Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Aserbaidschans
Übertragende Rundfunkanstalt
İctimai
Erste Teilnahme
2008
Anzahl der Teilnahmen
12 (Stand 2019)
Höchste Platzierung
1 (2011)
Höchste Punktzahl
302 (2019)
Niedrigste Punktzahl
33 (2014)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
150,33 (Stand 2019)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
3,09 (Stand 2019)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Aserbaidschans als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ell & Nikki – Sieger im Jahr 2011

Aserbaidschan nahm 2008 in Belgrad zum ersten Mal am Eurovision Song Contest teil. Die federführende Sendeanstalt ist seither die öffentlich-rechtliche İTV. Bereits 2007 hatte der staatliche Fernsehsender ATV den Wunsch geäußert, einen Beitrag für Aserbaidschan einzusenden. Da ATV kein Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) war, kam keine Teilnahme zustande. Mit dem Beitritt der İTV zur EBU in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 war eine Teilnahme Aserbaidschans 2008 möglich. Die beiden anderen Kaukasusrepubliken Armenien und Georgien waren bereits 2006 bzw. 2007 zum ersten Mal dabei. So debütierte Aserbaidschan 2008 und war direkt erfolgreich: Elnur & Samir qualifizierten sich erfolgreich für das Finale und erreichten dort den achten Platz mit 132 Punkten. Zwölf Punkte erhielt Aserbaidschan dabei von der Türkei und aus Ungarn. Im Folgejahr konnte dieses Ergebnis allerdings noch überboten werden. Schließlich erreichten AySel & Arash Platz 2 im Halbfinale und waren somit erfolgreich für das Finale qualifiziert. Dort landeten sie dann auf Platz 3 mit 207 Punkten. Auch 2010 und 2011 konnten die aserbaidschanischen Beiträge Platz 2 im Halbfinale erreichen. So holte Safura mit Drip Drop im Finale Platz 5 mit 145 Punkten. 2011 hingegen dann der große Erfolg: Das Duo Ell & Nikki holten den ersten Sieg Aserbaidschans im Wettbewerb. Mit 221 Punkten war es ebenfalls eine neue Höchstpunktzahl für das Land. Auch 2012, als das Land erstmals Gastgeber der Veranstaltung war, war es erfolgreich. Schließlich erreichte Sabina Babayeva im Finale Platz 5. Durch Griechenlands Platz 17 im gleichen Jahr war Aserbaidschan dann damit das einzige Land, das bei jeder Teilnahme seit Einführung des Semifinales unter den besten zehn Ländern, den Top 10, zu finden war im Finale. Auch 2013 konnte das Land diesen Titel verteidigen: Farid Mammadov erreichte den zweiten Platz und holte gleichzeitig die bis dahin höchste Punktzahl des Landes mit 234 Punkten. Kurioserweise erreichte Aserbaidschan zwischen 2009 und 2013 genau jeden Platz unter den besten Fünf einmal. Damit gehörte das Land zu den erfolgreichsten Ländern im Wettbewerb bis 2013. Ab 2014 ging es dann allerdings bergab für das Land.

2014 erlangte Aserbaidschan dann seinen bisherigen Tiefpunkt im Wettbewerb: Dilara Kazimova erreichte nur Platz 22 im Finale und erreichte mit 34 Punkten die bisher niedrigste Punktzahl von Aserbaidschan im Wettbewerb. Somit erreichte das Land zum ersten Mal keine Platzierung unter den besten Zehn. Aber auch die Folgejahre waren längst nicht so erfolgreich wie vor 2013. Von nun an erreichte Aserbaidschan viele Platzierungen im Mittelfeld. So holte Elnur Hüseynov 2015 Platz 12, 2016 erreichte Samra Platz 17 und DiHaj holte 2017 Platz 14. 2018 folgte dann allerdings ein neuer Tiefpunkt für das Land im Wettbewerb. So erreichte die Sängerin Aisel mit ihrem Lied X My Heart nur Platz 11 im Halbfinale, womit Aserbaidschan erstmals im Halbfinale ausschied. Somit verlor das Land im selben Jahr wie Rumänien und Russland den Status, sich jedes Mal für das Finale qualifiziert zu haben. Allerdings erreichten auch die anderen Kaukasusrepubliken nicht das Finale, womit erstmals seit 2005 kein Land aus der Kakaususregion im Finale vertreten war. Erst 2019 ging es wieder bergauf für das Aserbaidschan.

So landete der Sänger Chingiz im Halbfinale auf Platz 5, womit er Aserbaidschan erfolgreich zurück ins Finale brachte. Dort landete Chingiz dann auf dem achten Platz und holte für das Land somit die erste Platzierung unter den besten Zehn seit 2013. Mit 302 Punkten holte er ebenfalls eine neue Höchstpunktzahl für Aserbaidschan.

Insgesamt landeten also 8 von den 12 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Insgesamt schied Aserbaidschan nur einmal im Halbfinale aus und erreichte bisher noch nie den letzten Platz. Mit einem Sieg, einem zweiten und einem dritten Plätzen und vielen weiteren Platzierungen unter den besten Zehn, zählt Aserbaidschan, trotz der Durststrecke von 2014 bis 2018, zu den erfolgreichsten Teilnehmern im Wettbewerb.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
2008 Elnur & Samir Day After Day
M/T: Govhar Hasanzadeh, Zahra Badalbeyli
Englisch Tag für Tag 8 / 25 132 6 / 19 96 Land of Fire 2008
2009 AySel & Arash Always
M/T: Arash Labaf, Robert Uhlmann, Johan Bejerholm, Marcus Englof, Alex Papaconstantinou, Elin Wrethov, Anderz Wrethov
Englisch Immer 3 / 25 207 2 / 19 180 interne Auswahl
2010 Safura Drip Drop
M/T: Stefan Örn, Sandra Bjurman
Englisch Tropf, tropf 5 / 25 145 2 / 17 113 Land of Fire 2010
2011 Ell & Nikki Running Scared
M/T: Stefan Örn, Sandra Bjurman, Iain Farquharson
Englisch In Panik geraten 1 / 25 221 2 / 19 122 Milli Seçim Turu 2011
2012 Səbinə Babayeva When the Music Dies
M/T: Anders Bagge, Sandra Bjurman, Stefan Örn, Johan Kronlund
Englisch Wenn die Musik stirbt 4 / 26 150 Direkt für das Finale qualifiziert Milli Seçim Turu 2012
2013 Farid Mammadov Hold Me
M: Dimitris Kontopoulos; T: John Ballard, Ralph Charlie
Englisch Halte mich 2 / 26 234 1 / 17 139 Milli Seçim Turu 2013
2014 Dilara Kazimova Start a Fire
M/T: Stefan Örn, Johan Kronlund, Alessandra Günthardt
Englisch Ein Feuer entfachen 22 / 26 33 9 / 16 57 Böyük Sehne 2014
2015 Elnur Hüseynov Hour of the Wolf
M: Nicolas Rebscher, Nicklas Lif, Lina Hansson; T: Sandra Bjurman, Nicolas Rebscher, Nicklas Lif, Lina Hansson
Englisch Stunde des Wolfs 12 / 27 49 10 / 17 53 interne Auswahl
2016 Samra Miracle
M/T: Amir Aly, Jakke Erixson, Henrik Wikström
Englisch Wunder 17 / 26 117 6 / 18 185 interne Auswahl
2017 Dihaj Skeletons
M/T: Isa Melikow, Sandra Bjurman
Englisch Skelette 14 / 26 120 8 / 18 150 interne Auswahl
2018 Aisel X My Heart
M/T: Sandra Bjurman, Dimitris Kontopoulos
Englisch Streiche mein Herz Ausgeschieden 11 / 19 94 interne Auswahl
2019 Chingiz Truth
M/T: Borislav Milanov, Chingiz Mustafayev
Englisch Wahrheit 8 / 26 302 5 / 18 224 interne Auswahl

Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Vertreter Aserbaidschans wurden über eine nationale Vorentscheidung ermittelt, wobei die Beiträge größtenteils intern ausgewählt wurden. Lediglich 2008 und 2013 wurden Interpret und Titel zusammen ermittelt. 2009 sowie seit 2015 verzichtet Aserbaidschan allerdings auf eine nationale Vorentscheidung und wählt seitdem sowohl Interpret als auch Lied intern aus. Trotzdem verwendete das Land in den Vorjahren verschiedene Formate um den Interpreten zu bestimmen.

Land of Fire (2008 und 2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 veranstaltete İctimai eine Vorentscheidung mit sechs Liedern und drei Interpreten. Unformal, Aynur Isgandarli und Elnur Hüseynov nahmen dabei mit je zwei Titeln teil. Der spätere Sieger Hüseynov, der zu 50 % per Juryvoting und zu 50 % per Televoting bestimmt wurde, hatte allerdings seinen zweiten Titel Day After Day zusammen mit Samir Javadzadeh vorgestellt, so dass dieser auch Aserbaidschan beim Debüt 2008 vertrat.

2010 hingegen wurde das Format beibehalten, das Televoting abgeschafft und um ein Halbfinale ergänzt. Dort traten sechs Interpreten mit sechs Lieder an, wovon drei Interpreten das Finale erreichten. Dort sang jeder Interpret jeweils drei Titel, wobei eine siebenköpfige Jury Drip Drop von Səfurə Əlizadə zum Sieger kürte. Erwähnenswert ist, dass sich unter den Halbfinalisten auch Elvira Michieva befand, Ex-Mitglied der deutschen Girlgroup Bisou.

