Karpas

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Karpas
Die Halbinsel Karpas im Nordosten Zyperns, NASA-Satellitenbild
Die Halbinsel Karpas im Nordosten Zyperns, NASA-Satellitenbild
Gewässer Mittelmeer

Geographische Lage

35° 31′ 39,9″ N, 34° 16′ 38,4″ O35.52775634.277344Koordinaten: 35° 31′ 39,9″ N, 34° 16′ 38,4″ O
Karpas (Zypern)
Karpas
Länge 80 km
Breite 10 km
Blick vom Kap Apostolos Andreas nach Nordosten
Blick vom Kap Apostolos Andreas nach Nordosten

Der Karpas (griechisch Καρπασία Karpasía, türkisch Karpaz oder Kırpaşa, auch Karpass; im Mittelalter auch Carpas) ist eine knapp 900 km² umfassende und etwa 80 km lange Halbinsel im Nordosten der Mittelmeerinsel Zypern. Sie bildet den östlichsten Teil des Kyrenia-Gebirges. Seine östliche Spitze bildet das Kap Apostolos Andreas, dem die unbewohnten Klides-Inseln vorgelagert sind.

Die Halbinsel hat knapp 24.000 Einwohner, die bedeutendste Stadt ist Rizokarpaso (Dipkarpaz), hinzu kommen mehr als 30 Dörfer. Menschliche Besiedlung lässt sich ab etwa 8400 v. Chr. nachweisen. In der Bronzezeit wurde die Insel durch den Handel mit ihrem Kupfer zu einem bedeutenden politischen Zentrum, konnte jedoch ihre Unabhängigkeit seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. nur mehr kurzzeitig wahren. Zugleich setzte die Besiedlung durch Griechen ein, die kulturell und sprachlich die vorherige Bevölkerung überlagerte und zu denen sich eine Reihe anderer ethnischer Gruppen gesellte. Nach der römisch-byzantinischen Epoche teilten sich das orthodoxe Byzanz und die arabisch-islamische Großmacht der Umayyaden und Abbasiden die Insel bis 965. 1185 machte sie sich für einige Jahre von Byzanz unabhängig. Zypern ging jedoch 1191 an die katholischen Kreuzfahrer, die den Karpas massiv befestigten, dessen Bevölkerung jedoch weitgehend orthodox blieb, sieht man von den dorthin geflohenen Maroniten ab. Den französisch-sprachigen Kreuzfahrern folgte 1489 Venedig als Herrin der Insel. 1571 kam der Karpas mitsamt der Insel an das Osmanische Reich, 1878 bzw. 1914 folgte Großbritannien als Kolonialmacht, das die Insel 1960 in die Unabhängigkeit entließ. Das Kloster Apostolos Andreas war seit langem der wichtigste Pilgerort der Insel. Auf die Halbinsel kamen insbesondere ab 1974 anatolische Siedler, nachdem die Türkei als Reaktion auf einen Anschlussversuch an Griechenland den Nordteil Zyperns besetzt hatte, während Griechen und Maroniten die Halbinsel seither fast vollständig verlassen haben. Seit 1983 gehört die Halbinsel zur international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern.

Viehzucht (Schafe und Ziegen) sowie der Anbau von Johannisbrot, heute vor allem für die kosmetische Industrie, bildeten neben dem Anbau von Getreide, Oliven, Wein, Früchten und Nüssen den wichtigsten Wirtschaftszweig, zeitweise auch der Tabakanbau. Diese Wirtschaftszweige wurden inzwischen vom Tourismus überflügelt.

Die Strände des Karpas sind wichtige Gelegestätten der bedrohten Meeresschildkröten (Caretta caretta und Chelonia mydas), aber auch zahlreiche andere Pflanzen- und Tierarten stehen unter Schutz. Von großer ökologischer Bedeutung ist der Karpas-Nationalpark mit seinen Wäldern.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung und Grenzen[Bearbeiten]

Die Halbinsel umfasst eine Fläche von 898 km²,[1] die in fünf Munizipalitäten des Iskele-Distrikts zerfällt, nämlich İskele/Trikomo, Mehmetcik/Galatia, Büyükkonuk/Komi Kepir, Yenierenköy/Gialousa und Dipkarpaz/Rizokarpaso, sowie Tatlısu/Akanthou, das zu Famagusta/Mağusa gehört. Letzterer wurde auf eigenen Antrag dem Karpas-Distrikt angeschlossen, dem darüber hinaus 35 Dörfer angehören, von denen wiederum fünf in der Mesaoria-Ebene liegen. Im Nordwesten liegt die Bezirksgrenze bei Esentepe/Agios Amvrosios (Girne/Kyrenia-Distrikt), im Westen und Südwesten Geçitkale/Lefkoniko und Yeniboğaziçi/Agios Sergios (Famagusta/Mağusa). Als traditioneller Eingang zur Halbinsel gilt Boğaz (häufig auch Bogaz), während sie im Süden an die Mesaoria-Ebene grenzt, wo Iskele das Zentrum des Distrikts ist. Vor allem im Osten vorgelagert sind die unbewohnten Kleides-Inseln, zu denen Dalmonaris, Kila, Lefkonisos und Skaloudia zählen, dann die Inselgruppe um Kordylia sowie einige Felsen.[2]

Geologie und Landschaft[Bearbeiten]

Die Karpas-Halbinsel stellt eines der vier Segmente des Kyrenia-Gebirges dar, das üblicherweise in die westliche, die zentrale, die östliche und die Karpas Range eingeteilt wird.[3] Das etwa 160 km lange Gebirge heißt westlich von Melounda-Mallıdağ auch Pentadaktylos[4] und ging aus einer Serie von Sedimentablagerungen zwischen Perm und mittlerem Miozän, die wiederum durch die Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Platte entstanden ist. Obwohl kaum halb so hoch wie das Troodos-Gebirge ist der Karpas doch stark zerklüftet. Die ältesten Gesteine stammen aus dem Perm und werden als Kantara-Formation bezeichnet, benannt nach der gleichnamigen Burg im Westen der Karpas-Halbinsel. Sie kommen hauptsächlich auf der besagten Halbinsel vor und zwar in Form verschieden großer Olistolithen (Fremdgestein).[5] Große Teile des Gebirgszugs bestehen, wie die Gebirge Zyperns insgesamt, aus Ophiolithen, also ozeanischem Gestein, das starken Hebungen unterlag, vor allem aber Kalkstein. Hinzu kommen ultramafische, plutonische Gesteine, also solche magmatischen Ursprungs, die vielfach hohe Metallgehalte aufweisen, wie etwa Kupfer, was aber vor allem um das Troodos-Gebirge abgebaut wurde. Auf Karpas entstand durch zahlreiche Nord-Süd-Faltungen und zusammen mit der leichten Erodierbarkeit des sandigen Kythrea-Flysch eine raue, zerklüftete Landschaft von mitunter erheblicher Trockenheit. Die Kollision mit der afrikanischen Platte erzeugte vor 20 bis 10 Millionen Jahren steile Berge in der Kerynea-Zone, die aus komplexen Kalksteinblöcken, dicken Flyschlagen und begrenzten Mengen metamorphen und magmatischen Gesteins bestehen.[6]

Während der letzten 125.000 Jahre kam es zu erheblichen Schwankungen des Meeresspiegels. So wurden auch an den Küsten des Karpas marine Ablagerungen in Höhen zwischen 3 und 22 m über dem Meeresspiegel entdeckt. Einige der Mergel bieten Überreste mariner Gastropoden, wie Persististrombus latus aus der Familie der Flügelschnecken, Bursa granularis aus der Überfamilie der Cassoidea oder Conus ermineus, die es im Mittelmeer nicht mehr gibt. Sie sind Indices für die Sauerstoff-Isotopenstufe 5e des Mittelmeers und belegen in den letzten 125.000 Jahren eine Hebung um 15,5 m. Dabei wurde die Insel seit dem frühen Holozän um maximal 1,2 bis 1,5 m gehoben, doch variierte der Meeresspiegel um 40 bis 50 m. Das Wasser oberhalb der undurchdringlichen Mergel des Pliozäns bietet noch heute Trinkwasser. Die Gründer der neolithischen Siedlung Akanthou-Arkosykos erkannten offenbar die Vorzüge einer solchen Quelle.[7]

Klima[Bearbeiten]

Das Wetter ist im Winter mäßig kühl und regnerisch, hingegen heiß und trocken im Sommer. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt zwischen 455 und 506 mm an der meteorologischen Station Yenierenköy. Der meiste Regen fällt im Dezember und im Januar, der trockenste Monat ist der August. Im Winter herrschen Nord- und Nordwestwinde vor, im Sommer hingegen solche aus Süd und Südost.[8]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Auf der Halbinsel wachsen vornehmlich Zypressen, aber auch Wacholder und Kiefern.[9]

Die als Suppenschildkröte oder Grüne Meeresschildkröte bekannte Chelonia mydas kommt vor allem an den Küsten des Karpas vor, aber auch die unechte Karettschildkröte. Diese sind die beiden Schildkrötenarten des Mittelmeers. Bei Girne werden die Weibchen im Frühsommer an den Alagadi-Stränden seit 1994 geschützt, indem nachts die Strände abgeriegelt und die Gelege geschützt werden. Die Bestände erholen sich dort zum Teil. Insgesamt wurden 2011 in Nordzypern 965 Nester der unechten Karettschildkröte registriert (der Süden spielt hierbei praktisch keine Rolle), deren Bestand von 2000 bis 3000 Weibchen sich stabilisiert hat. Zudem wurden 44 Chelonia-Gelege mehr gezählt als je zuvor; dabei geht man von 300 bis 400 Weibchen aus, die äußerst ortstreu sind (im Gegensatz zur unechten Karettschildkröte). Etwa ein Drittel der Population sucht seine Gelegeplätze am Karpas; auf Zypern werden insbesondere von Ende Mai bis Juli die Strände von Alagadi und die der Ronnas-Bucht am Karpas bevorzugt.[10]

Nigella ciliaris
Artogeia rapae

Am Ronnas, einem Fluss nahe dem Ostende der Halbinsel, befindet sich ein natürliches Feuchtbiotop von größter Bedeutung, das teilweise zur Karpaz Special Environmentally Protected Area (SEPA) gehört.[11] Dort finden sich seltene Arten wie Wasserminze und Nigella ciliaris aus der Gattung der Schwarzkümmel. An Schmetterlingsarten fanden sich: Großer Kohlweißling, Artogeia rapae, Kleopatra-Falter, Distelfalter, Aurorafalter und Gegenes pumilio, eine seltene Art aus der Familie der Dickkopffalter sowie sechs weitere Arten. Darüber hinaus wurden 32 Vogelarten im Flusssystem registriert.

