Nadine Angerer

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Nadine Angerer

(August 2011)

Informationen über die Spielerin
Voller Name Nadine Marejke Angerer
Geburtstag 10. November 1978
Geburtsort Lohr am MainDeutschland
Größe 1,75 m
Position Tor
Vereine in der Jugend
bis 001995 ASV Hofstetten
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1995–1996
1996–1999
1999–2001
2001–2007
2008
2009–2013
2013–2014
2014–
1. FC Nürnberg
FC Wacker München
Bayern München
1. FFC Turbine Potsdam
Djurgården Damfotboll
1. FFC Frankfurt
Brisbane Roar
Portland Thorns FC


17 (0)
126 (0)
22 (0)
85 (0)
7 (0)
14 (0)
Nationalmannschaft2
1996– Deutschland 132 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 9. Juli 2014
2 Stand: 19. Juni 2014
Nadine Angerer

Nadine Marejke „Natze“ Angerer (* 10. November 1978 in Lohr am Main) ist eine deutsche Fußballspielerin auf der Position der Torhüterin. Sie wurde mit der Deutschen Nationalmannschaft 2003 und 2007 Weltmeisterin sowie 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013 Europameisterin und 2013 Europas Fußballerin des Jahres.[1] Am 13. Januar 2014 wurde sie von der FIFA zur Weltfußballerin des Jahres 2013 gekürt.[2]

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Angerer begann ihre Karriere als Stürmerin beim ASV Hofstetten. Bei einem Sichtungsspiel der Unterfrankenauswahl ersetzte sie die verletzte Torhüterin. Dabei wurde ihr Talent entdeckt, und sie wurde in die Bayernauswahl berufen. Seitdem ist sie Torfrau geblieben. 1995 wechselte sie zum 1. FC Nürnberg, ein Jahr später zum FC Wacker München. In dieser Zeit lehnte sie das Angebot, für eine amerikanische College-Mannschaft zu spielen, ab.

Nach der WM 1999 wechselte sie zu Bayern München. Neben dem Vereinstraining absolvierte sie zusätzliche Schichten mit Gerhard Tremmel, dem damaligen Torhüter der SpVgg Unterhaching.

Mit den Bayern schaffte sie den Aufstieg in die Bundesliga. 2001 wechselte sie zum 1. FFC Turbine Potsdam. Ihre ersten Vereinstitel gewann sie ein Jahr später. Zunächst gewann sie mit den „Torbienen“ den DFB-Hallenpokal, dann die Meisterschaft und auch den Pokal.

2005 gewann sie mit ihrer Mannschaft den UEFA Women’s Cup und verteidigte sowohl den DFB-Pokal als auch den DFB-Hallenpokal. Ein Jahr später wurde Angerer zum zweiten Mal deutsche Meisterin und zum dritten Mal Pokalsiegerin.

2008 wechselte sie für ein Jahr zum schwedischen Erstligisten Djurgården Damfotboll.[3] Ihre Bemühungen, in der neugegründeten US-Profiliga Women’s Professional Soccer (WPS) zu spielen, scheiterten an den Terminüberschneidungen mit der Nationalmannschaft. Vom 1. Januar 2009 bis 30. Juni 2013 spielte sie beim Bundesligisten 1. FFC Frankfurt. Im März 2012 erlitt Angerer einen Knorpelschaden im linken Knie und fiel damit für die restliche Bundesligasaison aus.

Im September 2013 wechselte Angerer in die australische W-League zu Brisbane Roar.[4] Mit Brisbane erreichte sie das Grand Final, das aber mit 0:2 gegen Melbourne Victory FC verloren wurde. Zur Saison 2014 wechselte Angerer zum NWSL-Teilnehmer Portland Thorns FC.[5] Bei ihrem Debüt in der NWSL gewann ihre Mannschaft am 12. April 2014 (1. Spieltag) im Auswärtsspiel gegen Houston Dash mit 1:0.[6]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Am 27. August 1996 debütierte Angerer in der A-Nationalmannschaft, die in Lichtenvoorde beim 3:0-Sieg gegen die gastgebende Auswahl der Niederlande gewann. Auch in den drei folgenden Spielen wurde sie eingesetzt und blieb weiterhin ohne Gegentor. Sie ist damit die erste Torhüterin, die in ihren ersten vier Spielen ohne Gegentor blieb. Ein Jahr später wurde sie mit der Nationalmannschaft Europameisterin, kam dabei aber nicht zum Einsatz. In den folgenden Jahren kam sie regelmäßig zu Einsätzen, musste sich aber mit der Rolle als Nummer zwei hinter Silke Rottenberg begnügen. 1999 nahm sie mit der Nationalelf an der Weltmeisterschaft in den USA teil, absolvierte dort aber ebenfalls kein Spiel.

2000 nahm sie mit der Nationalelf am Olympischen Fußballturnier in Sydney teil, das sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille beendete, ohne eingesetzt worden zu sein. 2001 wurde sie zum zweiten Mal Europameisterin.

Mit der Nationalmannschaft wurde sie 2003 Weltmeisterin in den USA, erneut ohne Einsatz. Beim Olympischen Fußballturnier in Athen gewann sie ihre zweite olympische Bronzemedaille. 2005 wurde sie zum dritten Mal Europameisterin. Bei ihren vier bis dahin gewonnenen Titeln mit der Nationalmannschaft hatte sie keine einzige Minute gespielt.

