Jugoslawien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

ESC Logo Yugoslavia
Übertragende Rundfunkanstalt
JRT
Erste Teilnahme
1961
Bisher letzte Teilnahme
1992
Anzahl der Teilnahmen
27
Höchste Platzierung
1 (1989)
Höchste Punktzahl
137 (1989)
Niedrigste Punktzahl
0 (1964)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
37,52
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,89

Jugoslawien nahm von 1961 bis 1992 am Eurovision Song Contest teil, wobei Jugoslawien bei seiner Teilnahme 1992 nur noch aus Serbien und Montenegro bestand. Kurz zuvor holte die kroatische Gruppe Riva mit ihrem Lied Rock me die Siegestrophäe 1989 erstmals auf den Balkan.

Teilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Teilnahme vertrat die serbische Sängerin Lola Novaković TV Ljubljana mit Neke davne zvezde in Cannes und belegte den vierten Platz, was bis 1983 die beste Platzierung Jugoslawiens bleiben sollte.

Abgesehen von 1989, waren die gesamten 1980er eine relativ erfolgreiche Zeit für Jugoslawien. Die weiteren Jahrzehnte lagen die jugoslawischen Beiträge meist eher am Ende der Wertungsskala.

Dank der Beliebtheit der Musikveranstaltung im ehemaligen Jugoslawien, konnte auch der einheimische Vorentscheid, Jugovizija, immer wieder mit Stars der Balkanhalbinsel aufwarten. So zum Beispiel Bebi Dol, Lepa Brena, Neda Ukraden, Tereza Kesovija, Oliver Dragojević und viele andere.

Während der Siegertitel Rock me in Jugoslawien selbst mäßigen Erfolg hatte und heute nur den ESC-Fans bekannt ist, sind andere Titel, die bei der Jugovizija teilnahmen, wie Ne idi (Mira Beširević), Negde iznad planeta (Dado Topić & Slađana Milošević), Dženi (Oliver Dragojević), Rat i mir (Viktorija), Sitnije Cile sitnije (Lepa Brena), Šaj rode šaj (Neda Ukraden) … zu Klassikern geworden.

1967 vertraten die Dubrovački Trubaduri (Troubadure aus Dubrovnik) mit Jedan dan den Balkanstaat beim ESC. Da damals Gruppen über zwei Personen nicht zugelassen waren (erst ab 1973), traten zwei Mitglieder der Band unter ihren Namen an.

Zdravko Čolić's Gori vatra, ist trotz der schlechten Platzierung einer seiner beliebtesten Titel und ebnete ihm den Weg, zu einer noch größeren Karriere.

Extra Nena hatte in Malmö besonderen Schutz durch Sicherheitskräfte. Da aus finanziellen Gründen kein Dirigent und Akkordeonspieler mit nach Schweden reisen konnte, musste der Schwede Anders Berglund dirigieren und gleichzeitig Akkordeon spielen.

Ein Jahr später waren bereits Beiträge aus Kroatien, Slowenien und Bosnien und Herzegowina als neue Eurovisionsteilnehmer vertreten, 1998 kam noch Mazedonien hinzu. Die aus Serbien und Montenegro gebildete Bundesrepublik Jugoslawien unterlag von 1993 bis 2003 einer Sperre der EBU und durfte am Eurovision Song Contest nicht teilnehmen. Nach der Gründung von Serbien und Montenegro durften die beiden ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken 2004 wieder an dem Wettbewerb teilnehmen und belegte den zweiten Platz. Seit 2007 nehmen Serbien und Montenegro als unabhängige Staaten teil.

Nationaler Vorentscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nationale Vorentscheid nannte sich Jugovizija (dt.: Jugovision) und fand an verschiedenen Orten in Jugoslawien statt. Die damaligen Fernsehsender der einzelnen jugoslawischen Teilrepubliken und den beiden serbischen Provinzen Vojvodina und Kosovo schickten Beiträge zu dem Wettbewerb. Die Fernsehsender der Teilrepublik Mazedonien und der serbischen Provinzen Vojvodina und Kosovo konnten nie einen Sieg erringen. Somit wurde Jugoslawien international nie durch einen Beitrag in mazedonischer oder albanischer Sprache vertreten.

Teilnahmen:

  • Kroatien - TV Zagreb - 1961 bis 1991
  • Serbien - TV Beograd - 1961 bis 1992
  • Slowenien - TV Ljubljana - 1961 bis 1991
  • Mazedonien - TV Skopje - 1964 bis 1991
  • Bosnien und Herzegowina - TV Sarajevo - 1969 bis 1992
  • Montenegro - TV Titograd - 1971 bis 1992
  • Kosovo - TV Priština - 1975 bis 1992
  • Vojvodina - TV Novi Sad - 1975 bis 1992

Überblick der Siege der einzelnen damaligen Fernsehsender (Reihenfolge: Anzahl der Siege, Jahr des ersten Erfolges)[1]:

  • TV Zagreb - 11-mal - 1963, 1968, 1969, 1971, 1972, 19851, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990
  • TV Ljubljana - 6-mal - 19612, 19623, 1966, 1967, 1970, 1975
  • TV Sarajevo - 5-mal - 1964, 19654, 1973, 1976, 1981
  • TV Beograd - 4-mal - 1974, 1982, 1991, 1992
  • TV Titograd - 2-mal - 19835, 1984
1 TV Zagreb führte 1985 einen Vorentscheid durch, aber wegen dem 5. Todestag von Tito nahm die Siegerin nicht am Eurovision Song Contest teil.
2 1961 gewann TV Ljubljana mit der serbischen Sängerin Ljiljana Petrović.
3 1961 gewann TV Ljubljana mit der serbischen Sängerin Lola Novaković.
4 1965 gewann TV Sarajevo mit dem kroatischen Sänger Vice Vukov.
5 1983 gewann TV Titograd mit dem kroatisch-montenegrinischen Sänger Daniel Popović.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende:  – 1. Platz.  – 2. Platz.  – 3. Platz.  – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.  – Ausgeschieden im Halbfinale / Qualifikation / Osteuropäischen Vorentscheid.  – Keine Teilnahme / Nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Platz Punkte Platz Punkte
1961 Ljiljana Petrović Neke davne zvezde
(Jože Privšek / Miroslav Antić)
Serbisch  Manch entfernte Sterne  08 / 16 9 Direkte Teilnahme
1962 Lola Novaković Ne pali svetla u sumrak
(Jože Privšek / Dragutin Britvić)
Serbisch  Mach das Licht nicht an in der Dämmerung 04 / 16 10
1963 Vice Vukov Brodovi
(Mario Nardelli)
Kroatisch  Schiffe 11 / 16 3
1964 Sabahudin Kurt Život je sklopio krug
(Srcan Matijević / Stevan Raicković)
Bosnisch  Der Kreis des Lebens hat sich geschlossen 13 / 16 0
1965 Vice Vukov Čežnja
(Julijo Marić / Zarko Roje)
Kroatisch  Sehnsucht 12 / 18 2
1966 Berta Ambrož Brez besed
(Mojmir Sepe / Elza Budav)
Slowenisch Ohne Worte 07 / 18 9
1967 Lado Leskovar Vse rože sveta
(Urban Koder / Milan Lindić)
Slowenisch Alle Rosen der Welt 08 / 17 7
1968 Luci Kapurso und Hamo Hajdarhodžić Jedan dan
(Djelo Jusić, Stipica Kalogjera / Stijepo Strazicic)
Kroatisch  Ein einziger Tag 07 / 17 8
1969 Ivan & M’s Pozdrav svijetu
(Milan Lentić)
Kroatisch  Gruß an die Welt 13 / 16 5
1970 Eva Sršen Priđi, dala ti bom cvet
(Mojmir Sepe / Dušan Velkaverh)
Slowenisch Schau, ich gebe dir eine Blume 11 / 12 4
1971 Krunoslav Slabinac Tvoj dječak je tužan
(Ivica Krajač / Zvonimir Golob)
Kroatisch  Dein Junge ist traurig 14 / 18 68
1972 Tereza Muzika i ti
(Nikica Kalogjera / Ivica Krajač)
Kroatisch  Die Musik und du 09 / 18 87
1973 Zdravko Čolić Gori vatra
(Kemal Monteno)
Bosnisch Das Feuer brennt 15 / 17 65
1974 Korni grupa Generacija '42
(Kornelije Kovač)
Serbisch Generation '42 12 / 17 6
1975 Pepel in Kri Dan ljubezni
(Tadej Hrušovar / Dušan Velkaverh)
Slowenisch Tag der Liebe 13 / 19 22
1976 Ambasadori Ne mogu skriti svoj bol
(Slobodan Vujović / Slobodan Djurasović)
Bosnisch Ich kann meinen Schmerz nicht verstecken 17 / 18 10
1977 bis
1980
Auf Teilnahme verzichtet
1981 Seid Memić-Vajta Lejla
(Ranko Boban)
Bosnisch - 15 / 20 35 Direkte Teilnahme
1982 Aska Halo, halo
(Aleksandar Sanja Ilić / Miro Zec)
Serbisch Hallo, Hallo 14 / 18 21
1983 Daniel Džuli
(Milan Popović / Mario Mihaljević)
Montenegrinisch Julie 04 / 20 125
1984 Izolda & Vlado Čao amore
(Slobodan Bucevac / Milan Perić)
Montenegrinisch Tschüss, meine Liebe 18 / 19 26
1985 Zorica Kondža feat. Josip Genda Pokora Kroatisch Buße Teilnahme zurückgezogen
Gedenken zum 5. Jahrestages von Titos Tod
1986 Doris Dragović Željo moja
(Zrinko Tutić)
Kroatisch Mein Verlangen 11 / 20 49 Direkte Teilnahme
1987 Novi Fosili Ja sam za ples
(Rajko Dujmić / Stevo Cvikić)
Kroatisch Ich bin bereit zu tanzen 04 / 22 92
1988 Srebrna Krila Mangup
(Rajko Dujmić / Rajko Dujmić, Stevo Cvikić)
Kroatisch Schelm 06 / 21 87
1989 Riva Rock me
(Rajko Dujmić / Stevo Cvikić)
Kroatisch mit englischem Titel Rock mich 01 / 22 137
1990 Tajči Hajde da ludujemo
(Zrinko Tutić / Alka Vuica)
Kroatisch Lasst uns verrückt spielen 07 / 22 81
1991 Bebi Dol Brazil
(Zoran Vracević / Dragana Sarić)
Serbisch Brasilien 21 / 22 1
1992 Extra Nena Ljubim te pesmama
(Radivoje Radivojević / Gale Janković)
Serbisch Ich küsse dich mit Liedern 13 / 23 44
1993 bis 2003 Sperre durch die EBU
Zerfall und Auflösung

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MI NA EVROVIZIJI. escserbia.com, abgerufen am 4. April 2017.