Auch unmittelbar an der Küste leben extrem seltene Arten, wie sich 1997 und 1998 an vier Stationen am Karpas erwies, als sechs Arten und fünf Unterarten aus vier Familien der Spritzwürmer nachgewiesen werden konnten. Sie gehörten zu den Familien der Golfingiidae, Phascolionidae, Phascolosomatidae und der Aspidosiphonidae. Allein vier Arten wurden zum ersten Mal im östlichen Mittelmeer in Tiefen bis zu 600 m nachgewiesen, nämlich Nephasoma (Nephasoma) constrictum sowie drei Arten aus der Familie der Phascolosomatidae: Phascolosoma (Phascolosoma) scolops, agassizii agassizii und stephensoni.[12]

Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Auf der Karpas-Halbinsel lebten 2010 knapp 23.400 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 26 Einwohnern/km² entspricht, während dieser Durchschnitt in der Türkischen Republik Nordzypern bei 78 liegt, auf der Gesamtinsel sogar bei etwa 120.[13] Die Bevölkerung ist ungleichmäßig auf die sechs Munizipalitäten verteilt. Während Iskele im Jahr 2010 7.613 Einwohner zählte, lag Yenierenköy bei 5.693, Mehmetçik bei 3.381, Büyükkonuk bei 2.885 und Dipkarpaz bei 2.398. Hinzu kommt als 6. Verwaltungseinheit Tatlisu mit 1.379 Einwohnern.[14] Insgesamt bildet die Bevölkerung 9 % der Bevölkerung der Türkischen Republik Nordzypern und wenig mehr als ein Fünfzigstel der Einwohner Zyperns.

Der Anteil der männlichen Bevölkerung lag 2010 bei 51,6 %, der der weiblichen bei 48,4. Etwa 70 % der Einwohner sind 15 bis 64 Jahre alt, 22,5 % unter 15, 9,5 % sind älter als 64. Das Bevölkerungswachstum liegt pro Jahr bei 2,4 %, wobei das natürliche Wachstum nur bei 0,9 % liegt. Die Jüngeren wandern aus Mangel an ökonomischen Möglichkeiten häufig ab.[15]

Geschichte[Bearbeiten]

Mesolithikum[Bearbeiten]

Die ersten menschlichen Bewohner, die sich nachweisen lassen, lebten um 9600 v. Chr. im Süden Zyperns auf der Akrotiri-Halbinsel. Sie brachten Wildschweine aus Anatolien mit, die sie dort hüteten. Die etwa 70 km Entfernung zwischen der festländischen Küste und dem nächsten Punkt auf der Karpas-Halbinsel stellten dabei ein enormes Hindernis dar, denn auch wenn der Meeresspiegel während des letzten eiszeitlichen Maximums 130 m niedriger lag als heute, so reduzierte sich in dieser Zeit die Entfernung nur von 70 auf 63 km. Allerdings tauchte bei diesem niedrigen Wasserstand eine heute unter dem Meeresspiegel liegende Insel auf, so dass zunächst eine Entfernung von 45 und dann von 18 km überwunden werden musste.[16]

Neolithikum[Bearbeiten]

Der älteste Fundplatz in Nordzypern, genauer am Westrand der Karpas-Halbinsel, ist Akanthou-Arkosykos (türk.: Tatlısu-Çiftlikdüzü), dessen Artefakte bis 8400 v. Chr. zurückreichen. Dort wurde eine 400 mal 70 Meter messende Siedlung aus mindestens sechs runden Häusern mit Terrazzo- oder Geröllfußböden ausgegraben. Zudem fanden sich Überreste eines Bootes und Angeln, dazu Obsidian in großen Mengen und Muscheln. Neben Fisch und Fleisch gehörten wilde Linsen, Gerste, Oliven und Mandeln zu den Grundnahrungsmitteln. Die bäuerlichen Siedler hielten Ziegen, Schafe, Schweine und Rinder, dazu Damwild, Hunde und Füchse.[17]

Eine weitere, um 5600 v. Chr. datierte Siedlung des präkeramischen Neolithikums wurde in Kastros am südlichen Abhang des Kap Apostolos Andreas an der Ostspitze des Karpas 1969 entdeckt und zwischen 1970 und 1973 ausgegraben. Nach der türkischen Invasion 1974 waren weitere Untersuchungen nicht mehr möglich, 2005 wurde die Siedlung zerstört. Die Siedlung wies die für die Zeitstellung typische Bebauung aus runden sowie gerundeten Häusern auf. Sie schmiegte sich in den wie ein natürliches Theaterrund geformten Hang, dem ein Plateau von 1700 Quadratmetern Siedlungsfläche vorgelagert war. Lediglich 250 Quadratmeter konnten während der Ausgrabungskampagnen untersucht werden. Die Häuser waren etwas kleiner als die etwa gleichzeitigen von Chirokitia im Süden Zyperns, maßen im Schnitt etwa 2,50 x 2,80 Meter und boten rund 5,00–6,80 Meter Wohnfläche. Drei Bestattungen, darunter ein gut erhaltenes Hockergrab mit dem Kopf im Nordosten und nach Südwesten gewandtem Gesicht, konnte während der Ausgrabungen geborgen werden. Den Funden nach zu urteilen, ernährten sich die Bewohner dieser kleinen Siedlung vornehmlich von Meeresfrüchten und Fischen.[18]

Die Siedlungen der neu zugewanderten Keramiker, die ab 4500 v. Chr. den Westen Zyperns und die Karpas-Halbinsel besiedelten, fanden sich an der Küste und auf befestigten Hügeln. Wichtige Fundstätten sind das namengebende Sotira-Teppes sowie Ayios Epiktitos-Vrysi, das von 1969 bis 1973 von Edgar Peltenberg ausgegraben wurde. Sotira mit seinen 47 Bauwerken wurde Anfang des 4. Jahrtausends aufgegeben. In Ayios Epiktitos-Vrysi fanden sich bis zu sechs Meter tiefe Grubenhäuser, ebenso wie in Philia-Drakos, Troulli und Khirokitia. Im Gegensatz zu den Rundhäusern der Akeramiker, die früher die Insel bewohnten, waren die Häuser der keramischen Phase rechteckig, wenn auch mit abgerundeten Ecken.[19]

Bronzezeit[Bearbeiten]

Aus der Kupfersteinzeit, dem Chalkolithikum (etwa 3900-2500 v. Chr.), sind auf der Karpas-Halbinsel keine Fundstätten bekannt, was wohl an mangelnden Untersuchungen liegt.[20] In der Übergangsphase zur Spätbronzezeit entstanden auf der Insel, die bis zu den Ptolemäern, laut Strabo, nie unter einer einheitlichen Oberherrschaft stand,[21] bedeutende Siedlungen wie Enkomi (um 1700 bis 1050 v. Chr.), Toumba tou Skourou bei Morfou, Hala Sultan Tekke im Bezirk Larnaka und Kourion westlich von Limassol. Ob es einem der Machtzentren gelang, die gesamte Insel zu beherrschen, ist unklar, jedoch existieren Hinweise auf Auseinandersetzungen zwischen den Zentren des Nordens und denen des Südostens in der späten Bronzezeit.

Für die Handelsrouten der bronzezeitlichen Produktionszentren war die Kontrolle über die Karpashalbinsel von erheblicher Bedeutung. Dort entstand in diesem Zusammenhang die um 1500 v. Chr. errichtete Festung von Nitovikla, bei der es sich auch um eine Fluchtburg für die Dörfer in ihrem Einzugsgebiet gehandelt haben könnte. Zudem ist hier die spätbronzezeitliche Siedlung von Ayios Iakovos (Altınova) zu nennen.[22] Auf der Halbinsel selbst lag einen Kilometer nördlich von Phlamoudi (Mersinlik) auf dem Vounari genannten Hügel ein von 1970 bis 1973 untersuchtes Heiligtum, möglicherweise mit einer zugehörigen Palastanlage, das während der mittleren und späten Bronzezeit von etwa 1650 v. Chr. bis 1350 v. Chr. genutzt wurde.[23] Auf der Karpas-Halbinsel entwickelte sich in der späten Bronzezeit ein eigener Keramikstil, der geradezu eine Rot-auf-Weiß-Region ausbildete.[24] Bedeutende Grabungsstätten auf der Karpas-Halbinsel im Zusammenhang mit dieser Ware sind: Galinoporni (Höhle I), Paleoskoutella und Nitovikla, die nahe beieinander an der Südküste weit im Osten liegen, sowie Ayios Iacovos im Hinterland. Dort hatte sich schon mit einem Weiß-Stil in der Mittleren Bronzezeit zwischen 1750 und 1550 v. Chr. ein Regionalstil entwickelt, der im ganzen Osten der Insel verbreitet war.[25] Claudia Glatz nimmt an, dass Enkomi von Bewohnern der Mesaoria-Ebene und von der Karpas-Halbinsel gegründet wurde.[26]

Viele der Siedlungen wurden zwischen 1300 und 1100 v. Chr. zerstört, wohingegen Enkomi, das gleichfalls zu Anfang des 12. Jahrhunderts zerstört worden war, erst nach einem Erdbeben, das die Stadt um 1075 v. Chr. traf, gegen 1050 endgültig zugunsten von Salamis aufgegeben wurde.[27] Wegen ihrer Größe wurde die Stadt von der Forschung mit dem in den Quellen genannten Alašija identifiziert, das Ägypten und dem Hethiterreich ebenbürtig war, weil es durch seine Kupferproduktion prosperierte. Im Norden und Osten entstand in dieser unsicheren Zeit eine Reihe von Forts, davon allein 21 auf der Karpas-Halbinsel. Sie dienten wohl der Sicherung der Handelsrouten, die die Königreiche auf der Insel kontrollierten.

Antike[Bearbeiten]

Zypern und der Karpas nach der Geographike Hyphegesis des Claudius Ptolemaeus
Statue einer Göttin aus Trikomo (türk. İskele), 6. Jahrhundert v. Chr., Kalkstein mit Farbresten, Höhe: 97,5 cm, Louvre, erworben 1870

Im griechischen Mythos landete Teukros (Salamis), der Sohn des Telamon von der Insel Salamis, am Strand der Achaier an der Nordküste des Karpas, nachdem er von seinem Vater wegen des ungerächten Todes seines Halbbruders Ajax im Trojanischen Krieg verbannt worden war. Von hieraus durchquerte er die Halbinsel und gründete – etwa 70 Stadien oder 13,5 Kilometer entfernt – in der großen, sich dem Karpas südlich anschließenden Bucht die nach seiner Heimat benannte Stadt Salamis.[28] Der Strand der Achaier wurde in der Antike zwischen Aphrodision und Karpasia lokalisiert.

Wichtigster Ort in der Antike war Karpasia, nach dem die Halbinsel ihren Namen erhielt. Auch diese Stadt führte ihre Wurzeln in mythische Zeit zurück und wurde laut Hellanikos von Pygmalion, dem zyprischen König und großen Künstler, gegründet.[29] Demetrios Poliorketes landete bei seinem Angriff auf das von Ptolemaios I. Soter und vier zyprischen Königen beherrschte Zypern im Jahr 307 v. Chr. vor Karpasia auf dem Karpas und legte am Strand ein mit Palisaden befestigtes Lager an. Um gegen Salamis ziehen zu können, musste er laut Diodor zunächste Karpasia und das in der Nähe liegende, auch von Nonnos in den Dionysiaka erwähnte[30] Urania einnehmen, die wohl gemeinsam den Zugang zu Salamis abzuriegeln imstande waren oder Demetrios in den Rücken hätten fallen können.[31]

Eine Inschrift eines gewissen Phanokles, Sohn des Nikolaos, belegt den Status von Karpasia als polis.[32] Mitford identifiziert es mit Agios Philon (heute Ayfilon) an der Westküste.[33] Ayfilon wird aber auch mit Aphrodision gleichgesetzt, das Mitford im Gebiet von Yialousa (Yeni Erenköy) lokalisiert.

Nur 30 Stadien von Karpasia und den der Stadt vorgelagerten Karpasischen Inseln entfernt lag an der Südseite der Halbinsel die bei Strabon erwähnte Stadt Chelones.[34] Möglicherweise diente der Ort als südlicher Hafen von Karpasia, indem man die Schiffe zwischen den Städten über Land bewegte, um die Fahrt um das gefährliche Kap Dinaretum (heute Kap Apostolos Andreas) mit seinen vorgelagerten, Kleides genannten Inseln zu vermeiden.[35] Nach Strabon stand auf der äußersten Spitze des Karpas ein Tempel der Aphrodite Akraia.[36]

Die ländlich geprägten Territorien des Karpas gehörten zumindest in ptolemäischer Zeit bisweilen, wenn nicht regelmäßig, der Chora eines Hauptortes an. Hiervon zeugt eine bei Karpasia gefundene Inschrift,[37] die von der Weihung einer Statue für einen Hegemon Sophanes berichtet, die durch den Kassenverwalter (ὁ ταμίας) und all den Bauern seines Hofes (οἱ πανοίκιοι γεωργοὶ) gestiftet wurde. Diese sonst aus Kleinasien bekannte Verwaltungsweise bezeugt erstmals ähnlich gelagerte Einrichtungen für Zypern und den Karpas.[38]

Karpasia war schon in der Antike durch Straßen mit Kap Dinaretum, westwärts mit Keryneia (heute Girne) und Salamis, und nach Süden über die Halbinsel hinweg mit dem Kernraum der Insel verbunden. Auch am Westrand der Karpas-Halbinsel verband eine Straße das Nordufer mit dem Süden. Meilensteine aus der Zeit des Titus und Constantius II. belegen die Straße zwischen Salamis und Karpasia.

Byzanz und die Umayyaden, Kondominium (649-965)[Bearbeiten]

Byzantinische Kirche Panagia Kanakaria in Lythrangomi (Boltaşlı). Sie stammt aus dem frühen 6. Jahrhundert, wurde Mitte des 7. Jahrhunderts zerstört und um 700 wiederaufgebaut. Bis auf die Apsis zerstörte 1160 ein Erdbeben das Gebäude.
Fragment

In der Ruinenstadt Aphendrika befinden sich drei Kirchen, darunter die Panagia Chrysiotissa. Karpasia war um 400 Bischofssitz. 806 zerstörten sarazenische Piraten Karpasia, das bereits seit Mitte des 7. Jahrhunderts eine Stadtmauer um den nördlichen Teil der Stadt hatte errichten lassen. Die Bewohner siedelten sich landeinwärts an, womit Rizokarpaso entstand. Zwei frühbyzantinische Kirchen wurden restauriert.

649 schloss der Archon (praeses provinciae) von Zypern einen Vertrag mit dem Kalifen Muʿāwiya I. ab. Muʿāwiya etablierte nach Auseinandersetzungen um das Kondominium eine Garnison auf der Insel, die bis 683 bestand. 659 schloss Kaiser Konstans II. mit dem Kalifen einen neuen Vertrag. 685 kam es zu einem weiteren Vertrag. Die Insel wurde nunmehr entmilitarisiert, die Steuereinnahmen geteilt. Der Kalif zahlte jährlich 365.000 Solidi an Byzanz. 688 wurde der Vertrag erneuert. Nach einem weiteren Krieg einigte man sich unter Theodosios III. wieder auf den Status quo, Flüchtlinge aus Syrien konnten nach Zypern zurückkehren.

Zu dieser Zeit konnten Kirchen wie die Panagia Kanakaria in Lythrangomi (Boltaşlı) auf der Karpas-Halbinsel wiederhergestellt werden. Da der Ikonoklasmus von der Insel ferngehalten wurde, haben sich viele bildliche Darstellungen erhalten. Zugleich wanderten ab 686 zahlreiche Maroniten ein, erneut ab 938. Die Zahl ihrer Dörfer wuchs bis Ende des 12. Jahrhunderts auf 60 an.[39] Um 1090 entstand wenig westlich des Karpas das Johannes-Chrysostomos-Kloster in Koutsovendis.

743, 806 und 912 fanden zwar arabische Überfälle statt, weil der Vertrag gebrochen worden war, und unter Basileios I. wurde die Insel für sieben Jahre besetzt und sogar ein eigenes Thema eingerichtet. Doch die Befestigungen die Byzanz hatte erbauen lassen, wurden darauf wieder abgerissen, der vorherige Zustand wiederhergestellt.[40]

Byzanz (965-1185), Kreuzzüge (ab 1096/98)[Bearbeiten]

Niketas Chalkutzes eroberte unter Kaiser Nikephoros II. 965 Zypern und stellte die byzantinische Herrschaft wieder her. Aus den eroberten Gebieten wurden alle Muslime ausgewiesen. Wahrscheinlich begann der Bau der Festung Kantara, die bis heute in 550 bis 600 m Höhe auf der Karpas-Halbinsel steht, um 967.[41]

1092/94 besetzen Aufständische Kreta und Zypern, wobei Rapsomates der Anführer des zypriotischen Aufstandes war.[42] Johannes Dukas nahm Kerynia ohne größeren Widerstand ein und konnte den Aufstand unterdrücken. Gegen die Seldschuken betrieb Alexios I. den Ausbau der Befestigungsanlagen vor allem im Norden der Insel. So wurde die Burg von Kyrenia ausgebaut, im Pentadaktylos wurden St. Hilarion, Buffavento und vor allem Kantara, dessen Name auf ein arabisches Wort (kandak, ‚Steinbrücke‘) maronitischen Ursprungs zurückgeht,[43] errichtet bzw. verstärkt.

1098 geriet Zypern erstmals in den Konflikt zwischen den Kreuzfahrern, vor allem den Normannen, die Süditalien erobert hatten, und Konstantinopel. Die Insel wurde von Truppen des Bischofs von Pisa, die zur Unterstützung der Kreuzritter aufgebrochen waren, geplündert. Zypern nahm dennoch durch die Kreuzzüge einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei spielte Zucker bereits seit dem 10. Jahrhundert eine erhebliche Rolle, und im 11. Jahrhundert waren Roggen, Weizen, Olivenöl und Fleisch wichtige Ausfuhrgüter. Auch Holz und Kupfer blieben bedeutend. 1126 erhielten die Venezianer vom Kaiser einen Handelsvertrag für Zypern. 1153 und 1161 sowie 1158 plünderten allerdings Kreuzfahrer und Ägypter erneut die Insel.

Unabhängigkeit (1185–1191), Herrschaft der Lusignan (1192–1489)[Bearbeiten]

Als 1222 der Bischof von Famagusta nach Rizokarpaso umsiedeln musste, entstand dort die Kathedrale St. Synesios, die byzantinische und abendländische Stilelemente verband.
Die Kirche Agios Filon (Karpasia) war Philo von Carpasia geweiht, einem Heiligen und Bischof des 4. Jahrhunderts.

Eine kurze Phase der Unabhängigkeit erlebte die Insel nach dem Sturz der Komnenendynastie in Konstantinopel. Isaak Komnenos ließ sich 1185 zum Basileus krönen. 1191 eroberte jedoch der englische König Richard Löwenherz die Insel; nach der Belagerung der Burg Kantara auf dem Karpas ergab sich der Kaiser. Bereits im Mai 1192 verkaufte Richard Zypern an Guido von Lusignan, den auf der Flucht befindlichen König von Jerusalem. Kaiser Isaak war in der Nähe des Kap St. Andreas auf der Halbinsel Karpas gefangengesetzt worden.

Ende des 12. Jahrhunderts bestanden auf der Insel etwa 760 bis 850 Dörfer.[44] Mitunter wurden auch griechische Adlige zum Ritter geschlagen, doch nur, wenn sie konvertiert waren. Das Haus Lusignan belehnte ausschließlich Katholiken, darunter 300 Ritter und 200 nichtadlige Reiterführer (Sergeanten), während der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung orthodox blieb und nicht Franzuösisch sprach. Die lateinische Herrschaft führte angesichts des spätestens seit dem Schisma von 1054 gespannten Verhältnisses zwischen der katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche auch auf der Insel zu Auseinandersetzungen. Der allerdings einzige tödliche Fall fand 1228 statt, als ein Dominikaner namens Andreas das Kloster Panayia Kantariotissa auf der Karpas-Halbinsel besuchte. Er brachte einen Streit um die Frage des ungesäuerten Brotes vor den Erzbischof von Nikosia, der wiederum Papst Gregor IX. davon in Kenntnis setzte. 13 Mönche sollten als Häretiker behandelt werden, wobei Andreas - mitten im Chaos des Krieges zwischen den Ibelin und Kaiser Friedrich II. - die Mönche zur Hinrichtung überantwortet wurden. Sie wurden in Nikosia verbrannt.[45]

Nach dem Versuch Kaiser Friedrichs, die Insel zu erobern (1228-1232), zog sich seine am 14. Juli 1229 besiegte Armee Richtung Karpas zurück und setzte sich bis Juni 1232 auf der Burg Kantara fest. Unter Gauvain de Cheneche widerstand sie einer langen Belagerung.[46]

Mit der Eroberung der letzten Kreuzfahrerstaaten durch die Mamluken, vor allem nach der Eroberung von Jerusalem (1267) und Tripolis (1291), aber auch schon seit 1224 flohen erneut zahlreiche Maroniten („Syrer“) auf die Insel, die als Ansiedlungsraum den Norden einschließlich der Karpas-Halbinsel bevorzugten. Die Angaben von bis zu 80.000 Maroniten auf der Insel dürften allerdings schwer zu belegen sein. Immerhin lebten sie zwischen 1224 und 1350 in etwa 60, um 1448 in 72 Dörfern und stellten die zweitgrößte ethnisch-religiöse Gruppe dar.[47] Ab 1316 hatten sie einen eigenen Erzbischof. Zudem wurde ihre Muttersprache, das Arabische, zu einer der Kanzleisprachen der Insel.[48] Wichtigste Siedlung auf der Karpas-Halbinsel[49] war Gastria, aber auch für Komi Kepir, Gialousa wurde dies angenommen. In Attalia (oder Tala) residierte im Mittelalter ihr Bischof, das dazugehörige Kloster Agios Georgios ist allerdings nicht genauer zu lokalisieren.

Neben den Maroniten, Nestorianern und Melkiten, arabischsprachigen orthodoxen Christen, kamen ab 1322, nachdem das Königreich Kleinarmenien gleichfalls von den Mamluken erobert worden war, auch mehrere Zehntausend Armenier auf die Insel.[50] Armenier lebten auf der Insel bereits seit dem 6. Jahrhundert, doch im Gegensatz zu den Maroniten bevorzugten diese Gruppen das städtische Milieu von Famagusta.

Grundriss der Burg Kantara
Die Ruinen der Burg Kantata

Erst im letzten Jahrhundert der Lusignan-Herrschaft scheint sich in der Oberschicht das Griechische mehr und mehr gegen das Französische durchgesetzt zu haben. In dieser Zeit siedelten sich vermehrt Venezianer auf der Insel an. Marco Cornaro zählte zu den größten Landbesitzern der Insel. Er galt geradezu als „Zuckerkönig“.[51] Doch 1373 eroberten ihre Gegner, die Genuesen die Insel und König Peter II. floh nach Nordosten, wo er sich in Kantara festsetzte. Von dieser Region aus, und dem Gebiet um Kerynia, wo gleichfalls zwei massive Festungen bestanden, konnte der Lusignan die Insel zurückerobern. Unter König Jakob I. wurde Kantara gewaltig ausgebaut, um den Nordosten gegen eine erneute Invasion zu schützen. Eine dauerhafte Garnison wurde eingerichtet, die über eine enorme Zisterne mit Wasser versorgt wurde. Hinzu kam eine Reihe von Wachtürmen im Osten der Burg.

Venezianische Herrschaft (1489–1571)[Bearbeiten]

Mit der Besetzung Zyperns durch Venedig plünderten türkische Piraten die Karpas-Halbinsel im Jahr 1489.[52] Dabei verlor die Burg Kantara angesichts der Veränderungen in der Fortifikationstechnik für die Venezianer nach und nach ihren Wert. So wurde die Festung 1519 bereits für unzureichend gehalten und versank nach 1562 in die Bedeutungslosigkeit, ähnlich wie die weiter westlich gelegenen Burgen.[53]

Der Venezianer Nicolo Giustinian (Zustignan) wurde im Jahr 1511 durch seine Ehe mit Charlotte Perez Fabrice (dame de Carpas; † 1526), der Tochter des Grafen von Jaffa und Carpas Jean Perez Fabrice, zum (dritten) Comte du Carpas. Dabei gehörten in venezianischer Zeit auch Orte außerhalb der Halbinsel zu dieser Comté. Zustignan folgte sein Sohn Mathieu, dem wiederum sein Bruder Angelo (Ange) nachfolgte. 1544 nahm der Titelinhaber damit den zweithöchsten Rang auf der Insel ein, nach dem Baron von Jaffa und vor dem Baron von Rocca.[54]

Zur Comté war der Karpas bereits am 4. März 1472 durch den Lusignan-König Jakob II. gemacht worden, um den Spanier Juan Perez Fabrice für seine Dienste zu belohnen, der allerdings bereits am 24. Oktober 1474 starb und eine Witwe mit vier Kindern hinterließ. Ihm folgte auf Befehl der Königin Caterina Cornaro - Jakob II. war gleichfalls 1474 gestorben - nicht einer seiner Söhne, sondern sein Cousin Giorgio Contarini.[55] Luis Perez, Juans Sohn, starb 1511 in Venedig, ohne den Contarini jemals ihren Besitz streitig gemacht zu haben. Seine Schwester Charlotte, die Nicolas Giustiniani heiratete, gab ihm hingegen die Möglichkeit, um den Besitz des Karpas juristisch zu streiten. Dieser Vorgang war zentral für den Übergang der Insel aus den Händen der Königin in diejenigen der Republik Venedig.

Osmanen (1571–1878)[Bearbeiten]

1570 landete eine osmanische Flotte von 360 Galeeren und eroberte bis 1571 die Insel, die bis 1878 von der Hauptstadt Konstantinopel (Ḳusṭanṭīniyye) aus regiert wurde.[56]

Nach der Eroberung und der Einteilung in 16 Unterprovinzen wurden Siedler auf die entvölkerte Insel geschickt, vor allem aus dem südlichen Anatolien, darunter Yörüken, Christen und Juden; die benachbarten anatolischen Gebiete gehörten sogar zur Provinz Kibris. Bereits im September 1571 bestimmte ein Firman, dass bestimmte Handwerker auf die Insel geholt werden sollten.[57] Gleichzeitig wurde die Dominanz der Lateinischen über die Orthodoxe Kirche 1575 aufgehoben, die im Gegenzug zu einer Art Kern der osmanischen Verwaltung wurde.[58]

Regierungssitz wurde Lefkosia. Sinan Pascha ließ einen Zensus durchführen, bei dem man 150.000 Männer zählte, dazu 30.000 osmanische Soldaten.[59] Der einzige Ort auf der Insel, der beanspruchen konnte, eine Stadt zu sein, war Famagusta mit seinen 6000 bis 6500 Einwohnern,[60], Kyrenia hatte hingegen nur 600 bis 800 Einwohner.

Karpas (Rizokarpaso) war 1572 einer der reichsten und größten Orte auf Zypern. Seine Einwohnerzahl wird auf 1475 bis 1500 geschätzt, wie Steuerlisten belegen. Zu dieser Zeit zählte man 102 unverheiratete und 297 verheiratete Männer im Ort. Allerdings war Karpas keine Stadt, denn es verfügte über keinerlei städtische Funktionen, sondern war ein Bauerndorf mit starkem Akzent auf dem Getreideanbau. So stammten 37 % seines Steueraufkommens aus dem Weizenanbau, 19 % aus dem Gerste- und 11 % aus dem Linsenertrag des Jahres. Dabei lagen die Gersten- und Weizenerträge gleichauf, doch lag der Preis für Weizen doppelt so hoch. Weitere 5 % der Steuereinnahmen wurden auf Schafe erhoben, 1 % auf Wein.[61] Diese Prosperität weckte Begehrlichkeiten, denn alle Dörfer der Insel wurden zum Unterhalt der Truppen, etwa der Janitscharen, und der Verwaltung herangezogen. Für die Sandschaks von Paphos und Famagusta wurde eine Abgabe in Höhe von 10.000 Piaster eingezogen, die noch 1839 als Nizami erschien, obwohl die beiden Sandschaks bereits 1640 aufgelöst worden waren. Die Abgabe wurde u.a. auf Baumwolle, Seide und Wein erhoben.[62]

Der erste osmanische Zensus ermittelte noch 800 oder 850 Dörfer auf der Insel, bei vielleicht 200.000 Einwohnern. Bis 1600 war diese Zahl auf 120.000 eingebrochen. Den Tiefpunkt erreichte die Einwohnerzahl um 1740, als sie bei 95.000 lag.[63] 1777 gab es nur noch 564 Dörfer, 1862 immerhin wieder 605. Davon waren 118 muslimisch, 239 gemischt und 248 christlich. Die Zahl der Maroniten war dabei durch Massaker noch drastischer auf 7000 bis 8000 zurückgegangen. 1596 waren es sogar nur noch 4000 in 19 Dörfern, die vor allem im Nordwesten Zyperns lagen.

Zypern zu Anfang des 18. Jahrhunderts

Der ökonomische Niedergang hatte seine Ursache in der Art der Nutzung und damit der Verwaltung durch das Osmanenreich, denn 1703 wurde die gesamte Insel dem Großwesir übertragen, nachdem sie 1660 bis 1703 Teil der Eyalets der ägäischen Inseln (Cezayir) gewesen war. Zwischen 1712 und 1741 wurde die Insel geradezu zum Verbannungsort unbotmäßiger Stämme.[64] Die Ausplünderung der Insel nahm unter dem Großwesir İbrahim Pascha schließlich solche Formen an, dass der Sultan ihm die Insel 1745 wieder entzog. Sie wurde 1784 kurzzeitig wieder Cezayir zugeschlagen, dann bis 1785 wieder zu einer regulären Großprovinz, einem Eyâlet. Abu Bekr Pascha (1746-1748) förderte die lokale Wirtschaft durch die Anpflanzung von Maulbeerbäumen und Weinstöcken. Der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Situation wurde unter dem Muhassil Chil Osman Agha erreicht, der ab 1764 die Abgaben drastisch erhöhte, um das Vermögen wieder hereinzuholen, das ihn der Kauf des Postens gekostet hatte.[65] Ein Aufstand kostete ihn das Leben; zur Strafe sollte jeder Christ 14, jeder Muslim 7 Piaster Strafe zahlen. Dagegen wiederum erhoben sich 1765 die Türken unter dem Festungskommandanten von Kyrenia, Khalil Agha, der jedoch hingerichtet wurde.[66] Trotz dieser Erfahrungen wurde erst 1785 die Verpachtung der dem Großwesir zugesprochenen Insel abgestellt.

Auf Zypern kam es zu Aufständen, die nun stärker zu Feindseligkeiten zwischen Türken und Griechen führten, was mit dem zunehmenden Einfluss der Bischöfe zusammenhing, und damit, dass viele Orthodoxe hoffnungsvoll nach Russland sahen, wie der französische Konsul konstatierte, das auf Kosten der Osmanen sein Reich ausdehnte. So erhob sich unter einem als Altiparmak (‚Sechs Finger‘) bekannt gewordenem Militär eine Truppe von Türken, denen er versprochen hatte, sie vom „Joch der Christen“ zu befreien und die vier Bischöfe zu töten. Mitte Mai 1806 brachte er 70 oder 80 Männer auf den Karpas, wo sich weitere Männer anschlossen. Sie ermordeten Christen und plünderten Klöster und Kirchen, bis 500 türkische Soldaten die Marodeure besiegten.[67] 1837 wurde berichtet, dass Muslime sogar Paten christlicher Kinder wurden.[68] Zudem berichtet er über die Piraterie, die vor allem die Karpas-Halbinsel immer noch traf.