Milli Seçim Turu (2011 bis 2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 fand unter dem Titel Milli Seçim Turu eine Castingshow mit sieben Vorrunden à elf Sängern statt. Aus jeder qualifizierte sich der Sieger, sowie aus allen Halbfinalen zwei weitere Kandidaten für ein Halbfinale. Aus den neun verbliebenen Künstlern wurden fünf für das Finale ausgewählt. Eine Jury entschied, Nigar Camal und Eldar Qasımov als Duo für den Eurovision Song Contest 2011 zu nominieren. Ihr Beitrag Running Scared wurde wie im Vorjahr später ausgewählt. Dieses System wurde auch 2012 verwendet.

2013 wurde zumindest die Finalshow von Milli Seçim Turu grundlegend verändert, da nun den Zuschauern bereits zu diesem Zeitpunkt die Songs präsentiert wurden und eine Jury den Beitrag und zugehörigen Interpreten wählte, in diesem Fall Farid Mammadov mit seinem Lied Hold Me.

Böyük Sehne (2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2014 wurde erstmals die Castingshow Böyük Sehne als Vorentscheid angewandt. Durch drei Castingshows wurden die letzten drei Finalisten ausgewählt. Dabei gewann Dilara Kazimova. Der Beitrag wurde intern bestimmt und am 15. März 2014 präsentiert.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aserbaidschan ist, neben Australien und dem Vereinigten Königreich, eines der drei Länder, das alle seine Beiträge ausschließlich in englischer Sprache vorstellte.

Liste der Kommentatoren und Punktesprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Liste der Kommentatoren und Punktesprecher beginnt mit dem Beginn der TV-Übertragungen in Aserbaidschan.

Jahr Kommentatoren Punktesprecher
2007 Leyla Əliyeva
Murad Arif
Keine Teilnahme
2008 Hüsniyya Maharramova
Isa Melikov
Leyla Əliyeva
2009 Leyla Əliyeva
Isa Melikov
Hüsniyya Maharramova
2010 Husniyya Maharramova Tamilla Shirinova
2011 Leyla Aliyeva Səfurə Əlizadə
2012 Konul Arifgizi
Saleh Bagirov
2013 Konul Arifgizi Tamilla Shirinova
2014 Səbinə Babayeva
2015 Kamran Guliyev Tural Asadov
2016 Azer Suleymanli
2017
2018
2019 Murad Arif Faig Agayev

Ausgetragene Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Stadt Austragungsort Moderation
2012 Baku Bakı Kristal Zalı Leyla Əliyeva, Eldar Qasımov & Nargiz Birk-Petersen

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Aserbaidschan (Stand: 2019):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 106
2 UkraineUkraine Ukraine 094
3 TurkeiTürkei Türkei 048
4 GeorgienGeorgien Georgien 043
5 Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 041
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 112
2 GeorgienGeorgien Georgien 108
3 Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 095
4 UkraineUkraine Ukraine 088
5 MaltaMalta Malta 073
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 182
2 UkraineUkraine Ukraine 138
3 GriechenlandGriechenland Griechenland 097
4 Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 093
5 GeorgienGeorgien Georgien 089
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 RusslandRussland Russland 187
2 Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 165
3 GeorgienGeorgien Georgien 156
4 MaltaMalta Malta 124
5 UkraineUkraine Ukraine 117

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 vergab Aserbaidschan die Höchstpunktzahl im Finale an sieben verschiedene Länder, davon sechsmal an Russland. Im Halbfinale hingegen vergab Aserbaidschan die Höchstpunktzahl an elf verschiedene Länder, davon viermal an Russland.

Höchstwertung (Finale)
Jahr Land Platz
(Finale)
2008 TurkeiTürkei Türkei 7
2009 TurkeiTürkei Türkei 4
2010 TurkeiTürkei Türkei 2
2011 UkraineUkraine Ukraine 4
2012 TurkeiTürkei Türkei 7
2013 UkraineUkraine Ukraine 3
2014 RusslandRussland Russland 7
2015 RusslandRussland Russland 2
2016 RusslandRussland Russland (J & T) 3
2017 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland (J) 17
BulgarienBulgarien Bulgarien (T) 2
2018 AlbanienAlbanien Albanien (J) 11
IsraelIsrael Israel (T) 1
2019 RusslandRussland Russland (J & T) 3
Höchstwertung (Halbfinale)
Jahr Land Platz
(Halbfinale)
2008 GriechenlandGriechenland Griechenland 1
2009 NorwegenNorwegen Norwegen 1
2010 TurkeiTürkei Türkei 1
2011 TurkeiTürkei Türkei 13
2012 AlbanienAlbanien Albanien 2
2013 MaltaMalta Malta 4
2014 UkraineUkraine Ukraine 5
2015 SlowenienSlowenien Slowenien 5
2016 RusslandRussland Russland (J & T) 1
2017 PortugalPortugal Portugal (J) 1
GeorgienGeorgien Georgien (T) 11
2018 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland (J & T) 16
2019 RusslandRussland Russland (J & T) 6

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]