Volksverteidigungseinheiten

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Volksverteidigungseinheiten
Yekîneyên Parastina Gel
وحدات حماية الشعب
Ala YPG.jpg
Aufstellung 2012
Land Syrien
Grobgliederung Hohes Kurdisches Komitee
Unterstellte
Truppenteile
  • Yekîneyên Parastina Jin (YPJ, „Frauenverteidigungseinheiten”, ausschließlich aus Frauen bestehende Brigaden)
  • Ahrar Al-Watan (Arabische Brigade)
Stärke 50.000 [2]
Farben grün, rot, gelb
Schlachten Bürgerkrieg in Syrien
Schlacht um Ra's al-'Ayn
Kommandeur
Oberbefehlshaber Sîpan Hemo
Sprecher Rêdûr Xelîl
Befehlshaber in Ra's al-'Ayn Cemşîd Osman

Die Volksverteidigungseinheiten (kurdisch Yekîneyên Parastina Gel, Kürzel YPG; arabisch ‏وحدات حماية الشعب‎ Waḥdāt Ḥimāyat asch-Schaʿb) sind eine bewaffnete kurdische Miliz in Syrien und kontrollieren verschiedene kurdische Gebiete in Nordsyrien sowie Teile der kurdischen Viertel in Aleppo.

Die YPG gelten als der PKK und ihrem syrischen Zweig Partei der Demokratischen Union (PYD) nahestehend[1][2][3][4][5]. Die PKK, die in den 1970er Jahren als marxistisch-leninistisch ausgerichtete und die Separation kurdisch besiedelter Gebiete von dem türkischen Staat anstrebende Guerilla-Organisation gegründet wurde, wird unter anderem in der Türkei, den USA und in der EU als Terrororganisation eingestuft, wenn auch 2014 mit dem Hintergrund des Engagements der PKK im Kampf gegen die terroristische Miliz Islamischer Staat Bestrebungen in Deutschland laut wurden, sie neu zu bewerten.[6][1][7][4][8][5] Entgegen der ihr nachgesagten Nähe der YPG zu der PKK und zur PYD gab die Führung der YPG an, unabhängig zu sein[3] und nicht der PKK anzugehören,[9][10] die in der Türkei über drei Jahrzehnte bis zum Waffenstillstand 2013 einen Guerillakrieg mit 40.000 Todesopfern für die Unabhängigkeit geführt hatte.[9][11][12][8][13]

Gründung und Ziele[Bearbeiten]

Die YPG erklärten ihre Gründung offiziell am 19. Juli 2012.[14] Bei späteren Anlässen erklärte ihre Führung, eine offizielle Gründung habe bereits im Jahr 2011 stattgefunden und deutete die Wurzeln der Organisation im Jahr 2004 an. Die Gründung erfolgte während des syrischen Bürgerkrieges durch die kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD). Sie unterstehen offiziell dem Hohen Kurdischen Komitee, werden jedoch oftmals als militärischer Arm der PYD betrachtet.[15][16]

Nach eigenen Angaben wurden die Volksverteidigungseinheiten zum Schutz der kurdischen Gebiete vor einem Einschwemmen des Krieges zwischen syrischer Armee und Freier Syrischer Armee (FSA) sowie der Gefahr vor militärischer Interventionen benachbarter Länder gegründet.[17] Nach dem Abzug großer Teile des syrischen Militärs aus den kurdischen Gebieten zugunsten einer Mobilisierung gegen die FSA konnten die YPG im Juli 2012 ihr militärisches Einflussgebiet sowie die Anzahl ihrer Kämpfer massiv ausbauen.[18]

Die YPG lehnen eine Präsenz der Freien Syrischen Armee in den kurdischen Gebieten mit dem Hinweis auf ihre autonome militärische Verwaltung ab.[19] Dies führte zeitweise zu Spannungen und Gefechten zwischen beiden Parteien.

Mittlerweile bestehen die YPG nach eigenen Angaben aus mehreren Brigaden in den kurdischen Gebieten Afrin, Ain al-Arab und Teilen des Gouvernement al-Hasaka und verfügen nach eigenen Angaben über bis zu 45.000 Kämpfern.[20][21][22] Die YPG begannen außerdem Mitte 2013 die christliche aramäisch/assyrische Miliz Sutoro und die arabische Brigade Ahrar al-Watan in der nordöstlichen Provinz al-Hasaka auszubilden. Die Sutoro kämpft seitdem mit der YPG an der Front.[23][24] Am 9. Januar 2014 verkündete der ebenfalls aramäisch/assyrische Militärrat der Suryoye (SMC), dass er sich der Offensive der YPG gegenüber Islamisten in Nordosten Syriens angeschlossen habe.[25]

Militärische Merkmale[Bearbeiten]

Kampfweise und Ausrüstung[Bearbeiten]

Die YPG wurden als „archetypische Guerillaarmee“ beschrieben, deren auf Geschwindigkeit, Verborgenheit und Überraschung beruhende Kampfweise sie in die Lage versetze, ihre Einheiten schnell an Fronten zu dislozieren und ihre Kräfte zügig zu konzentrieren, bevor sie die Stoßrichtung ihrer Angriffe verlagere, um den Gegner zu umgehen und aus dem Hinterhalt zu überfallen. Als Schlüsselmerkmal dieser Kampfweise wurde die Autonomie der einzelnen Truppenteile angesehen. Obwohl die YPG-Brigaden unter einer überspannenden taktischen Vorgabe operierten, werde ihnen demnach ein hoher Freiheitsgrad eingeschärft, wobei sie sich dem wechselnden Kampfgeschehen anpassten. Ähnlich wie die Truppen des IS erstarkten die YPG durch den syrischen Konflikt und passten ihre Kampftechniken an das Gebiet, in dem sie operierten, an. Die YPG verließen sich dabei stark auf den Einsatz von Snipern, die von mobilen Unterstützungswaffen gedeckt wurden (hauptsächlich schwere 12,7 mm Maschinengewehre russischer Bauart), die das Schlachtfeld belegen und feindlichen Beschuss unterdrücken. Zudem verwendeten die YPG Sprengsätze an Straßenrändern, um die gegnerischen Bewegungen zu begrenzen und - insbesondere nächtlichen - Umgehungsmanövern vorzubeugen.[26]

Während die Peschmerga der irakischen Kurden Waffenhilfe von Ländern wie Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA erhielten, kam den syrischen Kurden kaum solche Hilfe zugute. Das Operationsgebiet der syrischen Kurden wurde als ein isolierter Bezirk beschrieben, in dem den YPG im Süden Dschihadisten wie der IS gegenüberstanden und im Norden eine ablehnend gesonnene Türkei, während sich die irakische Kurdische Regionalregierung (KRG) im Osten nicht klar als Verbündeter oder Gegner zu erkennen gab. Aus dieser Konstellation resultierte eine mangelhafte Ausstattung der YPG-Einheiten.[26] Medienberichten zufolge verwendeten die Einheiten im „syrischen Kurdistan“ weder Panzerwesten noch Gefechtshelme,[26] ähnlich wie PKK-Einheiten und im Gegensatz zu den Peschmerga im Irak.[8] Waffen und Munition wurden auf dem Schwarzmarkt angekauft.[26]

Frauenkampfverbände und deren westliche Rezeption[Bearbeiten]

PKK-Führer-Abdullah Öcalan, Förderer der Frauenkampfverbände in der PKK

Im Zusammenhang mit Kämpfen gegen mit al-Qaida verbundene militante Gruppen wie Islamic State in Iraq and Syria (ISIS) und al-Nusra-Front (JN), aber auch der Freien Syrischen Armee, um die Kontrolle über die ölfördende Provinz al-Hasaka im Nordosten Syriens[27] sowie im Zusammenhang mit dem Kampf gegen dschihadistische Extremisten in der Irak-Krise von 2014 berichteten verschiedene westliche Medien von den Frauenverbänden der separatistischen PKK, der paramilitärischen YPG (für die Frauen: YPJ) und der offiziellen Armee der irakischen Kurden, den Peschmerga.[28] Der Journalist Frank Nordhausen gab Ende Februar 2014 in der Frankfurter Rundschau an, die Kurdenmiliz YPG sei „die am wenigsten bekannte, aber größte, disziplinierteste und kampfstärkste Streitmacht unter den Rebellentruppen im syrischen Bürgerkrieg.“ „Von allen anderen Milizen unterscheiden sich die Kurden,“ so Nordhausen, „indem sie weibliche Bataillone aufstellen – unvorstellbar bei arabischen Kämpfern.“ Seinen Angaben nach meldeten sich „viele junge Frauen“ deswegen „freiwillig, weil sie sich so davor schützen können, gegen ihren Willen verheiratet zu werden“. Rund ein Drittel der etwa 45.000 YPG-Kämpfer seien Frauen.[29] Nach anderen Angaben sollen rund 40 Prozent der YPG-Mitglieder Frauen sein, die auch ihre eigenen „Frauenverteidigungseinheiten“ YPJ besitzen.[30]

Die Beteiligung der Frauen an den Kampfverbänden der PKK war durch ihren als „Vater und Gott“ verehrten „Führer“, Abdullah Öcalan, vorangetrieben worden,[28][29] der ein „Gesetz“ erließ, das sowohl Geschlechtsverkehr als auch Liebe zwischen den Kämpfern verbot. Erst diese Regelung ermöglichte es den Familien in der konservativ-religiösen kurdischen Gesellschaft, ihre Töchter ohne Furcht vor Entehrung als Kämpferinnen in den Krieg ziehen zu lassen.[29] Die PYD selbst führte nach der Militärausbildung der YPG-Kämpfer eine 20-tägige politischen Schulung der Kämpfer durch, in der kurdische Sprache und Geschichte, Antiimperialismus, Gleichberechtigung der Frauen, autonome Selbstverwaltung und weitere Bestandteile der Ideologie Öcalans behandelt wurden, die sich mit einem föderalen Nahen Osten und der Vereinigung der auf vier Länder verteilten kurdischen Siedlungsgebiete befassen.[29]

Bei den Peschmerga kämpften Frauen bereits seit 1996.[28]

Als Motiv für die Beteiligung der Frauen an den Kampfverbänden wurde in westlichen Medien angegeben, dass sie kämpfen wollten, „um ihr Recht auf Gleichberechtigung zu verteidigen“. Auch wurde entgegen der tatsächlichen Begebenheiten innerhalb der Dschihadisten davon gesprochen, die „kurdischen »Amazonen«“ würden Dschihadisten wirksam „jagen“ können, weil diese daran glauben würden, „dass wer durch weibliche Hand stirbt“, nicht in das „Paradies“ gelange.[28][31][32] In der Washington Post wurde von einer „jüngst aufgetretenen Faszination westlicher Journalisten“ angesichts der Frauen-Einheiten der YPG gesprochen.[1]

Bewaffnete Auseinandersetzungen[Bearbeiten]

Syrien-Krise[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bürgerkrieg in Syrien
Rojava als Westkurdistan, wie es auf einer Website der PYD im Oktober 2013 umrissen wurde[33]

Obwohl die YPG ursprünglich mit der PYD als der mächtigsten kurdischen politischen Partei verbunden waren, wurden die YPG im Verlauf der Syrien-Krise zunehmend als Armee aller syrischer Kurden angesehen.[4] Zwar bestand kein Konsens darüber, ob die Interessen der Bevölkerung von 2,5 Millionen syrischen Kurden mit denen der PYD übereinstimmten, doch räumten auch erklärte kurdische Gegner der PYD ein, dass nur die PYD in der Lage war in Rojava eine eigene Armee, die YPG, aufzubauen, die zunächst dazu dienen sollte,[29] die selbst erklärte und von ihren Führern als „dritter Weg“ bezeichnete Neutralität[34][29] zu schützen, also das Unterlassen sowohl eines Paktes mit dem syrischen Regime, als auch eines Paktes mit arabischen Rebellen, solange diese nicht kurdische Rechte garantieren würden.[29]

Einige kurdische Parteien, die das Projekt der demokratischen Selbstverwaltung ablehnten, warfen der PYD hingegen Unterdrückung abweichender Meinungen vor.[30] Angesichts des wachsenden Einflusses der PYD wurde der PYD auch von einigen Kurden vorgeworfen, mit dem Regime Assads verbündet zu sein und seine autoritäre Einparteienherrschaft durch die eigene ersetzen zu wollen. Nach Angabe des PYD-Vertreters Mohammed Reso hatten einige syrische kurdische Parteien sich geweigert, den im November 2013 deklarierten kurdischen Plan für eine Interimsadministration für die vornehmlich kurdisch besiedelte Region im Nordosten Syriens zu unterschreiben.[10]

