Wendy Holdener

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Wendy Holdener Ski Alpin
Wendy Holdener ZellamSee 04.JPG
Nation SchweizSchweiz Schweiz
Geburtstag 12. Mai 1993 (25 Jahre)
Geburtsort Unteriberg, Schweiz
Größe 167 cm
Gewicht 60 kg
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom, Kombination,
Super-G
Verein SC Drusberg
Nationalkader seit Swiss-Ski
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
WM 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 1 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Gold0 Pyeongchang 2018 Mannschaft
0Silber0 Pyeongchang 2018 Slalom
0Bronze0 Pyeongchang 2018 Kombination
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
0Gold0 St. Moritz 2017 Kombination
0Silber0 St. Moritz 2017 Slalom
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
0Gold0 Crans-Montana 2011 Kombination
0Silber0 Crans-Montana 2011 Abfahrt
0Bronze0 Crans-Montana 2011 Riesenslalom
0Silber0 Québec 2013 Mannschaft
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 23. Oktober 2010
 Weltcupsiege 3
 Gesamtweltcup 2. (2017/18)
 Abfahrtsweltcup 39. (2017/18)
 Super-G-Weltcup 22. (2017/18)
 Riesenslalomweltcup 8. (2017/18)
 Slalomweltcup 2. (2017/18)
 Kombinationsweltcup 1. (2015/16, 2017/18)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Super-G 0 0 1
 Slalom 0 9 8
 Parallelrennen 1 2 0
 Super-Kombination 2 1 0
letzte Änderung: 8. April 2018

Wendy Holdener (* 12. Mai 1993 in Unteriberg)[1] ist eine Schweizer Skirennfahrerin. Sie gehört seit 2013 der Nationalmannschaft von Swiss-Ski an[2] und ist insbesondere im Slalom und der Kombination erfolgreich. In letzterer Disziplin gewann sie in den Saisons 2015/16 und 2017/18 die Disziplinenwertung, 2017 wurde sie Weltmeisterin. Bei Olympischen Spielen gewann sie je eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juniorenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendy Holdener stammt aus Unteriberg im Kanton Schwyz, wo sie auch heute noch lebt.[3] Sie erhielt an der Sportmittelschule Engelberg eine Ausbildung als Hotelfachangestellte.[4] Die ersten FIS-Rennen bestritt sie im November 2008 im Alter von 15 Jahren. Im Winter 2009/10 fuhr sie auf dieser Stufe regelmässig unter die besten zehn und erzielte im Februar 2010 ihren ersten Sieg. Bei der Junioren-WM 2010 fuhr sie in der Abfahrt auf den fünften Platz. Auch bei den Schweizer Meisterschaften 2010 verpasste sie als Vierte der Abfahrt nur knapp eine Medaille.

Am Ende dieses Winters war Holdener in der FIS-Weltrangliste die Beste des Jahrgangs 1993 in den Disziplinen Abfahrt, Super-G und Slalom; im Riesenslalom belegte sie den zweiten Platz. Aufgrund dieser Tatsache erhielt sie die Gelegenheit, zusammen mit der Nationalmannschaft das Sommertrainingslager in Neuseeland zu absolvieren.[4] Obwohl sie im Europacup erst vier Rennen bestritten hatte, gab sie am 23. Oktober 2010 in Sölden ihr Debüt im Weltcup. Dabei fuhr sie im Riesenslalom auf den 55. Platz. Etwas mehr als einen Monat später, am 28. November 2010, gewann sie als 18. des Slaloms in Aspen die ersten Weltcuppunkte. Dieses Ergebnis egalisierte sie am 21. Dezember 2010 in Courchevel in derselben Disziplin. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2011 in Crans-Montana gewann Holdener die Goldmedaille in der Kombination, Silber in der Abfahrt und Bronze im Riesenslalom. Diese Erfolge sicherten ihr auch die Nomination für die Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen, wo sie im Riesenslalom auf Platz 29 fuhr, im Slalom jedoch ausschied.

Etablierung im Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Saison 2011/12 erreichte Holdener fünf Top-20-Ergebnisse im Weltcup und den Schweizer Meistertitel in der Super-Kombination. Im April 2012 wurde sie von der Schweizer Sporthilfe zur besten Nachwuchsathletin des Jahres 2011 gekürt.[5] 2012 holte sie am Saisonauftakt in Sölden mit einem 17. Platz ihre ersten Riesenslalom-Weltcuppunkte.

Im Verlaufe der Saison 2012/13 konnte sich Holdener vor allem im Slalom kontinuierlich verbessern und stiess mit mehreren Top-10-Platzierungen in die Weltspitze vor. Bei der Junioren-WM 2013 gewann sie die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb. Die erste Weltcup-Podestplatzierung gelang ihr am 10. März 2013, als sie beim Slalom von Ofterschwang Zweite wurde.

Nachdem sie bei den Olympischen Winterspielen 2014 sowohl im Slalom als auch Riesenslalom ausgeschieden war, gewann sie mit dem Schweizer Team beim Saisonfinale in Lenzerheide am 14. März 2014 den nur zum Nationencup zählenden Mannschaftsbewerb vor den USA und Österreich. Am 29. Dezember 2014 fuhr Holdener beim Slalom von Kühtai auf Rang drei. Nicht so gut verliefen für sie die Weltmeisterschaften 2015 in den USA, wo sie im Riesenslalom auf Rang 17 kam und in ihrer Spezialdisziplin, dem Slalom, nach Rang 8 im ersten Lauf (1,02 sec hinter der führenden Shiffrin und 0,58 sec vom Podest entfernt) im zweiten Durchgang ausschied. Jedoch vermochte sie im Schweizer Team am 20. März den Vorjahrserfolg zu wiederholen: In Méribel gelang der Sieg vor Schweden und Österreich.

