Marzan

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Marzan
Marzhan
Wappen von Marzan
Marzan (Frankreich)
Marzan
Region Bretagne
Département Morbihan
Arrondissement Vannes
Kanton Muzillac
Gemeindeverband Communauté de communes Arc Sud Bretagne
Koordinaten 47° 33′ N, 2° 19′ WKoordinaten: 47° 33′ N, 2° 19′ W
Höhe 0–83 m
Fläche 33,84 km2
Einwohner 2.241 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 66 Einw./km2
Postleitzahl 56130
INSEE-Code

Die Dorfkirche Saint-Pierre in Marzan

Marzan (bretonisch Marzhan) ist eine französische Gemeinde mit 2.241 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Morbihan in der Region Bretagne.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marzan liegt rund 30 Kilometer nördlich von Saint-Nazaire und 35 Kilometer östlich von Vannes im Südosten des Départements. Der Fluss Vilaine bildet teilweise die Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind Péaule im Norden, Nivillac und La Roche-Bernard im Osten, Férel im Süden, Arzal und Muzillac im Südwesten sowie Noyal-Muzillac und Le Guerno im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Frühgeschichte der Gemeinde gibt es kaum Belege. Überreste aus prähistorischer und gallo-römischer Zeit belegen eine frühe Besiedlung. Die Urkundensammlung der Abtei Redon erwähnt den Ort erstmals unter dem Namen Marsin im Jahr 895. Im Mittelalter übten verschiedene Lehensherren die Oberhoheit aus. Unter ihnen die Herren von Marzan. Historisch gesehen gehört Marzan zur Region Vannetais oriental (bretonisch:Reter Bro Gwened). Unter dem Ancien Régime war es Teil der Grafschaft Rochefort. Nach der Französischen Revolution war es Kampfgebiet zwischen Republikanischen Truppen und den Chouans. Politisch wurde Marzan 1790 eine Gemeinde. Von 1793 gehörte Marzan zum Kanton Péaule und zum Distrikt La Roche Bernard. Ab 1801 war es Teil des Arrondissements Vannes und von 1801 bis 2015 eine Gemeinde im Kanton La Roche-Bernard. 1903 bis 1947 hatte es einen Bahnhof der Chemins de fer du Morbihan.

1944 richtete die Wehrmacht eine ganze Familie wegen ihrer Zugehörigkeit zur Résistance hin.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl sank zwischen 1793 und 1821 stark (1793–1821: −17 %). Doch schwankte sie zwischen 1800 und 1936 stets in einem Bereich von 1700 bis 1900 Bewohnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis ins Jahr 1975 lag die Einwohnerschaft stets stabil zwischen 1500 und 1600 Bewohnern. Seit 1999 hat die Einwohnerschaft stark zugenommen (1999–2012: +28 %) und erreicht mittlerweile einen neuen historischen Bevölkerungshöchststand. Die Entwicklung:

Jahr 1793 1821 1936 1946 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 2037 1698 1709 1572 1567 1548 1547 1728 1736 1695 1852 2170

Sehenswürdigkeiten[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen:

  • das Schloss von Marzan (16. Jahrhundert) im Ort La Cour
  • die Dorfkirche Saint-Pierre (aus dem 16. und 17. Jahrhundert); Chor aus dem 13.–15. Jahrhundert
  • die Kapelle Saint-Vincent-Ferrier aus dem 15.–17. Jahrhundert im Ort Trémer
  • die Kapelle Notre-Dame aus dem 16.–18. Jahrhundert im Ort Miquel
  • die Kapelle Saint-Symphorien aus dem 18. Jahrhundert im Ort Kertouart
  • mehrere alte Gebäude wie die Post, Bibliothek oder ein strohgedecktes Haus in La Cour
  • die Kreuze von Kermestre und Pouran
  • das Herrenhaus Kervelin aus dem Jahr 1625
  • das Herrenhaus der Familie de Porsac in Porsac
  • die Windmühlen in Kergenteil, Kertourat, Quistillic, Le Bourg, Craslon, l’Ile und Le Prédic
  • die Wassermühlen in Craslon, Marzan und Kerruchoux (1649)
  • ein alter Brotofen in Trémer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infos zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marzan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien