Verwaltungsgliederung des Kantons St. Gallen

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Dieser Artikel behandelt die Verwaltungsgliederung des Kantons St. Gallen. Von der Gründung des Kantons St. Gallen 1803 bis zur Verfassungsnovelle 2002 war der Kanton in Bezirke unterschiedlicher Anzahl aufgeteilt, seither in acht Wahlkreise.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vor 1798[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostschweiz bis 1798

Das Gebiet des heutigen Kantons St. Gallen bestand aus folgenden Gebieten:

1798 bis 1803 (Helvetik)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kantone Säntis und Linth mit ihren Distrikten

In der Helvetischen Republik (1798–1803) war der Kanton Säntis innerhalb des Gebietes des heutigen Kantons St. Gallen wie folgt eingeteilt:

  • Sankt Gallen (11'200 Einwohner), Hauptort St. Gallen
  • Rorschach (10'100 Einwohner), Hauptort Rorschach
  • Unterrheintal (10'000 Einwohner), Hauptort Rheineck
  • Oberrheintal (11'000 Einwohner), Hauptort Altstätten
  • Gossau (10'000 Einwohner), Hauptort Gossau
  • Wil (8'500 Einwohner), Hauptort Wil
  • Flawil (9'500 Einwohner), Hauptort Flawil
  • Mosnang (10'000 Einwohner), Hauptort Mosnang
  • Lichtensteig (10'000 Einwohner), Hauptort Lichtensteig
  • Ausserhalb des heutigen Gebiets des heutigen Kantons St. Gallen existierten noch die Distrikte Appenzell, Wald, Teufen und Herisau.

Der Kanton Linth war im Gebiete des heutigen Kantons St. Gallen wie folgt eingeteilt:

  • Werdenberg; Hauptort Werdenberg, 30 Wahlmänner, ca. 10 500 Einwohner
  • Neu St. Johann; Hauptort Neu St. Johann, 30 Wahlmänner, ca. 11 600 Einwohner
  • Mels; Hauptort Mels, 25 Wahlmänner, ca. 9800 Einwohner
  • Schänis; Hauptort Schänis, 29 Wahlmänner, 11 900 Einwohner (umfasste Gebiete der heutigen Kantone St. Gallen und Schwyz)
  • Rapperswil; Hauptort Rapperswil, 29 Wahlmänner, 11 800 Einwohner (umfasste Gebiete der heutigen Kantone St. Gallen und Schwyz)
  • Ausserhalb des heutigen Gebiets gehörten noch folgende Distrikte zum Kanton Linth: Glarus, Schwanden

1803 bis 1831[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Neunten Kapitel der Mediationsakte von 1803 wurde die Verfassung des Kantons St. Gallen niedergeschrieben. In ihr wird im Artikel 1 der Kanton wie folgt gegliedert:[1]

  • Bezirk Stadt St. Gallen
  • Bezirk Rorschach mit den Hauptorten St. Fiden und Rorschach
    • Kreise Straubenzell, Häggenschwil, Tablat, Mörschwil, Steinach, Rorschach und Untereggen
  • Bezirk Gossau mit den Hauptorten Gossau und Wil
    • Kreise Wil, Oberbüren, Gossau und Waldkirch
  • Bezirk Oberes Toggenburg mit den Hauptorten Lichtensteig und Neu St. Johann
    • Kreise Alt St. Johann, Nesslau, Ebnat, Wattwil, St. Peterzell und Lichtensteig
  • Bezirk Unteres Toggenburg mit den Hauptorten Flawil und Mosnang
    • Kreise Bütschwil, Mosnang, Kirchberg, Oberuzwil, Flawil, Mogelsberg
  • Bezirk Rheintal mit den Hauptorten Rheineck und Altstätten
    • Kreise Thal, Rheineck, Berneck, Balgach, Marbach, Altstätten, Oberriet, Rüthi
  • Bezirk Sargans mit den Hauptorten Sargans und Werdenberg
    • Kreise Sennwald, Grabs, Sevelen, Flums, Ragaz, Mels, Walenstadt
  • Bezirk Uznach mit den Hauptorten Rapperswil und Uznach
    • Kreise Schänis, Kaltbrunn, Uznach, Rapperswil, Eschenbach

Mit Ausnahme des Bezirks Stadt St. Gallen, das einzig die Stadt St. Gallen umfasste (ohne die später eingemeindeten Gemeinden Straubenzell und Tablat), waren die Bezirke in 44 Kreise eingeteilt worden. Jedes dieser Kreise umfasste mehrere Gemeinden. Versammlungen fanden auf Gemeinde- und Kreisebene statt. Bezirksgerichte waren für die Bezirke zuständig.

1831 bis 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1831 wurde die dritte Verfassung des Kantons St. Gallen vom Volk angenommen. Dabei gab es eine Reform der Bezirke und die Kreise wurden abgeschafft. Die neue Gliederung war wie folgt:

1918 bis 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirke 1918–2002

Auf Grund der Eingemeindung der Gemeinden Tablat und Straubenzell gab es kleine Anpassungen bezüglich der Bezirke:

Die Gemeinden Häggenschwil, Muolen und Wittenbach, die Stadt St. Gallen mit Straubenzell und Tablat bildeten den neuen Bezirk ab.

Seither galt folgende Gliederung:

Bezirk Fläche
in km²
Anzahl
Gemeinden
(2002)
Alttoggenburg 120.93 4
Gaster 135.35 6
Gossau 77.69 4
Neutoggenburg 102.88 7
Oberrheintal 97.07 6
Obertoggenburg 223.80 6
Rorschach 50.37 9
St. Gallen 71.03 4
Sargans 517.92 8
See 110.81 9
Unterrheintal 50.88 8
Untertoggenburg 106.55 7
Werdenberg 206.48 6
Wil 79.71 6
Total (14) 1'951.47 90

Seit 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuelle politische Einteilung folgt den Wahlkreisen, die auf Grund der neuen Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001[2] auf den 1. Januar 2003 errichtet wurden.

Wahlkreis Einwohner
(31. Dezember 2016)
Fläche
in km²
Anzahl
Gemeinden
Rheintal 72'000 138,83 13
Rorschach 42'404 50,27 9
Sarganserland 40'234 517,93 8
See-Gaster 66'231 245,67 10
St. Gallen 121'981 157,57 9
Toggenburg 46'215 488,71 12
Werdenberg 38'445 206,43 6
Wil 75'042 145,18 10
Total (8) 502'552 1'950,59 77

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einteilung des Kantons St. Gallen. Gesetz vom 23. Juni 1817. (= Johann Jakob Zollikofer [Hrsg.]: Sammlung der gegenwärtig in Kraft bestehenden Gesetze und Verordnungen des Kantons St. Gallen). 1826, S. 31 ff.
  2. Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001