Thomas Hettche

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Thomas Hettche, Juli 2010

Thomas Hettche (* 30. November 1964 in Treis am Rande des Vogelsbergs) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Hettche wuchs im Dorf Treis am Rande des Vogelsbergs auf, wo die Familie seit Generationen als Bauern und Handwerker ansässig ist. Hettches Mutter kam im Zuge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei 1947 nach Hessen. Er besuchte die Liebigschule Gießen und legte 1984 das Abitur ab. Von 1984 bis 1991 studierte Thomas Hettche Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, an der er als Magister artium mit einer Arbeit über den Augenblick als Kategorie ästhetischen Empfindens in Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften abschloss, und an der er 1999 mit der medientheoretischen Arbeit Animationen über die Geschichte von Anatomie und Pornographie auf der Folie Venedigs promoviert wurde.

Thomas Hettche lebt heute nach Aufenthalten in Venedig, Krakau, Stuttgart, Rom und Los Angeles als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz. Er hat zwei Töchter.

Neben seiner schriftstellerischen Arbeit ist Thomas Hettche auch als Journalist tätig und schreibt Kritiken, Reportagen und Essays unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung.

Von 1995 bis 1999 war er Juror beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.

2002 hatte er die Poetikdozentur der Akademie der Wissenschaften und der Literatur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne (zusammen mit Malin Schwerdtfeger), 2003 hatte er einen Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg. Im selben Jahr war Hettche künstlerischer Gast des Collegium Helveticum an der ETH Zürich.

Thomas Hettche ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig muß sterben. Roman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Selten ist ein Debüt mit so breiter und tiefer Bewunderung, ja mit einer so seufzenden Erleichterung aufgenommen worden, als wäre mit diesem virtuos kühnen Textgebilde die Zukunft einer jungen deutschen Literatur erst einmal gesichert“[1], schrieb der Literaturkritiker Reinhard Baumgart in der Wochenzeitschrift Die ZEIT über Thomas Hettches ersten Roman.

In Ludwig muß sterben erzählt ein aus der Psychiatrie Entlassener vom Sterben seines herzkranken Bruders in Italien, von dessen Existenz er eigentlich nichts wissen kann. In phantastischer Manier entsteigt erst eine junge, durch Eingriffe an Kopf und Gesicht entstellte Frau einem Anatomieatlas, gefolgt vom Arzt Johannes Tichtel, einer historischen Figur des 16. Jahrhunderts, dessen Tagebücher Hettche für den Roman aus dem Lateinischen hatte übersetzen lassen und die er in Teilen in den Roman einbaut. In einer atem- wie absatzlosen Sprache voller Bilder und Zitate entfaltet der Roman alle Themen, die das Frühwerk Hettches prägen: Macht und Ohnmacht des Erfindens, das Erzählen von Liebe und Tod, die Haut als verletzliche Grenze unseres Ichs.

„Mit diesem jungen Frankfurter Autor hat ein Prosaist die literarische Szene betreten, der mit den technischen Mitteln modernen Erzählens wie ein Meister zu spielen versteht“[2], resümiert Gunhild Kübler in der NZZ.

„Wie bei so manchen seiner jungen Generationsgenossen, bei Durs Grünbein, Marcel Beyer und Rainald Goetz, hat Dr. Benn massiv die Finger im Spiel. Der Anatomie-Atlas scheint für die heute Dreißigjährigen das vornehmste Poesiealbum zu sein; ihre ‚Schädelbasislektion‘ (Grünbein) haben sie offenbar schon in der Wiege gelernt. Das ‚Menschenfleisch’ (Beyer) als die letzte Substanz der Erfahrung“[3] (Bernard Imhasly[4] in der Neuen Zürcher Zeitung).

Frank Mühlich feiert den Roman in der taz als „Geniestreich“[5]. Und für Friedhelm Rathjen weist der Roman Hettche als „Jungromancier allererster Güte aus“[6], der „mit Furor aufs Ganze geht“ und „ein Verwandter Beckettscher Erzähler“ sei. Hettche gehe es „um die Sprache, keine Frage: um ihre Allmacht und ihre Ohnmacht. Die Sprache ist das Maß aller Dinge, denn ausdrücklich aus Wörtern geformt sind alle Körper, alle Gegenstände der sehr gegenständlichen und sehr körperlichen Prosa Thomas Hettches, die nicht im mindesten so abstrakt ist, wie jeder nur halbwegs angemessene Versuch ihrer Beschreibung notgedrungen sein muß“, schreibt er in seiner Rezension in der Frankfurter Rundschau.

Inkubation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Inkubation (1992) handelt es sich um eine Art literarischer Partitur: Zwanzig Prosastücke sind nach der Art von fünfstimmigen polyphonen Inventionen ineinandergeschoben. Typographisch anspruchsvoll wird das Ineinander von Geschichten umgesetzt, das sich jeweils über die ganzen Doppelseiten des Buches erstreckt, durch ein Koordinatensystem statt durch Seitenzahlen gegliedert. Die Geschichten von „Inkubation“ erzählen alle auf phantastische Weise von den Beziehungen zwischen einem Ich und einem Du: „Da stülpen die Knorpel in deinen Schultern sich hoch aus, dir wachsen, weiss ich plötzlich, Flügel, darf nicht, jeder Engel ist schrecklich, ich beisse hinein“. Der Band „versammelte (…) Erzählungen, die wie ein generatives System die eigentliche Geschichte erst produzieren – fernab vom Erzähler und souverän kokettierend mit den Grenzen der Erzählbarkeit der Welt“[7].

Hettche habe sich „von frühem Ruhm, von Hysterie und Erwartungsdruck nicht dazu verführen lassen, mit großer Geste gleich in seinem zweiten Buch ein frühes Versprechen prompt und pompös einzulösen“, urteilt Reinhard Baumgart in der ZEIT[8]. Vielmehr „laboriere“ der Band „in einem merkwürdig waghalsig embryonalen Zustand, als gäbe es diese Spanne zwischen Texterzeugung und Textgeburt“. Es „prüft hier das Erzählen fortlaufend sich selbst, seine Voraussetzungen und Bedingungen, immer wieder hinaustastend in Möglichkeiten der Fiktion und immer wieder, geradezu emphatisch zurückweichend in ein schönes Gefängnis aus nichts als Sprache, ein gläsernes, aber dichtes Gehäuse“. Die Dichte der Verweise, mit denen Hettche seinen Text anreichere, führe dazu, „daß die Sprachspiele durch einen schön mitraunenden Resonanzraum laufen“. „Inkubationen“ sei ein „Kunststück einer coolen Sprachsinnlichkeit und in ihr die eindrucksvolle Verkörperung, ja geradezu Fleischwerdung jenes Jammers über das Ende der Fiktionen“.

NOX. Roman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hettches zweiter Roman NOX erschien 1995 und wurde äußerst kontrovers aufgenommen. „Thomas Hettche riskiert, was noch kein anderer westdeutscher Autor mit solcher Ernsthaftigkeit gewagt hat: die Nacht des 9. November 1989, die über Millionen Menschen in Ost und West so unerwartet hereingebrochen ist, zum Thema eines Romans zu machen“[9] (Michael Basse[10] in der SZ).

NOX, das seltene Beispiel eines Wenderomans aus westdeutscher Sicht, erzählt die Nacht des Mauerfalls als pornographische Groteske. Eine namenlose Mörderin, die gleich auf der ersten Seite des Romans dem Erzähler die Kehle durchschneidet, irrt durch das nächtliche, die Wiedervereinigung feiernde Berlin. Der tote, langsam verwesende Erzähler, Elemente des Großstadtromans in der Tradition Döblins (Wetterberichte, Zeitungsmeldungen), SM-Szenen von großem Pathos – all das unterlief die Erwartungen der Literaturkritik an einen Roman über die Deutsche Einheit.

Zur Wiederauflage des Romans 2003 schrieb Tom Kraushaar in Edit: „Thomas Hettches NOX ist wie kaum ein anderer Roman der 90er Jahre Anlass zu Polemisierungen und Pauschalisierungen gewesen. Er brachte Kategoriebildungen hervor, die die Wahrnehmung und Produktion von Literatur nun fast zehn Jahre prägten. Wenn NOX heute als Neuauflage erscheint, dann erscheint ein anderer Text, ein Roman, der in unzähligen Rezensionen und Essays gleichsam weitergeschrieben wurde. Betrachtet man den Roman heute, dann ist er untrennbar vernetzt mit den vielen literaturkritischen Debatten der 90er Jahre zu postmoderner Theorie, neuem Realismus, Pop-Literatur etc. Vielmehr besteht die Bedeutung der Rezeption von NOX in ihrer Vernetzung mit bestimmten Debatten der Literaturkritik der 90er Jahre. Thomas Hettche war zwar 1995 das, was man heute unter einem Jungautor versteht, zugleich repräsentierte er aber das literarische Establishment der frühen 90er Jahre. Bei der Auseinandersetzung mit ihm geht es um die Konfrontation mit einer ganzen literarischen Traditionslinie. Endlich sollte die Dominanz einer theoretisch-intellektuellen, einer selbstreferenziellen und innerlichen Literatur gebrochen werden. Und es gelang der Literaturkritik insbesondere durch die Radikalität und Schärfe der Polemik gegen Texte wie NOX, althergebrachte Kategorien aufzulösen“.[11]

Animationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 publizierte Hettche Animationen, einen „Romanessay“, wie es im Klappentext heißt, mit dem der Autor im selben Jahr bei Christa Bürger[12] an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in Literaturwissenschaft promoviert wurde. Animationen entwickelt erzählend-reflektierend auf der Folie Venedigs Elemente einer Medientheorie aus der Geschichte von Anatomie und Pornographie, wobei Hettche sich weitausgreifend mit Goethe und Flaubert, Tizian, Montaigne und Casanova, dem Anatomen Andreas Vesalius und vor allem Pietro Aretino beschäftigt und dabei ein „Feuerwerk der Bezüge abbrennt“[13] (Hubert Winkels in Die ZEIT).

Dietmar Dath schrieb in SPEX über die „balsamische Wirkung eines zum Text auskomponierten intellektuellen Erlebnisses, das wahrhaftig über den Atem und die Geduld, die Liebe und die Fürsorge gebietet, seiner eigenen sprachlichen Objektivation mit allen auch noch so heteronomen Aspekten seiner Gestalt zuzuarbeiten, weit über die begrenzten Mittel hinaus, die ich zu dieser historisch wahrhaft späten Stunde aus meinem Wort- und Kategorienbestand noch herbeizitieren könnte, um ihr Tröstliches zu beschreiben. (…) Die Klarheit, mit der zahlreiche aufgerufene Quellentextmomente, das »lächelnde Mädchen« bei Goethe etwa, Flauberts Reiseaffektationen, kulturgeschichtliche Chronika etc., weitsichtig in ihrer letztlich nicht aufhebbaren Unschärfe, gegenseitigen Abhängigkeit etc. belassen werden, ist beispielhaft und anrührend. Keine Idee in diesem Buch ist der übersprudelnden Aufgekratztheit eines Schlaumeiers entsprungen, jede legitimiert sich vielmehr dadurch, dass ihr immer noch andere folgen können, dass dies noch nicht das Ende ist, man auch kein Ende will, kein Besserwissen. (…) Was in »Animationen« erzählt wird, sind dagegen GedankenGÄNGE, ein Wissen im Werden, fast wie bei Ernst Blochs »Spuren« eigentlich (…). Und das, dieses gewissermaßen in so andeutungsreicher wie expliziter Sprache aufgehobene Dezente, dem andererseits von einer gar nicht dezenten Neugier die vorbildlich feinjustierte Waage gehalten wird, ist die heimliche Grundmelodie, die der ausgeschriebenen Partitur »Animationen« ihre Schönheit schenkt“[14].

Der Fall Arbogast. Kriminalroman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fall Arbogast, erschienen 2001, basiert auf dem historischen Kriminalfall um Hans Hetzel und erzählt die Geschichte eines Aufsehen erregenden Justizirrtums in den 1950er Jahren. Der Roman, der zum Besteller und in zwölf Sprachen übersetzt wurde, galt der Literaturkritik wegen der dramaturgisch durchkomponierten und filmhaften Erzählweise, bei der Hettche erstmals stark mit Dialogen arbeitet und mit unterschiedlichsten Figuren detailgenau ein Stücke bundesrepublikanischer Nachkriegsgeschichte entwirft, als Zäsur im Werk des Autors, als Hinwendung zu neuen Themen und einem realistischeren Erzählen.

Felicitas von Lovenberg sieht in der „Schilderung von beklemmender Intensität (…) einen Schriftsteller, der gelernt hat, souverän mit seiner Kunst umzugehen. Jeder Satz steht wie gemeißelt“[15], schreibt sie in ihrer Rezension in der FAZ. Der Autor habe sich „einen ungewöhnlichen Stoff ausgesucht, um sein zentrales Thema von Körper und Gewalt fortzuführen“; der Roman zeige aber, „daß der Sprachvirtuose Hettche seine Themen nicht mehr nur kaltblütig inszeniert und seziert, sondern den Menschen neben Obsessionen auch Gefühle zugesteht“. Wobei er es „geschickt (vermeide), uns Arbogast so nah zu bringen, daß er einem geheuer würde“ – zwischen der „mächtigen Gestalt“ „Arbogast und seiner Umwelt, zwischen Hettche und seinem Protagonisten und letztlich auch zwischen Roman und Leser bleibt eine Distanz wie zu einem Raubtier im Zoo, das man durch die Stäbe bewundert“.

Für Ijoma Mangold besteht der „künstlerische Coup dieses großen Buches“[16] in der Installation eines allwissenden Erzählers, „der alles und zugleich doch nicht mehr als jeder andere wache Mensch auch sieht und weiß“. Diese „transempirische Autorperspektive“ schaffe einen „schillernd-faszinierende(n) Realismus, der weit mehr umfasst, als einer bloßen Dokumentation zugänglich wäre“, schreibt er in der Berliner Zeitung. Durch den „Reichtum an Beobachtungen, den Hettche in seinem Meisterwerk zusammenträgt“, verschlösse er den Roman „gegen die Interpretationsanmutungen unserer Lektüregewohnheit“: „Indem Hettche seinen Kriminalroman so vollständig vor Symbolisierungen abdichtet, gerät die gesamte, so realistisch dargestellte Wirklichkeit ins Schwirren, schlägt um in einen neuen Status und wird greifbarer und übermächtiger, als es nur je irgendein Symbol vermöchte“. So bliebe ein „uneinholbarer Rest“, „für (den) es in den Begriffen unserer Wirklichkeit keinen Ort gibt“.