Kontrollierte Gebiete[Bearbeiten]

Militärische Lage in Syrien.
Ethnisch-religiöse Zusammensetzung Syriens[35]
PYD-Dominanz in Afrin im August 2012
PYD checkpoint Afrin Syria.png
Nach dem Abzug der syrischen Regierungstruppen aus kurdisch besiedelten Gebieten in Nordsyrien hat die PYD eigene Checkpoints mit einer eigenen Flagge eingerichtet wie in Afrin.[36]
PYD funeral Afrin Syria.png
Im Dorf Jolbul bei Afrin werden auf der Beerdigung eines im rund 30-jährigen Kampf der separatistischen Kurden gegen die türkische Regierung getöteten Dorfmitgliedes PYD-Flaggen gezeigt.[36]
Laut VOA unterstützten die meisten syrischen Kurden den Kampf der PKK für ein eigenständiges Kurdistan.[36]

Den kurdischen Milizen gelang es in Nordsyrien im sogenannten „Syrischen Bürgerkrieg“, die Verbände der Regierung von Baschar al-Assad weitgehend aus den von den Kurden bewohnten Gebieten an der Grenze zur Türkei zu vertreiben, diese militärisch zu sichern und die militärische Kontrolle – auch über Araber, Christen, Jesiden, Tscherkessen und andere ethnisch-religiöse Gruppen, die in dieser Region lebten, zu übernehmen.[37] Nachdem die Regierungstruppen die Region weitestgehend verlassen hatten, hatten die Kurden als bedeutendste ethnische Minderheit in Syrien im Laufe der ersten drei Jahre des Bürgerkrieges ein halbautonomes Territorium in Syrien schaffen können.[38] Etwa seit 2012 hatte die sozialistische PYD als Ableger der kurdischen Guerilla PKK aus der Türkei die Macht über die von den Kurden Rojava genannte Region, einem Siedlungsgebiet von rund 2,5 Millionen Kurden in Syrien, erlangt.[37] Die Kurden errichteten in den von ihnen kontrollierten Territorien drei zivile Lokalverwaltungen, für die Kantone Afrin, Ain al-Arab (kurdisch: Kobanê) und Jazira. Den YPG gelang es, mehrere Rebellengruppen aus Städten der Region zu vertreiben und Gebiete entlang der türkisch-irakischen Grenze einzunehmen.[38] Nach den ersten militärischen Erfolgen der YPG kündete der PYD-Vorsitzende Salih Muslim an, die Landesteile unter kurdischer Kontrolle unter Selbstverwaltung zu stellen und eine Verfassung auszuarbeiten.[39] Insbesondere in der ölreichen Hasakah-Provinz im Nordosten des Landes waren Schritte zur Verwirklichung dieses Zieles bereits seit längerer Zeit in die Wege geleitet worden. Über vielen Gebäuden wehten kurdische Flaggen, es gab kurdische Nummernschilder und neu gebildete kurdische Polizeieinheiten.[39][40] Die kurdische Sprache, deren Gebrauch unter dem syrischen Regime verboten war, wurde mittlerweile an Schulen unterrichtet.[39] Am 12. November 2013 deklarierten ethnische Kurden eine Interimsadministration im vorherrschend kurdisch besiedelten Nordosten Syriens, nachdem die Kontrolle über die Region in den vorangegangenen Monaten zwischen ihnen und vornmehmlich arabischen islamistischen Rebellen, die die von ihnen gemutmaßte Separationsabsicht der Kurden strikt ablehnten, hin und her gewechselt hatte. Ein Komitee kurdischer und anderer Gruppen erklärte, es fühle sich der Einheit Syriens verpflichtet, doch sei es „angesichts der gegenwärtigen Umstände und um das administrative Vakuum zu füllen“ an der Zeit, eine Administration einzurichten, um eine „transitionelle, pluralistische und demokratische Verwaltung der Region“ zu erreichen.[10] Seit Januar 2014 bestand in den drei Gebieten im Norden Syriens eine selbstdeklarierte kurdische Provinzregierung,[38] die dort für relative Sicherheit sorgte.[38][41][37][34] Die Führer der PYD als der größten und bestorganisierten von 17 größeren kurdischen politischen Fraktionen waren durch die militärischen Erfolge gegen dschihadistische Gruppen im Herbst und Winter 2013/2014 zu der Deklaration der Selbstverwaltung in der nordöstlichen Region Rojava ermutigt worden.[12][10]

Salih Muslim hatte noch 2013 als Führer der PYD sowohl der „syrischen Opposition“ als auch der Türkei versichert, dass sich die unter der De-facto-Autonomie stehenden Gebiete lediglich vorübergehend unter der Kontrolle der PYD befänden, bis der Aufstand seine Ziele erreicht habe, und dass die PYD nicht beabsichtige, ein unabhängiges Kurdistan in Syrien zu errichten.[42]

Bündnistaktiken und strategische Ziele[Bearbeiten]

Die syrischen Kurden nahmen seit Beginn des syrischen Aufstandes im Frühjahr 2011 in dem sogenannten syrischen Bürgerkrieg eine Sonderstellung ein,[43] die teilweise als „Schaukelpolitik zwischen dem Assad-Regime und der Rebellion“ beschrieben wurde.[29] Bewaffnete kurdische Verbände kämpften sowohl gegen Regierungstruppen als auch gegen bestimmte Einheiten der Freien Syrischen Armee. Offiziell unterstützen die syrischen Kurden die „Opposition“ gegen die syrische Regierung, doch wurden wiederholt Vorwürfe anderer Rebellengruppen - als auch vom KRG-Führer Masud Barzani[44] - gegen die PYD laut, Kompromisse mit dem Assad-Regime einzugehen, um so die eigene Sicherheit und Autonomie zu erwirken.[43][12] Die PYD and ihre Verbündeten lehnten es ab, sich dem Aufstand gegen Präsident Assad anzuschließen, mit dem Argument, dass die hauptsächlich sunnitischen Rebellen kurdische Ansprüche auf einen semi-autonomen Post-Assad-Staat im Nordosten Syriens ablehnten.[12]

Als das Regime im Juni 2012 überraschend seine Truppen aus fast allen Teilen Rojavas abzog, konnte die PYD als Ableger der Kurdenguerilla PKK aus der Türkei die günstige Situation für sich nutzen, die Macht in den drei kurdischen Enklaven zu übernehmen, eine Verwaltung zu installieren, die regionale Autonomie auszurufen und die Durchführung von Wahlen anzukündigen.[29] So begann in Nordsyrien die Bildung eines zweiten kurdischen De-facto-Staates, ähnlich wie bereits zuvor im Nordirak.[29][34] Bereits seit dem Beginn des Aufstandes gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im März 2011 hatten die Kurden in Syrien dabei weitestgehend versucht, die Kämpfe aus den unter ihrer Kontrolle stehenden Gebieten fernzuhalten, indem sie sowohl Konflikte mit der syrischen Regierung als auch mit den oppositionellen Gruppen mieden.[42] Dass die kurdisch kontrollierten Gebiete in Nordsyrien zu den sichersten des Bürgerkriegslandes zählten, wird zum einen dem bewaffneten Arm der PYD zugeschrieben und als Grund dafür gewertet, dass sich über 40 kurdische Gruppen der autonomen Übergangsregierung anschlossen. Zum anderen war die Sicherheit in der kurdisch besiedelten Region Konsequenz von der Politik Assads, der die PYD frei gewähren ließ, so dass die Kurden mit der PYD bereits vor der Autonomieerklärung ihre eigenen Checkpoints, Schulen und Krankenstationen unterhalten und ihre Gebiete während des Bürgerkriegs stabilisieren konnten.[34][40] Die Neutralitätspolitik ersparte der kurdisch besiedelten Region über eine lange Zeit hinweg Zerstörungen durch den Krieg. Die Luftwaffe der syrischen Regierung führte keine Luftangriffe auf Rojava durch.[29]

In Kooperation mit der syrischen Regierung Assads gehörte zu der Strategie der PYD auch, die Kontrolle über die Ölfelder im äußersten Nordosten Syriens zu behalten, die vor allem in der Kleinstadt Rmeilan, nahe der PYD-Hochburg Al-Malikiya (Dêrik), ergiebig und in Betrieb waren. Laut Jihad Yazigi, Herausgeber des syrischen Wirtschaftsblatts The Syria Report, konnte bereits mit einer täglichen Verkaufsmenge von 50.000 Barrel Erdöl die Existenz von rund zwei Millionen Menschen gesichert werden. Da der PYD in der Provinz al-Hasaka die Verteilung sämtlicher Brennstoffe oblag, konnte sie den Schwarzmarkt unterbinden und Gas oder Heizöl zu den staatlich festgesetzten - also für die Bevölkerung in der Region relativ günstigen - Preisen verkaufen.[40]

Levant Basin.png

Lage der Öl- und Gasvorkommen (grau) in Syrien (2013)
Militärische Lage in der Region Afrin am 22. Juni 2013 (Flächenfarbcode: gelb = YPG; grün = FSA/Rebellen; rot = Regierungstreue)

Das faktische Ende für diese Taktik der Kurden, sich weder auf die Seite des syrischen Regimes, noch auf die Seite der Rebellen zu stellen, die es ihnen ermöglicht hatte, ihre Macht in verschiedenen Städten Nordsyriens zu festigen, kam durch die im Sommer 2013 eskalierenden Kämpfe gegen die Dschihadisten.[42][39] Nach Medienangaben anfangs unterstützt von der Türkei, die Sorge vor einem zweiten Kurdenstaat an ihrer Grenze habe, attackierten Dschihadisten aus al-Qaida-nahen Milizen wie – in erster Linie – die al-Nusra-Front und ISIS die als vergleichsweise säkular geltenden Kurden, die sie als „Ungläubige“ und „Kommunisten“ ansahen. Unter den Dschihadisten befanden sich viele Ausländer, die in Syrien einen islamischen Gottesstaat errichten wollten. Zur Unterstützung kamen in dieser Zeit mehr als tausend kamperfahrene PKK-Kämpfer nach Rojava, um die Kämpfe mitzuorganisieren. Nach Angaben des YPG-Sprechers Rêdûr Xelîl gehörten der YPG bald rund 45.000 Kämpfer an, von denen ein Drittel Frauen gewesen sein sollen.[29][37] Diese rund 45.000 Soldaten der YPG kämpften nun auch gegen die arabischen sogenannten „Rebellen“-Gruppen, die die von der YPG kontrollierte Region an verschiedenen Fronten angriffen.[37] Der monatelange Kampf zwischen den Kurden und dschihadistischen Rebellengruppen von 2013 und 2014 zählte zu den härtesten Schlachten unter den verschieden regionalen ethnischen Konflikten, in die der sogenannte syrische Bürgerkrieg bis zu einem großen Ausmaß verwickelt war.[12] Nach Meinung von Wladimir van Wilgenburg von der in Washington ansässigen Jamestown Foundation lag ein Großteil der übergreifenden Bedeutung des Kampfes zwischen ISIS und den Kurden in der Kontrolle der Erdölquellen im Nordwesten und Osten Syriens begründet. Die Kurden kontrollierten seiner Einschätzung nach etwa 60 Prozent des syrischen Erdöls. Durch den lukrativen Verkauf des Erdöls wurde jeder Gruppe, die die Kontrolle über die Ölquellen hatte, der Ankauf von Waffen und die Sicherung und Unterstützung der lokalen Stämme ermöglicht. Wenn der ISIS in den Besitz weiterer Ölquellen gekommen wäre, hätten ihm die daraus hervorgehenden Finanzmittel bei seinem Kampf gegen die übrigen Rebellenmilizen geholfen.[12]

In die 2014 errichtete Übergangsregierung der kurdisch kontrollierten Region integrierten die syrischen Kurden Vertreter verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen, darunter Assyrer, Armenier, Jesiden und Alawiten. Bereits kurz nachdem die Kurden ihre Autonomie in Rojava erklärten, rückten dschihadistische Truppen - als Gegner der Kurden wurden vor allen Al-Kaida-Truppen von ISIS und Al-Nusra gezählt - ins kurdische Gebiet vor, wodurch sich eine weitere Front im syrischen Bürgerkrieg eröffnete. Der neu gebildete nordsyrische Staat wurde nach Medienangaben auch von Seiten des nordirakischen Kurdistans „konkurrierende Experiment“ (Die Zeit) betrachtet und von ihm nicht unterstützt.[34]

Als weiterer Wechsel in einer ganzen Reihe sich abwechselnder Waffenbruderschaften stimmten YPG/YPJ, die von den USA unterstützte FSA und einige andere syrische sogenannte Oppositionsgruppen wie die Islamische Front (IF) und die islamistische Liwa Al-Tawhid bei einer Zeremonie am 10. September 2014 der Bildung zusammengelegter Streitkräfte unter dem Koalitionsnamen Burkan al-Forat („Vulkan des Euphrat“) zu, um gemeinsam gegen den IS zu kämpfen.[45][46][47] Als Ziel der so zusammengeschlossenen Kräfte wurde die Eroberung der zu diesem Zeitpunkt unter Kontrolle des IS stehenden Gebiete in der Euphrat-Region angegeben. Der von der FSA angestrebte Sturz der syrischen Regierung von Präsident Baschar Al-Assad gehörte dagegen nicht zu den erklärten Zielen der Kampffront. In ihrem Abkommen hieß es, dass alle Partner verpflichtet seien, die gemeinsame Front finanziell und materiell zu unterstützen. Als möglicher Effekt dieses Bündnisses wurde in den Medien genannt, dass die angekündigten Waffenlieferungen der USA an sogenannte gemäßigte Rebellen auf diesem Wege auch den YPG zugute kommen.[47]

Verluste und Opfer[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben der YPG sollen die syrischen Kurden bis Januar 2014 400 gefallene „Märtyrer“ zu beklagen gehabt haben. Der YPG-Sprecher Rêdûr Xelîl erhob zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem damaligen deutschen Bundestagsabgeordneten und Vizechef der Linken, Jan van Aken, den auch von anderen YPG-Kommandeuren verschiedener Fronten bestätigten Vorwurf, die islamistische Miliz al-Nusra setze im syrischen Bürgerkrieg die in Deutschland mitgebaute Panzerabwehrrakete MILAN gegen die Kurden ein.[37]

Konflikte und Eskalation der Kämpfe mit Dschihadisten[Bearbeiten]

Nachdem die PYD der FSA den Zugriff auf das strategisch wichtigeund über 800km ausgedehnte Gebiet zwischen al-Malikiya (Dêrik) an der Grenze zum Nordirak und Afrin (Jabal al-Akrad) entzogen hatte und Syriens reguläre Armee aus der Region vielfach abgezogen und anderweitig stationiert worden war, griffen am 8. November 2012 Einheiten des islamistischen Bataillons Ghuraba-al-Scham noch verbliebene Stellungen der syrischen Armee in Ra's al-'Ayn (Serê Kaniyê) an.[40] Nach der Übernahme der mehrheitlich kurdisch bewohnten syrisch-türkischen Grenzstadt Ra's al-'Ayn durch die Nusra-Front kam es im November 2012 zu Spannungen zwischen Kurden und Dschihadisten. Diese mündeten schließlich in bewaffnete Kämpfe um die Stadt mit mehreren Toten.[48][49]

Die militärische Lage im Gouvernement al-Hasaka

Anfang November 2012 eroberte die FSA im Raum Deir ez-Zor, im vorwiegend von Arabern bevölkerten Ostens Syriens, Ölfelder und visierte nach Angaben eines Rebellenführers die ölfördernde Provinz Hasaka als nächstes Ziel an.[40]

Am 27. Juni 2013 schossen Mitglieder der YPG in Amude auf Demonstranten, von denen sie vorher mit Steinen beworfen wurden. Dabei gab es mehrere Tote, darunter ein zwölfjähriges Mädchen und ein fünfzehn Jahre alter Junge. Der UN-Menschenrechtsrat warf der YPG deswegen eine Menschenrechtsverletzung durch übermäßigen Gewalteinsatz vor.[50] Die YPG erklärte hingegen, dass es in diesem Zusammenhang einen bewaffneten Angriff auf den von Gefechten zurückkehrenden YPG Konvoi gegeben hat, bei dem ein YPG-Kämpfer starb und zwei verletzt wurden.[51]

Seit Erstarken der extremistischen Dschihadisten-Gruppen Al-Nusra-Front und Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) im syrischen Bürgerkrieg weiteten sich die Kämpfe zwischen den syrischen al-Qaida-Ablegern und kurdischen YPG-Kämpfern im Sommer 2013 aus[43][42] und wurden zunehmend als „Bürgerkrieg innerhalb des Bürgerkriegs“ beschrieben.[42][39]

Militärische Lage in und um Aleppo (gelb: PYD)

Die Reibungen mit den rebellischen Dschihadisten verstärkten sich, als diese versuchten, ihre Macht von der Provinz Raqqa auf die ölreichen Gebiete auszudehnen, die von als säkular geltenden kurdischen Gruppen gehalten wurden.[42] Mit der zunehmenden Kontrolle dschihadistischer Gruppen wie der Nusra-Front über die nördlichen Landesteile mit einer kurdischen Bevölkerungsmehrheit stiegen auch die Übergriffe der Islamisten. Mitte Juli griffen Dschihadisten in der ethnisch gemischten Grenzstadt Raʾs al-ʿAin eine Patrouille weiblicher YPG-Kämpferinnen an und nahmen eine der Frauen als Geisel. Daraufhin begannen kurdische Milizen eine Offensive, bei der es ihnen gelang die Kämpferin zu befreien[39] und die YPG im Juli 2013 Ra's al-'Ayn schließlich komplett unter ihre Kontrolle brachten.[52][53][39] Die Kämpfe zwischen kurdischen Milizen und Dschihadisten in der nördlichen Grenzregion nahe der Türkei flammten seitdem immer wieder auf und verlagerten sich weiter nach Westen.[39] Die Nusra-Front und ISIS mobilisierten nach dem Verlust von Ra's al-'Ayn ihre Truppen im Gouvernement al-Hasaka, um die von Kurden kontrollierten Ölfelder im Nordosten Syriens zu erobern.[52] Ende Juli 2013 eskalierten die Kämpfe.[42][54] Im August 2013 waren die Provinzen Raqqa besonders um die ethnisch gemischte Stadt Tall Abyad und Aleppo mit verschiedenen kurdischen Enklaven Schauplatz der bewaffneten Auseinandersetzungen. In den kurdischen Städten Tall Aren und Tall Hassel, östlich von Aleppo, wurden Dschihadisten beschuldigt, gezielte Angriffe auf die kurdische Zivilbevölkerung ausgeführt zu haben.[39] Zuvor hatten kurdische Einheiten im Verlauf der Kämpfe einen ranghohen Anführer des Islamischen Staats in Syrien und Irak als Geisel genommen, worauf die Dschihadisten mit der Geiselnahme von ungefähr 200 kurdischen Zivilisten in den Dörfern Tall Aren (auch: Tel Aran) und Tall Hassel (auch: Tel Hasel) reagiert und mit deren Hinrichtung gedroht hatten, sollte ihr Anführer nicht freigelassen werden.[39] Die USA schlossen sich Russland bei der Verurteilung dieser Angriffe gegen kurdische Zivilisten an. Daraufhin warnte auch der Präsident der Autonomen Region Kurdistan (KRG), Masud Barzani, den Dschihadisten mit einer Intervention, da er bereit sei, die Kurden in Syrien zu beschützten.[42]

Den YPG gelang es lange Zeit, weitestgehend die Oberhand in den Kämpfen gegen die dschihadistischen Gruppen zu behalten.[38] Im Herbst 2013 und während des Winters 2013/2014 konnte die PYD eine Reihe von Siegen über dschihadistischen Rebellengruppen verzeichnen.[12] Obwohl Mangel an Munition bei den YPG-Kämpfern herrschte, nahmen die Kurden den Al-Qaida-Milizen seit Oktober 2013 wieder die Kontrolle von mehr als 40 Dörfern ab und verdrängten sie aus zwei wichtigen Erdölprovinzen und vom Grenzübergang Al-Yaroubia zum Irak. Durch diesen Übergang eröffnete sich der Kurdenregion, die seit mehr als einem Jahr in Gänze praktisch von der Außenwelt abgeschnitten und einem intensiven Embargo seitens der Türkei und des kurdischen Nordiraks ausgesetzt war, wieder der Zugang zum irakischen Markt.[29]

Militärische Lage in Syrien im Juni 2014 (gelb: YPG)

Mit dem Vormarsch verschiedener sunnitischer Gruppen im Irak und der Einnahme der irakischen Millionenmetropole Mossul im Juni 2014 durch den Islamischen Staat (IS) erbeutete der IS von flüchtenden irakischen Armeeeinheiten schwere US-Waffen wie Panzer und gepanzerte Humvee-Transportfahrzeuge.[38][4] Die Peschmerga wurden dadurch zum Rückzug gezwungen,[4] und die Kurden gerieten militärisch stark unter Druck und sahen ihre Geländegewinne und politischen Erfolge bedroht, die sie im Laufe der vorangegangenen drei Jahre hatten erreichen können. Die Provinzregierung führte die Wehrpflicht ein, um die kurdisch kontrollierten Gebiete gegen die Angriffe des IS zu schützen. Das eingeführte Gesetz über die Wehrpflicht sah vor, dass jede Familie eines seiner männlichen Mitglieder zwischen 18 und 30 Jahren für die YPG abstellt. Die Wehrpflichtigen sollten nach der sechsmonatigen Grundausbildung entscheiden können, ob sie an der Front eingesetzt werden. Auch die PKK beabsichtigte, die YPG stärker zu unterstützen. Die Nachrichtenagentur Cihan meldete, dass sich zunehmend auch Kämpfer der PKK aus der Türkei den Einheiten der YPG anschlossen. Einem am 13. Juli 2014 veröffentlichter Bericht zufolge sollen der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan sowie führende Kommandeure der PKK in den Bergen von Kandil im Nordirak die Kurden dazu aufgerufen haben, sich der YPG anzuschließen,[38] nachdem im Juni IS-Kämpfer die überwiegend kurdisch bewohnte und von den YPG verteidigte syrisch-türkische Grenzstadt Ain al-Arab mit schweren Waffen wie Panzern und US-Humvees angegriffen hätten.[38][4] Nach Medienangaben von Mitte Juli 2014 überquerten allein innerhalb weniger Tage etwa 800 kurdische Kämpfer die türkisch-syrische Grenze, um die überlasteten YPG-Einheiten in Ain al-Arab gegen den IS zu unterstützen.[55][38] Die ursprünglich für den Guerillakampf ausgebildeten PKK-Kämpfer wurden den Quellen zufolge nach 15-tägigen Vorbereitungen direkt in die Gefechte mit dem IS geschickt.[38]

Ende Juli 2014 mussten Einheiten des IS nach langen und harten Gefechten mit YPG-Kämpfern den Rückzug aus Ain al-Arab antreten, das als eine der drei „Überlebensadern“ (FAZ) der YPG im Norden Syriens gilt. Nach Medienangaben verhinderten die YPG damit die Zusammenlegung der Region von Ain al-Arab mit der von ar-Raqqa und damit eine weitere Ausdehnung des bereits großflächigen Territoriums des IS sowie die Möglichkeit für den IS, eine Offensive gegen die südlich von Ain al-Arab gelegene Provinzhauptstadt Aleppo zu eröffnen.[56][4] Auch gelang es Ende Juli den YPG nach Medienangaben, den IS daran zu hindern, in die strategisch bedeutende Region der syrischen Provinz Gouvernement al-Hasaka|al-Hasaka vorzudringen, die an die irakische Provinz Ninawa grenzt. Es wurde behauptet, die YPG hätten damit verhindert, dass der IS die Regionen vereinigt und von dort eine noch größere Bedrohung für Syrien und die Türkei dargestellt hätte.[4]