Da die Osmanen das Millet-System zur Anwendung brachten, bei dem die Nichtmuslime zwar Abgaben zu leisten hatten, aber dafür wirtschaftlich selbstständiger agieren konnten, als unter den Venezianern, war die orthodoxe Kirche in der Lage, ihre Kirchen zu renovieren und umzubauen. Dabei wurde in ländlichen Gebieten, wie auf dem Karpas, z. B. in Rizokarpaso, die Kirche mit hellenistischen, byzantinischen und gotischen Elementen ausgestattet, eine Entwicklung, die in den Städten bereits im 14. und 15. Jahrhundert stattgefunden hatte.[69]

Als 1821 Griechenland unabhängig wurde, ließ die Hohe Pforte die christlichen Gruppen auf der Insel entwaffnen. Dies war umso brisanter, als Ägypten sich unter Muhammad Ali weitgehend unabhängig gemacht hatte und Zypern vom 18. April 1822 bis 1829 besetzen ließ. Bis 1826 gelang Muhammad Ali die weitgehende Unterwerfung Griechenlands, doch unterlag die osmanisch-ägyptische Flotte in der Schlacht von Navarino 1827. Muhammad Ali besetzte dennoch 1833 bis 1840 erneut Zypern. Dort kam es zu Aufständen, darunter im Juli 1833 auf dem Karpas zum „Aufstand des Mönches“.[70] Sein Führer war ein Joannikios[71], der auch am griechischen Aufstand teilgenommen hatte und 1828 nach Zypern zurückgekehrt war. Als er in Streit mit einer Nachbarin geriet und verhaftet werden sollte, floh er in den Schutz des französischen Dragomanen Jean Francois Alexiano Guillois. Als es 1833 zu zwei Aufständen auf der Insel kam, nutzte er die Gelegenheit und sprach sich mit dem gleichfalls aufständischen „Imam“ ab, der drei Monate lang Paphos beherrschte, um einen Angriff auf die Hauptstadt zu wagen. Am 14. Juli 1833 segelte er mit vielleicht 40 Albanern nach Bogaz. Dann schlug er sein Hauptquartier in Trikomo auf und versprach den Griechen des Karpas die Unterstützung Frankreichs. Doch bald musste er mit 16 Albanern nach Larnaka fliehen, in der Hoffnung in einem Konsulat Unterschlupf zu finden. Trikomo und Bogaz waren nach dem Aufstand menschenleer.[72] Kurz danach brach auch der Aufstand des „Imams“ zusammen, nachdem sich Muhammad Ali und die Hohe Pforte geeinigt hatten.

Bedingt durch die Schwächung des Osmanenreichs und den ökonomischen Niedergang, brach die Verwaltung weitgehend zusammen. Gegen Ende der osmanischen Herrschaft bestand die unregelmäßig bezahlte Truppe aus kaum mehr als 400 Mann, die sich ohne Bezahlung auf Kosten der Bewohner durchschlagen mussten. Doch ab etwa 1850 zeigten sich Anzeichen der Erholung, die Bevölkerung stieg bis zur ersten Zählung des Jahres 1881 auf 186.173, davon 45.458 Türken.[73] 1874 lebten auf der Insel 44.000 Muslime und 100.000 Orthodoxe,[74] auf der Karpas-Halbinsel fast nur Orthodoxe. Dort gingen Dorfbewohner dazu über, Antiquitäten auszugraben und diese zu verkaufen.[75]

Ausschnitt der Zypernkarte von 1754, Alexander Drummond: Travels through different Cities of Germany, Italy, Greece and several parts of Asia, as far as the banks of the Euphrates : In a series of letters. Containing an Account of what is most remarkable in their Present State, As well as in their Monuments of Antiquity, W. Strahan, London 1754, nach S. 192

Einige wenige Reiseberichte setzen uns über die Verhältnisse auf dem Karpas partiell in Kenntnis, doch immer unter spezifisch englischen Kulturerwartungen der Trennung von Kultur und Natur, sowie der ökonomisch ausgerichteten Nutzbarmachung. So reiste Alexander Drummond, britischer Konsul in Aleppo, 1745 und 1750 durch Zypern und besuchte dabei auch den Karpas.[76] Zunächst enttäuscht von der Insel, geriet er doch zunehmend in Begeisterung: Rosala war „surrounded with corn-fields, gardens, gentle swells, pretty tufts of trees, and a natural fence of little hills”. Auch berichtet er von Komatougalou [Koma tou Yialou], „which is prettily situated, and the fields are well laid out near the sea“.

Der Orientalist Paul Schröder, der für die deutsche Regierung in Konstantinopel und Beirut als Dragoman und Konsul arbeitete, besuchte 1870 und 1873 Zypern.[77] Er berichtet zum Jahr 1873, auf der Insel habe es seit sechs Jahren zu wenig geregnet, daher würden viele Zyprer auswandern. Bei Yialousa registrierte er dennoch wohlkultiviertes und fruchtbares Land, doch bei Selenia fand er vor allem Büsche vor, „die die Bewohner Wald nennen, und in denen wilde Ziegen leben“. Bei seiner Weiterreise nach Rizokarpaso stellte er fest, dass dieser Ort wiederum ein prosperierendes Dorf war, mit gefälligen, blonden Einwohnern, die von der Seidenzucht lebten, sowie von Baumwolle und Rinderzucht.

Zu einem ähnlichen Ergebnis mit Blick auf die Besserung der Verhältnisse kam auch der Berichterstatter Hamilton Lang im Jahr 1870, der konstatierte, die Verhältnisse hätten sich in den beiden letzten Jahrzehnten deutlich gebessert.[78] Doch die schwere Niederlage der Osmanen gegen Russland hatte 1878 zur Folge, dass Tausende von geflohenen Tscherkessen angesiedelt werden mussten. Im März 1878 sollten 600 von ihnen nach Zypern gebracht werden, doch bald landeten 3000 am Karpas. Sie hatten gemeutert und der Kapitän hatte das Schiff auf einen Felsen fahren lassen. Aufgrund der Proteste der Einwohner wurden die Männer wieder aus der Region entfernt.[79] Schließlich besetzte Großbritannien die Insel.

Britische Kolonialherrschaft[Bearbeiten]

London errichtete ein Hochkommissariat unter Sir Garnet Wolseley, gegen das sich der Widerstand der Griechen unter Erzbischof Sophronios III. richtete, die den Anschluss an Griechenland anstrebten, die Enosis. Wolseley, der den Karpas nur einmal umsegelte,[80] sah in den archäologischen Stätten und den Kulturgütern insgesamt eines der wichtigsten Mittel zur wirtschaftlichen Erholung der Insel. Daher befürwortete er entsprechende Grabungen.[81] Zudem ließ er den angeblich amerikanischen Vizekonsul Alessandro Palma di Cesnola verhaften, der auf Zypern zwischen 1876 und 1879 Raubgrabungen durchgeführt hatte.[82] Er hatte auch Keramik aus dem westlichen Karpas außer Landes gebracht,[83] ebenso wie aus dem antiken Karpas, wo er sich 1888 erneut aufhielt. Wie das American Journal of Archaeology and of the History of the Fine Arts 1889 feststellte, war der Karpas allerdings den Raubgräbern noch weitgehend entgangen.[84]

London ließ zwischen 1881 und 1931 alle zehn Jahre einen Zensus durchführen, dann wieder 1946 und 1960. Dabei liegen ab 1891 Details für jedes Dorf vor. Die alte Einteilung in 6 Distrikte und 15 nahiyé bestand bis 1946 fort. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1881 und 1960 um 208 %, von 186.173 auf 573.566, womit sie unter den Mittelmeerinseln mit großem Abstand am schnellsten wuchs. Dabei sank der Anteil der Türken von 24,4 auf 18,3 %. Die Zahl der Maroniten wuchs von 830 im Jahr 1881 auf 1130 zehn Jahre später, 1946 lag sie bei 2083, 1960 bei 2752.[85] Die Zahl der Armenier stieg von 174 über 517 auf 3686 im Jahr 1946, dann 3378 i. J. 1960. Ein Drittel von ihnen verließ die Insel nach 1960. Dabei kam es erst nach 1946 zu einer zunehmenden Verstädterung. Zugleich wuchs die Zahl der Briten auf fast 21.000 an.[86]

Dabei wuchs der Anteil der ländlichen Bevölkerung, im Gegensatz zu den anderen Inseln des Mittelmeers, 1931 bis 1946 um 19 %, und bis 1960 um weitere 10 %.[87] In den höher gelegenen Gebieten lebten 1960 nur wenige Menschen (über 800 m waren es nur 4,6 % der Bevölkerung), zugleich mied man geradezu die Küsten; 72 % lebten zugleich unterhalb von 300 m über dem Meeresspiegel. Auf dem Karpas ging dabei die türkische Bevölkerung in den Dörfern zurück, wie etwa in Akanthou und Melanagra. Während in Akanthou 1901 noch 50 Türken lebten, waren es 1931 nur noch acht, 1960 keiner mehr. Hingegen lebten in Melanangra 1946 noch 58 Türken, die 1958 aus dem Ort evakuiert wurden, wie es in 14 anderen Dörfern dauerhaft und in 12 weiteren temporär geschah. Eine ähnliche Entwicklung ist auch westlich des Karpas zu erkennen.[88] So konzentrierte sich die türkische Bevölkerung des Karpas in wenigen Dörfern, wie Agios Andronikos/Yeşilköy mit seinen 434 türkischen Bewohnern und 771 griechischen, oder in Komi/Büyükkonuk (289/654), Eptakomi (233/738), Lythragkomi/Boltaşlı (105/170) oder Monarga/Boğaztepe, wo als einzigem Dorf auf der Halbinsel überwiegend Türken lebten (57/18).

Bei Beginn des Ersten Weltkriegs okkupierte Großbritannien die Insel, eine Annexion, der Ankara im Friedensvertrag von Lausanne 1923 rückwirkend zustimmte. Bis dahin gehörte Zypern formal noch zum Osmanischen Reich, bzw. seinem Rechtsnachfolger. Nach Aufständen durfte kein Metropolit mehr gewählt werden. Erst 1943 wurden Kommunalwahlen abgehalten und 1947 durfte wieder ein Erzbischof (Makarios II.) gewählt werden. 1950 stimmten fast alle Zyperngriechen für den Anschluss an Griechenland. Zugleich nahm die Abwanderung der Türken aus griechischen Dörfern und umgekehrt, die der Griechen aus türkischen Dörfern, zu, wobei innerhalb der Städte eine Ghettoisierung stattfand. In den sechs Städten und in 278 der 620 Dörfer lebten 1960 Türken, in 121 stellten sie mehr als 95 % der Bevölkerung; in diesen Dörfern lebten 64 % der Türken.[89]

Mit der britischen Kolonialherrschaft etablierte sich auf der Insel wie auf der Karpas-Halbinsel langsam ein neuer Wirtschaftszweig, der Tourismus. 1895 hatte Camille Enlart die Burg Kantara untersucht, 1914 begann die Restaurierung der Anlage, die für Besucher geöffnet werden sollte.[90]

Zugleich ging der Analphabetismus, der bei den griechischen und türkischen Zyprern verschieden hoch lag, von 1946 bis 1960 erheblich zurück. Lag er bei den beiden Volksgruppen 1946 noch bei 42 und 55 %, so sank er binnen 14 Jahren auf 30 bzw. 38 %.[91]

Unabhängigkeit Zyperns, Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Die britische Kolonie Zypern wurde am 16. August 1960 auf Grund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig. Die griechisch- und türkischsprachigen Volksgruppen waren gleichberechtigt. Zum ersten Staatspräsidenten wurde Erzbischof Makarios III. gewählt. Eine Verfassungsänderung, die die Gleichberechtigung der Volksgruppen gefährdete, führte zu heftigen Spannungen. Dabei flohen knapp 100.000 türkische Zyprer vorrangig nach Großbritannien - heute leben dort mehr türkische Zyprer als auf Zypern -, auf griechischer Seite waren es 165.000.[92]

UN-Lager zwischen Limassol und Larnaka, 1969

Der Bürgerkrieg wurde durch die Entsendung von UN-Truppen - im Juni 1964 waren es 6.238 Soldaten - beendet und am 10. August 1964 ein Waffenstillstand geschlossen. Fast hundert türkische Dörfer waren zeitweilig evakuiert worden, man zählte 25.000 Flüchtlinge, die Griechen verließen Lefka und Ambelikou, bereits im März 1964 waren die Armenier aus der Altstadt von Nikosia vertrieben worden.[93] Insgesamt wurden 270 Moscheen, Schreine und andere Gotteshäuser geschändet.[94]

1968 zählte man auf der Insel 114.518 Türken, was 18,4 % der Bevölkerung entsprach. 1887 hatte man auf der Insel noch erheblich weniger, nämlich 47.926 Türken gezählt.[95] Doch noch lange war das Griechische bei den Türken verbreitet, viele Griechen sprachen auch Türkisch. Dies begann sich ab etwa 1963 zu ändern, als die Sprachgruppen sich hierin deutlicher separierten.[96] Auslöser war die „Blutige Weihnacht von 1963“, in deren Verlauf rund 1000 türkische und mindestens 200 griechische Zyprioten starben.[97]

Die Zugehörigkeit zu den beiden inzwischen als ‚Völker‘ definierten Gruppen hing also lange von Sprache und Religion ab, nicht von einer genetisch-ethnischen Zugehörigkeit. So hatte Kambyli 1847 noch sieben maronitische Familien gezählt, 1901 hatte man 151 Einwohner gezählt, davon waren 141 „Türken“ gewesen, wohl überwiegend zum Islam konvertierte Maroniten. 1881 hatte man 2.454 Muslime griechischer Sprache ermittelt, also 5 % der türkischen Gruppe, 1946 nur noch 1.080 „Türken“, die für gewöhnlich Griechisch sprachen.[98] Noch 1960 erklärten 29 % der Türken, Griechisch als Zweitsprache zu beherrschen.[99] 1970 lebten Türken nicht mehr in 278 der 620 Dörfer Zyperns, sondern nur noch in 140.[100] Dabei stabilisierte sich eine Kette von Enklaven zwischen der Mesaoria-Ebene und dem Karpas bis Galinoporni/Kaleburnu.

Der Karpas hingegen, der am Ostrand dieser Enklavenkette lag, war schon 1960 ganz überwiegend von Griechen bewohnt. Türken lebten hauptsächlich in fünf Dörfern. Von den wenig mehr als 12.700 Einwohnern waren 12.002 Griechen und nur 702 Türken. Nach dem Zensus des Jahres 1960 verteilten sich diese auf die Dörfer des Karpas wie folgt:[101]

Ort Griechen Türken
Bogazi/Boğaz 88 2
Agios Theodoros/Çayırova 805 23
Vokolida/Bafra 337 -
Tavrou/Pamuklu 311 -
Koma tou Gialou/Kumyalı 854 -
Neta/Taşlıca 224 -
Lythragkomi/Boltaşlı 170 105
Vothylakas/Derince 509 -
Melanarga/Adaçay 175 -
Rizokarpaso/Dipkarpaz 3151 2
Agia Trias/Sipahi 1121 -
AIgialousa (Gialousa)/Yeni Erenköy 2537 1
Agios Andronikos/Yeşilköy 771 434
Koilanemos/Esenköy 85 12
Vasili/Gelincik 391 -
Leonarisso/Ziyamet 707 -
Eptakomi (Eptagkomi)/Yedikonuk 738 233
Komi (Komi Kepir)/Büyükkonuk 654 289
Patriki/Tuzluca 581 -
Gastria/Kalecik 261 -
Agios Ilias/Yarköy 422 -
Gerani/Turnalar 211 -
Monarga/Boğaztepe 18 57

Flucht der Griechen und Maroniten, Zuwanderung aus Anatolien[Bearbeiten]

Agios Philon in Rizokarpaso

1974 stürzte die griechische Militärjunta den Präsidenten und versuchte Zypern an Griechenland anzuschließen. Daraufhin besetzte die Türkei den Norden der Insel einschließlich der Karpas-Halbinsel, die weitgehend abgeriegelt wurde, so dass die griechische Fluchtbewegung sich verlangsamte. Dort lebte 1979 der ganz überwiegende Teil der etwa 1500 Griechen des äußersten Nordens.[102] Rizokarpaso blieb aufgrund dessen die größte griechische Gemeinde des Nordteils der Insel, deren Einwohnerzahl 1975 bei 1.996 lag. Bis Oktober 1976 fiel die dortige Zahl der griechischen Zyprer auf 1.664, im Mai 1980 zählte man nur noch 1.002. 2015 schätzte man ihre Zahl noch auf 250.

Währenddessen kamen ab 1977 Siedler aus Anatolien in die Region. Sie stammten aus Ağrı, Muş und Bulanık im Osten, dann aus den Distrikten Akkuş, Çarşamba, Akçaabat, Sürmene, Araklı sowie Trabzon und anderen Gebieten am Schwarzen Meer sowie aus der Provinz Adana. Nach der Volkszählung von 2006 hatte der Ort wieder 1.935 Einwohner.[103]

Über 40 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Zyperns waren bei Kriegsende in türkischer Hand. Dies war vor allem die Mesaoria-Ebene, die Kornkammer Zyperns, dann das Tabak-Anbaugebiet auf dem Karpas sowie das Becken zwischen Morfou und Kyrenia mit seinen Zitrusplantagen.[104]

Noch 1999 beklagten sich Griechen und Maroniten bei der UNO, dass die isolierten Angehörigen ihrer Gemeinden auf der Karpas-Halbinsel trotz Intervention der Weltorganisation unter Restriktionen der Bewegungsfreiheit und Verletzungen der Menschenrechte litten.[105]

Türkische Republik Nordzypern (seit 1983)[Bearbeiten]

Der Nordteil der Insel bildet seit 1983 die international nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. 162.000 griechische Zyprioten[106] wurden aus dem nun besetzten Teil Zyperns vertrieben oder flüchteten, eine kleine Minderheit verblieb auf der Halbinsel Karpas (Rizokarpaso), ebenso wie arabischsprachige Maroniten. Daraufhin mussten türkische Zyprer, die im Süden der Insel lebten, ihre Heimat verlassen. Nach einer von der Türkischen Republik Nordzypern durchgeführten Zählung von 2006 lebten 256.644 Menschen im Norden, davon waren 178.031 dessen Bürger.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Agrarland der Insel schrumpft seit geraumer Zeit rapide. Waren 1995 noch 200.500 ha zu verzeichnen, so waren es 2010 nur noch 133.400 ha.[107]

Während in den Ebenen Zyperns vielfach Getreide angebaut wird, gedeihen auf der Karpas-Halbinsel eher Oliven, Wein, Früchte und Nüsse. Allerdings wird im Südwesten des Karpas und dort vor allem in den Ebenen gleichfalls Getreide geerntet. Dabei ist auf der Gesamtinsel 18 % des Landes bewässert (Stand: 2012). Olivenbäume findet man auf der Karpas-Halbinsel vor allem im Südwesten und nahe dem Sankt-Andreas-Kap, wo Wiederaufforstungen mit den ursprünglichen Arten vorgenommen wurden.

Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist inzwischen der Tourismus, dessen Stützpunkte die Gemeinden selbst sein sollen. Dies hängt damit zusammen, dass die Natur noch als relativ unverbraucht gilt und die ländlichen Strukturen als intakt bis traditionell. Jedoch erwies eine Untersuchung aus dem Jahr 2012, dass es zwischen Siedlern und Alteingesessenen erhebliche Differenzen wegen dieses Wirtschaftszweiges gibt, die auf unterschiedliche Interessen zurückgehen.[108] Dabei neigen Einheimische eher zu Formen des Ökotourismus', wie eine Studie zu Büyükkonuk, einem Dorf mit 800 Einwohnern auf der Karpas-Halbinsel zeigte. Büyükkonuk ist das erste Dorf, das das zuständige Ministerium als Öko-Tourismus-Dorf bezeichnete. In einer ehemaligen Ölmühle arbeiten inzwischen 45 Frauen an traditionellen Stoffen, drei Hostels bestehen, dazu werden Solaranlagen betrieben.[109]

Umwelt[Bearbeiten]

