Estland beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Estlands
Übertragende Rundfunkanstalt
ETV
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
26 (Stand 2019)
Höchste Platzierung
1 (2001)
Höchste Punktzahl
245 (2018)
Niedrigste Punktzahl
2 (1994)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
71,04 (Stand 2018)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,22 (Stand 2018)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Estlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ott Lepland holte 2012 Platz 6 für Estland

Estland hatte einen wenig erfolgreichen Start beim Eurovision Song Contest. Nach der Unabhängigkeit war 1993 das Debüt vorgesehen, der Beitrag schied jedoch in der osteuropäischen Vorentscheidung aus. 1994 erfolgte deswegen das Debüt. Silvi Vrait erreichte aber nur einen vorletzten Platz und holte mit zwei Punkten Estlands bis heute noch niedrigste Punktzahl im Wettbewerb. Durch diesen Misserfolg durfte Estland 1995 nicht teilnehmen. Erst ab 1996 durfte Estland wieder teilnehmen. Die Rückkehr 1996 war dann auch erfolgreich. Das Duo Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna holten mit Platz 5 gleich einen sehr guten Platz für Estland. Auch 1997 konnte das Land mit Platz 8 eine weitere Platzierung unter den besten Zehn erreichen. 1998 erreichte Koit Toome dann mit Platz 12 nur einen durchschnittlichen Platz. Ab 1999 begann dann Estlands erfolgreichste Zeit im Wettbewerb.

1999 konnte das Land Platz 6 erreichen und damit wieder eine Platzierung unter den besten Zehn erreichen. Auch Ines im Jahr 2000 gelang das. Mit Platz 4 holte sie allerdings ein sogar noch besseres Ergebnis. 2001 folgte dann Estlands erster Sieg im Wettbewerb. Tanel Padar, Dave Benton & 2XL holten Platz 1 und mit 198 Punkten auch Estlands bis dahin höchste Punktzahl im Wettbewerb. 2002, als Estland den Wettbewerb erstmals ausrichtete, konnte mit Platz 3 ein ebenfalls sehr gutes Ergebnis erzielt werden. 2003 folgte dann mit Platz 21 ein eher enttäuschendes Ergebnis. 2004, wo die Halbfinals eingeführt wurden, konnte Estland nur Platz 11 im Halbfinale erreichen und schied somit knapp im Halbfinale aus. Von 2005 bis 2008 hatte Estland dann seinen bisherigen Tiefpunkt im Wettbewerb. In diesem Zeitraum gelang es keinen estnischen Interpreten sich für das Finale zu qualifizieren. Zudem erreichten die estnischen Beiträge im Halbfinale immer Platzierungen im unterdurchschnittlichen Bereich. Erst ab 2009 ging es dann für Estland wieder bergauf.

2009 konnte die Band Urban Symphony sich für das Finale qualifizieren und mit Platz 6 Estlands bestes Ergebnis seit sieben Jahren erreichen. Im Halbfinale erreichte die Band sogar Platz 3. 2010 konnte dieser Erfolg allerdings nicht wiederholt werden. Malcolm Lincoln & Manpower 4 schieden im Halbfinale bereits aus. 2011 schaffte Getter Jaani sich zwar für das Finale zu qualifizieren, erreichte aber im Finale nur den vorletzten Platz. Auch 2012 konnte sich Estland für das Finale qualifizieren. Dort holte Ott Lepland dann mit Platz 6 dann die beste Platzierung seit 2009. 2013 erreichte Estland dann wieder das Finale, erreichte mit Platz 20 aber nur einen durchschnittlichen Platz. Erst 2014 schied Estland erstmals seit 2010 wieder im Halbfinale aus. Umso erfolgreicher war dann 2015. Elina Born & Stig Rästa holten Platz 3 im Halbfinale und konnten sich somit für das Finale qualifizieren. Dort erreichte das Duo mit Platz 7 das beste Ergebnis seit drei Jahren. 2016 folgte dann allerdings ein erneuter Tiefpunkt. Jüri Pootsmann konnte sich nicht für das Finale qualifizieren und erreichte den letzten Platz im Halbfinale. Insgesamt wurde Estland 2016 sogar komplett Letzter, was Estlands schlechteste Platzierung im Wettbewerb darstellt. Auch 2017 gelang es Koit Toome & Laura, die beide bereits vorher schon mal repräsentiert haben, sich ebenfalls nicht für das Finale zu qualifizieren. Erst 2018 konnte Estland wieder das Finale erreichen. Dort holte Elina Netšajeva mit Platz 8 die beste Platzierung seit drei Jahren. Mit 245 Punkten holte sie ebenfalls eine neue Höchstpunktzahl für Estland. 2019 wurde das Finale erreicht und der 20. Platz der Endrunde.