Als der IS am 17. September 2014 eine Offensive gegen die Region um Ain al-Arab startetete und innerhalb von 24 Stunden über 20 Dörfer der Region besetzte,[57][58][59][60][61] riefen die YPG in einem Hilferuf sowohl Kurden aus Syrien als auch aus den umliegenden Ländern auf, zur Verteidigung der Stadt zu kommen, die den Angaben nach drohte, von aus dem Westen und Osten vorrückenden IS-Kämpfern eingeschlossen zu werden[57] und laut YPG-Sprecher Rêdûr Xelîl bereits vom ISIS umzingelt war.[61] Entsprechend riefen auch „Kurden in der Türkei“ zum Waffengang nach Syrien auf. Die PKK erklärte in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite: „Die Jugend von Nordkurdistan [Südosttürkei] sollte nach Kobani gehen und an dem historischen, ehrenvollen Widerstand teilnehmen”. Xelîl forderte gegenüber Reuters die „Weltmächte“ auf, den „barbarischen Angriff“ von ISIS zu stoppen.[61] Im Vergleich zu früheren Vorstössen des IS gegen Ain al-Arab, die von den Kurden mehrmals zurückgeschlagen worden waren, setzte der IS nach Medienangaben bei diesem Angriff offenbar mehr Kämpfer und schwerere sowie modernere Waffen (darunter Panzer) ein,[57][60] die möglicherweise aus erbeuteten Beständen der irakischen Armee stammten.[57] Allein in der Nacht zum 20. September reisten etwa 300 PKK-Kämpfer aus der Türkei zur Unterstützung der YPG an, während Barzanis Partei im Nordirak zurückhaltend reagierte und sich die verschiedenen kurdischen Armeen in einen dauerhaften Konkurrenzkampf um die Beliebtheit bei der eigenen Anhängerschaft verstrickt und so eine klare gemeinsame Linie verhindert hatten.[62]

Irak-Krise 2014[Bearbeiten]

Hauptartikel: Irakkrise 2014
Militärische Lage in Irak und Syrien:
Nach der Irakischen Verfassung von 2005 umstrittene Gebiete im Nordirak
Washington, 7. August 2014
Obama Dempsey Meeting on Iraq Airstrikes August 7.jpg
Treffen von US-Präsident Barack Obama mit seinen Beratern für nationale Sicherheit
Obamas Stellungnahme zum Irak, in der er Luftangriffe gegen den IS und humanitäre Hilfe für jesidische Flüchtlinge in Sindschar ankündigt[63]
13. August 2014
Yazidi refugees.jpg
Einige der 12.000 irakischen Jesiden, die auf der Flucht vor der IS-Miliz nach einem 60km-Marsch durch das Sindschar-Gebirge das Newroz-Lager in der nordostsyrischen Provinz al-Hasaka erreicht haben[64]
USAID Mt Sinjar.jpg
Ein Mitglied des US-Agency-for-International-Development-Disaster-Assistance-Response-Teams, das zusammen mit Militärangehörigen als US-Mt.-Sinjar-Assessment-Team die Lage einschätzen soll, mit Einheimischen nahe bei Sindschar

Die YPG-Kämpfer, die als PKK-Ableger die Kontrolle über ihren de facto autonomen Staat in Nordostsyrien besaßen, hatten zwar zuvor schon lange gegen den IS gekämpft, dafür aber keine Unterstützung und nur geringes Interesse von Seiten der Weltöffentlichkeit erhalten, sondern waren sowohl von der benachbarten Türkei als auch von der Autonomen Region Kurdistan (KRG) im Nordirak durch ein Embargo blockiert worden.[65][29][30][66] Als jedoch der IS seine Aktionen gegen die KRG richtete, konnten die YPG die Gelegenheit zu ihren Gunsten nutzen. Als sowohl die Truppen der irakischen Zentralregierung als auch die Peschmerga der KRG vor der Offensive des IS flüchteten, rückten die YPG in den Irak ein, kämpften an der Seite ihrer früheren Rivalen, den Peschmerga, und forderten einen fragilen, neu entdeckten Sinn kurdischer Einheit ein.[65][5]

Vor August 2014 waren die YPG praktisch kaum aktiv am Kampf gegen den IS im Irak beteiligt, da sie von der dominanten kurdischen Partei im Irak, der PDK, am Zugang zum Irak gehindert wurden.[4] Nachdem aber der IS seine Angriffe im Irak verstärkt hatte, überquerten YPG-Kräfte, nach eigenen Angaben auf Bitte der irakischen Kurden und in Koordination mit den Peschmerga, die syrisch-irakische Grenze am 2. August 2014, um den Rabia-Grenzübergang zu sichern und übernahmen nach heftigen Gefechten die Kontrolle über die Grenze und die Grenzstadt Rabia.[4] So drangen die YPG und andere PKK-Kräfte infolge der Verluste der Armee der PDK, den Peschmerga, in den Irak vor, um das aufgetretene Vakuum zu füllen und gegen den IS zu kämpfen.[4][5] YPG und PKK bildeten gemeinsame Sondereinheiten, die „Sindschar-Verteidigungseinheiten“, um sich in der Region Sindschar zu behaupten.[5] Es kam unter Beteiligung von hunderten YPG-Kämpfern zu heftigen Kämpfen zwischen dem IS und den Kurden an verschiedenen Fronten, die von der syrisch-irakischen Grenzstadt Rabia bis nach Sindschar und weiter südlich, von Kirkuk nach Jalawla reichten und bei denen sunnitische Milizen in einigen wichtigen Kämpfen kurdische Peschmerga besiegten und zum Rückzug zwangen.[4]

Medienberichten zufolge bewährten sich die PKK-Kämpfer und ihre syrischen Ableger, die YPG-Kämpfer, im Kampf gegen den IS im Irak weitaus besser als die Peschmerga. Die PKK-Taktik, der Kampfstil, und Kampfethos habe sich demnach stark von dem der Peschmerga unterschieden. Ähnlich wie bei den IS-Kämpfern sollte es sich bei den PKK- und YPG-Kämpfern um gut ausgebildete, kämpferisch ideologische und kampferprobte Guerilla-Kämpfer gehandelt haben. Während die PKK in Syrien bereits seit mehr als zwei Jahren gegen den IS gekämpft und in der Türkei weiter ausgebildet worden sei, hätten die Peschmerga keine Kampferfahrung mehr gehabt, seitdem die USA die Invasion im Irak angeführt hatte. Die Anwesenheit von Hunderten Kämpfern des paramilitärischen Flügels der PKK habe die Peschmerga nach dem Vorrücken des IS verstärkt, zu einem dringend benötigten Anstieg der Kampfmoral und -fähigkeit geführt und in einer Reihe von Kämpfen, die oft mit Unterstützung der US-Luftwaffe geführt wurden, eine entscheidende Veränderung bewirkt.[8] Auf im Internet veröffentlichten Videomaterial soll zu sehen sein, wie Peschmerga-Vertreter den PKK-Kräften dafür danken, gekommen und die Peschmerga aus einer aussichtslose Lage gerettet zu haben.[67] Offizielle Vertreter des semi-autonomen irakischen Kurdistans in Arbil verhielten sich jedoch zurückhaltend bei der Anerkennung der Präsenz von PKK-Truppen im Irak.[8]

Neben der PKK und mit ihr verbundenen Gruppen nahmen auch iranische Kurden an der Bekämpfung des IS, der als Bedrohung eines irakischen Kurdistans angesehen wurde, teil. Kämpfer oppositioneller iranischer kurdischer Gruppen mit Sitz im irakischen Kurdistan rückten an die Frontlinien vor und spielten eine bedeutende Rolle in der Region um das 40 km von Arbil entfernte Gwer. Mohammad Saleh Qaderi begründete die Einsätze als führender Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran als Schutzmaßnahme für die Bevölkerung und Regierung des irakischen Kurdistans gegen die Bedrohung durch den IS.[5]

Die sich bei den Kämpfen im Irak gebildete Koalition gegen den IS wurde von verschiedenen Seiten als ungewöhnlich bezeichnet.[68][13] Mit dem Iran und den USA näherten sich zwei als „Erzfeinde“ geltende Staaten in ihrem Kampf gegen die IS-Extremisten an. Zudem unterstützen sowohl die irakische als auch die syrische Armee die kurdischen Gruppierungen, denen nachgesagt wurde, nach einem eigenen Staat streben und die daher als Gefahr für die Regierungen in Syrien und Irak angesehen wurden.[68] Auch die Frage, ob es der PKK gelingt, mit Hilfe ihres Irak-Engagements die Einstufung als Terrorgruppe durch die USA und die EU zu beenden, wurde als fraglich bewertet. Die Situation, dass eine von der EU als Terrorgruppe verbotene Organisation eine offenbar bedeutende Rolle gegen die IS-Miliz spielt, wurde aus den Reihen von EU-Diplomaten als paradox bezeichnet.[13]

Als Resultat der militärischen Ausbildung von über 1000 Jesiden (Stand: September 2014) als lokale Kampfeinheiten, die unter Aufsicht der YPG und PKK nach Expandierung der YPG in die von den KRG-Peschmerga geräumten Gebiete im Sindschar-Gebirge von Anfang August 2014 erfolgt war, besetzten die YPG irakische Gebiete, die zuvor von den Peschmerga kontrolliert worden waren. Vertreter der YPG stritten ab, dauerhafte Interessen auf irakischem Territorium zu verfolgen.[26] Doch beabsichtigten die Einheiten der PKK und YPG nach Einschätzung von Beobachtern vorerst nicht, den Kriegsschauplatz im Nordirak wieder zu verlassen. Der Sprecher der YPG, Rêdûr Xelîl, erklärte: „IS hat die von den Kolonialisten gesetzten Grenzen und die geographische Karte der Region verändert. Daher sollte unsere Gegenwart nicht als Eingriff in irgendein Land angesehen werden.“[5] Auch wurde vermutet, dass sich selbst nach einem Abzug der YPG die verbliebenen Jesidentruppen im Sindschargebirge weiterhin loyal gegenüber den YPG und nicht gegenüber den irakischen Peschmerga verhalten würden. Von Seite der irakischen Kurden wurde dagegen darauf bestanden, dass die Anwesenheit der YPG eine Verletzung ihrer Souveränität darstelle.[26]

Rolle der YPG und PKK bei Kämpfen gegen den IS in der Sindschar-Region und um Kirkuk[Bearbeiten]

  • Vom IS kontrollierte Gebiete
  • Vom IS beanspruchte Gebiete
  • Übrige Teile des Iraks und Syriens
  • Anmerkung: Die Karte umfasst auch unbewohnte Gebiete.

Nachdem sich der IS nach den Kämpfen mit den YPG um Ain al-Arab Ende Juli 2014 zurückgezogen hatte, formierten sich die Dschihadisten neu und griffen Anfang August 2014 – während der Irak-Krise – mehr als 300 Kilometer weiter östlich, auf der anderen Seite der irakisch-syrischen Grenze, die irakische Jesiden-Hochburg Shingal (auch: Sindschar oder Şingal) an, womit die von Abu Bakr al-Baghdadi geführte IS-Miliz, die in Syrien bereits seit anderthalb Jahren ein ausgedehntes Territorium beherrschte, weltweite Medienbeachtung erhielt.[56][69] Als die Einheiten des als terroristische Vereinigung eingestuften IS Anfang August 2014 in die nordirakische Region Shingal vordrangen, in der Schätzungen zufolge etwa 500.000 jesidische Kurden lebten, die von den heranrückenden Extremisten als „Ungläubige“ betrachtet wurden, flüchteten Zehntausende Bewohner,[69] nachdem sich die kurdischen Peschmerga-Sicherheitskräfte, die nach der Eroberung Mossuls durch den IS zum Schutz der Jesiden nach Sindschar eingerückt waren, am 2. August wieder zurückzogen hatten.[70][69] Nach Angaben der irakischen Regierung wurden hunderte Menschen getötet.[69][71] In dieser Situation versprach der Oberkommandeur der PKK, Murat Karayılan, mit Hilfe der YPG als syrischem Ableger der PKK ein „Massaker“ an den Jesiden zu verhindern.[69] Der PYD-Vorsitzende Salih Muslim gab gegenüber Medien an, die YPG kämpfe in der Region an einer 70 Kilometer langen Front und sei in und rund um die Stadt Sindschar in Gefechte mit dem IS verwickelt sowie in den Bergen und bei der Stadt Rabia.[72]

