BP

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Dieser Artikel behandelt das internationale Energieunternehmen BP. Weitere Bedeutungen dieser Abkürzung sind unter BP (Begriffsklärung) aufgeführt.
BP p.l.c.
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Rechtsform Public Limited Company
ISIN GB0007980591
Gründung 1917
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung Carl-Henric Svanberg (Chairman)
Robert Dudley (CEO)
Mitarbeiter 85.700 (2012)[1]
Umsatz 375,580 Mrd. US-Dollar (2012)[2]
Branche Mineralöl, Tankstellen
Website www.bp.com

Die BP p.l.c.[3] (früher für: „British Petroleum“, heute Backronym für das Motto „beyond petroleum“[4]) ist ein international tätiges Energieunternehmen mit Hauptsitz in London. CEO ist seit 1. Oktober 2010 Robert Dudley, der Tony Hayward ablöste. Weltweit erwirtschaftete BP 2012 einen Konzernumsatz von 375 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 85.900 Menschen. Weltweit verfügt das Unternehmen über nachgewiesene Reserven in Höhe von 17,0 Mrd. Barrel Öläquivalent. Das Unternehmen besitzt rund 20.700 Tankstellen und bedient täglich 13 Millionen Kunden.[5]

In Deutschland ist die BP Europa SE (vor dem 1. Januar 2010 in Deutschland: Deutsche BP AG) mit ihrem inländischen Tankstellennetz und im Schmierstoffmarkt führend, wobei sie unter den Marken Aral (Tankstellen, Schmierstoffe) und Castrol (Schmierstoffe) auftritt. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Hamburg, Vorstandsvorsitzender ist Michael Schmidt. 2011 verbuchte die BP Europa SE in Deutschland einen Jahresumsatz von mehr als 53 Milliarden Euro (knapp 40 Milliarden Euro ohne Energiesteuer). In Deutschland sind etwa 5.000 Menschen bei BP tätig. BP besitzt das zweitgrößte Raffineriesystem in Deutschland.[6] Zudem ist Deutschland einer von drei weltweiten BP-Forschungsstandorten. In Bochum forschen 90 Mitarbeiter, beispielsweise an der Entwicklung neuer Kraftstoffe. Ein Entwicklungscenter für Industrieschmierstoffe ist in Mönchengladbach beheimatet. Dort sind ca. 145 Mitarbeiter beschäftigt. In Hamburg erfolgt die Entwicklung von Getriebe- und Achsölen für Kunden auf der ganzen Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Größte Unternehmen der Welt im Jahr 2012 (nach Umsatz)
Struktur der Großkonzerne in der Erdölbranche

International[Bearbeiten]

BP-Produktmarkenzeichen (bis 1922)

Die Geschichte der British Petroleum Company beginnt in Deutschland. 1904 wurde in Berlin die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) gegründet, die 1906 in die Europäische Petroleum-Union (EPU) überging. Diese gründete 1906 für den Vertrieb ihrer Produkte in Großbritannien eine Tochtergesellschaft namens British Petroleum Company. Damit wurde die Abkürzung BP zum Markennamen für die Vermarktung der Ölprodukte des Unternehmens.

Nach der Beschlagnahmung der in deutschem Eigentum befindlichen British Petroleum Company durch die britische Regierung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde diese Firma 1917 in das Eigentum der Anglo-Persian Oil Company überführt. Die Anglo-Persian Oil Company (APOC) war 1909 gegründet worden, nachdem Bohrungen im Iran auf der Basis einer von William Knox D'Arcy erworbenen Förderkonzession auf Öl gestoßen waren. 1912 erwarb auf Betreiben von Winston Churchill die britische Regierung für zwei Millionen Pfund die Mehrheit an der APOC, um das Unternehmen finanziell abzusichern. Ferner wurde mit der APOC ein langfristiger Liefervertrag zur Versorgung der britischen Flotte geschlossen.

1935 wurde die Anglo-Persian Oil Company nach dem Abschluss eines neuen Konzessionsvertrages mit dem Iran in Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) umbenannt. Mehrheitseigentümer der AIOC blieb weiterhin der britische Staat. Nachdem im März 1953 die Anlagen der AIOC im Iran durch einen Beschluss des iranischen Parlaments verstaatlicht worden waren, organisierte die CIA den Sturz Mossadeqs und die Rückkehr von Mohammad Reza Pahlavi. Danach wurden die außerhalb Irans gelegenen im britischen Eigentum verbliebenen Firmenanteile zusammen mit den durch die neuen iranischen Machthaber retournierten Anteile in British Petroleum Company umbenannt. Das Marken-Logo gelbe BP-Schrift auf grünem Grund entwickelte sich in den nächsten Jahrzehnten zum weltweiten Markenzeichen des Unternehmens.

1998 eroberte BP den US-amerikanischen Markt und fusionierte mit Amoco zu BP Amoco.

2000: Nach weiteren Zusammenschlüssen, unter anderem mit dem Schmierstoffspezialisten Burmah Castrol, wechselte das Unternehmen, das inzwischen zu einem weltweit führenden Energieunternehmen aufgestiegen war, seine Außendarstellung in „bp“. Als neues Marken-Logo wählte das Unternehmen das Helios-Zeichen.

Im März 2010 kaufte BP für sieben Milliarden US-Dollar von Devon Energy Ölfelder in Brasilien, Mexiko und in Aserbaidschan. Damit verschaffte sich BP einen Platz in einer Region, in der die letzten großen Ölfunde der vergangenen zehn Jahre gemacht wurden, wie zum Beispiel das Ölfeld Tupi mit einer erwarteten Kapazität von fünf bis acht Milliarden Barrel Öl.[7]

Im Oktober 2010 hat BP in zahlreichen afrikanischen Ländern das Geschäft komplett oder teilweise an Puma Energy verkauft.[8]

Deutschland[Bearbeiten]

OLEX-Markenzeichen mit BP und schildförmiger Umrandung, Mitte der 1930er Jahre
BP-Produktmarkenzeichen (1946–1958)

Die spätere Deutsche BP AG hat ihre Wurzeln in zwei Unternehmen, die beide im Jahr 1904 gegründet wurden: in Wien wurde am 1. Juli 1904 die Aktiengesellschaft für österreichische und ungarische Mineralölprodukte (OLEX) gegründet, in Berlin nahm die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) ihre Geschäfte auf.

1906 fusionierte die DPAG mit diversen anderen Unternehmen zur Europäischen Petroleum-Union (EPU). Die EPU gründete in Großbritannien eine Verkaufsgesellschaft mit dem Namen British Petroleum Company.

1926 wuchsen die historischen Wurzeln in Berlin zu einem Unternehmen zusammen. Aus OLEX und EPU wurde die OLEX Deutsche Petroleum-Verkaufsgesellschaft mbH. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine Neustrukturierung der OLEX. Der Firmensitz verlagerte sich von Berlin nach Hamburg. Im Jahr 1950, nach weiteren Fusionen, gab sich das Ölunternehmen den Namen BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft mbH. Um die Firmenfarben Gelb-Grün auch in Deutschland nutzen zu können (für das gelb-grüne BP-Logo), kam die Muttergesellschaft Anglo-Iranian Oil Company mit der Wintershall als Muttergesellschaft der NITAG überein, die bisherigen NITAG-Farben Grün-Gelb aufzugeben. Die anschließende Umsignalisation der NITAG-Tankstellen und aller Fahrzeuge auf die neuen Firmenfarben Gelb-Blau (die bisherigen Farben der Olex/ BP) wurde durch die Anglo-Iranian Oil Company bezahlt. 1957 wurde die GmbH in die BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft umgewandelt.

Um der Stellung der deutschen BP innerhalb der weltweit tätigen BP-Gruppe Rechnung zu tragen, erfolgte die Umbenennung in Deutsche BP Aktiengesellschaft. Der Name besitzt auch heute noch Gültigkeit.

1978 schloss die Deutsche BP einen Kooperationsvertrag mit der Veba Oel AG, der 1979 vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff genehmigt wurde. Infolgedessen beteiligte sich BP unter anderem zu 25 Prozent an der Ruhrgas und übernahm den Brennstoffhandel Stinnes-Stromeyer. Gleichzeitig verpflichtete sich die BP, Veba bis zum Jahr 2000 jährlich drei Millionen Tonnen Rohöl zu liefern. 2002 übernahm die Deutsche BP AG die Veba und damit auch die Veba-Tochter Aral, zu der auch die 1971 auf die Aral verschmolzene Gasolin AG (heute als Gasolin GmbH) gehört.