Der Küstensaum der Karpas-Halbinsel unterliegt einem erheblichen Nutzungsdruck durch Ansiedlungen, Verschmutzung, Ölsuche, illegales Bauen, Tourismus und fehlenden Einfluss der Umweltbehörde, der es zudem an Expertise mangelt, und die dem Tourismusministerium untergeordnet ist. Ein integriertes Management des Küstensaums besteht, sieht man von wenigen Ansätzen aus der Zeit vor 1960 ab, nicht, so dass die Küste als vernachlässigt gilt.[110] Allerdings konnte Sarah Elizabeth Harris in ihrer Dissertation nachweisen, dass die britischen Kolonialherren fälschlicherweise glaubten, die Wälder seien unregulierter Gemeinbesitz und seien daher starker Degradation unterworfen. Zudem schlussfolgerten sie unter Unverständnis für die mediterrane Ökologie, dass Hirten und Bauern voneinander getrennt werden müssten. Intensivierung der Landwirtschaft und von ihrer nördlichen Heimatinsel mitgebrachte Vorstellungen von Waldmanagement, dazu die Idee, die Wälder in imaginierte ursprüngliche Zustände zurückführen zu wollen, führten zu erheblichen Schäden und Unmut. So war Land, das von den Staatswäldern ausgegliedert worden war, grundsätzlich nicht mehr gegen Waldfrevel geschützt, was dazu führte, dass die Survey-Teams alles, was auch nur entfernt nach Wald aussah, als schutzwürdig markierten, selbst dann, wenn dort kein Baum stand (S. 139). So kam es allein 1910 bis 1911 zu 960 Beschwerden wegen dieser Grenzziehungen im Karpas (S. 215). Der Mudir des Karpas musste seinen privaten Besitz zurückverlangen.[111]

Dabei leidet die Region, ähnlich wie Zypern und der gesamte Mittelmeerraum unter zunehmender Trockenheit. Mit mehr als 100 Stauseen weist Zypern die größte Zahl an Dämmen pro Flächeneinheit auf.[112]

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptplatz in İskele

2010 existierten elf Verkehrsunternehmen auf der Halbinsel. Öffentliche Verkehrsmittel existieren in Gazimağusa, alle anderen Orte werden von privaten Unternehmen mittels Bus und Dolmuş versorgt. Die Hauptstrecken für den Überlandverkehr sind Gazimağusa-Yeni Erenköy-Dipkarpaz, Lefkoşa-İskele-Yeni Erenköy, Tatlısu-Girne/Lefkoşa und vom Flughafen Ercan zur Bafra-Tourismusregion, wo auch Busse des Flughafens und des Artemis Hotels verkehren.

Bis ins späte 20. Jahrhundert war die Karpas-Halbinsel nur über wenige Landstraßen mit dem übrigen Zypern verbunden. Dazu zählt eine inzwischen verbesserte West-Ost-Verbindung vom Lefkoşa/Ercan-Flugplatz nach İskele, die über Serdarlı und Geçitkale und weiter nach Yeni Erenköy bis nach Dipkarpaz führt. Girne ist mit dieser Hauptachse über die Tatlısu-Büyükkonuk-Straße verbunden. Gazimağusa ist nordwärts mit İskele über eine gut ausgebaute Küstenstraße verbunden, ein Ausbau, der allerdings zu Diskussionen über die Umweltverträglichkeit führte.

Kultur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Der einzige Kindergarten befindet sich in Iskele.

Auf der Karpas-Halbinsel besteht, wie auf ganz Zypern, Schulpflicht. Etwa 60 % der Schüler besuchen eine weiterführende Schule, 37 % der über 18-jährigen besuchen eine höhere Schule im Sinne von berufsbezogenen Einrichtungen.

Zwei Berufsschulen existieren, nämlich in Kumyali, wo 2010 161 Schüler auf die Bereiche Tourismus, Elektronik, Maschinentechnik, Kraftfahrzeuge, Möbelbau und Dekoration, Informationstechnik und ‚Kindesentwicklung‘ vorbereitet werden. In der Handelsschule von Iskele waren 30 Schüler untergebracht.

Museen, Bibliotheken, Brauchtumspflege[Bearbeiten]

In Iskilele besteht ein Ikonenmuseum in der Kirche Panagia Theotokos (12. Jahrhundert). Die größeren Gemeinden verfügen über eine Bibliothek, wobei der Internetzugang im Jahr 2010 in Dipkarpaz der schlechteste war. Die Dörfer waren nicht ans Internet angeschlossen. In Iskele und Yenierenköy befinden sich Kulturzentren, in denen vor allem Theateraufführungen stattfinden. In Büyükkonuk entstand zu dieser Zeit das einzige Theater auf der Halbinsel.

Auch findet dort ein internationales Folk- und Tanzfestival statt. Dipkarpaz profitiert vor allem von türkischen und griechischen Traditionen, die sich in der Altstadt niederschlagen. Dazu sind alte Dorfhäuser ab 2000 restauriert worden, bei denen Stil und Baumaterialien auf lokalen Traditionen aufbauen. Hinzu kommt der Karpas-Nationalpark. Außerdem finden in Büyükkonuk und Yenierenköy Dorfbasare statt.

Sport[Bearbeiten]

Alle Kommunen verfügen über Fußball-, einige auch über Basketballplätze. İskele und Yeni Erenköy bieten überdachte Sporthallen und im Distriktzentrum befindet sich ein Tennisplatz. In den stärker von Touristen frequentierten Orten, wie etwa Boğaz oder Bafra, befinden sich weitere Sporteinrichtungen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karpaz area. Local Development Strategy, EU Aid Programme for the Turkish Cypriot Communitiy, Nicosia, 14. Dezember 2010.
  • Louis de Mas Latrie: Les comtes de Carpas. In: Bibliotheque de I'Ecole des chartes. Band 41, 1880, S. 388–389.
  • Eugen Oberhummer: Karpasia. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band X,2, Stuttgart 1919, Sp. 1996–1999 (Digitalisat).
  • Tønnes Bekker-Nielsen: The roads of the Karpas Peninsula, in: Tønnes Bekker-Nielsen: The Roads of Ancient Cyprus, Museum Tusculanum Press, 2004, S. 159-171.
  • Jutta Dresken-Weiland: Die Kirche "Agia Solomoni" bei Komi tou Gialou: Wandmalerei auf Zypern aus der Zeit des Bildersturms, in: Sabine Rogge, Marie-Elisabeth Mitsou, Johannes G. Deckers (Hrsg.): Beiträge zur Kulturgeschichte Zyperns von der Spätantike bis zur Neuzeit. Symposium, München, 12.-13. Juli 2002, Wasmann, 2005, S. 41-63.
  • Alexander-Michael Hadjilyra: The Maronites of Cyprus, o.O., o.J. (PDF)
  • Jeremy Green: Cape Andreas Expedition 1969, Report-Department of Maritime Archaeology, Western Australian Museum, No. 270. (online, PDF)
  • Matthew Harpster: The 2008 Maritime Heritage Assessment Survey along the Karpaz Peninsula, Cyprus, in: International Journal of Nautical Archaeology 39 (2010) 295–309 (die erste Untersuchung seit Jeremy Green).