Die PKK und mit ihr verbundene Gruppen lieferten sich seit langem einen Machtkampf mit dem Präsidenten der KRG, Masud Barzani.[69][5] Offizielle Vertreter der irakischen Kurden versuchten die Rolle der YPG im Irak herunterzuspielen und die Aktionen ihrer eigenen Peschmerga-Truppen hervorzuheben, die bereits mit Waffenlieferungen der USA unterstützt wurden.[9][8] Entgegen anderslautender Meldungen eroberten jedoch laut Augenzeugenberichten Einheiten der aus Syrien herangeeilten YPG-Guerilla nach schweren Gefechten mehrere Ortschaften in der Sindschar-Region zurück,[69][30][71] während sich die Peschmerga-Einheiten der DPK Anfang August aus der Region zurückgezogen und damit die Zivilbevölkerung hilflos gegenüber den nun vorrückenden Dschihadisten zurückgelassen hätten.[69][30][70] Die YPG-Verbände standen Anwohnern zufolge unter der Führung des als Polat Can bekannten kurdischen Kommandeurs.[69] Polat Can hatte am 3. August als Sprecher der YPG verkündet, „starke Kräfte“ der YPG hätten die Grenze zum Irak überschritten, um „unsere Landsmänner vor den ISIS-Gangs zu schützen“.[73] Nach Berichten von Seiten der Jesiden waren Barzanis Peschmerga trotz vorheriger Schutzzusagen vor dem IS geflohen, während stattdessen kurdische Kämpfer der PKK-Guerilla und offenbar vor allem des syrischen PKK-Ablegers YPG einen von den Shingal-Bergen bis zur syrischen Grenze reichenden, 40-80 Kilometer langen Fluchtkorridor freikämpften,[7][74][75][30][76][5] der von der irakischen Stadt Zaxo bis in die von syrischen Kurden kontrollierte Stadt Al-Yarubiyah führte[76] und den Jesiden die Flucht ermöglichte.[7][74][77] Auch Veysel Ayhan, Direktor des türkischen Think Tanks IMPR in Ankara, vertrat die Ansicht, „ohne die PKK wären mehrere tausend Menschen getötet worden“.[7][74] Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, die das Krisengebiet vom 4. bis zum 21. August 2014 bereiste und mit Flüchtlingen gesprochen hatte,[30] berichtete, die aus Rojava über die syrisch-irakische Grenze gekommenen YPG-Kämpfer und -Kämpferinnen hätten zuerst die auf irakischer Seite der Grenze gelegen Stadt Rabia von den Dschihadisten-Milizen weitgehend befreit, bevor sie den Fluchtkorridor bis nach Shingal erkämpft hätten.[30] Auch Peschmerga der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), die sich dem Rückzugsbefehl an die Peschmerga widersetzt hatten, hätten sich an diesen Kämpfen auf der Seite der YPG beteiligt.[30][66] Ferner habe die PKK, die im Nordirak über große Camps verfüge, mit mehreren hundert Guerillakämpfern in Shingal eingegriffen.[30] Die Guerilla der PKK „sowie die mit ihr verbündeten Volksverteidigungskräfte (YPG) aus dem kurdischen Selbstverwaltungsgebiet Rojava in Syrien“ hätten innerhalb mehrerer Wochen „Zehntausenden Flüchtlingen das Leben gerettet“.[78] Bilder von YPG- und PKK-Kämpfern, die Jesiden retteten, wurden viral über kurdische Social Media-Accounts verbreitet und erzeugten große Sympathien und Achtung für diese Gruppen unter Kurden.[5]

Medienberichten zufolge und nach Angabe der YPG bildeten syrische Kurden der YPG und PKK-Kämpfer aus der Türkei in mehreren militärischen Ausbildungslagern in Syrien Hunderte - bis Anfang September 2014 angeblich mehr als 1000[77][26] - freiwillige jesidische Rekruten, die mit Hilfe der YPG aus der Sindschar-Region im Irak geflohen waren, in der Bedienung von RPGs, Sturmgewehren AK-47, Handgranaten, Snipergewehren und anderen Waffen sowie in Kampftaktiken für die Planung von Angriffen aus dem Hinterhalt aus, um sie nach einer viertägigen oder einwöchigen[77] Ausbildung zurück in das Sindschar-Gebirge zu entsenden, wo sie als „Sindschar-Widerstandseinheiten“ und in Kooperation mit Einheimischen und den YPG gegen radikale Islamisten des IS im Irak kämpfen sollten, die sich gewaltsam im nördlichen Irak ausgebreitet und Hunderte von Angehörigen ethnischer Minderheiten getötet sowie – je nach Quelle – „Zehntausende“ (The Telegraph) oder „Hunderttausende zur Flucht um ihr Leben“ (Reuters) veranlasst hatten.[79][9][74][13][68][80][77] Unter den freiwilligen jesidischen Rekruten befanden sich auch Mitglieder der „Diaspora“ aus entfernten Ländern wie Russland und Deutschland. Beobachter beschrieben die Ausbildung als Versuch, die jesidischen Soldaten unter die Flagge der PKK zu nehmen, um ihnen einen Grund zum Kampf zu geben und den Einfluss der PKK zu erweitern. Die auszubildenden Jesiden beantworteten demnach die Rufe der YPG-Ausbilder „Wer sind wir?“ mit „Gefolgsmänner von Apo“ („Apo“ steht für Abdullah Öcalan) und „Volk von Sindschar“. Nach Angaben der YPG-Ausbilder wurden die Jesiden aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung und fehlender Waffen im Guerilla-Kampf ausgebildet.[77]

Laut Berichten von jesidischen Augenzeugen kämpften YPG und Peschmerga zusammen mit einheimischen Jesideneinheiten, die von Qasim Şeşo (oder: Kassem Schascho) geführt wurden,[4] einem seit den 1990er Jahren in Bad Oeynhausen lebenden Jesiden, der nun in den Irak zurückgekehrt war und als „Löwe von Sindschar“ bekannt geworden war.[70][81] Anfang September berichtete êzîdîPress, ein jesidisches Internetportal aus Hannover,[82][83] ein seit Tagen anhaltender Streit an der jesidischen Pilgerstätte Scherfedin in Shingal[84] zwischen Jesiden, PKK/YPG und Peschmerga habe zeitweise zu eskalieren gedroht. In einem in Kurdistan TV veröffentlichten Telefoninterview mit Qasim Şeşo, dem „General der êzîdîschen Verteidigungseinheit“, die als „Widerstandsgruppe Sindschar“ von der jesidischen Gemeinde im Ort in der ersten Augusthälfte geschaffen und mehrere tausend kampfbereite Mitglieder rekrutiert haben soll,[83] habe Şeşo erklärt, dass sich die Jesiden auch gegen die PKK/YPG erheben werden, wenn diese die Blockade für Hilfslieferungen nicht binnen 24 Stunden aufheben. Wenige Tage zuvor habe die YPG aus Rojava in Nordsyrien auf der Forderung beharrt, an der Pilgerstätte der Jesiden ihre Flagge zu hissen, was Şeşo ebenso wie eine entsprechende Absicht der Peschmerga-Soldaten, dort die kurdische Flagge zu hissen, mit Verweis auf die religiöse Bedeutung der Pilgerstätte abgelehnt hatte, worauf es zu einem zeitweise heftigen Streit zwischen der YPG, den Jesiden und den Peschmerga-Einheiten gekommen sei. Die YPG habe daraufhin die Grenze, über die Hilfslieferungen befördert wurden, gesperrt. Şeşo habe sich nach dem Interview für den Einsatz der PKK/YPG in Shingal bedankt und gesagt, dass „wir alle PKK/YPG Kämpfer sind“.[85]

Der Erfolg der PKK/YPG bei der Befreiung der Jesiden im Sindschar-Gebirge stellte auch ein Problem für die zuvor gerühmten kurdischen Peschmerga-Kämpfer dar, die den IS-Kämpfern wenig entgegengesetzt hatten. Obwohl die KDP Barsanis als historischer Rivale der PKK nun gemeinsam mit der PKK gegen die Islamisten kämpfte, bleiben die Spannungen zwischen den beiden Gruppen. Ein ranghoher KDP-Vertreter befürchtete laut Medienangaben, das PKK-Engagement könnte den Westen davon anhalten, hochwertige Waffen an die Kurden im Irak zu liefern. Die PKK werde nicht gebraucht, sondern versuche, die KDP in Verruf zu bringen.[13] Die militärischen Probleme der Kurden, insbesondere ihr Rückzug aus Sindschar, führten in den zwei Wochen in der Mitte des Augusts Medienangaben zufolge zu massiven innerkurdischen Problemen. Zwar erhielt die PKK/PYD dank des Einsatzes der YPG großen Zulauf von Jesiden, doch kämpften von den irakisch-kurdischen Peschmerga fast nur jene der kleineren PUK, der Partei Dschalal Talabanis, während sich die der Regierungspartei KDP weiter zurückhielten.[70]

Eastern Mediterranean basins including Levent basin and oil and gas fields.png

Lage von Öl- und Gasvorkommen (dunkelgraue Flächen) in Syrien und Irak (2013)[86]

Am 10. August 2014 teilte Polat Can als YPG-Sprecher über seinen offiziellen Twitter-Account mit, dass spezielle YPG-Einheiten in Kirkuk und Jalawla mit Peschmerga-Kräften seit einem Monat gegen den IS gekämpft hätten.[4] Nilüfer Koç, die Co-Vorsitzende des Kurdistan-Nationalkongresses (KNK), der alle kurdischen Parteien und politischen Kräfte aus allen Teilen Kurdistans vertreten solll, warnte, das nächste Ziel des IS sei die erst im Juni 2014 unter Kontrolle der kurdischen Regierung gekommene Erdölstadt Kirkuk.[75] „Der Kampf gegen den IS“, so Koç, sei „zu einer nationalen Frage aller Kurden geworden“. Irakische Peschmerga-Einheiten kämpften nun an der Seite von Mitgliedern der türkischen PKK und der syrischen PYD sowie Truppen von anderen kurdischen Gruppierungen. Der IS-Vormarsch im Nordirak und insbesondere der Überfall auf die Jesiden-Stadt Shingal hätten einen Schulterschluss zwischen den kurdischen Gruppen bewirkt.[87] Die PKK evakuierte über 10.000 Menschen aus dem Flüchtlingslager bei der Kleinstadt Makhmur, in dem seit den 1990er Jahren kurdische Flüchtlinge aus der Türkei lebten[30][5] und das der PKK angeblich als Rekrutierungsbasis dienen soll,[5] nach Arbil.[30] Gemeinsam mit Peschmerga und YPG verteidigte die PKK-Guerilla erfolgreich das strategisch auf halber Strecke zwischen Mossul und Kirkuk gelegene und 40 Kilometer von Arbil entfernte Makhmur gegen die IS-Kämpfer. Nach Einschätzung von Ulla Jelpke hätte ein Sieg des IS in Makhmur dem IS den Weg nach Arbil und in die 40km entfernte Erdölstadt Kirkuk eröffnet.[30][66] Der Einsatz der PKK in Makhmur sei nicht nur militärisch, sondern auch psychologisch von so großer Bedeutung gewesen, dass der kurdische Präsident Masud Barzani anschließend das Lager am 13. August besucht und persönlich den Guerillakämpfern für die Rückeroberung vom 10. August gedankt habe.[30][5] Jelpke betonte, es sei in diesem Zusammenhang psychologisch bedeutsam, dass die Dschihadisten zwar mit einige tausend IS-Kämpfern die Millionenstadt Mossul im Irak ohne Gegenwehr von der dort massiv vertretenen irakischen Armee eingenommen hatten, es aber nicht vermocht hatten, den von zwei Seiten belagerten Kanton Ain al-Arab in Rojava einzunehmen, da die kurdischen YPG bereits seit über zwei Jahren erfolgreich das Selbstverwaltungsgebiet Rojava gegen die Angriffe der Dschihadisten verteidigt hatten.[30]

Am 3. September 2014 wurde nach Angabe des jesidischen Nachrichtenportals êzîdîPress ein Bombenanschlag auf YPG-Kämpfer und Mitglieder der in Deutschland ansässigen Föderation der Yezidischen Vereine e.V. verübt, bei dem ein YPG-Kämpfer getötet und ein weiterer lebensgefährlich verletzt wurde. Dem Bericht nach sollen sich die sieben Mitglieder des deutschen Jesiden-Vereins in militärischer Begleitung des YPG nach einem Besuch in Shingal im Nord-Irak auf der Rückkehr in daie nordsyrische Rojava-Region befunden haben, als „nahe der syrisch-irakischen Grenze“ am Straßenrand gelegte und ferngezündete Bomben das Fahrzeug mit der YPG-Eskorte erfasst hätten. êzîdîPress schrieb die Täterschaft „IS-Terroristen“ zu.[88]