Am 30. April 2010 fusionierten die einzelnen Ländergesellschaften in Deutschland (Deutsche BP AG), Österreich, Niederlande, Belgien und Polen zur BP Europa SE (Europäische Aktiengesellschaft). Die Verschmelzung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2010. Im Mai 2011 ist auch die BP (Switzerland) in die BP Europa SE integriert worden. Der Firmensitz der neuen SE ist Hamburg, die Hauptverwaltung befindet sich in Bochum am ursprünglichen Sitz der Aral.[9] Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE ist seit dem 1. Mai 2012 Michael Schmidt.

Algerien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geiselnahme von In Aménas

Am 16. Januar 2013 entführten malische militante Islamisten neun Ausländer auf einem Ölfeld in In Aménas. Die Angreifer hatten die Gasanlage Tiguentourine des Energiekonzerns, welche gemeinsam mit Statoil sowie dem algerischen Energieunternehmen Sonatrach betrieben wurde, überfallen.[10]

Marken[Bearbeiten]

Das Energieunternehmen betreibt seine Geschäfte weltweit unter den vier großen Marken BP, Aral, Castrol und ARCO, hinzu kommt die historische Marke Gasolin.

BP[Bearbeiten]

BP ist eine der kürzesten und wertvollsten Marken der Welt. Das Helios-Logo (Helios ist der Name des griechischen Sonnengottes) soll Energie in ihren verschiedenen Formen symbolisieren.

BP ist weltweit in zwei Bereichen aktiv:

  • Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas
  • Mineralölverarbeitung und -vertrieb

Hinzu kommt der Geschäftsbereich BP Alternative Energy, der sich um die Erforschung erneuerbarer Energien kümmert.

In Deutschland betreibt BP Geschäfte in den Feldern Verarbeitung und Vermarktung von Mineralölprodukten und Gas, Strom und erneuerbare Energien.

Außerdem wird aus Gründen des Markenschutzes weiterhin eine Tankstelle unter dem Label BP betrieben. Diese befindet sich in Frankfurt am Main, Siemensstraße 37.

Aral[Bearbeiten]

Logo der Aral AG

Aral - die Tankstellenmarke von BP in Deutschland - ist mit einem bundesweiten Marktanteil von 22,5 Prozent (bei knapp 2.500 Tankstellen im Jahr 2011) Marktführer.[11]

Castrol[Bearbeiten]

Logo der Marke Castrol der BP Europe SE in Mönchengladbach

Durch die Übernahme von Castrol wurde BP zum weltweit führenden Schmierstoffhersteller. Castrol ist in Deutschland die Nummer eins auf dem Markt. Bekannt ist die Marke seit Jahrzehnten wegen ihres intensiven Engagements im Motorsportbereich, so zum Beispiel in der Formel 1.

Gasolin[Bearbeiten]

Aus Gründen des Markenschutzes werden weiterhin zwei Tankstellen unter der eingetragenen Marke Gasolin betrieben. Diese befinden sich in Pasewalk und Ueckermünde.[12]

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

BP Solar[Bearbeiten]

Das Logo von BP Solar

BP war über 35 Jahre auch in der Solarenergie tätig und einer der Marktführer. Aus Sicht des Unternehmens hat sich die Solarindustrie in den letzten Jahren zu einem Massenmarkt mit niedrigen Margen entwickelt, so dass BP 2011 erklärt hat, sich sukzessive aus diesem Markt zurückzuziehen.[13]

Weitere Geschäftsfelder in Deutschland[Bearbeiten]

BP betreibt in Deutschland auch Handel mit Strom und Gas. In den neuen Geschäftsbereichen zählt BP bereits zu den führenden Unternehmen auf dem deutschen Markt.

Kritik und Umweltkatastrophen[Bearbeiten]

Prudhoe Bay[Bearbeiten]

BP ist mit einem Anteil von 26 Prozent Betreiber des größten Ölfeldes in Alaska, dem Prudhoe-Bay-Ölfeld. Am 2. März 2006 wurde in der westlichen Prudhoe Bay ein großes Ölleck entdeckt. Bis zu 267.000 Gallonen (eine Million Liter) Öl liefen aus und machten es zum größten Ölausfluss im nördlichen Alaska in der Geschichte.[14] Im August 2006 wurden weitere Ölaustritte bemerkt. Am 6. August 2006 hatte sich BP dazu entschlossen, die Förderung im Prudhoe-Bay-Feld in Alaska auf unbestimmte Zeit einzustellen. Bei ersten Untersuchungen der Leitungen mit Spezialgeräten seien gravierende Korrosionsschäden festgestellt worden. Die Überprüfung der Röhren war behördlich veranlasst worden. BP betonte, dass die Röhren regelmäßig und mit behördlicher Zustimmung und unter Aufsicht überprüft worden seien. Die angewandten Prüfmethoden, Ausspülung der Röhren mit einem chemischen Mittel zum Korrosionsschutz und Ultraschalluntersuchungen, seien in der Rückschau betrachtet nicht ausreichend gewesen. Allerdings hatten bereits 1999 Mitarbeiter von BP die Konzernleitung auf entsprechende Mängel aufmerksam gemacht.[15] 2001 waren die Probleme schon der Umweltbehörde bekannt. Sie wurden jedoch, mutmaßlich durch Einflussnahme von Mitarbeitern des Konzerns, nicht veröffentlicht.[16]

Um das gesamte Leitungsnetz genauer untersuchen zu können, habe sich BP zu einem Produktionsstopp entschlossen. Am 11. August verkündet das Unternehmen, dass die Produktion nach Auswertung neuer Untersuchungsergebnisse im westlichen Teil des Ölfeldes fortgesetzt werden könne. Diese Entscheidung sei in Absprache mit den staatlichen Behörden getroffen worden. Nach Genehmigung durch das US-Verkehrsministerium begann BP Ende September auch wieder mit der Produktion im östlichen Teil des Ölfeldes. Am 29. Oktober 2006 gab BP bekannt, dass die Tagesproduktion mit mehr als 400.000 Barrel wieder den Stand vom 6. August 2006 erreicht habe.

Raffinerie BP Texas City[Bearbeiten]

Austritt von Kohlenwasserstoffen über den Rückhaltebehälter

BP Texas City ist die größte Erdölraffinerie des Unternehmens im südöstlich von Houston gelegenen Texas City und produziert auf einer Fläche von 4,85 Quadratkilometern etwa 2,5 Prozent des amerikanischen Treibstoffbedarfs.[17]

Erste Teile der als außerordentlich komplex geltenden Anlage wurden 1934 errichtet, seither wurde mehrfach expandiert und modernisiert.[18] In Besitz von BP gelangte die Raffinerie durch Fusion mit Amoco am 31. Dezember 1998.[19] Auf dem Gelände sind dauerhaft etwa 1800 Arbeiter beschäftigt, durch Vertragsarbeiten befinden sich in Spitzenzeiten bis zu 6000 Arbeiter auf dem Gelände.[18]

In der Raffinerie kam es mehrfach zu schweren Betriebsunfällen, die zwischen 1974 und 2004 zu insgesamt 23 Todesfällen führten.[19] Vorbeugende Sicherheitsverbesserungen seitens BP blieben weiter lückenhaft.[20]

Am 23. März 2005 traten während der Inbetriebnahme einer Isomerisierungseinheit innerhalb weniger Minuten geschätzte 28.700 Liter[19] brennbarer Kohlenwasserstoffe aus einem Rückhaltebehälter aus und führten zu einer Explosion, bei der 15 Arbeiter getötet und 180 verletzt wurden.[19] Der finanzielle Schaden betrug mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar.[19] Zu dem Unfall trugen maßgeblich Bedienerfehler, veraltete Ausrüstung und Designfehler der Kontrollinstrumente bei – so wurde ein Abscheiderturm über mehrere Stunden hinweg bei geschlossenem Pegelkontrollventil betrieben, während dem Bediener normale Werte für Turmpegel und Ventildurchfluss angezeigt wurden. Die schließlich überfließende Flüssigkeit gelangte in einen veralteten und bekannt unsicheren Rückhaltebehälter, trat dort in einer Fontäne aus und entzündete sich außerhalb.[19] Die anschließende Explosion zerstörte unter anderem mehrere Büro-Trailer neben dem Behälter, in denen sich die Todesopfer befanden. BP änderte nach dem Unfall die Richtlinien für die Platzierung solcher Trailer.[19]

Die nachfolgenden Untersuchungsberichte des U.S. Chemical Safety and Hazard Investigation Board und einer unabhängigen Untersuchungsgruppe unter Leitung von James Baker übten harsche Kritik an Konzernführung und Sicherheitsstandards der Raffinerie.[19]

Ölplattform Deepwater Horizon[Bearbeiten]