Auch Heinrich Detering[17] ist in seiner Besprechung für Literaturen voll des Lobes für Hettches „perspektivische(n) Realismus“.[18] Sein „ernste(r), aufmerksame(r), jederzeit konzentriert beobachtende(r) und selbst nie zu fixierende(r)“ Erzähler führe „souveräne Zeitregie“ und vermittele „jene Nuancen des Empfundenen und Gedachten, die sich der Sprache nur widerstrebend fügen, zuweilen so eindringlich, dass man über diesen Schilderungen deren eigene Sprachgebundenheit streckenweise vergisst“. Hettches Wille zum Stil sei nur „ganz selten (…) überanstrengt oder anachronistisch“, „die erzähltechnische Perfektion dieses Buches (…) so auffallend, dass man manchmal befürchtet, sie auf der nächsten Seite als bloße Artistik vorgeführt zu sehen – und jedesmal wahrt der Erzähler gelassen die Balance“. „In der reinen Suggestionskraft dieser Prosa“ liege „der tiefste Grund aller Spannung“: „Was sich hier sagen lässt, wird möglichst offen gesagt – und markiert gerade so die Grenzen zu jener geheimnisvollen Weite, die von der Sprache kaum erreicht wird“. Hettches „Geschichte ohne Auflösung (ist) ein perfekter Kriminalroman: eine Überbietung des Genres“. „Etwas Besseres als dieser Autor konnte dem Stoff gar nicht passieren“.

Woraus wir gemacht sind. Roman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woraus wir gemacht sind (2006), Thomas Hettches vierter Roman, erzählt die Geschichte um einen Biographen, dessen Frau bei einer Recherche-Reise in die USA entführt wird. Darin greift Hettche wiederum auf Elemente eines Kriminalplots zurück, zeichnet aber vor allem ein Bild der USA am Vorabend des Irakkriegs. New York, Texas, Los Angeles sind Stationen eines Road Movies, in dessen Verlauf der Held sich erst verlieren muss, um seine Frau wiederzufinden. Woraus wir gemacht sind stand 2006 auf der Short List zum Deutschen Buchpreis.

Ulrich Greiner ist begeistert von Hettches „suggestive(r), hoch bewegliche(r) Sprache“,[19] die ihm selbst dann, wenn sie „an den Rand des Zuträglichen geht und manchmal darüber hinaus“ „zehnmal lieber (ist) als diese schreibschulmäßige Ausgewogenheitsprosa, die man jetzt überall findet“. Hettche führe seine Leser „zu einer Grenzerfahrung, nämlich zu der beunruhigenden Tatsache, dass wir uns selber nie ganz sicher sein können, dass wir uns zuweilen verlieren und nicht genau wissen, woraus wir gemacht sind“, und allein darauf komme es an. Greiner formuliert in der ZEIT: „Das Schöne, auch Beunruhigende an Hettches Buch ist dieser phantasmagorische Reigen der Bilder, die dem Leser im Gedächtnis bleiben. Sie haben mit dem zu tun, was wir alle sehen und gesehen haben, ohne dass wir es uns immer bewusst halten könnten: die Bilder vom 11. September, die eingesickert sind in unsere Träume; die Vorstellungen vom amerikanischen Mythos, wie sie uns das Kino, die Werbung, auch eigene Anschauung vermittelt. Niklas Kalf ist einer, den der Zufall hinabwirft in diesen Abgrund der Bilder, bis er kaum mehr weiß, was Liebe ist, wer er selber ist – und noch die glückliche Heimkehr gleicht ja eher einem Traum als der Realität. Wobei wir eigentlich wissen könnten, dass wir von einem Roman Realität am wenigsten dann erwarten können, wenn er scheinbar realistisch daherkommt. Dieser Roman ist eine Versuchsanordnung, ein intelligentes, ein lehrreiches Spiel. Hettche kann was“.

Für Heinrich Wefing, der den Roman in der FAZ bespricht, ist der Roman „ein zarter, verstörender Versuch über das, was wir Liebe nennen, und ein intelligentes Spiel mit all den Bildern von Amerika, die jeder von uns mit sich herumschleppt“[20] und „eines der faszinierendsten Bücher über Amerika (…), das seit langem in Deutschland geschrieben wurde“.

Das sieht auch Elmar Krekeler[21] in der Welt so: Hettche lasse seinen Protagonisten ein „Aufräumen im intellektuellen Kinderzimmer“[22] durchlaufen, dieser lerne auf allen Ebenen, und mit ihm lerne der Leser. Kalf sei Stellvertreter der Generation der damals Vierzigjährigen, die „in Thomas Hettche (ihren) Autor gefunden“ habe. Hettche habe einen Roman geschrieben, der „eine Menge Romane“ enthalte („eine Roadnovel, einen Amerikaroman, ein Angstbuch, ein Emigrationsbuch, einen Heimkehrerroman, eine Spukgeschichte, eine Verschwörungsgeschichte, einen Wissenschaftsthriller, eine Faustvariation, einen Bildungsroman“). Woraus wir gemacht sind sei jedoch vor allem „die Geschichte eines Erwachsenwerdens (…) mit Vierzig“. Hettche bediene sich dazu eines Erzählgeflechts, in dem „jeder Satz, jedes Motiv, jeder Faden“ bewusst gesetzt sei, und eines „post-austerschen Verschwörungsplot(s)“. „Was Hettche, einem der klügsten Schriftsteller nicht nur seiner Generation, bisher kaum gelungen war, nämlich die Balance zu finden zwischen Poetologie und Prosa, zwischen Denken und Erzählen, das gelingt ihm hier. Sein Roman lässt sich wie eine Zwiebel häuten. Unter jeder Schicht steckt eine neue, jede hängt mit jeder zusammen, jede ist ein Abenteuer“.

Fahrtenbuch 1993–2007. Essays.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrtenbuch 1993–2007 versammelt eine Auswahl von Essays, Reportagen, Film- und Buchkritiken Hettches, die zuvor in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften (u. a. in der FAZ, der NZZ und der DU) erschienen sind, für die Buchpublikation aber, wie es im Nachwort heißt, überarbeitet wurden. Auffällig an diesem Band ist vor allem die Bandbreite der Themen, mit denen Hettche sich im Laufe der Jahre beschäftigt hat. Neben Essays über die neuen Medien finden sich Reisereportagen aus St. Moritz, Bosnien und Los Angeles, Texte über Dracula, Patricia Cornwell, Meister Eckhart und Piero della Francesca.

Samuel Moser[23] lobt in der NZZ, „das Miteinander von unaufgeregter Erzählung und messerscharfer Analyse. Das eine übersetzt sich dabei zwingend ins andere – und zurück. Kurze Beschleunigungen des Denkflusses oder umgekehrt die Verlangsamung der Wahrnehmungen markieren jeweils die Übergänge. Der Erzähler Hettche verfügt in hohem Masse über das Handwerk eines erstklassigen Journalisten: Sinn für Zusammenhänge und «Subtexte», eine niemals selbstzweckliche Universalbildung, eine schöpferische Sprache und eine leider selten gewordene Interventionslust. Seine unbestechlichen privaten Wahrnehmungen übersetzt er mit Überzeugungseleganz ins Allgemeine“[24].

„Meist handelt es sich um Reiseberichte an geradezu museale Orte wie Sils Maria, Venedig und die Berliner Pfaueninsel, wo Vergangenheit hoch geschichtet ist und sich vor dem gebildeten Blick des Autors entblättert. An solchen historischen Stätten interessiert Hettche die Art und Weise, wie Kultur organisiert und überschrieben wurde: die kollektive Gedächtnisleistung, die sich in ihnen verbirgt. Dahin reist der Autor nicht wie seine Zeitgenossen, fiebrig, flüchtig und ruhelos, sondern eher wie ein Detektiv zum Tatort, einsilbig, aber hoch empfänglich, wohl wissend, dass jedes noch so kleine Detail womöglich für die Rekonstruktion des Geschehens unverzichtbar ist“[25], fasst Ingeborg Harms in ihrer Rezension in der FAZ Hettches Methodik und Thema zusammen. Sie lobt die „originellen Kurzschlüsse wie den zwischen dem weltweiten Netz und Bram Stokers Spinnweb-Thriller „Dracula“ oder zwischen der wissenschaftlichen Erkundung des mutmaßlichen Ufo-Absturzes bei Roswell und dem Prozess der Heiligsprechung in der katholischen Kirche“, die „den Aufschwüngen [von Hettches] Phantasie, dem Echoraum seines Wissens und den Meilenstiefelschritten seiner melancholischen Gedanken“ zu verdanken seien.

Die Liebe der Väter. Roman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Die Liebe der Väter, erschienen 2010, erzählt Hettche von einem Vater, der mit seiner Tochter über Silvester eine Ferienwoche bei Freunden auf Sylt verbringt. Die Eltern der dreizehnjährigen Annika sind seit langem getrennt, der Vater hat für das Kind, das bei seiner Mutter lebt, kein Sorgerecht. Hettche schildert in seinem fünften Roman die Schuldgefühle und die Ohnmacht des Vaters, der vor dem Hintergrund der eindrücklich beschriebenen Atmosphäre der stürmischen, winterlichen Insel versucht, seiner Tochter näherzukommen.

„Thomas Hettche zeichnet in seinem Roman mit grosser Suggestivkraft das stille Drama eines vielleicht unlösbaren Konfliktes, der auch mit einer Revision des Sorgerechts nicht beseitigt und höchstens entschärft werden kann. (…) Und neben alledem erzählt der Roman in bald zartem, bald grimmigem Ton, mit anrührenden Bildern und manchmal fast wortlosen Dialogen auch von der Liebe der Väter, die eine andere sei als die der Mütter“,[26] urteilt Roman Bucheli[27] in der NZZ.

Sandra Kegel[28] sieht in der FAZ „einen alten poetologischen Trick“[29] am Werk, „damit aus dem vertrauten Erlebten und Gehörten große Literatur“ werden könne: Die einzig aus dem „distanzlosen, zutiefst parteiischen Blick“ des Vaters, „unzuverlässiger Erzähler im klassischen Sinn“, erfolgende Schilderung wecke „mit unserem Mitleid gleichzeitig unser Befremden“, so dass „wir mit dem Autor wissen, dass diese Geschichte auch ganz anders erzählt werden könnte“. Hettches Ansatz sei ein psychologischer, der Roman „kein argumentativ aufgeladenes Plädoyer für mehr Gerechtigkeit (…), sondern ein faszinierendes Porträt eines aus der Bahn geworfenen, zunehmend verstörten Mannes“. Sie resümiert: „Hettches Roman ist ein Glücksfall, komplex, vielschichtig und geschrieben in einer artifiziellen Sprache, die der Emotionalität des Geschehens mit wohltuend nüchterner Kühle begegnet“.

Für Jens Jessen in der ZEIT ist „Die Liebe der Väter“ „überhaupt kein Roman (…), es ist eine klassische, vollendet knappe und kontrolliert erzählte Novelle (…). (…) auch in der Beschränkung von Zeit und Ort – es ist aber ein großes Werk in Tiefe und Weite der Gedanken“[30].

Thomas Hettche äußerte in Interviews, der dem Roman vorangestellte Satz „Literatur beginnt jenseits dessen, was ist“[31] habe sich für ihn jedoch „auf eine unerwartete Weise bewahrheitet, nämlich insofern, als der Ausgangspunkt der biografischen Erfahrung sich beim Schreiben tatsächlich verwandelt hat. Das war ein Schreibprozess, wie ich ihn bisher nicht kannte, der wirklich etwas Kathartisches hatte und bei dem all die Aggressionen, Verletztheiten und Frustrationen, die ihn zu Anfang trieben, sich verwandelten. Als ob ich mit dem Abschluss des Romans auch mit der Welt dieser Erfahrung abgeschlossen hätte“. Er schreibe Romane, „weil ich, zunächst und vor allem für mich selbst, etwas Unausgesprochenes formulieren oder mit etwas ins Reine kommen will. Und weil ich darüber hinaus daran glaube, dass Leser einen Gewinn aus der komplexen Welt ziehen können, die jeder gute Roman ist“[32].

Totenberg. Essays.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Totenberg, vom Verlag als Essayband und „Autobiographie in zehn Begegnungen“. angekündigt, komponiert zehn Texte, die alle zugleich Gespräche und Essays sind (Hettche selbst nennt sie „Begegnungen“[33] oder „Reisen“), zu einem persönlichen (Lebens-)Panorama des Autors. Dabei steht jede autobiographische Mitteilung zugleich für ein Thema seines Schreibens. Namensgebend ist der dritte Text, in dem Hettche in den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, der am Totenberg liegt.

Die Rezensenten zeigten sich begeistert von diesem Band, der „alles andere denn eine konventionelle Nacherzählung des Privatlebens von Herrn Hettche“[34] sei, nämlich „eine Sozialisationsstudie in zehn Kapiteln“, in denen Hettche beschreibe, „wie er intellektuell und literarisch der wurde, der er ist“ und „in lebendigen Porträts die Personen, die ihn bei seinem Werdegang - im konkreten wie im übertragenen - Sinn begleiteten“ vorstelle, wie Ursula März in ihrer Kritik für Deutschlandradio formuliert. Der „Reiz des Buches“ liege „auf den ersten Blick (…) in den Divergenzen dieser Personen“; „auf den zweiten Blick“ besteche Hettches „konzentrierter, ökonomischer Gestus. Jede Selbstmitteilung des Autors steht im Interesse einer kulturgeschichtlichen Selbsterkenntnis, jede Selbstreflexion öffnet sich wie von selbst zu einer exemplarischen Gegenwartsgeschichte der Bundesrepublik. ‚Totenberg‘ zeigt Thomas Hettche auf der Höhe seines stilistischen und essayistischen Vermögens. Und nebenbei verhilft dieses Buch dem abgewirtschafteten Genre der Autobiografie zu neuem Glanz“.

Auch Nico Bleutge lobt in der SZ, „wie Thomas Hettche mit seinem dialogischen Prinzip die Grundthese des Buches, stets auf etwas bezogen zu sein, auch im Verfahren und in der Form seiner Texte einholt“[35]: Hettche lagere „in diese Porträts die eigene Biografie ein“, er spüre „Räumen und Interieurs (…) im Wortsinne nach, er tastet sie auf ihre Atmosphären hin ab, um so etwas über die Menschen, die in ihnen leben, zu erfahren“, und setze sich zudem in der „reflexiven Schicht“ seiner Texte „mit Überlegungen von Autoren (…) auseinander und versucht sich an einer Analyse und Deutung unserer gesellschaftlichen Gegenwart“. Hettche sei „ein sehr lesenswertes Buch über den medialen Wechsel dieser Zeit gelungen. Man findet in seinen zehn Essays großartige Überlegungen zur Literatur, zum Schreiben oder zu dem, was Kindheit sein könnte. Kleine Motive und Variationen halten die einzelnen Stücke jenseits der Thesen zusammen“.

Mit Totenberg vollzieht Hettche, „den man mit Recht einen der beeindruckendsten Sprachakrobaten seiner Generation zu nennen hat“[36], laut André Schinkel auf literaturkritik.de „womöglich die Vollendung eines Dreisprungs“ in seiner Essayistik: „nach dem gebündelten Blick der „Animationen“ (1997), der Zerstreuung und dem Abstecken der äußeren Claims im „Fahrtenbuch“ (2007) erkundet sie im neuesten Opus die Dimensionen des Eigenen, die Entwicklung, Formung, Deformation der inneren Umstände, zu dem zu werden, der man ist“. In einer „entlarvende(n), kristalline(n) Sprache“ führe Hettche diese „formenden Elemente“ vor, „am eindrücklichsten in den Texten, die den Schutz der Gespräche verlassen und sich in die Auslieferung der Selbstschau begeben“.

Für Michael Preidel[37], der das Buch für die Kritische Ausgabe rezensierte, ist Totenberg „ein Werk, das den Autor zu Personen oder Orten seiner Vergangenheit zurückführt und in den Begegnungen eine Konfrontation mit der eigenen Identität provoziert“[38]: „Thomas Hettche macht deutlich, dass es ihm in seiner Literatur um ein Gespür für die Zeit geht. Er sieht sich als ein Wanderer zwischen den Welten, dessen literarisches Schaffen und theoretisches Räsonieren immer wieder von einer Neugierde ausgeht, die einerseits an den Fund der leeren Truhe der Mutter, andererseits aber auch an die zeitlose Erfahrung geknüpft ist, dass der Ursprung des Schreibens und Denkens im Kampf mit der eigenen Identität liegt“. Hettche nutze „die kreative Freiheit, die sich ihm im autobiografischen Schreiben eröffnet, und beweist zugleich, dass der Anspruch seines Erzählens hoch ist. Ihm geht es in seinen Essays um die echte Nachträglichkeit der Erinnerungen“.

Und Denis Scheck äußerte im Gespräch über das Buch in der Kulturzeit auf 3sat: „Alle Qualitäten, die der Prosa von Peter Handke nachgesagt werden, dass hier Poesie und Erkenntnis miteinander versöhnt werden, das finde ich viel, viel eher und viel moderner in „Totenberg“ von Hettche“[39].

Pfaueninsel. Roman.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem gleichnamigen Roman (2014) lässt Thomas Hettche die vergessene Welt der Pfaueninsel in der Havel bei Potsdam wieder auferstehen. Diese Insel, die im 19. Jahrhundert von Lenné und Schinkel zu einem künstlichen Paradies umgestaltet wurde, war Rückzugsort der Preußenkönige und von zahlreichen exotischen Tieren sowie von Zwergen, einem Südseeinsulaner, einem Riesen und einem Mohr bevölkert. Der Roman erzählt das von Hettche erdachte Leben des historisch verbürgten kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, das nahezu sein gesamtes Leben auf der Insel verbrachte, und die tragische Geschichte seiner Liebe zum Gartenkünstler Gustav Fintelmann. Auf übergeordneter Ebene handelt Pfaueninsel von der Zurichtung der Natur und unseren Vorstellungen von Schönheit, von der Sehnsucht nach Exotik, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und dem Verhältnis von Kunst, Wissenschaft und Natur.

Rezensenten lasen den Roman auch als „Verfallsgeschichte eines Idylls im Strom der Zeit“[40] (Michael Kluger[41] in der Frankfurter Neuen Presse); als „exemplarische Darstellung einer Zeitenwende“[42] und „verdichtete Geschichte des technischen und mentalitätsgeschichtlichen Fortschritts im 19. Jahrhundert“ (Sebastian Hammelehle[43] im SPIEGEL), als Roman über „das Wesen der Zeit und das Rätsel der Sterblichkeit, die Fragilität der Schönheit und die Abgründigkeit des Begehrens“[44] (Andrea Köhler[45] in der NZZ); oder als „literarische Reflexion über die Obszönität der Menschennatur“[46] (Johannes Balle[47] im Kölner Stadtanzeiger).

In Pfaueninsel verarbeitet Thomas Hettche einen Stoff, der ihn seit fast fünfundzwanzig Jahren beschäftigte: Noch vor Erscheinen seines Debüts stieß er während eines Stipendiums in Berlin[48] schon 1989[49] auf die Insel und das Schlossfräulein Maria Dorothea Strakon. 1993 veröffentlichte er in der FAZ eine Reportage[50], in der er von seinem Besuch auf der Pfaueninsel erzählt. In einem Interview erklärte Hettche: „Ich habe den Roman erst schreiben können, als ich mir eingestanden hatte, dass ich nichts als das Leben meiner Figur Maria Dorothea Strakon erzählen will, und mich nicht länger mit Konzeptionen herumgequält habe“[51].

Andrea Köhler[52] zeigt sich in ihrer Besprechung in der NZZ begeistert von Hettches „lebensklugem, sorgfältig recherchiertem und glänzend erzähltem Roman“[53], der „den 1964 geborenen Schriftsteller als einen der besten Stilisten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ausweist“. Hettches „wahre Stärke“ sei „seine bestechende Fähigkeit, die Komplexität der Welt in einer nuancierten und federnden Sprache aufleuchten zu lassen“; „faszinierend“ sei es, „wie Hettche den Siegeszug der technischen Rationalität mit dem Jenseitigen der Vernunft konfrontiert und das zeitlose Reich der Mythen mit der unbeirrbaren Zielgeraden des Fortschritts verschränkt“. „In seinen philosophischen Reflexionen weht der befreiende Atem der Literatur“.

Michael Braun lobt in der Badischen Zeitung, „wie (Hettche) dabei mit der kulturhistorischen Patina des Stoffs umgeht, ist das Meisterstück eines Autors, der es bislang immer verstanden hat, mit jedem neuen Buch sein Genre und sein stilistisches Register zu wechseln und uns in eine gänzlich andere Welt und neue existenzielle Zerreißproben zu versetzen“[54]. Dass er seine „literarische Erfindung“ der Liebesgeschichte zwischen Marie und dem Gärtner Gustav Fintelmann ins Zentrum stelle, ermögliche Hettche, „das rein historisierende Erzählen hinter sich zu lassen“ und „all seine kulturphilosophischen, anthropologischen und liebestheoretischen Exkurse zu entfalten, mit denen er seinen Roman reich ausgestattet hat“.

Auch Hubert Winkels ist beeindruckt, wie Hettche „den kulturgeschichtlichen Essay nahtlos mit dem historischen Roman und einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte zu verbinden weiß“[55]. Hettche stelle „das Fremde und Monströse“ und unseren Umgang damit im „immer vernünftiger werdende(n) (…) beginnende(n) Maschinenzeitalter“ ins Zentrum des Romans, und „wie Hettche dies einfädelt und durchhält und auf alle Schichten des Romans verteilt, auf das Sexuelle, die Architektur, den Gartenbau, das macht seine Kunst der Amalgamierung, der inneren Verschmelzung aller Teile aus“. Es sei ein „Glücksfall, dass dies so gut austariert, stilistisch auf hohem Niveau, wohltemperiert und vor allem: Wissen und Erkenntnis mit Anteilnahme und Leidenschaft mischend, geschieht“.

Der Autor selbst äußerte in Interviews, „die eigentliche Keimzelle des Buches“[56] sei die Frage gewesen, „wie hat sich damals ein Mensch gefühlt, der nicht der Norm entsprach, aber an einem Ort der Sehnsucht und der Schönheit lebte?“. Der Stoff habe ihn gefunden, nicht umgekehrt: „Es ist eher so, dass man mit einer Art Schleppnetz durch die Welt geht, bewusst ziellos, in dem dann alles Mögliche hängenbleibt“[57]. „Zunächst wisse man gar nicht genau, was die Faszination einer Geschichte ausmache. "Doch dann beginnt sie zu leben und lässt einen nicht mehr los"“.

Die Insel, sagte Hettche, sei „ein künstlicher Ort, der nacheinander die Sehnsuchtsentwürfe vieler Zeiten beherbergte“; „wir Heutigen können an dieser Insel die Genese unserer Moderne ablesen“[58] (im Gespräch mit Andreas Platthaus in der FAZ). Er habe „das Vergehen der Zeit und auch die Gleichgültigkeit gegenüber dem Vergehen der Zeit (…) erzählen“ wollen; „vor allem ging es mir um das Gefühl, dass man den Wandel nicht überschaut. Man steht, glaube ich, immer halb in einer vergangenen, halb in einer künftigen Epoche. Und das ist das Aktuelle in dem Buch. Wir ahnen mehr, dass etwas vergeht und etwas kommen wird“[59]. Es sei heute mehr denn je Aufgabe der Literatur, der Bedrohung durch die Reduzierung „alle(r) Phänomene der realen Welt auf ihre handhabbaren medialen Surrogate“[60] etwas entgegenzusetzen. „Das Schöne an der Kunst ist ja, dass sie, wenn sie gelingt, das Zauberkunststück beherrscht, Komplexität in Einfachheit zu verwandeln“.

Die Geschichte habe sich „aus dem Klang der Sprache“[61] ergeben: „Wenn ich zu schreiben beginne, ist das Entscheidende, ebendiesen ganz eigenen Ton zu finden, denn erst der Ton ermöglicht die Geschichte, zaubert sie hervor“[62]. Dazu müsse er sich auf „eine Reise in eine fremde Welt“ begeben, auf „eine(…) Expedition, deren Ergebnis man nicht absehen kann“[63].

Seit Erscheinen von Pfaueninsel „hat Berlin einen neuen literarischen Wallfahrtsort“[64]: Touristen wandeln auf den Spuren des Romans über die Insel und besuchen das Grab der historischen Marie Strakow.

Eine topografische Karte der Insel auf einer vom Verlag eingerichteten interaktiven Website[65] beinhaltet 24 von Dagmar Manzel gelesene Passagen aus dem Roman.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pietro Aretino: I Modi / Stellungen – Vom Anfang und Ende der Pornografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 publizierte Hettche die erste deutschsprachige Ausgabe von I Modi, den erotischen Sonetten des Renaissance-Literaten Pietro Aretino, in der auch die Kupferstiche Marcantonio Raimondis enthalten waren, zu denen die Gedichte im 16. Jahrhundert entstanden. 2003 erscheint eine großformatige bibliophile Neuausgabe, ergänzt durch einen Essay, in dem Hettche diesen „Urtext der modernen Pornographie“ anhand der Bücher etwa von Michel Houellebecq und Catherine Millet in eine Geschichte dieser literarischen Gattung einordnet.

In einem Interview erzählte Hettche, er habe Aretino während seines Aufenthaltes im Centro Tedesco di Studi Veneziani Mitte der 90er Jahre für sich entdeckt, als er sich in der Biblioteca Marciana am Markusplatz mit Handschriften und Drucken des 16. Jahrhunderts beschäftigt habe[66].

Literaturprojekte / Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NULL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 gab Hettche im neugegründeten DuMont-Literaturverlag die Online-Anthologie NULL heraus, „Flaschenpost oder Adventskalender des letzten Jahrtausendjahres“[67] und „eine langsam über das letzte Jahr des Jahrtausends hinwegwachsende Anthologie junger deutscher Literatur“. Neben Rainald Goetz‘ Abfall für alle[68] und den Autorenforen Am Pool[69] und Forum der 13[70] war NULL eines der ersten literarischen Projekte im Internet, das eine größere öffentliche Aufmerksamkeit fand: „ein fein gestalteter und gut besuchter virtueller Ort“[71].

Für Netzkonzeption und Betreuung war Harald Taglinger[72] zuständig, Jana Hensel arbeitete redaktionell mit und gab auch die gedruckte Ausgabe von NULL mit heraus, die nach Abschluss des Projekts am 31. Dezember 1999 erschien. 37[73] Autoren schrieben und diskutierten ein Jahr lang auf NULL, ihre Kurztexte und Zeichnungen wurden durch Links und eine Textkarte miteinander in Beziehung gesetzt. Thomas Hettche steuerte als Herausgeber monatliche Editorials bei und fungierte als „Headhunter, Lektor und Moderator“[74].

In einem E-Mail-Interview mit der ZEIT schrieb Thomas Hettche über Zielsetzung und Charakter der Anthologie: „Unter der Hand erscheint, erstmals meiner Einschätzung nach, tatsächlich das scheue Tierchen Literatur in seinem neuen Gehege Internet und läßt sich beobachten und streicheln. Die NULL-Autoren begreifen das Netz offenbar als eine Halb-Öffentlichkeit. Ihre Texte sind oftmals persönlicher, unfertiger, mehr auf Dialog aus als sonst“[75].

NULL bietet viel. Gedichte, Postkarten, Kollagen, Kurzgeschichten, deren Fortsetzungen; ein bisschen wie stille Post oder das Muster eines Quilts, der jenes Motiv aufnimmt und dann wieder ein völlig neues einbringt und der doch e i n e Geschichte erzählt – die einer Familie oder die eines sich terminierenden Jahrtausends“[76].

Folgende Autoren waren an NULL beteiligt: Matthias Altenburg, Stefan Beuse, Marcel Beyer, Mirko Bonné, Jan Peter Bremer, Ulrike Draesner, John von Düffel, Aris Fioretos, Julia Franck, Arno Geiger, Katharina Hacker, Ingeborg Harms, Joachim Helfer, Alban Nicolai Herbst, Ulrich Holbein, Johannes Jansen, Zoë Jenny, Birgit Kempker, Angelika Klüssendorf, Steffen Kopetzky, Helmut Krausser, Judith Kuckart, Jo Lendle, Dagmar Leupold, Thomas Meinecke, Perikles Monioudis, Terézia Mora, Andreas Neumeister, Brigitte Oleschinski, Georg M. Oswald, Urs Richle, Kathrin Schmidt, Sabine Scholl, Leander Scholz, Burkhard Spinnen und Ilija Trojanow.

Buchmaschinen. Alte Erinnerungen und ihre neuen Speicher.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 3. bis 5. November 2000 veranstaltete Thomas Hettche im Literaturhaus Frankfurt ein Symposion mit begleitender Ausstellung zum Thema Speichermedien, an dem u.a. Friedrich Kittler, Rainald Goetz, Brigitte Oleschinski und Manfred Faßler teilnahmen.

Spycher: Literaturpreis Leuk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 erhielt Thomas Hettche von der Stiftung Schloss Leuk den Spycher: Literaturpreis Leuk zugesprochen, dessen Konzeption er von 2002 bis 2015 mitverantwortete und dessen Jury er in dieser Zeit vorsaß. Der Preis wird jährlich an Schriftsteller vergeben, deren literarisches Werk mit der Zweisprachigkeit des Schweizer Kantons Wallis korrespondiert, in dem er vergeben wird. Der Preis besteht in einem fünfjährigen Gastrecht der Preisträger in dem mittelalterlichen Städtchen Leuk am Oberlauf der Rhone.

Edition Spycher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2005 bis 2015 gab Thomas Hettche die Edition Spycher heraus, zunächst bei Urs Engeler Editor, seit 2009 im Verlag Sabine Dörlemann Zürich. Die Edition versammelt Texte der Preisträger des Spycher: Literaturpreises Leuk.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwigs Tod, Paria Verlag, Frankfurt/Main 1988. ISBN 978-3922952114
  • Ludwig muß sterben, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1989. Neuausgabe: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008. ISBN 978-3832160128
  • Inkubation, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1992. ISBN 978-3-462-04424-9
  • Nox, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995. Neuausgabe: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008. ISBN 978-3-462-04422-5
  • I Modi, Gatza bei Eichborn, Frankfurt am Main 1995. ISBN 978-3821806549
  • Das Sehen gehört zu den glänzenden und farbigen Dingen, Droschl, Graz 1997. ISBN 9783854204558
  • Animationen, DuMont Literatur- und Kunstverlag, Köln 1999. Neuausgabe: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008. ISBN 978-3-462-04421-8
  • Der Fall Arbogast, DuMont Literatur- und Kunstverlag, Köln 2001. ISBN 978-3-8321-5621-3
  • Pietro Aretino: Stellungen – Vom Anfang und Ende der Pornografie, zweisprachige Ausgabe Italienisch / Deutsch, nachgedichtet und mit einem Essay versehen von Thomas Hettche, DuMont Literatur- und Kunstverlag, Köln 2003. ISBN 978-3832178369
  • BRAENTSCHU. Tre racconti inediti di Thomas Hettche. Otto incisioni all'acquaforte e all'acquatinta di Saskia Niehaus. Gebunden, 16 Seiten. Nummerierte und signierte Auflage von 50 Exemplaren, Canopo Edizione. Prato 2005.
  • Woraus wir gemacht sind, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006. ISBN 978-3-462-03711-1
  • Fahrtenbuch 1993–2007, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007. ISBN 978-3-462-03916-0
  • Die Liebe der Väter, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010. ISBN 978-3-462-04187-3
  • Totenberg, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012. ISBN 978-3-462-04463-8
  • Pfaueninsel, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014. ISBN 978-3-462-04599-4

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Null (zusammen mit Jana Hensel), DuMont Literatur- und Kunstverlag, Köln 2000. ISBN 978-3770153084
  • Lavinia Greenlaw, Durs Grünbein, Martin Mosebach, Felicitas Hoppe, Thomas Hettche, Daniel de Roulet, Marcel Beyer: "Die Berge sind mir fremd. Texte der Spycher Preisträger." Herausgegeben von Thomas Hettche. Edition Spycher 1 im Verlag von Urs Engeler, Basel/ Weil am Rhein, 2005. ISBN 978-3-938767-00-9
  • Andrea Köhler, Christian Döring, Michael Maar, Marion Graf, Roman Bucheli, Hubert Spiegel, Iso Camartin, Dieter Bingen: "Laudationes 2001 – 2005." Herausgegeben von Thomas Hettche. Edition Spycher 2 im Verlag von Urs Engeler, Basel/Weil am Rhein, 2006. ISBN 978-3-938767-16-0
  • Barbara Honigmann: "Der Blick übers Tal. Zu Fotos von Arnold Zwahlen." Herausgegeben von Thomas Hettche. Edition Spycher 3 im Verlag von Urs Engeler, Basel / Weil am Rhein, 2007. ISBN 978-3938767382
  • Felicitas Hoppe: "Der beste Platz der Welt". Erzählung. Herausgegeben von Thomas Hettche. Edition Spycher im Dörlemann Verlag 2009. ISBN 978-3908777519
  • Barbara Köhler: "36 Ansichten des Berges Gorwetsch". Herausgegeben von Thomas Hettche. Edition Spycher im Dörlemann Verlag 2013. ISBN 978-3908777885

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Fall Arbogast. 2 Audio-CDs. Sprecher u.a.: Christian Berkel und Andrea Sawatzki. Universal Music 2004. ISBN 978-3829114516
  • Woraus wir gemacht sind. 6 Audio-CDs. Sprecher: Ulrich Matthes. Der Hörverlag 2006. ISBN 978-3-8445-0453-8
  • Pfaueninsel. 7 Audio-CDs. Sprecherin: Dagmar Manzel. Argon Verlag 2014. ISBN 978-3839813614

