Simon Lichtenberg

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Simon Lichtenberg
Simon Lichtenberg
Geburtstag 15. Dezember 1997
Nationalität DeutschlandDeutschland Deutschland
Spitzname(n) The Sorcerer[1]
Profi seit 2018/19
Preisgeld 5.000 £[2]
Höchstes Break 109[2] (Q School 2017/1)
Century Breaks 1[2]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften
Ranglistenturniersiege
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 103 (August 2018– )
Aktueller WRL-Platz 103 (Stand: 12. August 2018)

Simon Lichtenberg (* 15. Dezember 1997) ist ein deutscher Snookerspieler aus Berlin. Er wurde 2016 Deutscher Meister und gewann 2018 als erster Deutscher die U21-Europameisterschaft. Dadurch qualifizierte er sich für die Snooker Main Tour-Saisons 2018/19 und 2019/20.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge als Amateur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simon Lichtenberg begann mit 8 Jahren mit dem Snookerspielen. Dazu gebracht hatte ihn sein Vater, der aus England stammt.[1][3] Im März 2012 erreichte er bei seiner ersten Teilnahme an der U21-Europameisterschaft die Runde der letzten 48. Einen Monat später zog er ins Finale der deutschen U21-Meisterschaft ein und unterlag dort Lukas Kleckers mit 1:3.[4] Bei der deutschen Jugend-Meisterschaft 2013 erreichte er in den Altersklassen U16 und U21 das Endspiel. Nachdem er sich bei den U16-Junioren mit 3:0 gegen Moritz Thomas durchsetzen konnte, verlor er bei den U21-Junioren mit 2:4 gegen Kleckers.[5][6] Im Oktober 2013 nahm er erstmals an der deutschen Meisterschaft der Herren teil und schaffte es ins Achtelfinale, in dem er mit 2:3 gegen Sascha Lippe ausschied. Bei den U21-Europameisterschaften 2014 und 2015 erreichte er die Runde der letzten 32. 2015 unterlag er dem späteren Turniersieger Darryl Hill mit 0:4. Im Juli 2015 schaffte er es auch bei der U21-Weltmeisterschaft in die Runde der letzten 32. Bei der deutschen Meisterschaft 2015 erreichte er das Achtelfinale, nachdem er im Vorjahr nicht teilgenommen hatte.

In der Saison 2015/16 nahm Lichtenberg erstmals an Turnieren der Players Tour Championship teil. Nachdem er beim Paul Hunter Classic 2015 und bei den Ruhr Open 2015 in der Vorrunde ausgeschieden war, erreichte er im November 2015 bei den Bulgarian Open die Runde der letzten 128, in der er dem Engländer Oliver Lines mit 1:4 unterlag. Bei seinen beiden weiteren PTC-Turnierteilnahmen der Saison (Gibraltar Open 2015 und Gdynia Open 2016) schied er jeweils in der Vorrunde aus.[7] Bei der U21-EM 2016 erreichte er erneut die Runde der letzten 32. Im Mai 2016 gewann er durch einen 3:2-Finalsieg gegen Roman Dietzel zum ersten Mal ein Turnier des German Grand Prix.[8] Bei der U21-WM 2016 schied er in der Runde der letzten 64 aus. Wenige Tage später gelangte er beim Paul Hunter Classic in die Runde der letzten 128 und verlor mit 1:4 gegen Robbie Williams. Im November 2016 kam Lichtenberg bei der deutschen Meisterschaft erstmals über das Achtelfinale hinaus. Nach Siegen gegen Jörn Hannes-Hühn, Sascha Breuer und Jan Eisenstein zog er schließlich ins Finale ein, in dem er durch einen 4:2-Sieg gegen Roman Dietzel Deutscher Meister wurde.[9][3] Anfang 2017 schied er bei den Gibraltar Open in der Vorrunde aus und erreichte bei der U21-EM das Achtelfinale und bei der Herren-EM, für die er erstmals nominiert worden war, das Sechzehntelfinale.[8]

Im Mai 2017 versuchte Lichtenberg sich über die Q School für die Main Tour zu qualifizieren. Er kam jedoch bei keinem der beiden Turniere über die dritte Runde hinaus.[10] Zu Beginn der Saison 2017/18 bildete er beim World Cup gemeinsam mit Lukas Kleckers das deutsche Team, das in der Vorrunde ausschied. Wenig später erreichte er bei der U21-Snookerweltmeisterschaft das Viertelfinale, in dem er sich jedoch dem späteren Weltmeister Fan Zhengyi mit 0:5 geschlagen geben musste. In der Qualifikation des Paul Hunter Classic 2017 verlor er sein Auftaktmatch gegen Ashley Carty. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 schied er im Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister Richard Wienold aus. Im Februar 2018 zog Lichtenberg in Sofia, nachdem er unter anderem Michail Terechow, Kobe Vanoppen und Brian Ochoiski besiegt hatte, als erster Deutscher ins Finale der U21-Europameisterschaft ein. Im Endspiel gegen den Waliser Tyler Rees gewann er mit 6:3 und war damit für die Main-Tour-Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 qualifiziert. Da die Deutsche Billard-Union zuvor nicht der neugegründeten World Snooker Federation beigetreten war, was der Profiweltverband WPBSA jedoch zur Bedingung dafür erklärt hatte, dass Spieler auf die Profitour gelangen können, war zunächst unklar, ob er den Main-Tour-Platz erhalten würde.[11][12][13][14] Die WPBSA bestätigte jedoch wenige Tage später, dass er die Main Tour Card unabhängig von dem offenen Verbandsstatus erhält.[15]

