Mercedes-Benz R 230

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Mercedes-Benz
SL (2001–2006)

SL (2001–2006)

R 230
Verkaufsbezeichnung: SL-Klasse
Produktionszeitraum: 10/2001–11/2011
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,0−6,2 Liter
(170−493 kW)
Länge: 4535 mm
Breite: 1827 mm
Höhe: 1295−1298 mm
Radstand: 2560 mm
Leergewicht: 1755−2120 kg
Vorgängermodell: Mercedes-Benz R 129
Nachfolgemodell: Mercedes-Benz R 231
Mercedes-Benz SL 500 (R 230) – Frontansicht, 3. März 2014, Hilden.jpg
Mercedes-Benz SL 500 (R 230) – Heckansicht, 3. März 2014, Hilden.jpg
SL (2001–2006)

Der Mercedes-Benz R 230 ist ein Roadster der Marke Mercedes-Benz. Auf dem deutschen Markt wurde er am 13. Oktober 2001 eingeführt und im Mercedes-Benz-Werk Bremen produziert. Er trat die Nachfolge des Mercedes-Benz R 129 an. Als Besonderheit verfügt der R 230 serienmäßig (SL 350 optional) über das sogenannte Active Body Control (ABC)-Fahrwerk. Beim ABC-Fahrwerk, das auf einer Stahlfederung beruht, werden auf Basis von Sensorsignalen und mit Hilfe spezieller Hydraulikzylinder an den Achsen Wank- und Nickbewegungen der Karosserie beim Anfahren, bei Kurvenfahrt und beim Bremsen fast vollständig kompensiert. Dieses Fahrwerk wurde mit der CL-Klasse (C 215) eingeführt und war außerdem in der S-Klasse erhältlich.

Der Mercedes R 230 hat ein klappbares Hartdach (Variodach) aus Aluminium, das sich bei Bedarf samt gläserner Heckscheibe elektrohydraulisch in den Kofferraum einfahren lässt. Gegen Aufpreis war es auch mit einem Glaseinsatz erhältlich.

Bis Ende 2009 wurden rund 150.000 SL des R 230 an Kunden ausgeliefert. Bereits im November 2011 war der R 230 nicht mehr bestellbar, am 30. November lief dann der letzte R 230, ein SL 350, vom Band, womit insgesamt 169.434 Einheiten produziert worden sind.[1] Im März 2012 erschien der intern R 231 genannte Nachfolger. Mit etwas mehr als zehn Jahren Produktionszeit ist der R 230 eines der am längsten produzierten Fahrzeuge seiner Zeit.

Modellpflegen[Bearbeiten]

Erste Modellpflege[Bearbeiten]

Zum Jahreswechsel 2005/06 wurde der R 230 seiner ersten Modellpflege unterzogen. Dabei wurde im Vorfeld diskutiert, ob der SL eine „Formel-1-Nase“ − wie der kleine Bruder SLK und der Supersportler SLR McLaren − bekommen würde. Dies stieß jedoch auf Ablehnung bei potentiellen Käufern. Stattdessen wurden lediglich folgende Änderungen vorgenommen:

  • neue Frontschürze mit Chromringen um die Nebelscheinwerfer.
  • neuer Kühlergrill mit nur drei statt vier Lamellen
  • teilweise neue Leichtmetallfelgen
  • neue Heckleuchten in Klarglasoptik und einem weißen Streifen (bei AMG-Modellen abgedunkelt)
  • alle Motoren (außer 6,0 l V12) erhielten einen Leistungszuwachs von durchschnittlich etwa 10 %
  • AMG-Modelle mit neuer Frontschürze; SL 65 AMG zusätzlich mit neuer Heckschürze und neuen Endrohren
  • hochwertigerer Innenraum mit edleren Materialien
  • eine modifizierte Gepäckraumbeladung sowie (optional) eine automatisch öffnende und schließende Gepäckraumklappe
  • Abbiegelicht in Form von sich zuschaltendem Nebelscheinwerfer für die Bi-Xenonscheinwerfer
Mercedes R230 front 20071129.jpg
Mercedes R230 rear 20071129.jpg
SL (2006–2008)
  • 7G-Tronic (optional Sport)-Automatikgetriebe mit kürzeren Schaltzeiten und (optional) Schaltpaddeln anstelle von Schaltwippen
  • Designschlüssel mit Chrom-Applikationen
  • modifizierte Vorderachse und direktere Lenkung
  • ABC-Fahrwerk der zweiten Generation
  • neu entwickelte Hochleistungsbremsanlagen, auf Wunsch im Sportpaket zusätzlich gelochte Bremsscheiben hinten für den SL 350 und den SL 500.
  • SL 500 in Nordamerika als SL 550 mit gleichem Motor wie in Europa
  • zudem war seit 10/2006 eine Mobiltelefonvorrüstung (Code 386) mit SIM Access Profile erhältlich

Zweite Modellpflege[Bearbeiten]

Mercedes SL II.Facelift front.jpg
Mercedes SL II.Facelift rear.jpg
SL (2008–2011)