Insgesamt landeten also 11 von den 26 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Insgesamt schied Estland bereits neunmal im Halbfinale aus, womit es zu den Ländern zählt, die sich am häufigsten nicht für das Finale qualifizieren konnten. Nur Belgien, Lettland und die Niederlande mit ebenfalls neun, Mazedonien, Slowenien und Weißrussland mit je zehn und die Schweiz mit elf verpassten Finaleinzügen sind öfters im Halbfinale gescheitert. Dazu erreichte Estland bisher einmal den letzten Platz. Im Gegensatz dazu konnte Estland aber auch einmal den Wettbewerb gewinnen. Hinzu kommt noch ein dritter Platz. Damit zählt Estland also zu den eher durchschnittlich erfolgreichen Ländern im Wettbewerb.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
1993 Janika Sillamaa Muretut meelt ja südametuld
M: Andreas Valkonen; T: Leelo Tungal
Estnisch Sorgenloses Gemüt und Flammen des Herzens Nicht qualifiziert
Osteuropäischer Vorentscheid
5 / 7 47 Eurolaul 1993
1994 Silvi Vrait Nagu merelaine
M: Ivar Must; T: Leelo Tungal
Estnisch Wie eine Welle 24 / 25 2 Direkt für das Finale qualifiziert Eurolaul 1994
1995 Nicht qualifiziert
1996 Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna Kaelakee hääl
M: Priit Pajusaar; T: Kaari Sillamaa
Estnisch Klang der Kette 5 / 23 94 5 / 29 106 Eurolaul 1996
1997 Maarja Keelatud maa
M: Harmo Kallaste; T: Kaari Sillamaa
Estnisch Verbotenes Land 8 / 25 82 Direkt für das Finale qualifiziert Eurolaul 1997
1998 Koit Toome Mere lapsed
M: Maria Rahula, Tomi Rahula; T:Peeter Pruuli
Estnisch Kinder der See 12 / 25 36 Eurolaul 1998
1999 Evelin Samuel & Camille Diamond of Night
M: Priit Pajusaar, Glen Pilvre; T: Maian-Anna Kärmas, Kaari Sillamaa
Englisch Diamant der Nacht 6 / 23 90 Eurolaul 1999
2000 Ines Once in a Lifetime
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Einmal im Leben 4 / 24 98 Eurolaul 2000
2001 Tanel Padar, Dave Benton & 2XL Everybody
M: Ivar Must; T: Maian-Anna Kärmas
Englisch Jedermann 1 / 23 198 Eurolaul 2001
2002 Sahlene Runaway
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Weglaufen 3 / 24 111 Eurolaul 2002
2003 Ruffus Eighties Coming Back
M/T: Vaiko Eplik
Englisch Die Achtziger kehren zurück 21 / 26 14 Eurolaul 2003
2004 Neiokõsõ Tii
M: Priit Pajusaar, Glen Pilvre; T: Aapo Ilves
Võro Pfad Ausgeschieden 11 / 22 57 Eurolaul 2004
2005 Suntribe Let’s Get Loud
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Lasst uns laut werden Ausgeschieden 20 / 25 31 Eurolaul 2005
2006 Sandra Oxenryd Through My Window
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Durch mein Fenster Ausgeschieden 18 / 24 28 Eurolaul 2006
2007 Gerli Padar Partners in Crime
M: Berit Vaher; T: Hendrik Sal-Saller
Englisch Partner im Verbrechen Ausgeschieden 22 / 28 33 Eurolaul 2007
2008 Kreisiraadio Leto Svet
M/T: Priit Pajusaar, Glen Pilvre, Peeter Oja, Hannes Võrno, Tarmo Leinatamm
Englisch, Estnisch, Deutsch, Serbisch Sonnenlicht Ausgeschieden 18 / 19 8 Eurolaul 2008
2009 Urban Symphony Rändajad
M/T: Sven Lõhmus
Estnisch Die Nomaden 6 / 25 129 3 / 19 115 Eesti Laul 2009
2010 Malcolm Lincoln & Manpower 4 Siren
M/T: Robin Juhkental
Englisch Sirene Ausgeschieden 14 / 17 39 Eesti Laul 2010
2011 Getter Jaani Rockefeller Street
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Rockefeller-Straße 24 / 25 44 9 / 19 60 Eesti Laul 2011
2012 Ott Lepland Kuula
M: Ott Lepland; T: Aapo Ilves
Estnisch Hören 6 / 26 120 4 / 18 100 Eesti Laul 2012
2013 Birgit Õigemeel Et uus saaks alguse
M: Mihkel Mattisen; T: Mihkel Matissen, Silvia Soro
Estnisch Das könnte ein neuer Anfang sein 20 / 26 19 10 / 16 52 Eesti Laul 2013
2014 Tanja Amazing
M/T: Timo Vendt, Tatjana Mihhailova
Englisch Erstaunlich Ausgeschieden 12 / 16 36 Eesti Laul 2014
2015 Elina Born & Stig Rästa Goodbye to Yesterday
M/T: Stig Rästa
Englisch Abschied von gestern 7 / 27 106 3 / 16 105 Eesti Laul 2015
2016 Jüri Pootsmann Play
M/T: Fred Krieger, Stig Rästa, Vallo Kikas
Englisch Spiele Ausgeschieden 18 / 18 24 Eesti Laul 2016
2017 Koit Toome & Laura Verona
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Ausgeschieden 14 / 18 85 Eesti Laul 2017
2018 Elina Netšajeva La forza
M/T: Mihkel Mattisen, Timo Vendt, Ksenia Kuchukova, Elina Netšajeva
Italienisch Die Kraft 8 / 26 245 5 / 19 201 Eesti Laul 2018
2019 Victor Crone Storm
M/T: Stig Rästa, Vallo Kikas, Victor Crone, Fred Krieger
Englisch Sturm 20 / 26 76 4 / 17 198 Eesti Laul 2019

