graz im UEFA-Cup 1982 international ins Rennen. Größter Erfolg war dabei Rapid beschienen, der Klub kam über Videoton Székesfehérvár und PSV Eindhoven bis ins Achtelfinale und unterlag dort nur knapp Real Madrid. Im Praterstadion gab es am 25. November eine 0:1-Niederlage, am 9. Dezember dann im Estadio Santiago Bernabeu ein 0:0, doch kritisierte der Rapid-Vorstand wegen des Defensivkonzepts seinen Trainer Walter Skocik.[2] Die Austria kam nur in die zweite Runde, wobei sie ein fast ähnliches Schicksal wie Rapid erlitt: gegen Dynamo Kiew daheim ein 0:1, auswärts dann 1:1. Für den GAK war schon in der 1. Runde gegen Dinamo Tiflis (A 0:2, H 2:2) Endstation. Sturm Graz hatte in der 2. Runde den IFK Göteborg zum Gegner, einem Heim-2:2 folgte ein enges Match in Schweden - das Siegtor Göteborgs fiel erst in der Schlussminute per Elfmeter - und der Tenor der Grazer Berichterstatter lautete "krasse Benachteiligung", "parteiische Spielleitung durch den norwegischen Referee Rolf Nyhus".[3]

Abstiegskampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch dieser verlief spannend, letztlich musste Aufsteiger Eisenstadt aber auch gleich wieder absteigen. Auch hier hatte es ein langes Ringen zwischen Salzburg und den Burgenländern und einmal "Vorteil" für diesen, eine Runde darauf für den anderen gegeben - und das Direktduell fand in der letzten Runde statt. Hinterher gesehen hatte die 34. Runde die erste kleine Vorentscheidung gebracht, denn Salzburg gewann sein Heimspiel gegen den LASK 1:0, während Eisenstadt bei Admira 2:3 verlor, womit Erstgenannte punktemäßung zu Eisenstadt aufschlossen (jeweils 21), aber über die weitaus bessere Tordifferenz verfügten. Die vorletzte Runde endete für beide Teams punkte- und torlos. Den Salzburgern hätte bei ihrem Heimspiel im Stadion Lehen ein Remis genügt, späte Tore (davon das 1:0 in der 77. Minute aus einem Elfmeter, den Tormann Herbert Rettensteiner verwandelte) brachten ein 2:0 für die Mozartstädter. Der Hoffnungsschimmer "Aufstockung" (wieder einmal wurde diese Idee aufs Tapet gebracht) erfüllte sich für Eisenstadt nicht, welches bei einer solchen ein Relegationsspiel gegen den Dritten der Zweiten Division, die Vienna, hätte spielen dürfen.[4]

Weitere Begebenheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der ersten Runde am 16. August gab es mit Admira/Wacker gegen Austria Wien (0:1) ein Match, das die Sportinstanzen längere Zeit beschäftigte. Es stellte sich heraus, dass bei den Austrianern der zuletzt bei Werder Bremen tätig gewesene Gerhard Steinkogler gespielt hatte, für dieses Match aber nicht spielberechtigt gewesen ist (die offizielle Freigabe durch den DFB war zu spät eingelangt); die Letztinstanz schrieb am 8. November 1980 der Admira einen 3:0-Sieg mit 2 Punkten gut. Steinkogler war erst ab dem Frühjahr 1981, somit akkurat wieder gegen Admira (in der 19. Runde am 21. Februar mit 2:1-Sieg der Admira) spielberechtigt.

Die Austria wurde aber auch von einer Disziplinlosigkeit betroffen, denn am 4. Oktober 1980 hatte deren Tormann Friedl Koncilia beim Abgang nach dem Match beim Grazer AK (Ergebnis 1:1) dem gegnerischen Spieler Werner Gregoritsch einen Kopfstoß versetzt. Koncilia wurde vom Strafsenat am 13. Oktober für sechs Monate gesperrt[5] (Hannes Weninger musste ihn ersetzen). Nebenbei wurde Koncilia von Teamchef Karl Stotz, der Zeuge dieses Vorfalls war, aus dem Teamkader für das Länderspiel am 8. Oktober gegen Ungarn eliminiert.[6]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Heimtabelle war die Austria mit 30 Punkten vor Sturm (26), GAK (25) und Rapid (24) voran; in der Auswärtstabelle war es Rapid vor Sturm (beide 19), danach Admira (18) und Austria (16). Jeweils Vorletzter und Letzter Salzburg und Eisenstadt, wobei es in der Heimbilanz für beide 18 Punkte gab. Auswärts waren sie wenig erfolgreich, Salzburg kam auf fünf Punkte, Eisenstadt (sieglos) mit drei Unentschieden somit auf drei.
Insgesamt gab es acht Ausschlüsse (Koncilia ist hier nicht inbegriffen, weil dies ein Vorfall nach Spielschluss war), von 42 Elfmetern wurden sieben gehalten und vier daneben geschossen. Es kamen insgesamt 217 Spieler zum Einsatz, davon bestritten sieben die gesamte Spielzeit der 36 Matches.[7]

Kuriosum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liga-Obmann Hans Reitinger war offensichtlich davon ausgegangen, dass Sturm Graz Meister wird, hatte daher die Reise nach Graz mit dem Meisterteller angetreten.[8]

Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. 1. Division 1980/81 Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte
1. FK Austria Wien (M) 36 20 6 10 77:46 46
2. SK Sturm Graz 36 17 11 8 58:39 45
3. SK Rapid Wien 36 18 7 11 69:43 43
4. FC Admira/Wacker 36 17 8 11 56:52 42
5. Grazer AK (C) 36 13 12 11 52:49 38
6. SK VOEST Linz 36 12 12 12 44:40 36
7. Linzer ASK 36 11 12 13 42:51 34
8. Wiener Sport-Club 36 12 8 16 46:49 32
9. SV Austria Salzburg 36 10 3 23 40:61 23
10. SC Eisenstadt (N) 36 6 9 21 25:59 21
Legende für die 1. Division
(M) Österreichischer Meister 1979/80
(C) ÖFB-Cup-Sieger 1979/80
(N) Neuaufsteiger der Saison 1979/80

Torschützenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tore Spieler Verein
1 20 Tore Gernot Jurtin SK Sturm Graz
2. 16 Tore Johann Krankl SK Rapid Wien
Christian Keglevits SK Rapid Wien
Alfred Drabits Wiener Sport-Club
5. 15 Tore Felix Gasselich FK Austria Wien

siehe auch Liste der besten Torschützen Österreichs

Die Meistermannschaft der Wiener Austria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedl Koncilia, Johannes Weninger - Erich Obermayer, Robert Sara, Josef Sara, Günther Pospischil - Karl Daxbacher, Felix Gasselich, Franz Zore, Johann Dihanich, Harald Fürst, Ernst Baumeister, Thomas Pfeiler, Petko Petkow, Walter Schachner, Gerhard Steinkogler, Fritz Borgan, Rubén Plaza, Johann Drabek, Erwin Jelinek - Trainer: Erich Hof

Zweite Leistungsstufe – 2. Division[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. 2.Division 1980/81 Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte
1. SSW Innsbruck 30 22 6 2 69:18 50
2. SK Austria Klagenfurt 30 17 9 4 48:21 43
3. First Vienna FC 1894 (A) 30 14 9 7 49:33 37
4. SPG Innsbruck 30 13 10 7 40:25 36
5. FC Union Wels (N) 30 13 10 7 39:29 36
6. SV Sankt Veit an der Glan 30 14 6 10 51:43 34
7. Donawitzer SV Alpine 30 9 12 9 31:30 30
8. Villacher SV 30 8 12 10 30:34 28
9. Wolfsberger AC 30 9 10 11 37:49 28
10. 1. Simmeringer SC 30 8 10 12 32:42 26
11. Salzburger AK 1914 (R) 30 8 9 13 33:39 25
12. Kapfenberger SV 30 8 9 13 29:48 25
13. SC Neusiedl am See (N) 30 6 11 13 31:38 23
14. IG Bregenz/Dornbirn 30 9 5 16 24:40 23
15. 1. Wiener Neustädter SC 30 5 9 16 26:47 19
16. SC Amateure Sankt Veit an der Glan 30 7 3 20 28:61 17
Legende für die 2. Division
(A) Absteiger der Saison 1979/80
(R) Gewinner der Relegation zwischen Landesliga Vorarlberg und Regionalliga West der Saison 1979/80
(N) Neuaufsteiger der Saison 1979/80