Deepwater Horizon in Brand

BP war Pächter der von Transocean betriebenen Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Am 20. April 2010 ereignete sich eine Explosion, der ein Brand folgte. Am 22. April 2010 sank die Plattform.[21] Unmittelbar nach dem Untergang der Plattform wurde der unkontrollierte Austritt von Öl beobachtet. Täglich traten dabei weit mehr als 5.000 Barrel (800.000 Liter) Öl aus. Während einer Anhörung des US-Kongresses wurde sogar von 95.000 Barrel (15.100.000 Liter) täglich gesprochen.[22] Im US-Bundesstaat Louisiana wurde der Notstand ausgerufen.[23] BP erklärte, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Ölpest am Golf von Mexiko und werde für die Schäden des ausgetretenen Öls aufkommen.[24] Interne Dokumente von BP zeigten, dass der Konzern schon 11 Monate vor der Katastrophe über erhebliche Sicherheitsprobleme informiert war.[25]

Am 18. Juni 2010 entzog BP-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg dem Vorstandsvorsitzenden Tony Hayward mit sofortiger Wirkung das Krisenmanagement.[26] Dieses übernahm BP-Manager Robert Dudley.[27]

Laut Berechnungen von BP und einer Konzernveröffentlichung vom 25. Juni 2010 betragen die bis dahin aufgelaufenen Kosten der Ölpest knapp 2 Mrd. Euro (2,35 Mrd. USD), lt. Angaben Anfang Juli bereits 2,5 Mrd. Euro (3,1 Mrd. USD[28]). Seit Beginn der Katastrophe hat sich der Wert der BP-Aktie etwa halbiert.[29] Wegen der finanziellen Folgen der Katastrophe und des stark gefallenen Aktienkurses fürchtet der Konzern eine feindliche Übernahme, in britischen Regierungskreisen wird der Zusammenbruch des größten Unternehmens des Landes für möglich gehalten. Um dies zu verhindern, sucht der Konzern nach Investoren.[30]

Am 19. Juli 2010 wurde gemeldet, dass Anwälte von Geschädigten der Katastrophe in den USA mindestens drei Klagen gegen BP unter dem RICO Act eingereicht haben. Dieser bezeichnet ein Bundesgesetz, welches ursprünglich gegen die Mafia gerichtet war, und falls BP danach verurteilt würde, würde sich, neben eventuell weiteren ausgesprochenen Strafen, die Schadensersatzsumme auf das Dreifache des tatsächlich entstandenen Schadens belaufen. Derzeit prüft das US-Justizministerium, ob der RICO Act in diesem Fall zur Anwendung kommt.[31]

BP verunreinigte den Golf von Mexiko nach der Katastrophe mit mehreren Millionen Litern der umstrittenen Chemikalie Corexit, die als Dispergator die Sichtbarkeit des ausgetretenen Öles reduziert. Viele Reinigungsarbeiter und Küstenanwohner wurden durch Corexit gesundheitlich schwer geschädigt.[32] BP ist personell mit der Herstellerfirma von Corexit verflochten, war über die toxische Wirkung der Chemikalie informiert und spielte die Gesundheitsgefährdung herunter.[32]

Vorwürfe der Menschenrechtsverletzung[Bearbeiten]

Im Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne werden BP schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, unter anderem „Finanzierung von Bürgerkrieg und Waffenhandel, Zerstörung der Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten und Kooperation mit Militärregimen“.[33] Nach Angaben der Autoren hat es nie eine Klage gegen das Buch gegeben, obwohl eine Änderung falscher Tatsachenbehauptungen juristisch leicht zu erwirken wäre.[34]

Am 1. September 2010 wurden dem Aufsichtsratvorsitzenden, dem scheidenden und neuen Geschäftsführer sowie dem verantwortlichen Management des Öl- und Energie-Konzerns BP/Großbritannien der Black Planet Award 2010 von der Stiftung Ethik & Ökonomie (ethecon) verliehen. Der Black Planet Award wird jährlich an Personen verliehen, die in herausragender Weise zu Zerstörung und Ruin des Blauen Planeten beigetragen haben. Im Umgang mit der Öl-Katastrophe im Golf von Texas im Sommer 2010 sieht die Stiftung eine bestürzende Missachtung und Verletzung menschlicher Ethik.[35]

Konsortien[Bearbeiten]

Die BP ist als Konsortialführer in folgende Projekte involviert:

Anteilseigner[Bearbeiten]

Teile dieses Artikels scheinen seit 2013 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013

Wesentliche Anteilseigner (Grundkapital) sind:[36]

Anteil [%] Anteilseigner
26,51 JPMorgan Chase
5,37 Blackrock, Inc.
3,99 Legal & General Group plc
3,51 Capital Group Companies

