Mercedes-Benz Axor

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Mercedes-Benz Axor
Hersteller: Mercedes-Benz
Verkaufsbezeichnung: Axor
Produktionszeitraum: 2001–
Vorgängermodell: Mercedes-Benz LN
Nachfolgemodell: Mercedes-Benz Antos Mercedes-Benz Arocs
Ähnliche Modelle: DAF CF
Iveco Eurocargo
Scania P
Axor als Renn-Truck

Mercedes-Benz Axor ist der Name einer LKW-Baureihe von Mercedes-Benz (Sparte Daimler Trucks), die zur Daimler AG gehört.

Mercedes-Benz
Axor der ersten Bauserie mit Hochdach

Axor der ersten Bauserie mit Hochdach

Axor erste Bauserie
Hersteller: Mercedes-Benz
Verkaufsbezeichnung: Axor
Produktionszeitraum: 2001–2004
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Technische Daten
Motoren: R6-Diesel
zul. Gesamtgewicht: 18-26 t

Premiere 2001[Bearbeiten]

Die neue Baureihe Axor löste im Sommer 2001 die schwere Typenreihe des kleineren Modells Atego (15- und 18-Tonner) ab. Sie deckt mit Tonnagen von 18 bis 26 Tonnen das Spektrum zwischen der großen Reihe Actros und dem erwähnten Modell Atego ab. Im Gegensatz zum Actros ist der kleinere Axor nicht mit dem V6-Diesel OM 501 LA, sondern mit dem Reihensechszylinder OM 906 LA aus dem Atego ausgerüstet. Dieser steht mit Leistungen zwischen 170 und 205 kW (231–279 PS) bzw. 850–1120 Nm zur Verfügung, darüber schließt der auf 7,2 Liter Hubraum vergrößerte OM 906 LA (dann als OM 926 LA bezeichnet) mit einer Leistung von 240 kW (326 PS) und 1300 Nm an. Die größte Variante des R6 ist der 12-Liter große OM 457 LA mit 265 bis 315 kW (360–428 PS) sowie 1850–2100 Nm.

Schon zum Serienstart bot Mercedes-Benz die neue Baureihe mit den vom Atego bekannten Fahrerhaus-Varianten S, S verlängert, L (1 Bett) und L Hochdach (2 Betten) sowie diversen Radständen zwischen 3150 mm und 6300 mm an. Kombinierbar waren diese mit unterschiedlichen Aufbauten wie Kipper, Sattelschlepper und Pritschenwagen. Als Getriebe waren die Typen G42/5-5 mit 5 Gängen, G60/6-6 und G85/6-6 mit jeweils 6 Gängen und ein 12-Gang-Getriebe (6-Gang-Grundgetriebe mit Splittung, 1 Rückwärtsgang) aus dem Atego verfügbar.

Die Motoren im Überblick[1]
Modell Motorcode Zylinder Bohrung x Hub Hubraum Leistung Drehmoment
1823 OM 906 LA Reihe 6 102 x 130 mm 6374 cm³ 170 kW (231 PS)
bei 2300 min-1
810 Nm
bei 1200–1600 min-1
1828 205 kW (279 PS)
bei 2300 min-1
1100 Nm
bei 1200–1600 min-1
1833 OM 926 LA 106 x 136 mm 7201 cm³ 240 kW (326 PS)
bei 2200 min-1
1300 Nm
bei 1200–1600 min-1
1836 OM 457 LA 128 x 155 mm 11946 cm³ 260 kW (354 PS)
bei 1900 min-1
1850 Nm
bei 1100 min-1
1840 295 kW (401 PS)
bei 1900 min-1
2000 Nm
bei 1100 min-1
1843 315 kW (428 PS)
bei 1900 min-1
2100 Nm
bei 1100 min-1
Mercedes-Benz
Mercedes Axor 1829 Facelift I

Mercedes Axor 1829 Facelift I

Axor zweite Bauserie
Hersteller: Mercedes-Benz
Verkaufsbezeichnung: Axor
Produktionszeitraum: 2004–2011
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Technische Daten
Motoren: R6-Diesel
zul. Gesamtgewicht: 18-26 t

Erstes Facelift (2004)[Bearbeiten]

Zur IAA-Nutzfahrzeuge 2004 kam schließlich das Facelift, bei dem die Scheinwerfer und die restliche Front mehr an den neuen Actros (seit März 2003) angeglichen wurden. Die Motoren blieben, doch sie konnten nun mit einem neuen hydraulisch betätigten Schaltgetriebe namens G131-9 (Viergang-Grundgetriebe mit Splittung und Kriechgang (Crawler), sowie ein Rückwärtsgang) oder dem ebenfalls neuen G85-6 mit Telligent-Schaltautomatik (eine aus dem Actros übernommene Technik) und unter anderem auch die Telligent Brems- und Fahrhilferegelung (ABS, ASR, BAS etc.) sowie weitere Funktionen wie etwa zur Wankregulierung bietet, kombiniert werden.

