Malta beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Maltas
Übertragende Rundfunkanstalt
PBS
Erste Teilnahme
1971
Anzahl der Teilnahmen
30 (Stand 2017)
Höchste Platzierung
2 (2002, 2005)
Höchste Punktzahl
192 (2005)
Niedrigste Punktzahl
1 (2006)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
70,28 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,26 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Maltas als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta nahm erstmals 1971 am Eurovision Song Contest teil. Nach zwei letzten Plätzen im Jahr 1971 und 1972 nahm man von 1973 bis 1974 nicht teil. Obwohl man 1975 wieder zurückkehrte, zog das Land dann von 1976 bis 1990 in eine Pause. Seit 1991 nimmt das Land jedoch wieder regelmäßig am ESC teil.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1991 an war Malta auch wesentlich erfolgreicher als in den 1970er Jahren. Bis einschließlich 1998 kam man jedes Mal unter die ersten zehn. In den folgenden Jahren schwankten die maltesischen Platzierungen sehr stark. Zwei zweiten Plätzen in den Jahren 2002 und 2005 stehen ein vorletzter Platz 2003 und ein letzter Platz im Jahr 2006 gegenüber. 2002 fehlten Ira Losco sogar nur 12 Punkte zu einem Sieg. 2007 und 2008 schied man im Halbfinale aus. 2009 erreichte man dann wieder das Finale, jedoch reichte es nur für einen 22. Platz. 2010 und 2011 schied das Land wieder im Finale aus. Von 2012 bis 2014 konnte man sich durchgehend für das Finale qualifizieren. Während die Beiträge von 2012 und 2014 eher in der unteren Tabellenhälfte landeten, konnte man 2013 seit langem wieder einen Platz in der Top-10 belegen, nämlich ein 8. Platz. 2015 scheid man im Halbfinale dann jedoch knapp aus. 2016 schaffte es Ira Losco dann wieder ins Finale und belegte im Finale einen 12. Platz. Von den Jurys wurde sie im ersten Halbfinale sogar auf Platz 1 und im Finale auf Platz 4 gesetzt, während sie im Televoting eher durchschnittlich ankam.

Insgesamt landeten 15 von 29 Beiträgen, also knapp mehr als die Hälfte, in der vorderen Tabellenhälfte, darunter zweimal ein zweiter Platz, einmal ein dritter Platz und 10 Platzierungen in der Top-10.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta hat zwei Landessprachen – Maltesisch und Englisch – wobei letztere nur von wenigen im Alltag gesprochen wird. Der erste Beitrag zum Eurovision Song Contest 1971 wurde komplett auf Maltesisch vorgetragen, im Folgejahr wurde die Sprache durch einige Worte in anderen Sprachen ergänzt. Ab 1975 wurden alle Lieder auf Englisch gesungen (2000 enthielt Desire jedoch einige Worte auf Maltesisch), dennoch wurden bei einigen Vorentscheiden alle Beiträge neben Englisch – außer Konkurrenz – auch auf Maltesisch gesungen. Von den Beiträgen 1991, 1993 und 1998 wurden auch Maltesische Fassungen veröffentlicht.[1]