Stand: 2012

Bücher[Bearbeiten]

  • BP Fifty Years in Pictures. A story in pictures of the development of the BP Group 1909–1959. London, British Petroleum Co, 1959.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BP – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BP: Annual Report and Form 20-F 2012 (PDF; 6,5 MB), S. 4.
  2. BP: Annual Report and Form 20-F 2012 (PDF; 6,5 MB), S. 34.
  3. BP P.L.C.. companieshouse.gov.uk. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  4. BP brand and logo. bp.com. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  5. BP at a glance. bp.com. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  6. Vortrag (Version vom 15. März 2012 im Internet Archive): Gesellschaftliche Verantwortung - Sicht und Ansatz der BP
  7. finanznachrichten.de, „BP übernimmt Ölfelder von Devon Energy“ 11. März 2010
  8. BP-Nachfolger heißt „Puma Energy“, Allgemeine Zeitung, 16. November 2010
  9. BP gründet Europäische Aktiengesellschaft Pressemitteilung des Unternehmens, 30. April 2010
  10. Überfall in Algerien: Islamisten überfallen BP-Gasfeld und nehmen Geiseln, abgerufen 16. Januar 2013
  11. EID Tankstellenspecial 2. Halbjahr 2012
  12. Gasolin Tankstellen Roland Becker.
  13. Hinweis zu BP Solar
  14. BBC: Alaska hit by 'massive' oil spill
  15. Handelsblatt, 11. August 2006: BP-Chef Browne soll von marodem Ölfeld gewusst haben
  16. Handelsblatt, 28. August 2006: BP redete Warnungen klein
  17. BP.com: Texas City Refinery (Version vom 13. Juni 2007 im Internet Archive)
  18. a b The Report of the U.S. Refineries Independent Safety Reviewpanel, Januar 2007, THE REPORT THE BP U.S. REFINERIES INDEPENDENT SAFETY REVIEW PANEL PDF (Version vom 17. Januar 2009 im Internet Archive)
  19. a b c d e f g h U.S. Chemical Safety and Hazard Investigation Board, Report 2005-04-I-TX, März 2007 INVESTIGATION REPORT REPORT NO. 2005-04-I-TX REFINERY EXPLOSION AND FIRE PDF (Version vom 19. April 2009 im Internet Archive)
  20. Washington Post, „BP Failed on Safety, Report Says“, Steven Mufson, 17. Januar 2007
  21. N24: Ölplattform vor US-Küste gesunken vom 23. April 2010, abgerufen am 23. April 2010.
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"Gulf oil spill leak now pegged at 95,000 barrels a day". 19. Mai 2010, abgerufen am 21. Mai 2010.
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"Umweltkatastrophe am Golf von Mexiko. Ölteppich erreicht US-Küste früher als erwartet". spiegel.de, 30. April 2010, abgerufen am 30. April 2010.
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"BP will zahlen". NZZ.ch, 30. April 2010, abgerufen am 3. Mai 2010.
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"Documents Show Early Worries About Safety of Rig". nytimes.com, 29. Mai 2010, abgerufen am 29. Mai 2010.
  26. zeit.de vom 12. Juni 2010: Es wird einsam für BP. Nach Ölkatastrophe und Pannenserie distanziert sich die Konkurrenz von den Briten. Denn: Das Chaos wird teuer, nicht nur für BP.
  27. spiegel.de vom 20. Juni 2010
  28. Finanzielle Folgen für BP, Zeitungsbericht
  29. Veröffentlichung zu den Folgen der Katastrophe, Der Spiegel
  30. Folgen für den Konzern, Bericht in der FAZ
  31. Golf-Katastrophe: Öl-Opfer verklagen BP nach Anti-Mafia-Gesetz, Spiegel Online, 19. Juli 2010
  32. a b Mark Hertsgaard: US-Ölpest: Giftige Kosmetik, Die Zeit, 19. April 2013
  33. Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 176f.
  34. Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 100.
  35. ethecon (PDF; 1,0 MB): Zur Verleihung des Internationalen ethecon Black Planet Award 2010 an Tony Hayward, Bob Dudley, Carl-Henric Svanberg, weitere Verantwortliche und Großaktionäre des Öl- und Energie-Konzerns BP/Großbritannien
  36. Börsen-Zeitung: BP PLC Aktionärsstruktur

51.5079-0.1343Koordinaten: 51° 30′ 28,4″ N, 0° 8′ 3,5″ W