Anforderung westlicher Waffenhilfe durch PKK und PYD[Bearbeiten]

Hannover, 16. August 2014
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Bühne mit Parole: „Lasst uns mit dem Geist der nationalen Mobilisierung in Richtung Şengal marschieren!“ und PYD-Flagge
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Emblem der Föderation der Yezidischen Vereine e.V. neben Plakat mit YPG-„Märtyrern“ und Plakat von PKK-Führer Abdullah Öcalan
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Plakat mit den von der YPG als „Märtyrer“ verehrten YPG-Kämpfern Evîn Zana (YPJ), Dilovan Diyar, Hozan Hesekê, Herekol Kobanê und Harûn Amed (alle YPG)[89][90][91]
Als „Protest gegen den Genozid an kurdischen Jesiden im Nordirak“ angekündigte Demonstration mit rund 11.000 Teilnehmern und PKK-, KCK-, Abdullah Öcalan- PYD- und YPG-Symbolik anläßlich der Kämpfe gegen die Terrororganisation IS in der jesidisch-kurdisch besiedelten Shingal-Region[92][93][94][95]

Von Seiten der PKK-Führung wurde angesichts des bedeutenden Anteils der PKK an den militärischen Erfolgen gegen den IS der Anspruch darauf erhoben, dass neben den Peschmerga als Streitkräfte der kurdischen Autonomiezone im Nordirak auch die PKK vor dem Hintergrund des Kampfes gegen die IS mit Waffen aus dem Westen zu unterstützen sei.[7] Der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) Masud Barzanis hatte der KCK-Sprecher Zeki Şengali schon vor dem 5. August vorgeworfen, Shingal nahezu kampflos aufgegeben und „unsere Leute dort ihrem Schicksal überlassen“ zu haben.[73] Der PKK-Mitbegründer und Ko-Vorsitzende des politischen Arms der PKK (KCK), Cemil Bayık, plädierte dafür, dass Deutschland seine kurdischen Truppen direkt ausrüsten solle.[11] Er erklärte gegenüber der FAZ „unter Verweis auf die seit zwei Jahren erfolgreich gegen den IS in Syrien kämpfenden Volksverteidigungseinheiten YPG“ (Ulla Jelpke), die Dschihadisten ließen sich nur besiegen, wenn „jene Kräfte mit Waffen ausgestattet werden, die am wirksamsten gegen die Terrorgruppe vorgehen“.[96][7][78]

Salih Muslim, Vorsitzender der PYD

Salih Muslim, der Vorsitzende der PYD und somit der dominierenden Gruppierung unter den Kurden in Syrien, die als Schwesterpartei der kurdischen Untergrundorganisation PKK in der Türkei galt,[97][70] erklärte, es kehrten immer mehr junge Jesiden zum Kampf gegen den IS in das Sindschar-Gebirge im Nordirak zurück, von denen sich viele zur Verteidigung „ihrer Leute“ den „neuen Sindschar-Widerstandseinheiten“ anschlössen, die aufgestellt worden seien und mit denen die YPG zusammen arbeitete. Die USA hätten eine Militärdelegation zu den YPG geschickt, die gemeinsam mit Peschmerga, also irakischen kurdischen Kämpfern, gekommen sei. Die USA unterhielten Kontakte zu den in den Bergen verbliebenen Jesiden, doch kämpften in der Region keine US-amerikanischen Soldaten. Muslim forderte dazu auf, die „Sindschar-Widerstandseinheiten“ in den Bergen mit europäischen Waffenlieferungen aufzurüsten. Die Waffenlieferungen könnten zwar nach Arbil als Hauptstadt der irakischen Kurdenregion und an die Peschmerga geleitet werden, doch befänden sich diese nicht im Sindschar-Gebiet. Benötigt würden Waffen von den direkt in der Region befindlichen „Sindschar-Widerstandseinheiten“, die dort an der der Front stünden. Der organisierte Widerstand der Jesiden umfasse (Stand: Mitte August 2014) etwa 1500 Kämpfer, doch wüchsen die Verbände stetig. Die dort ebenfalls an der Front befindlichen YPG sollten möglichst ebenfalls Waffen erhalten, doch hätten europäische Staaten dagegen offenbar Bedenken. Muslim betonte, die YPG kontrolliere den Fluchtkorridor für die jesidischen Zivilisten und kämpfe über mehrere Wochen hinweg beispielsweise in der Stadt Ain al-Arab gegen die Angriffe des IS und somit gegen „denselben Feind“ wie der Westen. Das Risiko, dass die Lieferung vieler neuer Waffen in die Region durch den Westen zu einem Zeitpunkt, wenn der IS möglicherweise besiegt sei, dazu führen könne, dass die verschiedenen kurdischen Fraktionen wie in der Vergangenheit diese Waffen gegeneinander einsetzen, bezeichnete Muslim als „sehr gering“, da „die Kurden“ mittlerweile „auf dem Weg zur Einigkeit“ seien.[97]

Frage der Neubewertung der PKK und Waffenhilfe nordirakischer Kurden[Bearbeiten]

In westlichen Medien wurde eine Waffenlieferung des Westens an die PKK teilweise unter dem Aspekt als „heikel“ bewertet, dass sich die PKK zu diesem Zeitpunkt weiterhin im Krieg mit dem NATO-Mitgliedstaat Türkei befand und in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft war,[7] Staaten, zu denen auch die Regierung des irakischen Kurdistans ein gutes Verhältnis pflegte.[5] Es wurden Befürchtungen laut, dass die internationale Aufwertung oder Unterstützung der PKK den türkisch-kurdischen Konflikt erneut entfachen könnte.[11] Die türkische Regierung hatte erst 2013 unter dem derzeitigen türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, eine „Aussöhnung mit der kurdischen Minderheit“ (FAZ) in Gang gesetzt und umgesetzt.[98] Bei diesem Friedensprozess war der Rückzug der PKK aus der Türkei ausverhandelt worden.[11] Im Zuge der Friedensgespräche mit dem 1999 inhaftierten PKK-Gründer Abdullah Öcalan hatte sich die PKK von ihrem Gründungsziel entfernt, einen eigenen Kurdenstaat gründen zu wollen und trat zunehmend für eine Ausdehnung der Rechte und Autonomie für Kurden innerhalb der Türkei ein. Die stalinistisch-dogmatische Orientierung der Anfangsjahre hatte die PKK zu diesem Zeitpunkt bereits großteils aufgegeben, galt allerdings weiterhin als straff organisierte Gruppe, in der innere Richtungskämpfe auch mit Waffen ausgetragen wurden und in der ein Führerkult um den Gründer Abdullah Öcalan auch nach dessen Inhaftierung von 1999 noch immer stark ausgeprägt war.[11]

Beobachter wie IMPR-Direktor Ayhan erwarteten jedoch nun eine Debatte darüber, ob die PKK angesichts ihres Kampfes gegen den IS von den Terrorlisten westlicher Staaten gestrichen werden sollte.[7] Viele Beobachter stellten sich auf den Standpunkt, die schlagkräftige Organisation und Erfahrung der YPG und PKK im Kampf gegen den IS würden die syrischen und türkischen Kurden zu idealen Verbündeten im neuen „Anti-Terror-Krieg“ (NZZ) der USA machen. Die YPG signalisierten auch, dass sie an einer Zusammenarbeit mit den USA interessiert wären.[57] Insbesondere in den USA und Deutschland wurde öffentlich eine Bewaffnung der PKK mit westlicher Hilfe diskutiert:[11]

  • USA: Die USA unterhielten offiziell keine diplomatischen Beziehungen zu der PKK, doch deuteten Medienberichte an, dass sich das gegnerische Verhältnis der USA zur PKK angesichts des Umstandes, dass die PKK als bedeutende Gruppe in der Sindschar-Region anwesend war und die Offensive gegen den IS in dieser Region durch begrenzte Luftangriffe der USA unterstützt wurde, ändern könnte.[74] Das Verhältnis zwischen USA und YPG/PKK wurde daraufhin auch als inoffizielles Waffenbündnis beschrieben.[46] Obwohl sich die PKK seit 1997 auf der Terrorliste der USA und seit 1993 auf der Deutschlands befand, wurden Operationen mit den US-Streitkräften koordiniert.[11] In den USA wurde eine Petition an den US-Präsidenten mit einer angezielten Zahl von 100.000 Unterschriften gestartet, um die PKK von der Terrorliste zu entfernen. In der Petition hieß es zur Begründung, PKK habe sich als Partner im Kampf gegen den IS bewährt. Bis Anfang September waren über 30.000 Unterschriften gesammelt worden.[11]
  • Deutschland: Der Umstand, dass es Verbände der PKK und ihres syrischen Ablegers PYD waren, die den im Sindschar-Gebirge gefangenen Jesiden Fluchtwege freikämpften, während sich Peschmerga-Einheiten der irakisch-kurdischen Autonomieregierung in Arbil zuvor kampflos aus dem Gebiet, das von der irakischen Armee hätte gehalten werden sollen, zurückgezogen hatten,[96][99] wurde auch in Deutschland herangezogen, um die Berechtigung des PKK-Verbots in Frage zu stellen. Für eine sofortige Aufhebung des Verbots plädierten Politiker von Grünen wie Hans-Christian Ströbele[99] und der Linkspartei wie Ulla Jelpke.[99][100][30] Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir sprach sich für Waffenlieferungen an „die Kurden“ aus.[78] Jelpke schloss in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auch die Notwendigkeit von Aktionen „militärischer Art“ nicht aus.[101][30]
Deutschland beabsichtigte - wie andere westliche Staaten - zu diesem Zeitpunkt bereits, die Peschmerga mit modernen Waffen zu versorgen, um ein weiteres Vordringen des IS zu verhindern. Dabei ging es um Lieferungen an die Sicherheitskräfte des Präsidenten des irakischen Kurdengebietes, Masud Barzani, nicht jedoch um die Armee der irakischen Zentralregierung, deren Soldaten im Juni 2014 vor dem IS zurückgewichen waren und damit die zügigen Geländegewinne des IS ermöglicht hatten.[7] Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte schließlich, im Nordirak gebe es einen „Ausnahmefall, bei dem ein Völkermord vor aller Augen verübt wird“ von Dschihadisten, die mit Gewalt gegen „alle Andersdenkenden“ vorgingen. Sie verteidigte damit die Entscheidung zu Waffenlieferungen an Kurden im Irak und schloss zwar die PKK von deutschen Waffenlieferungen aus, räumte aber zugleich ein, dass es keine „hundertprozentige Sicherheit“ gebe, dass die deutschen Waffen nicht in den Besitz der PKK gelangen.[102][11] Sie betonte jedoch, dass es keine andere Wahl gebe, um einen „Genozid“ zu verhindern.[102] Am 1. September 2014 beschloss die deutsche Regierung - erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland - Waffen in ein Krisengebiet zu liefern und die irakischen Kurden mit Waffen auszurüsten.[11][103] Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak nicht mehr ausgeschlossen und betont, es gebe „keine risikofreien Entscheidungen“.[68]
In den Medien wurde unter anderem die Vermutung geäußert, dass die von Deutschland zu liefernden Waffen nicht in irakischem Besitz bleiben würden und betont, dass für den Fall, dass die PKK in den Besitz deutscher Waffen gelangte, das NATO-Mitglied Deutschland faktisch Waffen in das NATO-Land Türkei geliefert hätte.[11] Ulla Jelpke zeigte sich dagegen besorgt, dass die vom Westen an die Kurden im Irak gelieferten Waffen „zukünftig auch für erneute innerkurdische Bruderkriege etwa gegen Rojava, gegen die PKK oder auch gegen die PUK, die sich möglicherweise der Ausrufung eines unabhängigen Staates durch Barsani widersetzt, zum Einsatz kommen“. Es existiere kein - wie von der PKK gefordertes - „gemeinsames militärisches Oberkommando aller gegen den IS kämpfenden Verbände“, das eine „gewisse Garantie dafür“ bieten würde, „dass Waffenlieferungen allen zu Gute kommen und nicht etwa nur einer Parteiarmee“.[30] In einem Interview mit der Roten-Fahne der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands gab Jelpke an, sie sehe als Grund für das Engagement der deutschen Bundeskanzlerin und des US-amerikanischen Präsidenten nicht die Kurden an, sondern die „riesigen Erdölvorräte in Kurdistan“. Sowohl Merkel als auch Obama hätten in „Präsident Barzani einen Gleichgesinnten für ihre neoliberale und militaristische Politik gefunden“ und wenn „von Bewaffnung der Kurden“ gesprochen werde, gehe es konkret um die Peschmerga Barzanis. Jelpke betonte, dass deutsche Regierungsberater der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ausdrücklich davor warnen würden, Waffen an die PKK oder YPG zu liefern, auch wenn diese Formationen bislang den „Löwenanteil des Widerstandes gegen den IS“ geleistet hätten. Jelpke erklärte Berichte von Flüchtlingen, dass die Peschmerga der PDK den jesidischen Dorfbewohnern vor dem Rückzug der Peschmerga ihre wenigen eigenen Waffen abgenommen hatten, damit, dass durch die PDK „so eine Situation provoziert werden sollte, in der der Westen der kurdischen Regierung die schon lange erbetenen schweren Waffen nicht mehr verweigern kann“. Barzani benötige schwere Waffen, da ohne diese ein unabhängiger kurdischer Staat, für den er ein Referendum angekündigt hatte, nicht verteidigt werden könne. Jelpke kritisierte weiter, dass die PKK weiterhin auf den Terrorlisten von EU, USA und Deutschland ständen, während der IS bislang frei agieren könne.[66]
Der SPD-Abgeordnete und außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Niels Annen sagte in einem am 15. September 2014 erschienenen Interview der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Zeitschrift „Das Parlament“ auf die Frage, ob die deutschen Waffen nicht „an die falsche Adresse“ gingen angesichts der Berichte, dass es nicht die Peschmerga, sondern Kämpfer der in Europa verbotenen Kurdenorganisation PKK waren, die die Jesiden vor dem Vorrücken der IS gerettet haben: „Nein. Irakisch-Kurdistan ist die einzige Region im Irak, die vernünftig regiert wird. Wenn sie zusammenbricht, dann wäre die IS-Miliz ihrem Ziel, die Nachkriegsordnung des Nahen Ostens zu zerstören, ein großes Stück nähergekommen. Richtig ist, dass die kurdische YPG, die im Grunde genommen ein Ableger der PKK ist, im Norden Syriens ebenfalls 100.000 Flüchtlinge versorgt. Das verdient unsere Unterstützung. Wir müssen in dieser Situation bereit sein, mit allen zu reden, auch mit YPG und PKK.“ Auf die Nachfrage, ob auch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geredet werden solle, antwortete Annen, dieser sei wegen seiner „verbrecherischen Politik“ von allen Gesprächen auszuschliessen und vor ein Kriegsverbrechertribunal zu stellen.[104][105]

Die türkische Regierung verhielt sich in Bezug auf die Verwicklung von PKK und PYD/YPG in die Kämpfe,[5] in Bezug auf eine Neubewertung der PKK und in Bezug auf Waffenlieferungen von Deutschland an irakische Kurden zurückhaltend.[11][13] Auch eine breite Empörung der türkischen Öffentlichkeit über eine mögliche Neubewertung der PKK blieb aus.[11] Nachdem die türkische Regierung wiederholte Vorwürfe, durch die Unterstützung der Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad den IS gestärkt zu haben,[11][13] zurückgewiesen hatte, aber nicht mit konkreten Aktionen gegen den IS aufgefallen war, gingen Beobachter davon aus, die türkische Regierung könnte mit der PKK gegen den IS kooperieren.[11] Ein militärisches Engagement lehnte die Türkei unter Verweis auf 49 Mitarbeiter des türkischen Konsulats in Mossul ab, die sich seit Juni 2014 in Geiselhaft des IS befanden. Laut einem internen Dokument der US-Regierung, das dem türkischen Sozialwissenschaftler Baskın Oran zugespielt und veröffentlicht wurde, hielt die US-Regierung diese Begründung der Türkei für vorgeschoben. Die US-Regierung beschuldigte in dem Schreiben die Türkei, ihre Grenzen bewusst für militante Islamisten geöffnet, ihnen Zugang zu Waffen und Trainingscamps verschafft und einen „sicheren Hafen für den Dschihad“ bereitgestellt zu haben, um so ihre eigene Stellung in der Region zu stärken.[47]

Die Haltung des irakischen Kurdenführer Barzani über eine US-amerikanische Zusammenarbeit mit seinen syrischen und türkischen Rivalen in den YPG und in der PKK wurde in den Medien als ablehnend eingeschätzt, ähnlich wie die der mit den USA verbündeten arabischen Staaten..[57]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c A U.S.-designated terrorist group is saving Yazidis and battling the Islamic State (englisch). The Washington Post (Blogs), 11. August 2014, von Ishaan Tharoor, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  2. Syria’s Kurdish Army: An Interview With Redur Khalil, Aron Lund, Carnegie Endowment for International Peace, 25. Dezember 2013
  3. a b Syrian Kurds Win Support in Battle With Al-Qaeda Forces (englisch). Al Monitor, 25. Oktober 2013, von Wladimir van Wilgenburg, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  4. a b c d e f g h i j k l m n How Kurdish Militias Have Successfully Fought Off the Islamic State (englisch). Vice News, 14. August 2014, von Mutlu Çiviroğlu, archiviert vom Original am 3. September 2014.
  5. a b c d e f g h i j k l m n o PKK forces impress in fight against Islamic State (englisch). Al Monitor, 1. September 2014, von Mohammed A. Salih, archiviert vom [1] am 5. September 2014.
  6. Immer noch eine Terrororganisation? Koalitionspolitiker erwägen Ende des PKK-Verbots, FAZ.net, 28. August 2014, von Eckart Lohse, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  7. a b c d e f g h i Waffen für die PKK im Kampf gegen IS? - Neue Fronten, alte Wunden, Der Tagesspiegel, 24. August 2014, von Thomas Seibert, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  8. a b c d e f Iraq - Meet the PKK 'Terrorists' Battling the Islamic State on the Frontlines of Iraq (englisch). Vice News, 22. August 2014, von John Beck, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  9. a b c d Kurdish militants train hundreds of Yazidis to fight Islamic State (englisch). Reuters IN, 17. August 2014, von Youssef Boudlal, archiviert vom Original am 1. September 2014.
  10. a b c d Kurds declare an interim administration in Syria (englisch). Reuters U.S., 12. November 2013, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o Wie die PKK über Nacht vom Feind zum Freund wurde, DiePresse.com, 1. September 2014 (Print-Ausgabe: "Die Presse", 2. September 2014), von Duygu Özkan, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  12. a b c d e f g Syrian Kurds Increasingly Pressured by Jihadists (englisch). Voice Of America, 7. Juni 2014, von Jamie Dettmer, archiviert vom Original am 3. September 2014.
  13. a b c d e f g «Terroristen» helfen Westen im Kampf gegen IS-Miliz - Im Kampf gegen die Islamisten-Fanatiker von Islamischer Staat haben die USA und andere westliche Länder ungewöhnliche Verbündete gefunden: Die Kurdische Arbeiterpartei PKK, Handelszeitung.ch, 22. August 2014, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  14. Gründungserklärung auf Arabisch
  15. "The battle for control in Syria" Website der Zeitung Daily News Egypt. Abgerufen am 16. November 2012
  16. "Kurds oust Syrian forces from northern towns" Website des Nachrichtensenders Al Jazeera. Abgerufen am 20. November 2012
  17. "A Rare Glimpse Into Kurdish Armed Forces in Syria" Website der Zeitung Rudaw. Abgerufen am 16. November 2012
  18. "Die vergessene Front in Syrien" Website des VICE-Magazins. Abgerufen am 20. November 2012
  19. "Kurds take another town in Syrian ‘dirty game’" Website des Nachrichtensenders al-Arabiya. Abgerufen am 20. November 2012
  20. "„Es gab keinen Deal der Kurden mit dem Regime“" Website der Zeitung Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 1. Dezember 2012
  21. "„Kurds Build Bridges At Last“" Website der Independent European Daily Express. Abgerufen am 13. Oktober 2013
  22. "„Die Saat geht auf“" Website der Zeitung junge Welt. Abgerufen am 6. November 2013
  23. Die Christen in Syrien ziehen in die Schlacht In: Die Welt. Abgerufen am 23. Oktober 2013.
  24. Kurdish militia aims to connect Kurdish enclaves in Syria In: Al-Monitor. Abgerufen am 15. Dezember 2013
  25. http://diclenews.com/2/22/viewNews/379648
  26. a b c d e f g Analysis: YPG - the Islamic State's worst enemy (englisch). IHS Jane's Defence Weekly (JDW), 11. September 2014, von Michael Stephens, archiviert vom Original am 16. September 2014.
  27. Meet the Kurdish Female Freedom Fighters of Syria (englisch). Vice, 29. Oktober 2013, von Glen Johnson, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  28. a b c d Kämpfende Frauen: Kurdische "Amazonen" jagen Dschihadisten, Kurier.at, 22. August 2014, von Evelyn Peternel und Leila Al-Serori, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  29. a b c d e f g h i j k l m n Kurden in Syrien - Die Frau, die Al-Kaida das Fürchten lehrt (Seite 1, Seite 2), fr-online.de, 28. Februar 2014, von Frank Nordhausen, archiviert vom Original (Seite 1, Seite 2) am 4. September 2014.
  30. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Waffen für die PKK? - Ein Gespräch mit der Linksparteipolitikerin Ulla Jelpke, die zwei Wochen lang die kurdischen Gebiete der Türkei, Syriens und Iraks bereiste (Seite 1, Seite 2), Telepolis, 26. August 2014, von Tomasz Konicz, archiviert vom Original (Seite 1, Seite 2) am 4. September 2014.
  31. Weibliche Peschmerga-Einheiten - IS-Kämpfer fürchten diese Frauen, n-tv, 23. August 2014, von Jürgen Weichert, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  32. Iraq Crisis: Kurds Push to Take Mosul Dam as U.S. Gains Controversial Guerrilla Ally (englisch). The Wall Street Journal, 18. August 2014, von Joe Parkinson, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  33. Parties, Youth Movements and Coordinating Committees in Western Kurdistan (englisch). www.pydrojava.net, The Democratic Union Party, 15. Oktober 2013, archiviert vom Original am 9. September 2014.
  34. a b c d e Nord-Syrien - Traurige Gewinner, Die Zeit, Nº 12/2014, 22. März 2014, von Onur Burçak Belli, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  35. Joseph Holliday, The Struggle For Syria In 2011 - an operational and regional analysis (englisch; PDF), The Institute for the Study of War (ISW), Middle East Security Report 2, Washington, D.C., Dezember 2011, 28 S., hier S. 11, Map 2, archiviert vom Original am 7. September 2014.
  36. a b c Syrian Conflict Gives Kurds New Freedom (englisch). Voice Of America, 20. August 2012, von Scott Bobb, archiviert vom Original am 3. September 2014. Mit Verweis auf: Syrian Conflict Gives Kurds New Freedom (englisch; Video: 2:13 min.), Voice Of America, 20. August 2012, von Scott Bobb, archiviert vom Original am 3. September 2014; verfügbar auch als: Syrian Conflict Gives Kurds New Freedom (englisch; Video: 2:13 min.), YouTube, veröffentlicht vom YouTube-Kanal VOAvideo am 20. August 2012.
  37. a b c d e f Syrien-Krieg - Deutsche Waffen töten in Syrien, fr-online, 23. Januar 2014, von Frank Nordhausen, archiviert vom Original am 1. September 2014.
  38. a b c d e f g h i j Syrien - ISIS-Vormarsch: Syrische Kurden führen Wehrpflicht ein, DTJ online, 20. Juli 2014, von Caspar Schliephack, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  39. a b c d e f g h i j Auf dem Weg zum zweiten Kurdenstaat?, Telepolis, 14. August 2013, von Martin Hoffmann, archiviert vom Original am 9. September 2014.
  40. a b c d e Kampf ums Öl in Kurdenregion?, Telepolis, 11. Dezember 2012, von Mona Sarkis, archiviert vom Original am 9. September 2014.
  41. Syrien: Eigener Staat für die Kurden?, DTJ online, 22. Januar 2014, von Caspar Schliephack, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  42. a b c d e f g h Kurdish-jihadist clashes fracture Syria opposition (englisch). BBC News, Guney Yildiz, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  43. a b c Al-Qaida - Syrien: Al-Qaida-Offensive gegen Kurden-Miliz, DTJ online, 22. Juli 2013, von Caspar Schliephack, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  44. PYD has authority only on regions ‘given by the al-Assad regime’: Iraqi Kurdish leader Barzani (englisch). Hürriyet Daily News, 14. November 2013, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  45. YPG ve ÖSO'dan IŞİD'e karşı 'ortak eylem merkezi' (türkisch). BBC Türkçe, 10. September 2014, archiviert vom Original am 12. September 2014.
  46. a b Syrian Kurds Ally With Rebel Groups To Fight The Islamic State (englisch). Vice News, 12. September 2014, von John Beck, archiviert vom Original am 12. September 2014.
  47. a b c Vulkan gegen Kalifat - Kurden und Teile der syrischen Opposition vereinigen Kräfte gegen IS, junge Welt, Nr. 216 / Ausland / Seite 6, 17. September 2014, von Nick Brauns, archiviert vom Original am 16. September 2014.
  48. "Dozens dead after clashes in Syrian border town" Website des Nachrichtensenders CNN. Abgerufen am 20. November 2012
  49. "Jihadist rebels in standoff with Syria Kurds: NGO" Website des Nachrichtensenders al-Arabiya. Abgerufen am 29. November 2012
  50. UNHCR, 6th Report of Commission of Inquiry on Syria - A/HRC/24/46, 11. September 2013, S. 9 (.doc, engl.; 6,0 MB)
  51. Interview von Karlos Zurutuza mit YPG-Sprecher Redur Khalil
  52. a b NGO: Clashes between Kurds, jihadists kill 29 in Syria In: Al-Arabiya. Abgerufen am 19. Juli 2013
  53. Kurds, al-Nusra clash at Turkey’s Syrian border (englisch). Hürriyet Daily News, 17. Juli 2013, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  54. Syrian Kurds urged to rise up against jihadists (englisch). Hürriyet Daily News, 31. Juli 2013, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  55. Hundreds of Kurds enter Syria to fight ISIL as Turkey increases security on Rojava border (englisch). Hürriyet Daily News, 15. Juli 2014, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  56. a b „Islamischer Staat“ - Die mächtigste Miliz der Welt, FAZ.net, von Markus Bickel, archiviert vom Original am 3. September 2014.
  57. a b c d e f Hilferuf aus Syrien - Angriff der Jihadisten auf kurdische Stadt, Neue Zürcher Zeitung, 19. September 2014, von Jürg Bischoff, archiviert vom Original am 20. September 2014.
  58. Frankreich startet Luftangriffe auf IS-Extremisten, DiePresse.com, 19. September 2014, archiviert vom Original am 20. September 2014.
  59. Anti-Terror-Einsatz - Frankreichs Kampfjets töten Dutzende IS-Kämpfe, Die Welt, 19. September 2014, von Dietrich Alexander, archiviert vom Original am 20. September 2014.
  60. a b IS jihadists close in on Syria third largest Kurdish town (englisch). Middle East Online, 18. September 2014, archiviert vom Original am 20. September 2014.
  61. a b c Kurds urged to join Syria battle (englisch). The Daily Star, 19. September 2014, archiviert vom Original am 20. September 2014.
  62. "Islamischer Staat" - Syrische Kurden fordern internationale Hilfe gegen den IS, Zeit Online, 21. September 2014, von Muriel Reichl, archiviert vom Original am 21. September 2014.
  63. President Obama Makes a Statement on Iraq (englisch; Video: 8:37 min.; Transkript). The White House - President Barack Obama, 7. August 2014, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  64. Bildbeschreibung auf flickr, dort mit zusätzlichem Verweis für weitere Information auf: British aid for Yazidi refugees fleeing Mount Sinjar (englisch). www.gov.uk, Department for International Development (DFID), Ministry of Defence and The Rt Hon Justine Greening MP, Pressemitteilung, 14. August 2014, archiviert vom Original am 6. September 2014.
  65. a b ‘Everywhere Around Is the Islamic State’: On the Road in Iraq with YPG Fighters (englisch). Vice News, 16. August 2914, von Aris Roussinos, archiviert vom Original am 3. September 2014.
  66. a b c d „PKK und YPG leisten den Löwenanteil des Widerstands gegen den IS“ - „Rote-Fahne“-Interview mit Ulla Jelpke (Linkspartei) über die Situation in Syrien und Nordirak, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), August 2014, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  67. How Kurdish Militias Have Successfully Fought Off the Islamic State (englisch). Vice News, 14. August 2014, von Mutlu Çiviroğlu, archiviert vom Original am 3. September 2014; mit Verweis auf: PUK Peshmerga: "If it wasn't for PKK, we'd all be captured, or killed", YouTube, veröffentlicht vom YouTube-Kanal Dustin Edward am 11. August 2014.
  68. a b c d Eine merkwürdige Koalition - Die Schlinge um die IS-Terrormiliz zieht sich immer mehr zu, t-online-de, 18. August 2014, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  69. a b c d e f g h i Irak - Jesiden: Die Peschmerga haben uns verraten, DTJ, 5. August 2014, von Gohdar Alkaidy und Caspar Schliephack, archiviert vom Original am 29. August 2014.
  70. a b c d e Der IS duldet keine anderen Religionen - Die Ungläubigen müssen sterben - Der IS vertreibt und ermordet systematisch alle religiösen Minderheiten in seinem Einflussgebiet. Yezidische Politiker fordern weitere Unterstützung, Jungle World, Nr. 34, 21. August 2014, von Thomas Schmidinger, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  71. a b Vormarsch der Extremisten im Nordirak gestoppt - Die US-Luftangriffe zeigen Wirkung, Neue Zürcher Zeitung, 11. August 2014, von Inga Rogg, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  72. Kampf gegen IS: "Eine Frage des Überlebens", DiePresse.com, 6. August 2014 (Print-Ausgabe: "Die Presse", 7. August 2014), von Wieland Schneider, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  73. a b "Humanitäre Tragödie" - Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat weitere Städte und Dörfer im Irak eingenommen. Kurdische Kämpfer beginnen nun mit einer Gegenoffensive, Hintergrund.de, 4. August 2014, von Thomas Eipeldauer, archiviert vom Original am 31. August 2014-
  74. a b c d e 'It is time to take up arms': Yazidi volunteers fight back against Islamic State - Hundreds of Yazidi volunteers are being trained to handle weapons and fight Islamic State militants (englisch). The Telegraph, 18. August 2014, von Ruth Sherlock und Carol Malouf, archiviert vom Original am 1. September 2014.
  75. a b »PKK hat uns gerettet« - Massaker des IS an Jesiden im Irak – US-Regierung ordnet Luftangriffe an, junge Welt, 9. August 2014, von Nick Brauns, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  76. a b Irak - Auf der Flucht vor dem "Islamischen Staat", Deutsche Welle, 9. August 2014, von Nalar Sipar (Nalan Şipar?), archiviert vom Original am 5. September 2014.
  77. a b c d e Yazidis - Getting ready to fight back (englisch). The Economist, 1. September 2014, von S.B.C. (Sofia Barbarani?), archiviert vom Original am 5. September 2014.
  78. a b c Waffen für die PKK?, junge Welt, 26. August 2014, von Ulla Jelpke, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  79. Syrian Kurds teach Yazidis to fight Islamic State - Kurdish militants train Yazidi volunteers at several camps inside Syria to fight Islamic State forces in Iraq, and seek revenge for the killing of hundreds of ethnic minorities (englisch; Transcript und Video: 1:09 min.). Reuters U.K., 17. August 2014, von Jillian Kitchener, archiviert vom Original am 1. September 2014. Anmerkung: Im Video (ab 0:37 min.) sind die Waffenausbilder in einem Raum vor den an einer Wand angebrachten Flaggen der YPG und YPJ zu sehen.
  80. Kurden erobern Mossul-Staudamm zurück, Süddeutsche.de, 17. August 2014, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  81. Der Held der Jesiden ist ein Deutscher, Die Welt, 17. August 2014, von Eva Marie Kogel und Alfred Hackensberger, archiviert vom Original am 5. September 2014.
  82. Jesidische Nachrichten aus Hannover - Das Internetportal eines Studenten aus Hannover informiert Menschen in aller Welt über die Verfolgung der Jesiden durch islamistische Kämpfer. Die Klickzahlen explodieren, Deutsche Welle, 12. August 2014, von Christian Ignatzi, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  83. a b Jesiden-Verfolgung im Irak - Lass uns nicht im Stich, Qantara.de, 11. August 2014, von Joseph Croitoru, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  84. Angriff auf Pilgerstätte Sherfedin: Êzîdîsche Verteidigungseinheit tötet 24 IS-Terroristen, êzîdîPress, 22. August 2014, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  85. Flaggenstreit in Sherfedîn zwischen Qasim Şeşo, YPG und Pêşmerga: bisher kein Anlass zur Sorge, êzîdîPress, 1. September 2014, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  86. Eastern Mediterranean Region (englisch; PDF), U.S. Energy Information Administration (eia), vollständiger Bericht, 15. August 2013 (letzte Aktualisierung), hier Karte "Eastern Mediterranean basins", archiviert vom Original am 7. September 2014.
  87. «Die Jihadisten haben zentralen Nerv der Kurden getroffen», Tages-Anzeiger, 6. August 2014, von Vincenzo Capodici, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  88. IS-Terroristen: Bombenanschlag auf YPG Kämpfer und FKÊ Delegation aus Deutschland, êzîdîPress, 6. September 2014, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  89. Şehîdên Berxwedane Şegalê, ypgrojava.com, 8. August 2014, archiviert vom Original am 30. August 2014.
  90. pevçûn navbere hêzên me û komên çete, ypgrojava.com, 12. August 2014, archiviert vom Original am 30. August 2014.
  91. Erebeyek Çeteyan Hate Darbekirin, ypgrojava.com, 12. August 2014, archiviert vom Original am 30. August 2014.
  92. POL-H: Demonstration am kommenden Samstag, www.presseportal.de, Polizeidirektion Hannover, newsroom, 14. August 2014, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  93. Göttingen: Mehr Hilfe für Jesiden gefordert, NDR.de, 14. August 2014, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  94. "Stoppt den Terror": Jesiden demonstrieren in Hannover, Neue Presse, 16. August 2014, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  95. Jesiden demonstrieren in Hannover, Neue Presse, Bildergalerie (139 Fotos), Fotos: Rainer Droese/Alexander Körner/Frank Wilde/dpa, archiviert vom Original am 8. September 2014.
  96. a b Kampf gegen Dschihadisten - Auch die PKK will Waffen aus Deutschland, FAZ.net, 22. August 2014, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  97. a b Salih Muslim: „Yeziden brauchen Waffen“, DiePresse.com, 19. August 2014 (Printausgabe: Die Presse, 18. August 2014), Interview von Wieland Schneider mit Salih Muslim, archiviert vom Original am 1. September 2014.
  98. PKK auf Friedenskurs? - Erdogan und die Kurdenfrage, FAZ.net, 29. August 2014, von Rainer Hermann, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  99. a b c Ist das Verbot der PKK noch zeitgemäß?, WAZ, 30. August 2014, von Jan Jessen, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  100. "Das PKK-Verbot muss weg", Hintergrund.de, 26. August 2014, Interview mit Ulla Jelpke, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  101. Kampf gegen "IS" - Linken-Politikerin Jelpke schließt Aktionen "militärischer Art" nicht aus, Deutschlandfunk, 9. August 2014, Ulla Jelpke im Gespräch mit Jürgen Zurheide, archiviert vom Original am 4. September 2014.
  102. a b Debatte über Rüstungsexporte Merkel: „Keine Waffen für die PKK“, FAZ.net, 24. August 2014, archiviert vom Original am 31. August 2014.
  103. IS: Merkel bricht das Waffentabu, DiePresse.com, 1. September 2014 (Print-Ausgabe: "Die Presse", 2. September 2014), von Karl Gaulhofer, archiviert vom Original am 2. September 2014.
  104. Mehr als 300 Deutsche kämpfen für Terrororganisation IS, bundeswehr-Journal, 15. September 2014, von Christian Dewitz, archiviert vom Original am 15. September 2014; mit Verweis auf: Das Parlament, 15. September 2014.
  105. „Brauchen politische Lösung“ - Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“, Bundestag.de, Pressemitteilung 2014 (Vorabmeldung zu einem Interview in der Ausgabe der Wochenzeitung „Das Parlament“ vom 15. September 2014), archiviert vom Original am 15. September 2014.