Dritte Leistungsstufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstieg Gruppe Ost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstiegsspiele Gruppe Ost

1. Runde
SV Stockerau - SV Oberwart 1:1 2:2 3:3
Qualifikation
SV Stockerau - Favoritner AC 0:2 0:0 0:2

Aufstieg Gruppe Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschlusstabelle

Pl. Aufstiegsrelegation Mitte 1981 Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte
1. SV Flavia Solva 4 3 1 0 9:3 +6 7
2. SV Spittal 4 1 1 2 11:8 +3 3
3. Union Vöcklamarkt 4 1 0 3 4:13 -9 2
Legende für die Regionalliga Mitte

Regionalliga West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines

Es gibt erstmals wieder - seit dem Wegfall nach der „großen Reform“ nach dem Spieljahr 1973/74 - eine Regionalliga West. Allerdings wurde ab 1977/78 die „Alpenliga“ mit Vereinen der Verbände aus Tirol und Salzburg geführt.

Abschlusstabelle

Pl. Regionalliga West 1980/81 Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte
1. ASK Salzburg 26 17 6 3 49:23 40
2. SC Schwaz 26 14 9 3 40:20 37
3. WSG Swarovski Wattens 26 13 7 6 41:24 33
4. SC Kundl 26 13 4 9 47:32 30
5. SK Rum (N) 26 10 10 6 41:29 30
6. SC Admira Dornbirn (NV) 26 9 11 6 34:28 29
7. SC Austria Lustenau (NV) 26 9 9 8 29:25 27
8. FC Höchst (NV) 26 8 8 10 26:34 24
9. SC Tamsweg 26 8 7 11 25:25 23
10. USK Anif 26 8 7 11 25:37 23
11. Dornbirner SV (NV) 26 7 7 12 35:41 21
12. USV Taxham 26 8 4 14 29:38 20
13. SV Hall 26 5 6 15 26:53 16
14. ATSV Trimmelkam (R) 26 2 7 17 22:60 11
Legende für die Regionalliga West
(A) Absteiger der Saison 1979/80
(N) Neuaufsteiger der Saison 1979/80
(NV) Neuaufsteiger aus Vorarlberg der Saison 1979/80
(R) Gewinner der Relegation der Regionalliga West und Landesliga der Saison 1979/80

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Egger, Kurt Kaiser: Österreichs Fußball-Bundesliga von A-Z, Chronik ab 1974, Verlag Anton Egger, Fohnsdorf 1995
  • Josef Huber: Tagebuch des Jahrhunderts, Fußball-Österreich von 1901 bis 2000, Verlag Wolfgang Drabesch, Wien 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Austrias Weg zum Titel offen». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Mai 1982, S. 8.
  2. «Rückkehr zum Angriffsfußball» und Glosse links: «Professor Higgins». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 11. Dezember 1981, S. 8.
  3. unten rechts: «Trainer Baric zum Referee: „Man wird sie bald umbringen“». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. November 1981, S. 13.
  4. rechts oben: «Bei Aufstockung auf 12 Klubs: Chance für Eisenstadt, Vienna». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 22. Juni 1981, S. 11.
  5. «„Harter Tag“ beim Strafsenat. Koncilia sechs Monate gesperrt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 14. Oktober 1980, S. 11.
  6. Internetseite «FUSSBALL IN ÖSTERREICH», Jahr 1980/81
  7. «Sieben waren jede Minute dabei». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Juni 1981, S. 11.
  8. «So rettete Rapid Austria den Titel». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 22. Juni 1981, S. 10.