Carli Lloyd

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Carli Lloyd

Lloyd im September 2011

Informationen über die Spielerin
Voller Name Carli Anne Lloyd
Geburtstag 16. Juli 1982
Geburtsort Delran Township, New JerseyUSA
Größe 170 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
2001–2004 Rutgers Scarlet Knights
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1999 Central Jersey Splash
2000 New Brunswick Power
2001 South Jersey Banshees
2004 New Jersey Wildcats 1 0(1)
2009 Chicago Red Stars 16 0(2)
2010 Sky Blue FC 5 0(0)
2011 Atlanta Beat 10 0(2)
2013–2014 Western New York Flash 34 (16)
2015– Houston Dash 19 0(9)
Nationalmannschaft2
USA U-21
2005– USA 232 (96)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2016

2 Stand: 23. Oktober 2016

Carli Anne Lloyd (* 16. Juli 1982 in Delran Township, Burlington County, New Jersey) ist eine US-amerikanische Fußballspielerin. Sie spielt seit 2015 für die Houston Dash und seit 2005 in der US-amerikanischen Nationalmannschaft. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2015 wurde sie zur besten Spielerin des Turniers und später zur Weltfußballerin des Jahres gewählt. Außerdem war sie zum zweiten Mal nach 2008 Fußballerin des Jahres in den USA.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lloyd (Nr. 10) mit der US-Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen England am 13. Februar 2015[1]

Während ihrer High-School-Zeit in Delran spielte sie für ihr High-School-Team. Noch während der High-School-Zeit spielte sie zudem in der W-League für Central Jersey Splash, New Brunswick Power und South Jersey Banshees, nach Einschreibung an der Rutgers University für die Rutgers Scarlet Knights und einmal für die New Jersey Wildcats.

Mit der U-21-Nationalmannschaft nahm sie viermal am Nordic Cup teil, den die USA jeweils gewannen.

Ihr erstes A-Länderspiel machte sie am 10. Juli 2005 beim 7:0 gegen Ukraine, eine der beiden höchsten Niederlagen der Ukraine. Das erste Länderspieltor war das 8:0 am 1. Oktober 2006 beim 10:0-Sieg gegen Taiwan.

Das Jahr 2007 begann für sie mit dem Gewinn des Algarve Cups, bei dem sie in jedem der vier Spiele ein Tor erzielte und dadurch Torschützenkönigin und beste Spielerin des Turniers wurde. Bei der WM 2007 kam sie in den ersten fünf Spielen zum Einsatz, sie wurde nur beim abschließenden Spiel um Platz 3 nicht eingesetzt. 2008 konnte sie den Gewinn des Algarve Cups wiederholen und dabei ein Tor im ersten Spiel gegen China erzielen. Bei den Olympischen Spielen in Peking erzielte sie im Finale in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg gegen Brasilien und wurde daraufhin zur Fußballerin des Jahres in den USA gewählt.[2] Auch im Gruppenspiel gegen Japan hatte sie das einzige Tor zum 1:0-Sieg erzielt.

In der Saison 2009 spielte sie in der Women’s Professional Soccer für die Chicago Red Stars, für die sie in 16 Spielen zwei Tore erzielte.

Obwohl sie in der WPS-Saison früh einen Knöchelbruch erlitt und nur fünf Spiele für Sky Blue FC bestreiten konnte, kam sie 2010 in 15 Länderspielen zum Einsatz und beim Algarve Cup 2010 erzielte sie beim 3:2-Finalsieg gegen Deutschland das erste Tor.[3]

Für den CONCACAF Women’s Gold Cup 2010, wo die US-Mannschaft überraschend nur Dritter wurde und die direkte Qualifikation für die WM 2011 verpasste, war sie rechtzeitig wieder fit und kam in allen fünf Spielen zum Einsatz. Im mit 1:2 gegen Mexiko verlorenen Halbfinale erzielte sie das Tor für die USA. Bei den dadurch notwendigen Playoff-Spielen gegen Italien bestritt sie im Rückspiel ihr 100. Länderspiel.

Am 17. Dezember 2010 unterschrieb sie bei Atlanta Beat, für die sie in der WPS-Saison 2011 spielte. Lloyd gehörte zum Kader der USA für die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland.[4] Im zweiten WM-Spiel erzielte sie gegen Kolumbien in der 57. Minute das Tor zum 3:0-Endstand und wurde als Spielerin des Spiels ausgezeichnet.[5] Im Viertelfinale gegen Brasilien, das die USA nach einem 2:2 nach Verlängerung mit 5:3 im Elfmeterschießen gewannen, verwandelte sie im Elfmeterschießen den zweiten Elfmeter für das US-Team. Nach dem Halbfinalsieg gegen Frankreich stand sie im Finale gegen Japan. Nachdem es nach Verlängerung 2:2 stand, musste erneut das Elfmeterschießen entscheiden. Hier trat Lloyd als zweite US-Schützin an, schoss aber über das Tor. Da zuvor auch Shannon Boxx und später Tobin Heath ihre Versuche nicht verwandeln konnten, ging das Elfmeterschießen mit 3:1 an Japan und das US-Team gewann Silber.

Am 24. Januar 2012 erzielte sie drei Tore beim 4:0-Sieg gegen Mexiko im Rahmen des Qualifikations-Turniers für die Olympischen Spiele.[6]

Lloyd stand im Kader für das Olympische Fußballturnier in London und wurde in allen sechs Spielen eingesetzt. Im Finale gegen Japan am 9. August 2012 erzielte sie beide Tore für die USA. Sie ist damit die zweite Spielerin nach Tiffeny Milbrett, die drei Tore in Olympischen Finalspielen erzielen konnte. Insgesamt erzielte sie 6 Tore bei Olympischen Spielen und ist damit zweitbeste Torschützin des US-Teams bei Olympischen Spielen. Durch den 2:1-Sieg gewann sie zum zweiten Mal die Goldmedaille.

Am 12. Dezember machte sie beim 4:0-Sieg gegen China ihr 150. Länderspiel und erzielte dabei das zwischenzeitliche 2:0.[7]

Von 2013 bis 2014 spielte sie in der neugegründeten National Women’s Soccer League, der höchsten amerikanischen Profiliga im Frauenfußball, für Western New York Flash.[8] Zur Saison 2015 wechselte sie im Tausch für Becky Edwards und Whitney Engen zum Ligakonkurrenten Houston Dash.[9]

Am 10. November 2013 erhielt sie beim 4:1 gegen Brasilien in der zweiten Minute der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte und wurde beim nächsten Freundschaftsspiel nicht eingesetzt.[10]

Am 10. April 2014 erzielte sie beim 3:0-Sieg gegen China zwei Tore, darunter ihr 50. Länderspieltor.[11]

Sie gehörte auch zum Kader der USA für die WM 2015 in Kanada. Sie kam in allen sieben Spielen zum Einsatz, wobei sie die Mannschaft viermal als Kapitänin aufs Spielfeld führte, da die eigentliche Kapitänin Christie Rampone und die erste Ersatzkapitänin Abby Wambach nicht eingesetzt wurden oder nicht in der Startelf standen. Am 26. Juni 2015 machte sie im Viertelfinale der WM 2015 gegen China ihr 200. Länderspiel und erzielte dabei den 1:0-Siegtreffer.[12] Im Halbfinale gegen Deutschland wurde ihre Mitspielerin Alex Morgan in der 69. Minute an der Strafraumgrenze gefoult, worauf die Schiedsrichterin Foulelfmeter gab, den Lloyd zum 1:0 verwandelte.[13] Anschließend bereitete sie auch das 2:0 durch Kelley O’Hara vor, die damit ihr erstes Länderspieltor erzielte. Im Finale gegen Japan erzielte sie beim 5:2-Sieg drei Tore, darunter die ersten beiden in der 3. und 5. Minute sowie das Tor zum 4:0 durch einen Schuss von der Mittellinie.[14] Letzteres wurde zum schönsten Tor des Turniers gewählt und später in die Auswahl zum „FIFA Puskas Award“ aufgenommen. Lloyd hält nun die Rekorde für das früheste (3.Minute) und die meisten (drei) Tore in einem WM-Finale der Frauen. Sie wurde anschließend als beste Spielerin der WM mit dem „Goldenen Ball“ ausgezeichnet, sowie als zweitbeste Torschützin – aufgrund der höheren Einsatzzeit bei gleicher Trefferzahl – mit dem „Silbernen Schuh“. Am 11. Januar 2016 wurde sie auf der FIFA Ballon d'Or Gala in Zürich als Weltfußballerin des Jahres ausgezeichnet.[15]

