Bonloc

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Bonloc
Lekuine
Bonloc (Frankreich)
Bonloc
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Bayonne
Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre
Gemeindeverband Agglomération du Pays Basque
Koordinaten 43° 22′ N, 1° 16′ WKoordinaten: 43° 22′ N, 1° 16′ W
Höhe 51–146 m
Fläche 1,02 km2
Einwohner 369 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 362 Einw./km2
Postleitzahl 64240
INSEE-Code

Blick von Süden auf die Gemeinde Bonloc

Bonloc ist eine französische Gemeinde mit 369 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Hasparren).

Die Bewohner werden Lekuindar genannt. Der Name der Gemeinde in der baskischen Sprache lautet Lekuine.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonloc liegt ca. 30 km südöstlich von Bayonne in der historischen Provinz Labourd im französischen Teil des Baskenlands. Mit ihrer Größe von 1,021 km² ist die Gemeinde die kleinste des Départements.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Hasparren Ayherre
Nachbargemeinden Ayherre
Mendionde

Bonloc liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Zufluss der Bidouze, die Joyeuse, die hier noch Aran genannt wird, durchquert das Ortsgebiet. Der Garraldako Erreka mündet in die Joyeuse im Zentrum der Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist in einem früheren Erdgürtel errichtet, der auf eine Besiedelung bereits in der Urgeschichte hinweisen könnte.[3]

Paul Raymond, Archivar und Historiker des 19. Jahrhunderts, notierte die Erwähnung der romanischen Kirche des Dorfes in der Form Ecclesia de Bono Loco im Jahre 1186 im Kopialbuch des Bistums Bayonne, genannt „Goldenes Buch“. Dokumente aus dem Jahr 1194 belegen die Komturei des Klosters von Roncesvalles in Bono Loco, ebenso wie die Pilgerherberge, um Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu empfangen. Die Komturei übte bis zum 17. Jahrhundert die Grundherrschaft aus, was zu diversen Anfeindungen seitens der benachbarten Grundherrenfamilien, wie die der Sault oder Mont Real, führte.[3]

Weitere Toponyme der Gemeinde waren in der Folge Lo ospital de Bon-Loc (1372), Le Bonlieu (1498), Nostre Dame de Bonloc (1518, Urkunde des Bistums Bayonne). Auf der Karte von Cassini 1750 ist die Gemeinde als Bonloc eingezeichnet, in der gleichen Form während der Französischen Revolution 1793 geführt, während des Französischen Konsulats acht Jahre später als Bouloc und Bonloc.[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem vorläufigen Höchststand von 350 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Seitdem hat sie sich mehr als verdoppelt und übertrifft den bisherigen Höchststand.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2014
Einwohner 193 189 189 200 228 284 336 367 369
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption
Brücke und ehemalige Wassermühle in Bonloc
  • Kirche, gewidmet Mariä Himmelfahrt. Eine Ortskirche, die Mariä Himmelfahrt gewidmet war, gab es seit dem 12. Jahrhundert in Bonloc. Nach den Kriegen mit den Grundherren der Nachbargemeinden und den Hugenottenkriegen gegen Ende des 16. Jahrhunderts geriet das Gebäude in einem immer schlechteren Zustand. Der Architekt Émile Doyère, zuständig für Gebäude im Bistum Bayonne, rief 1879 ein Projekt ins Leben, um eine neue Kirche für die Gemeinde zu errichten. Die Arbeiten konnten 1882 abgeschlossen werden. Die Glasfenster sind Werke von Charles-François Champigneulle aus Bar-le-Duc. Die Wandgemälde, die das Langhaus und die Apsis schmücken, stammen gegen 1900 aus dem Atelier Decrept in Bayonne. Die Holztäfelung und die Emporen auf drei Seiten des Innenraums sind typische Elemente der Kirchen der Region.[9]
  • Grotte, gewidmet Maria, der Mutter Jesu. Die natürliche Grotte ist ein Heiligtum, in der sich eine Marienstatue befindet.[10]
  • Ehemalige Wassermühle und Brücke. Unweit der ehemaligen Wassermühle, die heute ein Wohnhaus ist, spannt sich eine alte Brücke über die Joyeuse.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft wird im zunehmenden Maße von Industrie, Handel und Dienstleistungen bestimmt. Die Firma Boncolac erzeugt in Bonloc tiefgefrorene Backwaren.

Bonloc liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[12]
Gesamt = 32

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonloc verfügt über eine private Grundschule St-Joseph mit 21 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2016/2017.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonloc ist angeschlossen an die Routes départementales 14, 22 und 314.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yves „Xala“ Salaberri

Valentin de Salha, geboren am 13. Januar 1758 in Bardos, gestorben am 14. April 1841 in Saint-Palais, Offizier der Marine und des Heers sowie Kriegsminister des Königreichs Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Er heiratete 1785 in Bonloc Anne-Lucine d’Urdos.

Yves Salaberri, genannt Xala, geboren am 14. November 1979 in Bonloc, ist Pelotaspieler der Variante mit der bloßen Hand. Er war 2002, 2007 und 2010 spanischer Meister im Doppel und 2011 im Einzel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonloc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieux - toponymie: Lekuine (Lapurdi Ekialdea (-a)) (fr) Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Abgerufen am 9. März 2017.
  2. Ma commune : Bonloc (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 9. März 2017.
  3. a b Conseil régional d’Aquitaine: Bonloc (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 9. März 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 33. 1863. Abgerufen am 9. März 2017.
  5. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 9. März 2017.
  6. a b Notice Communale Bonloc (fr) EHESS. Abgerufen am 9. März 2017.
  7. Populations légales 2006 Commune de Bonloc (64134) (fr) INSEE. Abgerufen am 9. März 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Bonloc (64134) (fr) INSEE. Abgerufen am 9. März 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Église-Notre-Dame-de-l’Assomption (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 9. März 2017.
  10. Conseil régional d’Aquitaine: Grotte de la Vierge (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 9. März 2017.
  11. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 9. März 2017.
  12. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Bonloc (64134) (fr) INSEE. Abgerufen am 9. März 2017.
  13. École primaire privée St-Joseph (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 9. März 2017.