Amphicar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo
Seitenansicht
Amphicar mit Verdeck im Wasser

Amphicar war eine deutsche Automarke.

Markengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konstrukteur Hans Trippel entwickelte 1960 ein Amphibienfahrzeug. Er ließ es von 1961 bis 1968[1][2][3] hauptsächlich in Berlin-Wittenau bei der Deutschen Waggon- und Maschinenfabrik (DWM) (früher: Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG) bauen. Die Rohkarossen fertigte anfangs die Industrie-Werke Karlsruhe AG (IWK) in einem ehemaligen Rüstungswerk der DWM in Lübeck-Schlutup. In Deutschland war das Fahrzeug ab 1962 zum Preis von 10.500 DM erhältlich (nach heutiger Kaufkraft und inflationsbereinigt 22.789 Euro). Die Amphicar Vertriebsgesellschaft aus Wuppertal-Elberfeld vertrieb die Fahrzeuge.

Die Idee für ein ziviles Amphibienfahrzeug kam aus den USA. Man erhoffte sich einen Markt etwa bei Angelsportlern und Sportjägern in der amerikanischen Seenlandschaft aus 300.000 Seen[4]. Tatsächlich wurde ein erheblicher Teil der Produktion in die USA exportiert. Wegen des hohen Preises, der damals etwa dem Wert von zwei VW Käfern entsprach, wurden jedoch nicht genügend Fahrzeuge verkauft. Der Absatz verlief so schleppend, dass noch drei Jahre nach dem Ende der Produktion Neuwagen zu kaufen waren, die auf Halde standen und mit Baujahrsangaben 1964 und 1965 zum verringerten Preis von 8385 DM angeboten wurden. Weil die wenigen Liebhaber sich damals preiswert mit Ersatzteilen eindecken konnten, war der Unterhalt günstig. Der amerikanische Unternehmer Hugh Gordon aus Santa Fe Springs, Kalifornien, übernahm große Teile der Ersatzteile und Fertigungsmaschinen.

Zur Stückzahl gibt es unterschiedliche Angaben: angeblich 3000,[3] etwa 3500,[1] 3878[5] oder etwa 4000[6].

Modell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Amphicar 770

Das einzige Modell war ein Amphibienfahrzeug. Die offene Karosserie bot Platz für vier Personen. Ein Vierzylindermotor im Heck trieb die Hinterräder an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8, Kapitel Amphicar.
  • George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 1: A–F. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 56. (englisch)
  • Hasso Erb: Schwimmwagen. Pkw & Lkw. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01165-4.
  • Werner Oswald: Deutsche Autos. Band 4. 1945–1990. Audi, BMW, Mercedes, Porsche, und andere. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02131-5, S. 484–485.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amphicar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8, Kapitel Amphicar.
  2. George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 56. (englisch)
  3. a b Werner Oswald: Deutsche Autos. Band 4: 1945–1990. Audi, BMW, Mercedes, Porsche, und andere. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02131-5, S. 484–485.
  4. Amphicar - ein schwimmfähiges Sportkabriolett. In: Kraftfahrzeugtechnik 07/1961, S. 295.
  5. Christian Wüst: Lust am Aquaplaning. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2007, S. 170 (online).
  6. Hasso Erb: Schwimmwagen. Pkw & Lkw. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01165-4, S. 117–118.