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dies und das Folgende nach Karpaz area. Local Development Strategy, Nicosia 2010, hier: S. 5.
  2. Ioannis Nikolaou Vogiatzakis, Gloria Pungetti, Antoinette M. Mannion (Hrsg.): Mediterranean Island Landscapes. Natural and Cultural Approaches, Springer Science & Business Media, 2008, Tab. 4.4, S. 69.
  3. A. H. F. Robertson, T. C. Kinnaird: Structural development of the central Kyrenia Range (north Cyprus) in its regional setting in the eastern Mediterranean region, in: International Journal of Earth Sciences 105,1 (2016) 417-437.
  4. So definiert in der Encyclopedia Britannica.
  5. Ioannis Panayides: Cyprus, in: Rosemary G. Gillespie, D. A. Clague (Hrsg.): Encyclopedia of Islands, University of California Press, 2009, S. 212.
  6. Zomenia Zomeni, Adriana Bruggeman: Soil Resources of Cyprus, in: Yusuf Yigini, Panos Panagos, Luca Montanarella (Hrsg.): Soil Resources of Mediterranean and Caucasus Countries Extension of the European Soil Database, European Commission Joint Research Centre Institute for Environment and Sustainability, 2013, S. 40 (online, PDF).
  7. E. Galili, M. Şevketoğlu, A. Salamon, D. Zviely, H. K. Mienis, B. Rosen, S. Moshkovitz: Late Quaternary beach deposits and archaeological relicts on the coasts of Cyprus, and the possible implications of sea-level changes and tectonics on the early populations, in: Geological Society, London, Special Publications, 411 (2016) 179-218.
  8. Karpaz area. Local Development Strategy, Nicosia 2010, S. 5.
  9. Sarah Elizabeth Harris: Colonial Forestry and Environmental History. British Policies in Cyprus, 1878-1960, University of Texas at Austin, 2007, S. 343.
  10. Sonja Kastilan: Schildkröten in Nordzypern. Hinter dem Gartenzaun am Strand, in: Frankfurter Allgemeine Wissen, 10. September 2012.
  11. Dies und das Folgende nach Salih Gucel, Costas Kadis, Özge Özden, Iris Charalambidou, Conor Linstead, Wayne Fuller, Constantinos Kounniams, Minir Öztürk:: Assessment of biodiversity differences between natural and artificial wetlands in Cyprus, in: Pak. J. Bot 44 (2012) 213-224, Special Issue, insbes. S. 217 (Tabelle) (online), PDF.
  12. S. Açik, G. V. Murina, M. E. Çinar, Z. Ergen: Sipunculans from the coast of northern Cyprus (eastern Mediterranean Sea), in Zootaxa 1077 (2005) 1-23.
  13. Karpaz area. Local Development Strategy, Nicosia 2010, hier: S. 5.
  14. Karpaz area. Local Development Strategy, Nicosia 2010, S. 6-8.
  15. Karpaz area. Local Development Strategy, Nicosia 2010, S. 9.
  16. S. O. Held: Colonization cycles on Cyprus 1: The biogeographic and paleontological foundations of early prehistoric settlement. Reports of the Department of Antiquities, Cyprus (Nicosia) (1989) 7–28.
  17. Müge Şevketoğlu: Early Settlements and Precurement of Raw Materials - New Evidence Based on Research at Akanthou-Arkosykos (Tatlısu-Çiftlikdüzü), Northern Cyprus, in: Türkiye Bilimler Akademisi arkeoloji dergisi 11 (2008) 63–72.
  18. Alain Le Brun: Cap Andreas – Kastros (Chypre). Quelques résultats de la campagne de 1973. In: Paléorient. Band 3, Heft 1. 1975, S. 305–310.
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  20. Müge Şevketogl̆u: Archaeological field survey of the Neolithic and Chalcolithic settlement sites in Kyrenia District, North Cyprus. Systematic surface collection and the interpretation of artefact scatters, J. and E. Hedges, Oxford 2000, S. 116.
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  25. Claudia Glatz: Plain Pottery Traditions of the Eastern Mediterranean and Near East. Production, Use, and Social Significance, Left Coast Press, 2015, S. 121, 123.
  26. Claudia Glatz: Plain Pottery Traditions of the Eastern Mediterranean and Near East. Production, Use, and Social Significance, Left Coast Press, 2015, S. 129.
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  29. Hellanikos bei Stephanos von Byzanz s. v. Καρπασία
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  42. Dieter Reinsch (Hrsg.): Anna Komnene. Alexias, Walter de Gruyter, 2001, S. 296-298.
  43. Nicolas Morelle: The Castle of Kantara - a key to the evolution of active defence in the 13th century between the Eastern and the Western Worlds Nicolas Morelle The Castle of Kantara, in: The Castle Studies Group journal, Castle Studies Group, 2014, S. 292-318, hier: S. 293 und 296 (online, PDF).
  44. Chares Demetriou: Big Structures, Social Boundaries, and Identity in Cyprus, 1400–1700. In: American Behavioral Scientist, Band 51, 2008, S. 1481.
  45. William M. Johnston, Christopher Kleinhenz (Hrsg.): Encyclopedia of Monasticism, Fitzroy Dearborn, 2000 und Routledge, 2015, S. 348.
  46. Nicolas Morelle: The Castle of Kantara - a key to the evolution of active defence in the 13th century between the Eastern and the Western Worlds Nicolas Morelle The Castle of Kantara, in: The Castle Studies Group journal, Castle Studies Group, 2014, S. 292-318, hier: S. 296.
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  48. Archdale King: The Rites of Eastern Christendom, Gorgias Press, 2007, S. 225.
  49. „The Maronites were not only concentrated in Famagusta, and in fact their primary settlements were in the Kyrenia Mountains and the Karpas Peninsula“, zitiert nach Andrekos Varnava: The Maronite Community of Cyprus: Past, Present and Future, in: Maronite daily, 24. September 2007. Das Folgende nach diesem Beitrag.
  50. K. Scott Parker: Peter I de Lusignan, the Crusade of 1365, and the Oriental Christians of Cyprus and the Mamluk Sultanate, in: Sabine Rogge, Michael Grünbart (Hrsg.): Medieval Cyprus. A Place of Cultural Encounter, Waxmann, 2015, S. 53-71, hier: S. 55.
  51. Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig, Bd. 2, S. 451.
  52. Eric Solsten: Cyprus, a country study, Library of Congress, 1996, S. 17.
  53. Nicolas Morelle: The Castle of Kantara - a key to the evolution of active defence in the 13th century between the Eastern and the Western Worlds Nicolas Morelle The Castle of Kantara, in: The Castle Studies Group journal, Castle Studies Group, 2014, S. 292-318, hier: S. 300.
  54. Bibliotheque de l'école des chartes revue d'érudition consacrée spécialement a l'étude du moyen-age, Bd. 41, Librairie Droz, Paris 1880, S. 388-390.
  55. Louis de Mas Latrie: Les comtes du Carpas, in: Bibliothèque de l'école des chartes 41,1 (1880) 375-392, hier: S. 376 und 378 (online). Der Ausschluss seiner Kinder erfolgte „pro perfidia qua contra nos usus est Johannes Petrus“ (zitiert nach Ders., S. 389.
  56. Dies und das Folgende nach George Hill: A History of Cyprus, Band 4, Cambridge University Press 2010, S. 1ff.
  57. Euphrosyne Rizopoulou Egoumenidou: Traditional Craftsmen in Cyprus during the Period of Ottoman Rule through Lists of Property of Decreased Persons, in: Michalis N. Michael, Matthias Kappler, Eftihios Gavrielhier (Hg.): Ottoman Cyprus. A Collection of Studies on History and Culture, Otto Harrassowitz, 2009, S. 231-258, hier: S. 233 f.
  58. Hikmet Özdemir: Ottoman Administration in Cyprus, in: The Journal of Ottoman Studies 20 (2000) 119-142, hier: S. 122 f.
  59. Hikmet Özdemir: Ottoman Administration in Cyprus, in: The Journal of Ottoman Studies 20 (2000) 119-142, hier: S. 124.
  60. Ronald Jennings: Christians and Muslims in Ottoman Cyprus and the Mediterranean World, 1571-1640, NYU Press, 1993, S. 192 f.
  61. Ronald Jennings: Christians and Muslims in Ottoman Cyprus and the Mediterranean World, 1571-1640, NYU Press, 1993, S. 262.
  62. George Hill: A History of Cyprus, Bd. 4, Cambridge University Press, 2010, S. 11f., Anm. 6.
  63. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: 17.
  64. Klaus Kreiser: Der Osmanische Staat, Oldenbourg, München 2008, S. 66.
  65. George Hill: A History of Cyprus, Band 4, Cambridge University Press, 2010, S. 80f.
  66. George Hill: A History of Cyprus, Cambridge University Press, 2010, S. 86 f.
  67. George Hill: A History of Cyprus, Cambridge University Press, 2010, S. 110.
  68. C. F. Beckingham: The Turks of Cyprus, in: Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland 87,2 (1957) 173.
  69. Gözde Pırlanta: Hellenistic, Byzantine and Gothic Influences in Orthodox Churches Located in North Cyprus, thesis, Eastern Mediterranean University, Institute of Graduate Studies and Research, Dept. of Architecture, Famagusta 2014.
  70. George Hill: A History of Cyprus, Cambridge University Press, 2010, S. 162.
  71. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Erzbischof der Jahre 1840 bis 1849.
  72. George Hill: A History of Cyprus, Cambridge University Press, 2010, S. 164-166.
  73. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 17.
  74. Klaus Kreiser: Der Osmanische Staat, Oldenbourg, München 2008, S. Tabelle 8, S. 234, hier: S. 235.
  75. Hans A. Pohlsander: Sources for the Memory of Cyprus. German texts: Turkish period (after 1800), Greece and Cyprus Research Center, 2006, S. 262.
  76. Dies und das Folgende nach: Sarah Elizabeth Harris: Colonial Forestry and Environmental History. British Policies in Cyprus, 1878-1960, University of Texas at Austin, 2007, S. 349.
  77. Dies und das Folgende nach: Sarah Elizabeth Harris: Colonial Forestry and Environmental History. British Policies in Cyprus, 1878-1960, University of Texas at Austin, 2007, S. 371-373.
  78. George Hill: A History of Cyprus, Bd. 4, Cambridge University Press, 2010, S. 263f.
  79. George Hill: A History of Cyprus, Bd. 4, Cambridge University Press, 2010, S. 262.
  80. Cyprus 1878. The journal of Sir Garnet Wolseley, Cultural Centre of the Cyprus Popular Bank, 1992, S. 80.
  81. George Hill: A History of Cyprus, Bd. 4, Cambridge University Press, 2010, S. 608.
  82. George Hill: A History of Cyprus, Bd. 4, Cambridge University Press, 2010, S. 607.
  83. Elizabeth Goring: A mischievous pastime. Digging in Cyprus in the nineteenth century : with a catalogue of the exhibition 'Aphrodite's Island: Art and Archaeology of Ancient Cyprus' held in the Royal Museum of Scotland, Edinburgh from 14 April to 4 September 1988, National Museums of Scotland in Verbindung mit der Bank of Cyprus Cultural Foundation, 1988, S. 57.
  84. American Journal of Archaeology and of the History of the Fine Arts 4 (1889), S. 88.
  85. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: Tab. 19, S. 21.
  86. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 19.
  87. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 27.
  88. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 35.
  89. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 36.
  90. Nicolas Morelle: The Castle of Kantara - a key to the evolution of active defence in the 13th century between the Eastern and the Western Worlds Nicolas Morelle The Castle of Kantara, in: The Castle Studies Group journal, Castle Studies Group, 2014, S. 292-318, hier: S. 300.
  91. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 51f.
  92. Zypern - Die Parameter des Problems und der Lösung. Griechische Botschaft Berlin und Ankara hofft auf neue Zypern-Verhandlungen, in: Spiegel Online, 12. Dezember 2006.
  93. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 39.
  94. Michael Stephen: Why is Cyprus devided?, Bericht an das britische Parlament bzw. das Select Committee on Foreign Affairs vom 30. September 2004.
  95. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 7 und 11.
  96. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 11.
  97. Ewiger Krisenherd, in: Die Zeit, Dossier, 2002.
  98. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 15.
  99. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 16.
  100. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre, in: Revue de géographie de Lyon Année 46,1 (1971) 5-56, hier: S. 49.
  101. Turkish occupied Cyprus: The Displace Greek Communities, Karpasia anklicken.
  102. Countries of the World and Their Leaders Yearbook, Gale Research Company, 1981, S. 415.
  103. Rizokarpaso, Internal Displacement in Cyprus, Website des PRIO Cyprus Centre.
  104. Jeanette Choisi: Wurzeln und Strukturen des Zypernkonfliktes, 1878 bis 1990. Ideologischer Nationalismus und Machtbehauptung im Kalkül konkurrierender Eliten, Steiner, 1993, S. 346.
  105. Resolution vom 11. Februar 1999.
  106. http://www.mfa.gov.cy/mfa/embassies/berlinembassy.nsf/DMLcyquest_de/DMLcyquest_de?Opendocument
  107. Zomenia Zomeni, Adriana Bruggeman: Soil Resources of Cyprus, in: Yusuf Yigini, Panos Panagos, Luca Montanarella (Hrsg.): Soil Resources of Mediterranean and Caucasus Countries Extension of the European Soil Database, European Commission Joint Research Centre Institute for Environment and Sustainability, 2013, S. 42.
  108. Für Details vgl. Esra Gunsoy, Kevin Hannam: Conflicting Perspectives of Residents in the Karpaz Region of Northern Cyprus towards Tourism Development, in: Tourism Planning & Development 9,3 (2012) 309-320.
  109. Zuhal Kaynakçı Elinç, Ayşegül Cengiz, Hakan Elinç, İbrahim Şahin: Ecotourism in Büyükkonuk, North Cyprus, in: Inönü University Journal of Art and Design 1 (2011) 277-286.
  110. Sarvenaz Safavi: Sustainable Governance of Coastal Zone – Apathy or Commitment: Evidence from North Cyprus (TRNC), Master of Science in Tourism Management. Thesis, Eastern Mediterranean University, Gazimağusa 2012 (online, PDF).
  111. Sarah Elizabeth Harris: Colonial Forestry and Environmental History. British Policies in Cyprus, 1878-1960, University of Texas at Austin, 2007.
  112. Dies und das Folgende nach Salih Gucel, Costas Kadis, Özge Özden, Iris Charalambidou, Conor Linstead, Wayne Fuller, Constantinos Kounniams, Minir Öztürk:: Assessment of biodiversity differences between natural and artificial wetlands in Cyprus, in: Pak. J. Bot 44 (2012) 213-224, Special Issue (online), PDF.