Im Frühjahr 2008 gab es eine größere, zweite Modellpflege. Die Front wurde – ähnlich dem CLS mit Einzelscheinwerfern – völlig neu mit neuer Frontschürze, neuem Kühlergrill mit nur einer Lamelle sowie modifizierten Lufteinlässen gestaltet; die neuen Scheinwerfer verfügten nun alternativ über das Intelligent Light System, Bi-Xenonscheinwerfer wurden in die Serienausstattung übernommen. Die Heckansicht wurde durch neue Rückleuchten, einen Diffusoreinsatz in der Heckschürze sowie neu gestaltete Endrohre aufgefrischt. Bei den Motoren gab es folgende Neuerungen: Der 3,5-Liter-V6 im SL 350 wurde leistungsgesteigert, verbrauchsreduziert und als Sportmotor ausgelegt, der 5,5-Liter-V8-Kompressor wurde durch den 6,2-Liter-V8 im SL 63 AMG ersetzt. Neu im Angebot war als Basismodell der SL 280 mit einem 3,0-Liter-V6 hinzugekommen. Alle anderen Motoren blieben unverändert. Der Innenraum wurde leicht überarbeitet, unter anderem durch ein neues Dreispeichen-Lenkrad und ein modifiziertes Kombiinstrument; die Sitze waren nun wahlweise mit dem Airscarf-System lieferbar. Schließlich verfügte der SL nun über die neue Telematik-Generation.

Sondermodell Night Edition[Bearbeiten]

SL 350 Night Edition

Das Sondermodell Night Edition war ab dem 11. Januar 2010 erhältlich. Es präsentierte sich wahlweise im matten Sonderlack „designo magno nachtschwarz“ und hatte im Fünfspeichen-Design gehaltene AMG 19-Zoll-Räder, die zweifarbig ausgeführt waren. Den Kontrast erhöhten silberne Bremssättel. Sowohl die Front- als auch die Heckleuchten wurden abgedunkelt und an den Kotflügeln waren Logos („Night Edition“) angebracht. Erkennungsmerkmale im Innenraum waren schwarzes Nappaleder und glänzende Chromteile. Die Sitze waren neu gestaltet und verfügten über silberne Kontrastziernähte. Die Airscarf-Funktion war bei diesem Sondermodell inbegriffen.

AMG-Modelle[Bearbeiten]

SL 55 AMG[Bearbeiten]

SL 55 AMG der ersten Generation (2001–2006) mit den serienmäßigen 18-Zoll-Vielspeichenfelgen
Cockpit eines SL 63 AMG
(2008–2011)

Im 3. Quartal des Jahres 2001 stellte Mercedes mit dem SL 55 AMG die Sportversion des SL 500 vor. Das zum damaligen Zeitpunkt leistungs- und drehmomentstärkste Modell des Baumusters R 230 distanzierte sich optisch durch einen neu geformten Stoßfänger mit Frontspoiler und zusätzliche Seitenschweller, 18-Zoll-Vielspeichenfelgen, dunkel getönte hintere Blink- und Rückfahrleuchten sowie eine Vierrohr-Auspuffanlage und „V8 KOMPRESSOR“-Schriftzüge [2] (auf beiden Kotflügeln hinter den Vorderrädern) von den Standardmodellen.[3]

Unter der Motorhaube befand sich ein neu entwickelter V8-Motor, der aus 5,4 Liter Hubraum (exakt: 5439 cm³) eine Leistung von 350 kW (476 PS) und ein maximales Drehmoment von bis zu 700 Nm entwickelte. Möglich wurde dieser Leistungszuwachs durch einen zwischen den Zylinderblöcken eingebetteten Kompressor. Die Kraftübertragung erfolgte durch ein automatisches 5-Gang-Getriebe, das die Motorleistung an die Hinterräder abgab. [4]

Im Innenraum des SL 55 fanden sich sportlich geschnittene AMG-Integralsitze, die auch bei schnellen Kurvenfahrten guten Seitenhalt boten. Optische Unterscheidungsmerkmale zum SL 500 waren die Zierteile aus Aluminium-Sandguss sowie die mit hellen Zifferblättern hinterlegten, silberfarbenen Symbolscheiben und roten Zeigern versehenen Instrumente. Optional ließen sich die Gangwechsel über eine Lenkradschaltung per Tastendruck initiieren.[5]

Ab Mai 2002 wurde die Motorleistung auf 368 kW (500 PS) erhöht und ein Performance Package mit geändertem Fahrwerk, einem vergrößerten Ölkühler sowie dem Bremsensystem und der Frontschürze des SL 65 AMG angeboten. Zur Modellpflege wurde die Leistung nochmals erhöht auf 380 kW (517 PS). Mit der zweiten Modellpflege wurde der SL 55 AMG durch den SL 63 AMG abgelöst.

SL 65 AMG[Bearbeiten]

Neben dem Achtzylindermodell wurde auch ein Zwölfzylindermodell von AMG angeboten. Der SL 65 AMG hatte den auf 6,0 l vergrößerten Biturbomotor aus dem SL 600 mit einer Leistung von 450 kW (612 PS) und einem maximalen Drehmoment von 1000 Nm.

SL 65 AMG Black Series[Bearbeiten]

SL 65 AMG Black Series

Ab November 2008 gab es für die SL-Klasse ein neues, auf 350 Fahrzeuge limitiertes Spitzenmodell. Es handelte sich beim SL 65 AMG Black Series nicht um einen Roadster, sondern um ein Coupé. Es hatte ein CfK-Dach mit eingebautem Überrollbügel, welches leichter und flacher war als das Dach der anderen Modelle. Die C-Säule des Hardtops wurde aus aerodynamischen Gründen nach hinten verlängert. Bis auf die Außenhaut der Türen wurde jedes von außen sichtbare Karosserieteil verändert. Die Karosserie erhielt optisch angepasste Schürzen, neue Endrohre und verbreiterte Kotflügel. Ein ab 120 km/h um zwölf Zentimeter ausfahrender Heckflügel, der den Auftrieb an der Hinterachse reduziert, verbessert die Straßenlage.

Mit einer Leistung von 493 kW (670 PS) war das Fahrzeug das bis dato stärkste AMG-Modell. Es erreichte ein Leistungsgewicht von 2,79 kg/PS. Seine Kraft schöpfte es aus einem V12-Biturbomotor mit neu entwickeltem Ladeluftkühler. Das maximale Drehmoment von 1200 Nm war auf 1000 Nm begrenzt. Das AMG-Speedshift-Plus-Fünf-Gang-Getriebe übertrug die Kraft auf die Hinterachse.

Auch das Gewindefahrwerk war eine Neuheit im Hause AMG und ermöglichte eine individuelle Einstellung des Fahrwerks auf die Bedürfnisse des Fahrers. Unterstützt wurde er von einem in drei Stufen (On, Sport, Off) schaltbaren ESP. Abgerundet wurde das Erscheinungsbild durch lackierte AMG-Schmiederäder der Dimensionen 9,5 x 19 Zoll mit 265/35-R19-Reifen vorne und 11,5 x 20 Zoll mit 325/30-R20-Reifen hinten. Die Reifen vom Typ Sport Maxx GT lieferte DTM-Partner Dunlop.

Im Innenraum erhielt der SL 65 AMG Black Series CfK-Applikationen und mit Nappaleder und Alcantara bezogene Sitzschalen aus CfK. Zusätzliches Gewicht wird durch die Verwendung von CfK-Schalensitzen gespart, die allerdings wie schon beim CLK 63 AMG Black Series auf dem nordamerikanischen Markt nicht angeboten wurden.

Technische Daten[Bearbeiten]

Während der gesamten Bauzeit war der R 230 mit Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder-Ottomotoren erhältlich. Alle AMG-Versionen konnten optional mit einer auf 300 km/h (abgeregelt) erhöhten Höchstgeschwindigkeit bestellt werden. Der SL 65 AMG erreichte zudem bei einem Fahrtest der Zeitschrift auto motor und sport auf der Teststrecke in Nardò ohne Begrenzung eine Höchstgeschwindigkeit von 338 km/h.

 * Die Motorbezeichnung ist wie folgt verschlüsselt: M = Motor, OM = Oelmotor, Baureihe = 3 stellig, E = Saugrohreinspritzung, KE = Kanaleinspritzung, DE = Direkteinspritzung, ML = Kompressor, L = Ladeluftkühlung, A = Abgasturbolader, red. = reduzierte(r) Leistung/Hubraum, LS = Leistungssteigerung

Mercedes SL Edition 50 (R230) front 20100717.jpg
Mercedes SL Edition 50 (R230) rear 20100717.jpg
Sondermodell Edition 50 (2004; auf 500 Exemplare limitiert)

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Vieweg: Alles über die Mercedes-Benz SL-Klasse. SL 500 und SL 55 AMG. Mercedes-Benz, Stuttgart (2001), ISBN 3932786173
  • Günther Fischer: Mercedes-Benz SL-Klasse. Heel Verlag, Königswinter (2008), ISBN 3898808149
  • Helmut Baaden; Matthias Röcke: Das neue große Mercedes SL-Buch. Heel Verlag, Königswinter (2002), ISBN 3898800849

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mercedes SL-Produktion eingestellt. In: autogenau.de.
  2. DaimlerChrysler AG, Stuttgart: Preisliste - Roadster der SL-Klasse (Baureihe 230) - gültig ab 6. August 2001 (PDF; 67 kB) Auf: www.jesmb.de, abgerufen am 30. November 2009.
  3. Frank Wald: Mercedes SL 55 AMG - Mit Pauken und Trompeten. In: Spiegel Online. 14. Dezember 2001, abgerufen am 16. August 2009.
  4. Horst von Saurma: Test des Mercedes SL 55 AMG auf der Nordschleife. In: Sportauto Online . 26. April 2002, abgerufen am 16. August 2009.
  5. Daimler Global Media Site > Mercedes-Benz Cars > AMG vom 6. August 2001: Der leistungsstärkste Mercedes-Benz steht am Start: Weltpremiere des neuen SL 55 AMG auf der IAA 2001 Auf: media.daimler.com, abgerufen am 6. September 2009, 6:35 Uhr

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz R 230 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien