Estland beim Eurovision Song Contest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bilanz

Flagge Estlands
Übertragende Rundfunkanstalt
ETV
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
24 (Stand 2017)
Höchste Platzierung
1 (2001)
Höchste Punktzahl
198 (2001)
Niedrigste Punktzahl
2 (1994)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
62,87 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,97 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Estlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanja, 2014 in Kopenhagen
Elina Born u. Stig Rästa, 2015 in Wien
Jüri Pootsmann, 2016 in Stockholm

Nach der Unabhängigkeit war 1993 die Teilnahme vorgesehen, der Beitrag schied jedoch in der osteuropäischen Vorentscheidung aus. 1994 erfolgte die erste Teilnahme am Contest, die zum 24. Platz bei 25 Teilnehmern führte, dadurch war die Teilnahme 1995 wieder versagt. Seit 1996 nimmt Estland regelmäßig teil.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1993 und 1995 hatte Estland mit einer gescheiterten Qualifikation, einem vorletzten Platz und der daraus resultierenden Zwangspause im Folgejahr einen wenig erfolgreichen Start in den Eurovision Song Contest. Zwischen 1996 und 2002 waren die estnischen Beiträge erfolgreicher und es gab keine weitere Zwangspause, die schlechteste Platzierung war ein 12. Platz. Seit 2003 sind die Beiträge weniger erfolgreich, 2003 erreichte man einen 21. Platz, sodass 2004 die Qualifizierung über ein Halbfinale nötig war, was mit einem 11. Platz aber knapp nicht gelang. In den nächsten vier Jahren erreichte kein estnischer Beitrag das Finale; das Land war zu diesem Zeitpunkt das schlechteste im Wettbewerb seit Einführung der Semifinals. 2009 aber erreichte der estnische Beitrag den dritten Platz im Halbfinale und qualifizierte sich somit erstmals seit 2003 für das Finale. Im großen Finale belegte man dann einen sechsten Platz. Nach einer weiteren Nicht-Qualifikation 2010 verbesserte Estland seine Finalquote erheblich: 2011, 2012, 2013 und 2015 war man im Finale dabei, darunter ein sechster Platz 2012 und ein siebter 2015. 2014 und 2016 schied man wieder im Semifinale aus, Play von Jüri Pootsmann war 2016 der bisher einzige estnische Beitrag, der Letzter wurde. Auch 2017 schied man wieder im Halbfinale aus.