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher wähle Estland alle seine Beiträge durch einen nationalen Vorentscheid aus. Von 1993 bis 2008 fand dafür immer der Eurolaul statt. Seit 2009 wählt Estland seine Beiträge über die Vorentscheidung Eesti Laul aus.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß den Regeln des Wettbewerbs wurde von 1993 bis einschließlich 1998 auf Estnisch gesungen. Nach dem Fall dieser Regelung sang man überwiegend auf Englisch, als Ausnahmen sind Tii 2004, das in der südestnischen Sprache Võro gesungen wurde, Leto Svet 2008, das dreisprachig auf Serbisch, Finnisch und Deutsch gehalten war, sowie Rändajad 2009, mit dem Estland erstmals seit 1998 wieder zum Estnischen zurückkehrte, zu vermerken. Auch 2012 und 2013 wurde auf Estnisch gesungen. 2018 wurde der estnische Beitrag dann auf Italienisch gesungen.

Liste der Dirigenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Dirigent[1]
1993 Nicht qualifiziert
1994 Urmas Lattikas
1995 Nicht qualifiziert
1996 Tarmo Leinatamm
1997 Tarmo Leinatamm
1998 Heiki Vahar

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Estland (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 163
2 SchwedenSchweden Schweden 161
3 LettlandLettland Lettland 088
4 NorwegenNorwegen Norwegen 085
5 FinnlandFinnland Finnland 067
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 FinnlandFinnland Finnland 87
2 LettlandLettland Lettland 72
3 SchwedenSchweden Schweden 71
4 IrlandIrland Irland 65
5 LitauenLitauen Litauen 56
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 227
2 SchwedenSchweden Schweden 204
3 FinnlandFinnland Finnland 154
4 NorwegenNorwegen Norwegen 142
5 LettlandLettland Lettland 136
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 LettlandLettland Lettland 157
2 FinnlandFinnland Finnland 156
3 SchwedenSchweden Schweden 109
4 LitauenLitauen Litauen 109
5 IrlandIrland Irland 095

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 vergab Estland die Höchstpunktzahl an 17 verschiedene Länder, davon siebenmal an Russland.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1994 PolenPolen Polen 2
1995 Nicht qualifiziert
1996 IrlandIrland Irland 1
1997 FrankreichFrankreich Frankreich 7
1998 SchwedenSchweden Schweden 10
1999 SchwedenSchweden Schweden 1
2000 LettlandLettland Lettland 3
2001 DanemarkDänemark Dänemark 2
2002 LettlandLettland Lettland 1
2003 RusslandRussland Russland 3
2004 UkraineUkraine Ukraine 1
2005 SchweizSchweiz Schweiz 8
2006 FinnlandFinnland Finnland 1
2007 RusslandRussland Russland 3
2008 RusslandRussland Russland 1
2009 NorwegenNorwegen Norwegen 1
2010 DeutschlandDeutschland Deutschland 1
2011 SchwedenSchweden Schweden 3
2012 SchwedenSchweden Schweden 1
2013 RusslandRussland Russland 5
2014 NiederlandeNiederlande Niederlande 2
2015 RusslandRussland Russland 2
2016 SchwedenSchweden Schweden (J) 5
RusslandRussland Russland (T) 3
2017 BulgarienBulgarien Bulgarien (J) 2
BelgienBelgien Belgien (T) 4
2018 OsterreichÖsterreich Österreich (J) 3
LitauenLitauen Litauen (T) 12
2019 SchwedenSchweden Schweden (J) 5
RusslandRussland Russland (T) 3

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detailed overview: conductors for Estonia. Abgerufen am 9. Juli 2018.