Zudem überarbeitete Mercedes wie in den beiden anderen Baureihen das komplette Cockpit, das von da an moderner und PKW-mäßiger daherkommt und in drei verschiedenen Ausführungen verfügbar ist: als Verteiler-, Fernverkehrs- und Komfort-Variante, wobei alle Fahrzeuge serienmäßig mit dem Verteiler-Cockpit ausgerüstet sind, gegen Aufpreis aber mit den beiden anderen Typen ausgestattet werden können. Das Verteiler-Cockpit weist zudem eine schmale Brüstung auf, um den Durchstieg zum Beifahrersitz zu vereinfachen und kann auf Wunsch mit einem Mittensitz ausgerüstet werden. Die Fernverkehrs- und Komfort-Variante haben eine breite Brüstung mit zusätzlichen Ablagen, wertige Oberflächen (Komfort) oder viele Ablagen auf dem Motortunnel (Fernverkehr). Eine weitere wichtige Neuerung waren die verbreiterten Betten, die nun mit 64,5 cm (unten) und 70 cm (oben) ausreichend breit geraten sind und zur zusätzlichen Steigerung des Komforts einen stark belastbaren Lattenrost aufweisen.

Zum Modelljahr 2006 erhielt der Atego Euro 4/5-Motoren, die mit der bereits aus dem Actros bekannten BlueTec-Technologie kombiniert werden. Teilweise wurden die bisherigen Triebwerke weiter entwickelt, teils kamen neue hinzu. Die neuen Motoren im Einzelnen:

Neue Motoren[2]
Modell Motorcode Zylinder Bohrung x Hub Hubraum Leistung Drehmoment
1824 OM 906 LA Reihe 6 102 x 130 mm 6374 cm³ 175 kW (238 PS)
bei 2200 min-1
850 Nm
bei 1200–1600 min-1
1826 188 kW (256 PS)
bei 2200 min-1
970 Nm
bei 1200–1600 min-1
1829 210 kW (286 PS)
bei 2200 min-1
1120 Nm
bei 1200–1600 min-1
1833 OM 926 LA 106 x 136 mm 7201 cm³ 240 kW (326 PS)
bei 2200 min-1
1300 Nm
bei 1200–1600 min-1
1836 OM 457 LA 128 x 155 mm 11946 cm³ 260 kW (354 PS)
bei 1900 min-1
1850 Nm
bei 1100 min-1
1840 295 kW (401 PS)
bei 1900 min-1
2000 Nm
bei 1100 min-1
1843 315 kW (428 PS)
bei 1900 min-1
2100 Nm
bei 1100 min-1

Zweites Facelift (2011)[Bearbeiten]

2011 erhielt der Axor ein weiteres Facelift. Umgestaltet wurde die Fahrzeugfront, die nun mehr den Actros der 3. Generation gleicht.

Mercedes-Benz
Mercedes Axor Facelift II

Mercedes Axor Facelift II

Axor dritte Bauserie
Hersteller: Mercedes-Benz
Verkaufsbezeichnung: Axor
Produktionszeitraum: seit 2011
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Technische Daten
Motoren: R6-Diesel
zul. Gesamtgewicht: 18-26 t

Nachfolgemodelle 2012[Bearbeiten]

Mit der Umstellung auf EU VI erhält der Axor zwei verschiedene Nachfolger. Im schweren Verteilerverkehr übernimmt der Mercedes-Benz Antos, während der Mercedes-Benz Arocs die Lösung speziell für den Baustellenverkehr darstellt. Den bekannten Axor wird es weiterhin parallel für die EU III, IV und V Anwendungen geben.

Weitere Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Die Bundeswehr führt ab Ende 2007 teilmilitarisierte Fahrzeuge dieses Typs ein, um die bisherigen LKW der 5 Tonnen Klasse (Mercedes Benz 1017) abzulösen.

Das Technische Hilfswerk nutzt Fahrzeuge des Typs mit Rosenbauer-Aufbau als Gerätekraftwagen 1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz Axor – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angegeben ist beispielhaft jeweils die 18-Tonnen-Version, wie sie bei Sattelschleppern zum Einsatz kommt. Zum Überblick der Motoren siehe Daimler, "New Axor".
  2. Zu den Motoren siehe Daimler, "Motorenvergleich".