Im März 2018 überstand Lichtenberg erfolgreich die Vorrunden der Gibraltar Open durch Siege gegen die Briten Robert James (4:3) und Dylan Craig (4:2). Im Hauptturnier unterlag er in Runde 2 (Runde der letzten 64) dem Profispieler Scott Donaldson mit 1:4.[16]

Erste Profisaison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang der Snooker-Saison 2018/19 verlor Lichtenberg in der Qualifikation zum Riga Masters 2018 mit 0:4 gegen Jamie Jones.

Mannschaftskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2010 spielte Lichtenberg bei der Snookerfabrik Berlin. Mit dieser stieg er 2012 in die 2. Bundesliga und 2015 in die 1. Bundesliga auf.[17][18][19][20] In der Saison 2015/16 wurde er mit den Berlinern Dritter und erreichte dabei in der Einzelwertung den dritten Platz.[21] In der folgenden Spielzeit gelang in der Relegation der Klassenerhalt.[22] Zu Beginn der Saison 2017/18 meldete die Snookerfabrik ihre Mannschaft ab und Lichtenberg wechselte zum 1. DSC Hannover.[23]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finalteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Amateurturniere (Auswahl)
Zweiter 2012 Deutsche U16-Meisterschaft DeutschlandDeutschland Lukas Kleckers 1:3
Sieger 2013 Deutsche U16-Meisterschaft DeutschlandDeutschland Moritz Thomas 3:0
Zweiter 2013 Deutsche U21-Meisterschaft DeutschlandDeutschland Lukas Kleckers 2:4
Sieger 2016 Deutsche Meisterschaft DeutschlandDeutschland Roman Dietzel 4:2
Sieger 2018 U21-Europameisterschaft WalesFlag of Wales (1959–present).svg Tyler Rees 6:3

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simon Lichtenberg legte 2015 das Abitur am Berliner John-Lennon-Gymnasium ab und studiert seit Oktober 2016 Economics an der TU Berlin.[24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simon Lichtenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Hein: Snooker DJM: Simon „The Sorcerer“ im Interview. In: snookermania.de. 4. April 2013, archiviert vom Original am 15. November 2016; abgerufen am 23. Dezember 2016.
  2. a b c Profil von Simon Lichtenberg bei CueTracker (Stand: 18. Juli 2018)
  3. a b Frank B. Halfar: Simon Lichtenberg Wins German National Championship. In: snookerhq.com. 27. November 2016, abgerufen am 30. Dezember 2016 (englisch).
  4. Deutsche Jugend Meisterschaft 2012 – Snooker U16. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  5. Deutsche Jugend Meisterschaft 2013 – Snooker U16. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  6. Deutsche Jugend Meisterschaft 2013 – Snooker U21. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  7. Prize Money Won by Simon Lichtenberg in Season 2015–2016. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 13. November 2016.
  8. a b Prize Money Won by Simon Lichtenberg in Season 2016–2017. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 13. November 2016.
  9. Acht Titel am Schlusstag vergeben. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, 13. November 2016, abgerufen am 13. November 2016.
  10. Prize Money Won by Simon Lichtenberg in Season 2017–2018. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 9. Februar 2018.
  11. Simon Lichtenberg ist neuer U21-Europameister im Snooker. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, 9. Februar 2018, abgerufen am 10. Februar 2018.
  12. Rolf Kalb: Skandal: Simon Lichtenberg darf nicht auf der Maintour spielen. In: eurosport.de. Eurosport, 9. Februar 2018, abgerufen am 10. Februar 2018.
  13. Thomas Hein: Euro2018Snooker: Simon Lichtenberg ist Europameister der U21. In: snookermania.de. 9. Februar 2018, abgerufen am 10. Februar 2018.
  14. David Caulfield: Simon Lichtenberg Captures European Under-21 Championship. In: snookerhq.com. 9. Februar 2018, abgerufen am 10. Februar 2018 (englisch).
  15. WSF News: Simon Lichtenberg Awarded Tour Card. In: worldsnooker.com. World Professional Billiards & Snooker Association, abgerufen am 16. Februar 2018.
  16. 2018 Gibraltar Open. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 26. März 2018.
  17. Oberliga 2011/12. In: vbbv.billardmanager.de. Billard-Verband Berlin, abgerufen am 13. November 2016.
  18. 2. Bundesliga Snooker Nord 2012/13. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  19. 2. Bundesliga Snooker Nord 2013/14. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  20. 2. Bundesliga Snooker Nord 2014/15. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  21. 1. Bundesliga Snooker 2015/16. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  22. 1. Bundesliga Snooker 2016/17. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 13. November 2016.
  23. 1. Bundesliga Snooker 2017/18. In: portal.billardarea.de. Deutsche Billard-Union, abgerufen am 9. Februar 2018.
  24. Thomas Hein: Interview: Deutscher Meister Simon Lichtenberg hat Geburtstag. In: snookermania.de. 9. Dezember 2016, archiviert vom Original am 23. Dezember 2016; abgerufen am 23. Dezember 2016.