Nach einem Kreuzbandriss von Silke Rottenberg wurde Angerer Anfang 2007 die Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft. Im Finale der Weltmeisterschaft 2007 in China war sie eine der Schlüsselspielerinnen beim 2:0-Sieg über Brasilien. Neben einer glanzvollen Leistung hielt sie in der regulären Spielzeit einen Elfmeter der Brasilianerin Marta. Zudem wurde sie zur besten Torhüterin des Turniers gewählt, nicht zuletzt, weil sie in allen sechs Spielen ohne Gegentor geblieben war; dies gelang zuvor weder einer Torhüterin noch einem Torhüter bei einer Weltmeisterschaft. Für ihre Leistungen wurde sie am 27. November 2007 mit dem Laureus World Sports Award in der Kategorie „Medienperson des Jahres“ gewählt.[7]

Mit dem WM-Spiel gegen Nigeria am 30. Juni 2011 bestritt sie als 150. Spielerin ihr 100. Länderspiel.[8] Nur 99 ihrer bis dahin 100 Länderspiele hatte Angerer als Torhüterin bestritten: Am 6. März 2001 war sie beim Freundschaftsspiel gegen Vizeweltmeister China in der 70. Minute beim 1:0 für Abwehrspielerin Jeannette Götte als Feldspielerin auf den Platz gekommen.[9]

Im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2011 schied Deutschland nach der 0:1-Niederlage gegen die Auswahl Japans aus dem Turnier aus, wobei Angerer beim Gegentor „unglücklich aussah“.[10]

Nach dem Rücktritt von Birgit Prinz, Ariane Hingst, Kerstin Garefrekes und Martina Müller war sie bis zum 23. November 2013 die einzige aktuelle Nationalspielerin mit mehr als 100 Länderspielen. Am 16. September 2011 wurde sie als Nachfolgerin von Birgit Prinz zur Spielführerin bestimmt.[11]

Nadine Angerer mit Pokal bei der Europameisterfeier auf dem Frankfurter Römer

Nach ihrem erlittenen Knorpelschaden im März 2012 fiel Angerer für die EM-Qualifikationsspiele gegen Spanien, die Schweiz und Rumänien aus. Am 15. September 2012 kam sie beim 7:0-Sieg gegen die Auswahl Kasachstans wieder zum Einsatz.

Bei der Europameisterschaft 2013 gewann sie mit der Mannschaft den achten EM-Titel für die deutsche Frauennationalmannschaft. Im ganzen Turnier musste sie nur ein Gegentor hinnehmen; im Finale gegen Norwegen hielt sie zwei Elfmeter und sicherte so den 1:0-Sieg. Aufgrund dieser Leistungen wurde sie zur „Spielerin des Turniers“ gewählt.

„Sie zeigte ein ausgesprochen hohes Niveau in allen Spielen, machte keine Fehler und hatte keinerlei Schwächen. Sie zeigte sich bei Standardsituationen souverän, organisierte ihre Abwehr und brillierte mit ihrer Strafraumbeherrschung. Aber, und das ist vielleicht das Wichtigste, sie strahlte auch ein großes Selbstbewusstsein aus, das auf ihre Abwehrspielerinnen abfärbte.“[12]

Am 21. September 2013 löste sie mit ihrem 125. Spiel Birgit Prinz als am längsten für die Nationalmannschaft spielende Spielerin ab. Angerer ist die einzige Spielerin, die mehr als 17 Jahre für die Nationalmannschaft spielte.

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Vereinsfußball[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nadine Angerer bei der WM 2011

Beruf[Bearbeiten]

Nadine Angerer hat eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik begonnen, aber nicht abgeschlossen. In den letzten Jahren absolvierte sie eine Umschulung zur Physiotherapeutin. Wegen ihrer Umschulung verzichtete sie Ende 2006/Anfang 2007 auf Einsätze in der Nationalmannschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nadine Angerer ist Europas Fußballerin des Jahres, ARD Sportschau, abgerufen am 6. September 2013
  2. Bayerns Ribéry geht leer aus: Ronaldo und Angerer sind Weltfußballer - n-tv.de. Website n-tv.de. Abgerufen am 13. Januar 2014.
  3. ffc-turbine.de: Nadine Angerer verlässt Potsdam Richtung Schweden
  4. DFB-Frauen: Angerer wechselt zu Brisbane Roar; Focus-Online, 14. Juli 2013
  5. Nadine Angerer wechselt zum US-Meister nach Portland. In: RP Online. Abgerufen am 13. Januar 2014.
  6. Spielbericht auf timbers.com
  7. ffc-turbine.de: Nadine Angerer als „Laureus-Medienperson des Jahres“ geehrt
  8. DFB.de:Nadine Angerer: Ganz normal anders
  9. DFB.de: Spielstatistik Deutschland – China 1:0 (0:0)
  10. Angerer will weitermachen, FIFA.com, 13. Juli 2011, abgerufen am 7. September 2013
  11. DFB.de: Nadine Angerer neue Spielführerin
  12. Begründung des Technischen Teams der UEFA zur Auszeichnung Angerers, 30. Juli 2013; aktualisiert am 4. September 2013
  13. fifa.com: „FIFA Ballon d'Or“
  14. uefa.com: „Angerer die Beste der Besten“
  15. fifa.com: Doppelte Ehre für Marta
  16. ffc-turbine.de: „Nadine Angerer ist Brandenburgs Sportlerin des Jahres“
  17. Hall of Fame auf dfb.de
  18. nwzonline.de: „Nadine Angerer strebt Titelgewinn in stärkster Liga an“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nadine Angerer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Titel Nachfolger

Abby Wambach
Weltfußballerin des Jahres
2013

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(erste Titelträgerin)
Europas Fußballerin des Jahres
2013

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