Aufstieg an die Weltspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem am 29. Dezember 2015 in Lienz ein weiterer Podestplatz dazugekommen war, konnte sich Holdener gegen Ende der Saison 2015/16 nochmals deutlich steigern. Am 23. Februar 2016 feierte sie beim City Event in Stockholm ihren ersten Weltcupsieg. Es folgten je ein zweiter Platz in der Kombination von Soldeu am 28. Februar und im Slalom von Jasná am 6. März. Eine Woche später, am 13. März gelang ihr in der Kombination von Lenzerheide der zweite Weltcupsieg. Mit diesem sicherte sie sich auch den Gewinn der Kombinations-Disziplinenwertung. Letztlich gelang ihr im Schweizer Team die Wiederholung des Vorjahrsieges im Teambewerb, diesmal am 18. März 2016 in St. Moritz vor Deutschland und Schweden.

In der Saison 2016/2017 fuhr Wendy Holdener sechsmal auf das Slalompodest. Zweimal erreichte Holdener den zweiten sowie viermal den dritten Rang.[6] Der erste Slalomsieg wurde ihr aber verwehrt. Im Slalom von Squaw Valley (11. März 2017) führte die Schwyzerin nach dem ersten Lauf 2 Hundertstelsekunden vor Mikaela Shiffrin. Im zweiten Lauf schied Holdener drei Tore vor dem Ziel aus und verpasste somit ihren ersten Sieg.[7] Es stand noch nie jemand so oft auf dem Slalompodest ohne ein Rennen zu gewinnen.[8]

Weltmeisterin und Olympiasiegerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dank einer guten Zeit in ihrer weniger starken Disziplin, der Abfahrt, und einer starken Leistung im Slalom holte sie (mit fünf Hundertstel Sekunden Vorsprung auf ihre Teamkollegin Michelle Gisin) am 10. Februar 2017 die Goldmedaille in der Kombination bei der Heimweltmeisterschaft in St. Moritz, womit es für das Schweizer Alpin-Damenteam die erste Goldmedaille seit Sonja Nefs Riesenslalom-Gold 2001 gab. Im Slalom wurde sie nur von Mikaela Shiffrin geschlagen und gewann die Silbermedaille.

Ihre starken Leistungen setzten sich in der Saison 2017/18 fort. Fünfmal erreichte Holdener einen Podestplatz im Slalom. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang führte Holdener im Slalom nach dem ersten Lauf und am gewann am Ende hinter Frida Hansdotter die Silbermedaille. In der Alpinen Kombination sicherte sie sich hinter Michelle Gisin und Mikaela Shiffrin die Bronzemedaille. Im erstmals ausgetragenen Mannschaftswettbewerb gewann sie am 24. Februar im Schweizer Team (mit Denise Feierabend, Luca Aerni, Daniel Yule und Ramon Zenhäusern) die Goldmedaille. Eine Woche später, am 3. März, fuhr sie im Super-G von Crans-Montana auf den dritten Platz und erzielte damit erstmals eine Podestplatzierung in einem Speed-Rennen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holdener ist mit dem ehemaligen Skirennfahrer Nico Caprez liiert.[9]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pyeongchang 2018: 1. Mannschaftswettbewerb, 2. Slalom, 3. Alpine Kombination, 9. Riesenslalom

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2010/11 89. 43 49. 1 38. 26 27. 16
2011/12 67. 84 31. 60 19. 24
2012/13 20. 359 42. 14 6. 334 33. 11
2013/14 29. 234 35. 26 10. 186 12. 22
2014/15 22. 312 52. 4 46. 6 8. 266 7. 36
2015/16 6. 817 45. 7 30. 51 3. 561 1. 198
2016/17 8. 692 53. 4 22. 93 3. 455 3. 140
2017/18 2. 1168 39. 18 22. 92 8. 203 2. 705 1. 150

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 24 Podestplätze, davon 3 Siege:
Nr. Datum Ort Land Disziplin
1. 23. Februar 2016 Stockholm Schweden City Event
2. 13. März 2016 Lenzerheide Schweiz Super-Kombination
3. 26. Januar 2018 Lenzerheide Schweiz Super-Kombination

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 5 Podestplätze, davon 2 Siege:
Nr. Datum Ort Land Disziplin
1. 10. Januar 2013 Melchsee-Frutt Schweiz Slalom
2. 22. Januar 2015 Zell am See Österreich Riesenslalom

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wendy Holdener – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief Wendy Holdener. In: gmx.ch, abgerufen am 21. Februar 2017.
  2. Selektionen Damen Ski alpin 2012/13. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swiss-ski.ch (PDF; 32 kB) Swiss-Ski, 18. April 2012, abgerufen am 1. Mai 2012.
  3. Portrait auf Wendy Holdeners Website, abgerufen am 21. Februar 2017.
  4. a b Wendy Holdener: Ein Talent, das noch träumen darf. skionline.ch, 3. November 2010, abgerufen am 28. November 2010.
  5. Wendy Holdener Nachwuchsathletin 2011. skionline.ch, 20. April 2012, abgerufen am 21. April 2012.
  6. Slalomresultate 2016/2017 abgerufen am 20. Januar 2018
  7. Squaw Valley - Slalom blick.ch, 11. März 2017, abgerufen am 20. Januar 2018
  8. Die "Poulidor" vom Slalomrts.ch, 3. Januar 2018, abgerufen am 20. Januar 2018
  9. Nico Caprez blick.ch, abgerufen am 20. Januar 2018