Insgesamt landeten 10 von 24 Beiträgen in der vorderen Tabellenhälfte, darunter sechs in der Top-10 und vier in der Top-5.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß den Regeln des Wettbewerbs wurde von 1993 bis einschließlich 1998 auf Estnisch gesungen. Nach dem Fall dieser Regelung sang man überwiegend auf Englisch, als Ausnahmen sind Tii 2004, das in der südestnischen Sprache Võro gesungen wurde, Leto Svet 2008, das dreisprachig auf Serbisch, Finnisch und Deutsch gehalten war, sowie Rändajad 2009, mit dem Estland erstmals seit 1998 wieder zum Estnischen zurückkehrte, zu vermerken. In den Jahren 2010 und 2011 kehrte man wieder zur Englischen zurück. Die Beiträge von 2012 und 2013 waren wieder Estnisch. Ab 2014 singt Estland wieder auf Englisch.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik/Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Platz Punkte Platz Punkte
1993 Janika Sillamaa Muretut meelt ja südametuld
(Andreas Valkonen/Leelo Tungal)
Estnisch Sorgenloses Gemüt und Flammen des Herzens Nicht qualifiziert
Osteuropäischer Vorentscheid
5 / 7 47
1994 Silvi Vrait Nagu merelaine
(Ivar Must/Leelo Tungal)
Estnisch Wie eine Welle 24 / 25 2 Direkt für das Finale qualifiziert
1995 Nicht qualifiziert
1996 Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna Kaelakee hääl
(Priit Pajusaar / Kaari Sillamaa)
Estnisch Klang der Kette 5 / 23 94 5 / 29 106
1997 Maarja Keelatud maa
(Harmo Kallaste / Kaari Sillamaa)
Estnisch Verbotenes Land 8 / 25 82 Direkt für das Finale qualifiziert
1998 Koit Toome Mere lapsed
(Maria Rahula, Tomi Rahula/Peeter Pruuli)
Estnisch Kinder der See 12 / 25 36
1999 Evelin Samuel & Camille Diamond of Night
(Priit Pajusaar, Glen Pilvre/
Maian-Anna Kärmas, Kaari Sillamaa)
Englisch Diamant der Nacht 6 / 23 90
2000 Ines Once in a Lifetime
(Pearu Paulus, Ilmar Laisaar,
Alar Kotkas/Jana Hallas)
Englisch Einmal im Leben 4 / 24 98
2001 Tanel Padar, Dave Benton & 2XL Everybody
(Ivar Must/Maian-Anna Kärmas)
Englisch Jedermann 1 / 23 198
2002 Sahlene Runaway
(Pearu Paulus, Ilmar Laisaar,
Alar Kotkas/Jana Hallas)
Englisch Weglaufen 3 / 24 111
2003 Ruffus Eighties Coming Back
(Vaiko Eplik)
Englisch Die Achtziger kehren zurück 21 / 26 14
2004 Neiokõsõ Tii
(Priit Pajusaar, Glen Pilvre/Aapo Ilves)
Võro Pfad Ausgeschieden 11 / 22 57
2005 Suntribe Let’s Get Loud
(Sven Lõhmus)
Englisch Lasst uns laut werden Ausgeschieden 20 / 25 31
2006 Sandra Oxenryd Through My Window
(Pearu Paulus, Ilmar Laisaar,
Alar Kotkas/Jana Hallas)
Englisch Durch mein Fenster Ausgeschieden 18 / 24 28
2007 Gerli Padar Partners in Crime
(Berit Vaher/Hendrik Sal-Saller)
Englisch Partner im Verbrechen Ausgeschieden 22 / 28 33
2008 Kreisiraadio Leto Svet
(Priit Pajusaar, Glen Pilvre, Peeter Oja, Hannes Võrno, Tarmo Leinatamm)
Englisch, Estnisch, Deutsch, Serbisch Sonnenlicht Ausgeschieden 18 / 19 8
2009 Urban Symphony Rändajad
(Sven Lõhmus)
Estnisch Die Nomaden 6 / 25 129 3 / 19 115
2010 Malcolm Lincoln & Manpower 4 Siren
(Robin Juhkental)
Englisch Sirene Ausgeschieden 14 / 17 39
2011 Getter Jaani Rockefeller Street
(Sven Lõhmus)
Englisch Rockefeller-Straße 24 / 25 44 9 / 19 60
2012 Ott Lepland Kuula
(Ott Lepland/Aapo Ilves)
Estnisch Hören 6 / 26 120 4 / 18 100
2013 Birgit Õigemeel Et uus saaks alguse
(Mihkel Mattisen/Mihkel Matissen, Silvia Soro)
Estnisch Das könnte ein neuer Anfang sein 20 / 26 19 10 / 16 52
2014 Tanja Amazing
(Timo Vendt, Tatjana Mihhailova)
Englisch Erstaunlich Ausgeschieden 12 / 16 36
2015 Elina Born & Stig Rästa Goodbye to Yesterday
(Stig Rästa)
Englisch Abschied von gestern 7 / 27 106 3 / 16 105
2016 Jüri Pootsmann Play
(Fred Krieger, Stig Rästa, Vallo Kikas)
Englisch Spiele Ausgeschieden 18 / 18 24
2017 Koit Toome & Laura Verona
(Sven Lõhmus)
Englisch Ausgeschieden 14 / 18 85
2018 3. März 2018 3. März 2018[1]

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Estland:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 151
2 SchwedenSchweden Schweden 133
3 NorwegenNorwegen Norwegen 075
4 LettlandLettland Lettland 073
5 FinnlandFinnland Finnland 067
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 FinnlandFinnland Finnland 87
2 LettlandLettland Lettland 72
3 SchwedenSchweden Schweden 71
4 IrlandIrland Irland 65
5 LitauenLitauen Litauen 56
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 202
2 SchwedenSchweden Schweden 171
3 LettlandLettland Lettland 121
4 FinnlandFinnland Finnland 120
5 NorwegenNorwegen Norwegen 113
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 LettlandLettland Lettland 157
2 FinnlandFinnland Finnland 143
3 SchwedenSchweden Schweden 109
4 LitauenLitauen Litauen 097
5 IrlandIrland Irland 092

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den letzten zehn Contests vergab Estland die Höchstpunktzahl an acht verschiedene Länder, davon fünfmal an Russland.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
2006 FinnlandFinnland Finnland 1
2007 RusslandRussland Russland 3
2008 RusslandRussland Russland 1
2009 NorwegenNorwegen Norwegen 1
2010 DeutschlandDeutschland Deutschland 1
2011 SchwedenSchweden Schweden 3
2012 SchwedenSchweden Schweden 1
2013 RusslandRussland Russland 5
2014 NiederlandeNiederlande Niederlande 2
2015 RusslandRussland Russland 2
2016 SchwedenSchweden Schweden (J) 5
RusslandRussland Russland (T) 3
2017 BulgarienBulgarien Bulgarien (J) 2
BelgienBelgien Belgien (T) 4

Stand: 2017

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eesti Laul - Vorentscheid Estlands zum Eurovision Song Contest

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]