Im Januar 2016 wurde sie zusammen mit Becky Sauerbrunn „Team Captain“ der US-Nationalmannschaft.[16] Schon zuvor hatte sie auf Grund der Verletzungen von Christie Rampone das Amt mehrfach ausgeübt.

Sie gehörte zum Kader für das Qualifikationsturnier für die Olympischen Sommerspiele 2016, das die USA gewannen. Dabei kam sie in allen fünf Spielen zum Einsatz, wobei sie außer im Finale jeweils ein Tor erzielte, darunter im Gruppenspiel gegen Mexiko das einzige Tor des Spiels.[17] Sie wurde als eine der beiden besten Stürmerinnen ins Allstar-Team des Turniers gewählt.[18]

Bei den Olympischen Spielen war sie Kapitänin der US-Mannschaft, die erstmals das Viertelfinale nicht überstand, da sie dort im Elfmeterschießen den von der ehemaligen US-Nationaltrainerin Pia Sundhage trainierten Schwedinnen unterlag.

Mit derzeit (Stand: 23. Oktober 2016) 96 Toren hat sie die meisten Tore aller Spielerinnen erzielt, denen noch keine 100 Tore gelangen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carli Lloyd – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WNT Caps Off European Trip with 1-0 Victory against England, ussoccer.com
  2. Howard, Lloyd, Kljestan and Mewis Voted 2008 U.S. Soccer Athletes of the Year, ussoccer.com
  3. Lloyd, Wambach and Cheney Score As U.S. Women Win 2010 Algarve Cup With 3-2 Victory Against Germany, ussoccer.com
  4. FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 – Kader USA, fifa.com
  5. USA machen Traumstart perfekt, FIFA.com
  6. U.S. Women’s National Team Wins Group B at 2012 CONCACAF Women’s Olympic Qualifying with 4-0 Victory Against Mexico, ussoccer.com
  7. U.S. WNT Beats China PR 4-0 at BBVA Compass Stadium in Houston, ussoccer.com
  8. NWSL Announces Allocation of 55 National Team Players to Eight Clubs, ussoccer.com
  9. Houston Dash acquire USWNT midfielder Carli Lloyd from Western New York Flash, houstondynamo.com (englisch). Abgerufen am 17. Oktober 2014.
  10. U.S. WNT Defeats Brazil 4-1 in Orlando to Complete Undefeated 2013 Campaign, ussoccer.com
  11. Lloyd Hits for Two, Leroux Adds the Third: U.S. WNT vs. China – April 10, 2014, ussoccer.com
  12. Jubel und Enttäuschung bei Erfolgen der Spitzenteams, fifa.com
  13. Highlights: USA v. Germany – FIFA Women’s World Cup 2015
  14. Final Highlights: USA v. Japan – FIFA Women’s World Cup 2015
  15. Die unnachgiebige Anführerin ist endlich die Beste, Süddeutsche Zeitung vom 12. Januar 2016.
  16. ussoccer.com: „Carli Lloyd and Becky Sauerbrunn Named New Captains of U.S. WNT“
  17. concacaf.com: Mexico 0-1 USA
  18. concacaf.com: „TSG announces CWOQ Best XI, Awards“
  19. http://de.fifa.com/womensworldcup/awards/index.html
  20. http://de.fifa.com/womensworldcup/awards/index.html
  21. fr-online.de: „Anja Mittag und Celia Sasic in Fußball-Weltauswahl 2015“
Vorgänger Amt Nachfolger

Abby Wambach
Lauren Holiday
Fußballerin des Jahres in den USA
2008
2015

Hope Solo