Amorots-Succos

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Amorots-Succos
Amorotze-Zokotze
Amorots-Succos (Frankreich)
Amorots-Succos
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Bayonne
Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre
Gemeindeverband Agglomération du Pays Basque
Koordinaten 43° 22′ N, 1° 7′ WKoordinaten: 43° 22′ N, 1° 7′ W
Höhe 65–266 m
Fläche 15,20 km2
Einwohner 240 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km2
Postleitzahl 64120
INSEE-Code

Rathaus von Amorots-Succos

Amorots-Succos ist eine französische Gemeinde mit 240 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Saint-Palais).

Der Name in der baskischen Sprache lautet Amorotze-Zokotze.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amorots-Succos liegt etwa 45 km südöstlich von Bayonne im französischen Teil des Baskenlands. Es ist Teil des sog. Pays de Mixe, einem Hochtal der Bidouze in der historischen Region Nieder-Navarra.

Umgeben wird Amorots-Succos von den Nachbargemeinden:

Amorots-Succos liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour und wird durchquert von Nebenflüssen der Bidouze, dem Lihoury und dem Pataréna, welcher im Ortsgebiet entspringt, und vielen anderen Bächen, z. B. dem isaakenbordako erreka, jeloseko erreka, xirritako erreka und othegiko erreka.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ländliche Gebiet ist seit dem Mittelalter bewohnt. Im 17. Jahrhundert gewährte Amorots vielen jüdischen Familien Asyl, die in Spanien verfolgt und ausgewiesen worden waren. Im Dorf Succos steht ein Wohnhaus, das der Familie des Heiligen Franz Xaver gehörte.

Die Dörfer Amorots und Succos schlossen sich am 16. August 1841 zu einer Gemeinde zusammen.[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
Einwohner 249 244 267 222 204 220 240
Bis 1836 nur Einwohner von Amorots, ab 1841 von Amorots-Succos

Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Quellen:EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2008[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Sainte-Luce von Amorots mit Frontón
Kirche Saint-Martin von Succos mit dem Haus des Küsters,„benoîterie“, im Hintergrund
  • Kirche von Amorots, gewidmet Lucia von Syrakus. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es eine Kirche oder Kapelle in Amorots, allerdings zunächst zu Ehren von Vinzenz von Valencia. Unweit des Dorfes befindet sich eine Quelle, deren Wasser eine Heilkraft besonders bei Augenkrankheiten zugesprochen wird. Die Dorfbevölkerung weihte die Ortskirche zu Ehren von Lucia von Syrakus, die von Gläubigen bei Augenleiden angerufen wird. Die heutige Kirche ist im neogotischen Stil ab 1880 gebaut. Auf dem Friedhof neben der Kirche sind scheibenförmige Grabkreuze zu sehen, die teilweise aus dem 17. Jahrhundert stammen. Diese traditionellen Stelen wurden am Kopf des Toten gegen die aufgehende Sonne aufgestellt, aber nie mit dem Namen des Verstorbenen und selten mit dem Sterbedatum versehen. Die Stelen wurden in dieser Form zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert anstelle von Grabplatten entwickelt und erst im 18. Jahrhundert durch christliche Grabkreuze ersetzt.[7]
  • Kirche von Succos, gewidmet Martin von Tours. In Succos gibt es ebenfalls eine Gemeinde seit dem 12. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde im 17. Jahrhundert auf einem ummauerten Platz gebaut. Im angrenzenden Friedhof sind auch hier scheibenförmige Grabkreuze zu sehen. Das Haus des Küsters weist eine gewisse Besonderheit auf. Eine der Hauswände ist ein Frontón, eine Mauer, gegen die der Ball beim Pelota gespielt wird. Die Tätigkeit eines Küsters wurde im Baskenland in früheren Zeiten von einer ledigen oder verwitweten Frau ausgeübt. Im 17. Jahrhundert übertrug Heinrich IV. von Navarra Pierre de Rosteguy de Lancre die Leitung einer Kommission mit der Aufgabe, die Bevölkerung „von der Ketzerei zu befreien“. Fortan wurden die Frauen als Hexen oder Ausdruck des Satanismus verfolgt.[8][9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amorots-Succos liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[10]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 34

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amorots-Succos ist angeschlossen an die Routes départementales 14 und 123.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amorots-Succos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieux - toponymie Amorotze-Zokotze (fr) Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  2. Ma commune : Amorots-Succos (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  3. Conseil régional d’Aquitaine: Amorots-Succos (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 5. 1863. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  5. Notice Communale Amorots-Succos (fr) EHESS. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  6. Populations légales 2013 Commune d’Amorots-Succos (64019) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  7. Conseil régional d’Aquitaine: Église Sainte-Luce d’Amorots (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  8. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Martin de Succos (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Benoîterie de Succos (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  10. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Amorots-Succos (64019) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Januar 2017.