Fremdsprachige Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nox. Ins Spanische übertragen von Teófilo de Lozoya, Tusquets Editores, Barcelona 1996.
  • Nox. Ins Französische übertragen von Bernard Banoun, Grasset, Paris 1997.
  • Nox. Japan 1997 (ISBN 4-560-04627-1)
  • Nox. Ins Portugiesische übertragen von Maria Augusta Júdice, ASA Editores, Lissabon 1998.
  • El Caso Arbogast. Ins Spanische übertragen von Carlos Fortea. Tusquets Edito-res, Barcelona 2002.
  • Sagen Arbogast. Ins Dänische übertragen von Adam Paulson. Gyldendal, Kopen-hagen 2002.
  • NOX. Ins Niederländische übertragen von Wilfred Oranje. Gianotten, Amsterdam 2003.
  • Le cas Arbogast. Ins Französische übertragen von Nicola Casanova. Editions Grasset & Fasquelle, Paris 2003.
  • De zaak Arbogast. Ins Niederländische übertragen von Wilfred Oranje. Gianot-ten, Amsterdam 2003.
  • Fallet Arbogast. Ins Schwedische übertragen von Katrin Ahlström Koch. Albert Bonniers Förlag, Kopenhagen 2003.
  • The Arbogast Case. Ins Amerikanische übertragen von Elizabeth Gaffney. Farrar Straus & Giroux, New York 2003.
  • Der Fall Arbogast. Limbus Press, St. Petersburg und Moskau 2004.
  • Arbogast-Saken. Kriminalroman. Ins Norwegische übertragen von Sverre Dahl. Gyldendal Norsk Vorlag AS 2004.
  • Il caso Arbogast. Ins Italienische übertragen von Palma Severi, Einaudi, Mailand 2005.
  • Sprawa Arbogasta. Ins Polnische übertragen von Marian Leon Kalinowski. Muza SA, Warschau 2006.
  • What We Are Made Of. Ins Englische übertragen von MacMillan UK, London 2008.
  • De quoi nous sommes faits. Ins Französische übertragen von Armand Beaume. Grasset & Fasquelle, Paris 2009.
  • Isade armastus. Romaan. Ins Estnische übertragen von Piret Pääsuke. Eesti Raamat, Tallinn 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Hettche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Artist im Augapfel – ratlos In: Die ZEIT. 6. November 1992.
  2. [Tödlicher Strudel im Kopf] In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Dezember 1989.
  3. [Das Atmen der Dinge, das Dröhnen des Sterbens. Thomas Hettches Roman „Nox“] In: Neue Zürcher Zeitung. 23. März 1995.
  4. [1]
  5. Ein Geniestreich In: die tageszeitung. 14. Oktober 1989.
  6. [Wörter-Wunden] In: Frankfurter Rundschau. 10. Oktober 1989.
  7. Die Pracht der Nacht In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 1995.
  8. Der Artist im Augapfel – ratlos In: Die ZEIT. 6. November 1992.
  9. [Tiefer Schnitt ins deutsche Fleisch. Thomas Hettches Roman aus der Nacht, in der die Mauer fiel] In: Süddeutsche Zeitung. 5. April 1995.
  10. [2]
  11. [Die Nacht nach dem Morgen danach: Thomas Hettches umstrittener Roman „Nox“ kehrt aus der Verbannung zurück.] In: Edit. 30, 2002.
  12. [3]
  13. Autorenporträt auf den Seiten des DuMont-Verlags
  14. [An unbestimmbaren Quellen. THOMAS HETTCHEs Romanessay »Animationen« ist sowohl späte Blüte einer »alten« Literatur als auch Knospe einer neuen, die ihren Namen noch sucht] In: Spex. 3/2000.
  15. Ein jeder tötet, was er liebt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Oktober 2001.
  16. Tief in den Körpern liegt ein Geheimnis. In: Berliner Zeitung. 15. September 2001.
  17. [4]
  18. [Die Leber steht am Rippenbogen. Thomas Hettches Der Fall Arbogast] In: Literaturen. 9/2001
  19. Im Abgrund der Bilder In: Die ZEIT. 5. Oktober 2006.
  20. Im Inneren des Imperiums In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. August 2006.
  21. [5]
  22. Deutsch in der Fremde In: Die Welt. 30. September 2006.
  23. [6]
  24. Ein Meister der Anreise In: Neue Zürcher Zeitung. 26. Februar 2008.
  25. Kolonialwaren der Seele In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. August 2008.
  26. Grenzerfahrungen In: Neue Zürcher Zeitung. 14. September 2010.
  27. [7]
  28. [8]
  29. Vampire im Wattenmeer In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. August 2010.
  30. Der begnadigte Vater In: Die ZEIT. 17. August 2010.
  31. Christoph Schröder: „Das ist wie das Gewehr an der Wand“. In: Die ZEIT. 17. August 2010.
  32. Die Unmöglichkeit einer Insel In: Die Welt. 18. August 2010.
  33. Düsseldorf ehrt Autor Thomas Hettche In: Rheinische Post. 12. Juni 2013.
  34. Sozialisationsstudie in zehn Kapiteln In: Deutschlandradio Kultur. 29. Oktober 2012.
  35. [Der schwarze Schnee] In: Süddeutsche Zeitung. 8. Januar 2013.
  36. Das Klopfen der Käfer im Gebälk In: literaturkritik.de. Nr. 8, August 2013.
  37. [9]
  38. [Die Nachträglichkeit der Selbstbegegnung] In: Kritische Ausgabe. Nr. 23/2012.
  39. Der Artist im Augapfel – ratlos In: Kulturzeit. 8. November 2012.
  40. Schriftsteller Thomas Hettche: Brüchige Märchenwelt In: Frankfurter Neue Presse. 14. Oktober 2014.
  41. [10]
  42. Preußische Ausschweifungen: Die Sexzwergin des Königs In: Der Spiegel. 18. September 2014.
  43. [11]
  44. Blicke aus Pfauenaugen In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Oktober 2014.
  45. [12]
  46. [Maries Emanzipation] In: Kölner Stadtanzeiger. 1. Oktober 2014.
  47. [13]
  48. Die Würde der Zwergin In: Der Tagesspiegel. 13. September 2014.
  49. Thomas Hettche: Pfaueninsel In: WDR3. 29. September 2014.
  50. Rätselvolles Eiland in der Havel In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. November 1993.
  51. „Es geht mir um Emphase“ - Ein Gespräch mit Thomas Hettche über die Zeitlosigkeit seines neuen Romans In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. September 2014.
  52. [14]
  53. Blicke aus Pfauenaugen In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Oktober 2014.
  54. "Pfaueninsel" von Thomas Hettche: Verhängnisvolles Paradies In: Badische Zeitung. 30. August 2014.
  55. Im Paradies die Monster In: Die ZEIT. 13. September 2014.
  56. Hettche: „Die Pfaueninsel hat mich gefunden“ In: Deutsche Welle. 19. Dezember 2014.
  57. Thomas Hettche - Mit dem Schleppnetz durch die Welt In: Focus. 30. September 2014.
  58. „Es geht mir um Emphase“ - Ein Gespräch mit Thomas Hettche über die Zeitlosigkeit seines neuen Romans In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. September 2014.
  59. Thomas Hettche: Pfaueninsel In: WDR3. 29. September 2014.
  60. „Es geht mir um Emphase“ - Ein Gespräch mit Thomas Hettche über die Zeitlosigkeit seines neuen Romans In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. September 2014.
  61. Hettche: „Die Pfaueninsel hat mich gefunden“ In: Deutsche Welle. 19. Dezember 2014.
  62. „Es geht mir um Emphase“ - Ein Gespräch mit Thomas Hettche über die Zeitlosigkeit seines neuen Romans In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. September 2014.
  63. Hettche: „Die Pfaueninsel hat mich gefunden“ In: Deutsche Welle. 19. Dezember 2014.
  64. [Schauplatz Berlin – An echten und imaginären Gräbern] In: Süddeutsche Zeitung. 17. Oktober 2014.
  65. [15]
  66. Stellungen oder vom Anfang und Ende der Pornografie In: Deutschlandfunk. 23. April 2003.
  67. Januar – Adventskalender und Flaschenpost. 1. Januar 1999.
  68. [16]
  69. [17]
  70. [18]
  71. Literatur im Internet: Gedruckte "Null"-Nummer In: Der Spiegel. 6. Juni 2000.
  72. www.taglinger.de
  73. [Die Nuller-Konjunktur] In: Frankfurter Rundschau. 6. Mai 2000.
  74. [Die Nuller-Konjunktur] In: Frankfurter Rundschau. 6. Mai 2000.
  75. Autorenporträt auf den Seiten des DuMont-Verlags
  76. Null – Ein Literatur-Hypertext-Experiment geht konventionelle Wege In: literaturkritik.de. Nr. 7, Juli 2001.
  77. [19]
  78. [20]
  79. Website der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf zum Preisträger 2013