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende:  – 1. Platz.  – 2. Platz.  – 3. Platz.  – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.  – Ausgeschieden im Halbfinale / Qualifikation / Osteuropäischen Vorentscheid.  – Keine Teilnahme / Nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Platz Punkte Platz Punkte
1971 Joe Grech Marija l-Maltija
(Joe Grech / Charles Mifsud)
Maltesisch Die maltesische Marija 18 / 18 052 Direkte Teilnahme
1972 Helen & Joseph L’imħabba
(Charles Camilleri / Albert Cassola)
Maltesisch Die Liebe 18 / 18 048
1973 Auf Teilnahme verzichtet
1974 Enzo Gusman Paċi fid-Dinja
(Enzo Gusman)
Maltesisch Friede der Welt Auf Teilnahme zurückgezogen
finanzielle Schwierigkeiten
1975 Renato Singing this Song
(Sammy Galea / M. Iris Mifsud)
Englisch Dieses Lied zu singen 12 / 19 032 Direkte Teilnahme
1976 Enzo Gusman Sing Your Song Country Boy
(Enzo Gusman)
Englisch Sing Dein Lied, Country-Boy Teilnahme zurückgezogen
finanzielle Schwierigkeiten
1977
bis
1990
Auf Teilnahme verzichtet
1991 Georgina & Paul Giordimaina Could It Be
(Paul Abela / Raymond Mahoney)
Englisch Könnte es sein 06 / 22 106 Direkte Teilnahme
1992 Mary Spiteri Little Child
(Georgina Abela / Raymond Mahoney)
Englisch Kleines Kind 03 / 23 123
1993 William Mangion This Time
(William Mangion)
Englisch Dieses Mal 08 / 25 069
1994 Chris & Moira More than Love
(Christopher Scicluna / Moira Stafrace)
Englisch Mehr als Liebe 05 / 25 097 TOP 19 Vorjahr
1995 Mike Spiteri Keep Me in Mind
(Ray Agius / Alfred C. Sant)
Englisch Behalt mich im Gedächtnis 10 / 23 076 TOP 18 Vorjahr
1996 Miriam Christine In a Woman’s Heart
(Paul Abela / Alfred C. Sant)
Englisch Im Herzen einer Frau 10 / 23 068 4 / 29 138
1997 Debbie Scerri Let Me Fly
(Ray Agius)
Englisch Lass mich fliegen 09 / 25 066 5-Jahres-
durchschnitt
1998 Chiara The One that I Love
(Jason Cassar / Sunny Aquilina)
Englisch Der, den ich liebe 03 / 25 165
1999 Times Three Believe ’n Peace
(Christopher Scicluna / Moira Stafrace)
Englisch Glaube an den Frieden 15 / 23 032
2000 Claudette Pace Desire
(Philip Vella / Gerard James Borg)
Englisch Wunsch 08 / 24 073
2001 Fabrizio Faniello Another Summer Night
(Paul Abela / Georgina Abela)
Englisch Noch eine Sommernacht 09 / 23 048
2002 Ira Losco 7th Wonder
(Philip Vella / Gerard James Borg)
Englisch 7. Wunder 02 / 24 164 TOP 17 Vorjahr
2003 Lynn Chircop To Dream Again
(Alfred Zammit / Cynthia Sammut)
Englisch Wieder zu träumen 25 / 26 004 TOP 18 Vorjahr
2004 Julie & Ludwig On Again … Off Again
(Philip Vella / Gerard James Borg)
Englisch Wieder an … wieder aus 12 / 24 050 08 / 22 074
2005 Chiara Angel
(Chiara Siracusa)
Englisch Engel 02 / 24 192 TOP 12 Vorjahr
2006 Fabrizio Faniello I Do
(Aldo Spiteri, Fabrizio Faniello)
Englisch Ich will 24 / 24 001 TOP 11 Vorjahr
2007 Olivia Lewis Vertigo
(Philip Vella / Gerard James Borg)
Englisch Schwindel ausgeschieden 25 / 28 015
2008 Morena Vodka
(Philip Vella / Gerard James Borg)
Englisch Wodka ausgeschieden 14 / 19 038
2009 Chiara What if We
(Marc Paelinck / Gregory Bilsen)
Englisch Was, wenn wir 22 / 25 031 06 / 18 086
2010 Thea Garrett My Dream
(Jason Cassar / Sunny Aquilina)
Englisch Mein Traum ausgeschieden 12 / 17 045
2011 Glen Vella One Life
(Paul Giordimaina, Fleur Balzan)
Englisch Ein Leben ausgeschieden 11 / 19 054
2012 Kurt Calleja This is the Night
(Kurt Calleja, Johan Jämtberg, Mikael Gunnerås)
Englisch Dies ist die Nacht 21 / 26 041 07 / 18 070
2013 Gianluca Bezzina Tomorrow
(Boris Cezek, Dean Muscat)
Englisch Morgen 08 / 26 120 04 / 17 118
2014 Firelight Coming Home
(Richard Micallef)
Englisch Nach Hause kommen 23 / 26 032 09 / 15 063
2015 Amber Warrior
(Elton Zarb, Muxu)
Englisch Krieger ausgeschieden 11 / 17 043
2016 Ira Losco Walk On Water
(Lisa Desmond, Tim Larsson, Tobias Lundgren, Molly Pettersson Hammar, Ira Losco)
Englisch Auf dem Wasser laufen 12 / 26 153 03 / 18 209
2017 Claudia Faniello Breathlessly
(Philip Vella, Sean Vella, Gerard James Borg)
Englisch Atemlos

Insgesamt endeten 15 der 29 maltesischen Teilnahmen, also etwa 51 % in der vorderen Tabellenhälfte.

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firelight, 2014 in Kopenhagen
Amber, 2015 in Wien
Ira Losco, 2016 in Stockholm

Bisher wurden alle maltesischen Beiträge zum Eurovision Song Contest im Rahmen einer im Fernsehen ausgestrahlten Vorausscheidung gewählt, die meist unter dem Titel Malta Song for Europe stattfand, in Anlehnung an den britischen Vorentscheid, der viele Jahre den Titel (A) Song for Europe trug. Die Vorentscheidungen wurden teils mit, teils ohne Halbfinalrunden ausgetragen.

Vorentscheide ohne Vorrunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten beiden Vorentscheiden 1971 und 1972 stellten an einem Abend je sechs Künstler einen Titel vor. Vorentscheide ohne Vorrunden wurden auch in den Jahren 1995 (18 Teilnehmer), 1997 (16 Teilnehmer) sowie 1999 bis 2002 und 2004 mit der konstanten Teilnehmerzahl von 16 durchgeführt. 2005 und 2006 nahmen wieder mehr Sänger teil, nämlich 22 bzw. 18. 2017 wird erstmals seit 2006 kein Semifinale stattfinden und die Jurys, die bisher 83 Prozent des Resultats entscheiden konnten, wurden durch ein reines Televoting ersetzt.[2]

Vorentscheide mit Vorrunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975 sowie 1991 bis 1994 wurde vor dem Finale jeweils ein Halbfinale abgehalten, in dem die – zwischen 10 und 20 schwankende – Teilnehmerzahl halbiert wurde. 1998 wurden in der Vorrunde von den 22 Kandidaten nur zwei herausgewählt, diese entstammten einer aus sechs Teilnehmern bestehenden Gruppe von „Newcomern“. 2003 traten 24 Sänger im Halbfinale an und 16 durften in die Endrunde, 2007 nahmen sechs der 16 am Finale teil. Bis auf 2009, als es acht Semifinals gab, werden seit 2008 16 Finalisten gewählt, die das Halbfinale mit 24 Teilnehmern am Freitag vor dem Finale bestanden haben. Der Malta Eurovision Song Contest 2015 fand bereits im November 2014 statt, um die Bühne des Junior Eurovision Song Contest 2014, der am 15. November 2014 in Marsa stattfand, nochmals zu nutzen. 2016 fand der Vorentscheid wieder im Februar statt.

Abstimmungsverhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta gab auffallend häufig Ländern, die am Ende schlecht abschnitten, eine sehr hohe Wertung: 1992 war Malta das einzige Land, das Luxemburg überhaupt Punkte gab, dafür aber gleich die zweithöchste Wertung von zehn. Im gleichen Jahr erhielt die Türkei acht ihrer 17 Punkte aus Malta. 1993 war der Inselstaat Luxemburg gegenüber erneut sehr großzügig und vergab zehn Punkte von insgesamt elf, umso überraschender, da das Voting von Malta aus technischen Gründen aufs Ende verschoben wurde. 1994 war die maltesische Abstimmung besonders kurios; als zwölftes abstimmendes Land wurden die drei höchsten Wertungen an Länder vergeben, die bis dahin noch gar keine Punkte hatten: 8 an die Schweiz (von 15), 10 an Kroatien (von 26) und 12 an die Slowakei (von 15). Aber auch Rumänien erhielt seine ersten Punkte, 6 von 14. 1996 war man erneut das Land, das der Slowakei die meisten Punkte gab, diesmal acht von 19. 1997 und 2001 wurden überdurchschnittlich viele Punkte an Kroatien gegeben: acht von 24 bzw. zehn von 42. Seit 2005 gingen die Höchstwertungen immer an Länder, die im hinteren Drittel landeten: 2005 an Zypern (zwölf von 46 Punkten), 2006 an die Schweiz (zwölf von 30 Punkten) sowie 2007 an Großbritannien (zwölf von 19 Punkten) und 2008 Schweden (12 von 47). Auch zu erwähnen ist, dass sowohl Brazil von Bebi Dol 1991 (Jugoslawien) und Verliebt in dich von Stone & Stone 1995 (Deutschland) jeweils nur einen Punkt bekamen – beide aus Malta.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Malta:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 116
2 SchwedenSchweden Schweden 100
3 GriechenlandGriechenland Griechenland 086
4 ItalienItalien Italien 076
5 IrlandIrland Irland 074
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 94
2 IrlandIrland Irland 87
3 KroatienKroatien Kroatien 82
4 TurkeiTürkei Türkei 78
5 SpanienSpanien Spanien 71
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SchwedenSchweden Schweden 147
2 GriechenlandGriechenland Griechenland 126
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 116
4 IrlandIrland Irland 089
5 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 087
TurkeiTürkei Türkei 087
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 137
2 KroatienKroatien Kroatien 096
3 IrlandIrland Irland 094
4 TurkeiTürkei Türkei 093
5 NorwegenNorwegen Norwegen 074

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den letzten zehn Contests vergab Malta die Höchstpunktzahl an sieben verschiedene Länder, davon viermal an Aserbaidschan.

Erhaltenes Land
Jahr Land Platz
2006 SchweizSchweiz Schweiz 16
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 22
2008 SchwedenSchweden Schweden 18
2009 IslandIsland Island 2
2010 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 5
2011 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 1
2012 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 4
2013 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 2
2014 ItalienItalien Italien 21
2015 ItalienItalien Italien 3
2016 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (J) 24
AustralienAustralien Australien (T) 2

Stand: 2016

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chiara hatte 2005 mit ihrem Beitrag Angel auch international einen kleinen kommerziellen Erfolg und erreichte unter anderem in Deutschland Platz 95 in den Charts,[3] dies hatte zuvor kein Vertreter des Inselstaates geschafft. Fabrizio Faniello war mit seinem Lied I Do ein Jahr später vor allem im asiatischen Raum erfolgreich.[4]
  • Olivia Lewis hatte seit 1997 jedes Jahr an der maltesischen Vorentscheidung teilgenommen und kam 2004, 2005 und 2006 dreimal hintereinander auf den zweiten Platz, bevor sie 2007 ihr Land vertreten durfte.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. diggiloo.net
  2. https://eurovoix.com/2016/11/03/malta-semi-final-dropped-final-taking-place-february/
  3. charts-surfer.de
  4. esctoday.com
  5. geocities.ws