Vierländereck
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Als Vierländereck wird der geografische Punkt bezeichnet, an dem sich die Grenzen von vier benachbarten Staaten oder Ländern treffen. Meist ist diese Stelle durch die jeweiligen Staatsflaggen und/oder Monumente markiert. Es gibt derzeit weltweit kein echtes Vierländereck, an dem sich die Grenzen von vier unabhängigen Staaten treffen. Jedoch existieren einige Quasi-Vierländerecke, die sich aus zwei benachbarten Dreiländerecken zusammensetzen.
Vierländerecke sind in der Regel durch künstliche Grenzziehung entstanden, da das Zusammentreffen von vier Ländern durch entlang von Meridianen und Breitengraden verlaufenden Grenzen (Schnittpunkt eines Längen- und eines Breitengrades) erheblich wahrscheinlicher ist als bei Anlehnung an natürliche Gegebenheiten.
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[Bearbeiten] Quasi-Vierländereck
Es gibt einige Fälle, in denen zwei Dreiländerecke sehr eng beieinander liegen, sodass sie bei grobem Kartenraster wie Vierländerecke aussehen. Die beiden nächstgelegenen Dreiländerecke zwischen unabhängigen Staaten finden sich in Afrika:
- Botsuana-Namibia-Sambia und Sambia-Simbabwe-Botsuana mit etwa 2 Kilometer Entfernung, scheinbar entsteht somit ein Vierländereck Namibia-Sambia-Simbabwe-Botsuana. Allerdings ist die Grenzziehung umstritten – in einer Variante ist es ein echtes Vierländereck.
- Das Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande auf dem Vaalserberg bei Aachen wird für die Zeit von 1815 bis 1919 als Vierländereck bezeichnet.
Es stimmt zwar, dass Neutral-Moresnet nach dem Wiener Kongress 1815 entstand, weil sich die Niederlande und Preußen nicht über die Staatszugehörigkeit der Galmei-Gruben südlich von Aachen einigen konnten. Zu diesem Zeitpunkt existierte aber Belgien als Staat noch nicht, er war noch Landesteil des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Damit gab es 1815 in der Nähe von Aachen und Vaals einen Dreigrenzenpunkt (nicht Dreiländereck), zwischen den Ländern Preußen, Niederlande und Neutral-Moresnet. Belgien entstand erst 1830, doch auch dann wurde es kein Viergrenzenpunkt, weil Vaals (heute in den Niederlanden) damals zu Belgien gehörte. Erst 1839, als Vaals zurück an die Niederlande kam, entstand ein Viergrenzenpunkt. Dieser Zustand dauerte von 1839 bis 1919, nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 bestehend aus dem Königreich Belgien, dem Kaiserreich Deutschland, dem Königreich der Niederlande und Neutral-Moresnet. Nach dem Ende des 1.Weltkrieges wurde das Gebiet lt. Versailler Vertrag ohne Abstimmung dem Belgischen Staat zugesprochen. Diese Stelle, auf Niederländisch als Drielandenpunt bezeichnet, war aber nie wirklich ein Vierländereck, da Neutral-Moresnet nach internationaler Rechtsauslegung nicht als selbständiger Staat existiert hat. Das Gebiet wurde immer gemeinsam von Belgien und Deutschland – respektive ihren Rechtsvorgängern – verwaltet, es gab zu keinem Zeitpunkt eine Regierung, einen Senat, ein Parlament, geschweige denn ein Staatsoberhaupt. Am Grenzenstein des Dreiländerecks auf dem Vaalserberg wird durch Unterschiede in der Pflasterung das keilförmige "Zusammenlaufen" der drei Staatsgrenzen veranschaulicht. Ein dezent unterschiedlich gepflasterter Keil auf der belgischen Seite weist noch heute auf die ehemalige Existenz des Gebietes von Neutral-Moresnet hin.
[Bearbeiten] Vierländerecke weltweit
Echte Vierländerecke existieren derzeit nur zwischen verschiedenen Territorien ohne völkerrechtlicher Souveränität, d.h. zwischen Verwaltungseinheiten innerhalb eines Staates. Hier einige Beispiele
- Arizona-Colorado-New Mexico-Utah, Südwesten der USA - siehe Four Corners
- Nunavut-Nordwestterritorien-Manitoba-Saskatchewan, im Norden von Kanada - Four Corners (Kanada)
[Bearbeiten] Vielländereck
Das einzige Vielländereck weltweit ist der Südpol in der Antarktis. Dort treffen die beanspruchten Gebiete der Staaten des Antarktisvertrages aufeinander.

