Karpaz

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Karpaz
Die Halbinsel Karpaz im Nordosten Zyperns, NASA-Satellitenbild
Die Halbinsel Karpaz im Nordosten Zyperns, NASA-Satellitenbild
Gewässer Mittelmeer

Geographische Lage

35° 31′ 39,9″ N, 34° 16′ 38,4″ O35.52775634.277344Koordinaten: 35° 31′ 39,9″ N, 34° 16′ 38,4″ O
Karpaz (Zypern)
Karpaz
Länge 80 km
Breite 10 km
Blick vom Kap Apostolos Andreas nach Nordosten
Blick vom Kap Apostolos Andreas nach Nordosten

Der Karpaz (griechisch Καρπασία Karpasía, türkisch Karpaz oder Kırpaşa, im Mittelalter auch Carpas, deutsch auch Karpass) ist eine langgestreckte Halbinsel im Nordosten der Mittelmeerinsel Zypern in der Türkischen Republik Nordzypern. Ihre Spitze bildet das Kap Apostolos Andreas, dem einige kleine unbewohnte Inseln vorgelagert sind.

Die Halbinsel ist ca. 80 km lang und ca. 10 km breit. Sie gilt als wirtschaftlich zurückgeblieben. Bedeutendste Stadt ist Dipkarpaz. Das Kloster Apostolos Andreas war einst ein wichtiger Pilgerort; heute leben nur noch wenige Nonnen dort.

Viehzucht (Schafe und Ziegen) sowie der Anbau von Johannisbrot, heute vor allem für die kosmetische Industrie, bilden den wichtigsten Wirtschaftszweig. Die verwilderten Esel des Karpaz fanden Eingang in den politischen Diskurs.

Die Strände des Karpaz sind wichtige Brutstätten der bedrohten Meeresschildkröte.

Geschichte[Bearbeiten]

Wichtigster Ort in der Antike war Karpasia, nach dem die Halbinsel ihren Namen erhielt. Eine Inschrift eines gewissen Phanokles, Sohn des Nikolaos, belegt den Status der Stadt als polis.[1] Mitford identifiziert es mit Agios Philon (heute Ayfilon) an der Westküste.[2] Ayfilon wird aber auch mit Aphrodision (Aphrodite Urania) gleichgesetzt, das Mitford im Gebiet von Yeni Erenköy lokalisiert.

Zwei frühbyzantinische Kirchen wurden restauriert. Nach Strabon[3] stand auf der äußersten Spitze des Karpaz ein Tempel der Aphrodite Akraia. In der Ruinenstadt Aphendrika befinden sich drei Kirchen, darunter die Panagia Chrysiotissa.

Der Titel eines Baron von Carpas geht zurück bis in die Zeit der Lusignans und wurde auch in venezianischer Zeit beibehalten; so wurde beispielsweise der Venezianer Nicolo Giustinian im Jahre 1511 nach seiner Heirat mit Charlotte Perez Fabrice zum Baron von Carpas ernannt. 1544 nahm der Titelinhaber damit den zweithöchsten Rang auf der Insel ein, nach dem Baron von Jaffa und vor dem Baron von Rocca.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. T. B. Mitford/K. Nikolaou: An Inscription from Karpasia in Cyprus. In: Journal of Hellenic Studies. Band 77/2, 1957, S. 313–314.
  2. Terence B. Mitford: Further Contributions to the Epigraphy of Cyprus. In: American Journal of Archaeology. Band 65/2, 1961, S. 93.
  3. Strabon, Geographika 15, 682..