Untersuchungskommission zu den Anschlägen des 11. Septembers

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Kommissionssiegel

Die US-amerikanische Untersuchungskommission zu den Anschlägen des 11. Septembers (engl.: National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States bzw. umgangssprachlich 9/11 Commission) wurde im Jahre 2002 auf Initiative des US-Kongresses von US-Präsident George W. Bush zur Aufklärung der Terroranschläge am 11. September 2001 eingesetzt. Nach Veröffentlichung ihres Abschlussberichts, 9/11 Commission Report, stellte sie am 21. August 2004 ihre Arbeit ein.

Inhaltsverzeichnis

Ablauf [Bearbeiten]

Im Vorfeld hatte bereits eine gemeinsame Untersuchung der für nachrichtendienstliche Fragen zuständigen Ausschüsse des Senats und des Kongresses stattgefunden (Februar bis Dezember 2002). Diese sollte allerdings lediglich eine generelle Untersuchung des Systems der US-Geheimdienste zur Terrorismusabwehr auf mögliche Lücken durchführen, weswegen diese zunehmend in die Kritik geraten waren.

Zu den Aufgaben der in der Folge eingesetzten Kommission gehörten:

  • die lückenlose Rekonstruktion des Ablaufs der Anschläge des 11. Septembers und ihrer Vorbereitung,
  • die Evaluierung der Arbeit der für die Verteidigung der USA gegen derartige Anschläge zuständigen Behörden und Organe der Streitkräfte,
  • die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Verhinderung zukünftiger Anschläge,
  • die Ausarbeitung eines Berichts zu den vorgenannten Punkten (dieser wurde am 22. Juli 2004 vorgelegt).

Mitglieder [Bearbeiten]

Mitglieder der Kommission waren:

Der umfangreiche Stab der Kommission (s. u. Weblinks) arbeitete unter:

Philip D. Zelikow
  • Commission's Executive Director Philip D. Zelikow; sein Stellvertreter war Christopher Kojm. Daniel Marcus war General Counsel.
  • Al Felzenberg war Pressesprecher.

Anhörungen [Bearbeiten]

Zur Umsetzung ihrer Aufgaben führte die Kommission mehrere öffentliche Anhörungen durch. Unter anderem wurden befragt (Angaben der Funktion jeweils zum Zeitpunkt der Anhörung):

Titelseite des Schlussberichts

In geschlossenen Sitzungen fanden außerdem Befragungen von Präsident Bush, Vizepräsident Cheney, Ex-Präsident Clinton und Ex-Vizepräsident Gore statt.

Ergebnis und Bewertung [Bearbeiten]

In ihrem Abschlussbericht kritisierte die Kommission vor allem die Arbeit der Bundesbehörden FBI und CIA und empfahl eine weitgehende Reform des amerikanischen Geheimdienstsystems, die inzwischen teilweise umgesetzt wurde.

Die Kommission wurde jedoch auch selbst kritisiert. So wurden ihr einerseits mangelnde Unabhängigkeit und mangelnde Kritikbereitschaft an den Positionen der US-Regierung vorgeworfen, während andererseits Anhänger der Bush-Regierung auf die angebliche Instrumentalisierung im Hinblick auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2004 hinwiesen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Thomas Kean, Lee H. Hamilton: Without Precedent: The Inside Story of the 9/11 Commission. Alfred A. Knopf. 370 Seiten. ISBN 0307263770

Hinweis: Die Literaturangaben zum 9/11 Commission Report befinden sich im gleichnamigen Artikel.

Weblinks [Bearbeiten]