Matthias

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Matthias (griechisch Ματθίας Matthias, hebräischer Name מתיתיהו Matityahu, Mattithiah, lateinisch Matthias) ist ein männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias ist die deutsche Übertragung von Μαθθίας Maththías, der vermutlich eine Kurzform zu Ματταθίας Mattathías darstellt.[1] Bei diesem Namen handelt es sich um die gräzisierte Variante von מַתִּתְיָה mattitjāh[2], einem hebräischen Namen, der sich aus den Elementen מַתַּת mattat und dem Gottesnamen יהוה jhwh zusammensetzt: „Gabe des Herrn“, „Geschenk des Herrn“.[3]

Matthias und Matthäus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist unklar, ob sich die Namensform Matthäus (altgriechisch Μαθθαῖος maththaîos) vom selben Namen[4] oder vom damit verwandten Namen Mattanja (hebräisch מַתַּנְיָה mattanjāh)[5] ableitet. Mattanja setzt sich zwar aus den Elementen מַתָּן mattān und dem Gottesnamen יהוה jhwh zusammen, bedeutet aber ebenfalls „Gabe des Herrn“, „Geschenk des Herrn“.[6]

Gegenüberstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Sprachen, jedoch nicht alle unterscheiden zwischen beiden Namensformen.

Sprache Form 1 (~ia~) Form 2 (~æu~)
Arabisch متياس (Matthias) متى (Matta)
Aramäisch מתי (Mattaj, Mataj) מתי (Mattaj, Mataj)
Deutsch Matthias Matthäus
Englisch Matthias Matthew
Französisch Matthias, Mathis Matthieu
Griechisch Ματθίας/Μαθθίας (Matthías) Ματθαίος/Μαθθαίος (Matthaíos)
Hebräisch מתיתיהו

(Mattitjāhū)

מתתיהו od. מתניהו

(Mattitjāhū od. Mattanjāhū)

Hebräisch (NT) מתתיה

(Mattitjāh)

מתי

(Mattaj)

Italienisch Mattia Matteo
Latein Matthias Matthaeus, Matthæus
Lettisch Matīss, Matiass Matejs
Polnisch Maciej Mateusz
Portugiesisch Matias Mateus
Rumänisch Matia Matei
Russisch Матфия (Matfia) Матфей, Матвей (Matfej, Matvej)
Schwedisch Mattias Matteus
Spanisch Matías Mateo
Syrisch ܡܬܝܐ (Mattija, Matija) ܡܬܝ (Mattaj, Mataj)
Tschechisch Matyáš, Matěj Matouš
Ungarisch Mátyás Máté

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor den 1940er Jahren war der Name Matthias in Deutschland kaum verbreitet. Nach dem 1. Weltkrieg wuchs die Popularität des Namens rasch. In den 1960er bis 1980er Jahren zählte er zu den beliebtesten Jungennamen. Seit Beginn der 1990er Jahre sinkt die Beliebtheit des Namens.[7]

Dabei wird der Name überwiegend in der traditionellen Schreibweise Matthias vergeben. Nur etwa 19 % der Namensträger führen die Schreibweise Mathias, gut 5 % Matias.[7]

Namenstage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namenspatron ist der hl. Apostel Matthias. Auf ihn beziehen sich die folgenden Feste und Gedenktage:

Katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch (Gedenktag)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männliche Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weibliche Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrscher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias (* vor 1209; † 1272), Graf von Dammartin
  • Matthias Corvinus (1443–1490), König von Ungarn (1458–1490) und Böhmen (1469–1490)
  • Matthias (1557–1619), König von Ungarn, Kroatien, Slawonien (1608–1619) und Böhmen (1611–1619), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1612–1619)

Heilige/Geistliche/Theologen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler/Musiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler/Filmschaffende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftler/Akademiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Form Mathias[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Form Mattias[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ferner von

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Bauer: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. Hrsg.: Kurt Aland, Barbara Aland. 6. Auflage. Walter de Gruyter & Co., Berlin/New York 1988, ISBN 3-11-010647-7, S. 986.
  2. Walter Bauer: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. Hrsg.: Kurt Aland, Barbara Aland. 6. Auflage. Walter de Gruyter & Co., Berlin/New York 1988, ISBN 3-11-010647-7, S. 1005.
  3. Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 766.
  4. Fritz Rienecker (Hrsg.): Lexikon zur Bibel. 19. Auflage. R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1960, ISBN 3-417-24585-0, S. 989.
  5. Fritz Rienecker: Das Evangelium des Matthäus. In: Fritz Laubach, Adolf Pohl, Claus-Dieter Scholl (Hrsg.): Wuppertaler Studienbibel. Band 10. R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 2005, S. 20.
  6. Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 765.
  7. a b Matthias. In: Beliebte Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 11. Mai 2022 (deutsch).
  8. Namenstage (Memento des Originals vom 16. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.erzdioezese-wien.at

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Matthias – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen