Präfektur Aichi

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Dieser Artikel behandelt die japanische Präfektur Aichi. Für andere Bedeutungen siehe Aichi (Begriffsklärung).
Aichi-ken
愛知県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Nagoya
Region: Chūbu
Insel: Honshū
Fläche: 5.165,04 km²
Wasseranteil: 5,4 %
Einwohner: 7.437.337
(1. Mai 2014)
Bevölkerungsdichte: 1440 Einw. pro km²
Landkreise: 7
Gemeinden: 54
ISO 3166-2: JP-23
Gouverneur: Hideaki Ōmura
Website: www.pref.aichi.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Aichi
Präfekturbaum: Acer pycnanthum
Präfekturblume: Iris laevigata
Präfekturvogel: Otus scops japonicus
Präfekturfisch: Marsupenaeus japonicus
Präfekturlied: Warera ga Aichi
(„Wir sind Aichi“)

Die Präfektur Aichi (jap. 愛知県 Aichi-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Chūbu auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist Nagoya.

Geographie[Bearbeiten]

Die Präfektur Aichi befindet sich nahe dem Zentrum der japanischen Inselkette. Im Süden befinden sich die Ise- und Mikawa-Bucht. Im Osten grenzt Aichi an die Präfektur Shizuoka, im Nordosten an die Präfektur Nagano, im Norden an die Präfektur Gifu und im Westen an die Präfektur Mie. Von Osten nach Westen misst die Präfektur 106 km, von Norden nach Süden 94 km. Insgesamt besitzt Aichi eine Fläche von 5.165,04 km² was etwa 1,37 % der Gesamtfläche Japans entspricht.

Historisch und geografisch ist Aichi zweigeteilt. Im Westen befindet sich die Region Owari (尾張地方, Owari-chihō) und im Osten die Region Mikawa (三河地方), die auf die historischen Provinzen Owari und Mikawa zurückgehen.[1] Owari besteht aus der vom Kiso-Fluss geschaffenen Nōbi-Ebene im Westen – der zweitgrößten Japans –, dem Owari-Hügelland im Osten und der Chita-Halbinsel im Süden. Mikawa besteht im Gegensatz dazu nur aus wenig Flachland, der Okazaki-Ebene im Südwesten, sowie der Toyohashi-Ebene mit der Atsumi-Halbinsel als Fortsetzung im Süden. Der Großteil von Mikawa besteht jedoch aus Gebirge, wie dem Shitara-Bergland (設楽山地, Shitara-sanchi) im Nordosten und dem Yana-Yumihari-Bergland (八名・弓張山地, Yana-Yumihari-sanchi) im Südosten.[2] Im Nordosten befindet sich der Chausuyama als höchster Punkt der Präfektur mit einer Höhe von 1415 m über dem Meeresspiegel.

Auf Grund der Kuroshio-Strömung herrscht in Aichi ein mildes Klima, wobei es in der Nōbi-Ebene tendenziell wärmer ist. Im Ostteil fällt zudem wegen des gebirgigen Charakters mehr Niederschlag.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch: Geschichte Japans

Das Gebiet der heutigen Präfektur Aichi teilten sich im japanischen Mittelalter die Provinzen Owari und Mikawa. Durch die günstige Lage am Verkehrsweg zwischen den östlichen Provinzen und der Hauptstadt Nara bzw. Kyōto begünstigt, profitiert die Region vom Handel und wird sehr früh zu einer der dominierenden Provinzen auf Honshū. Die Kriegs- und Staatsherren Oda Nobunaga (1534-83) und Toyotomi Hideyoshi (1535-98), die Japan maßgeblich geprägt haben, stammten aus Owari und Mikawa und regierten über die Region. Tokugawa Ieyasu aus Okazaki in Mikawa stammend, erlangt im Jahr 1600 nach der Schlacht von Sekigahara die Macht. Ieyasu gründet 1602 das Tokugawa-Shōgunat, dass bis zur Restauration Bestand hat. Nach der Meiji-Restauration wurde das Han-System aufgehoben und Präfekturen gegründet. Die Provinzen Owari und Mikawa wurden zur Präfektur Aichi zusammengefasst.[3]

Heute sind die ehemaligen Provinznamen noch in zahlreichen Orts- und Bahnhofsnamen sowie auf manchen Nummernschildern zu sehen.[4]

Vom 25. März bis zum 25. September 2005 fand in der Präfektur unter dem Motto "Weisheit der Natur" die Expo 2005 statt. Ausstellungsgebiet waren die Städte Seto und Nagakute.

Demographie[Bearbeiten]

Mit rund 7,4 Millionen Einwohnern (VZ 2010) liegt Aichi an Rang vier der bevölkerungsreichsten Präfekturen hinter Tokio, Kanagawa und Ōsaka. Die Wachstumsrate zwischen 2005 und 2010 betrug 2,2 Prozent. Einige Vorstädte von Nagoya wiesen in den frühen 2000er Jahren hohe Wachstumsraten auf, die Stadt Nagakute wuchs auch zwischen 2005 und 2010 um 11,9 Prozent, während andere Gemeinden in der Präfektur um zweistellige Prozentanteile schrumpften.[5]

Aichi ist landesweit die Präfektur mit der höchsten Zahl von Einwohnern brasilianischer Staatsangehörigkeit.[6]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament (Stand: Juli 2013)[7]
     
Von 97 Sitzen entfallen auf:
  • LDP: 48
  • DPJ: 24
  • Genzei Nippon-Ichi no Kai: 16
  • Kōmeitō: 6
  • Fraktionslos: 3
Präfekturverwaltung in Nagoya

Gouverneur von Aichi ist seit Februar 2011 der ehemalige Shūgiinabgeordnete Hideaki Ōmura, ehemals Mitglied der Liberaldemokratischen Partei (LDP). Er wurde bei der Wahl am 6. Februar 2011 gegen Kandidaten beider großer Parteien zum Nachfolger von Masaaki Kanda gewählt. Im Präfekturparlament Aichi verlor die Liberaldemokratische Partei bei den Regionalwahlen im April 2011 ihre absolute Mehrheit, blieb aber mit 49 von regulär 103 Sitzen stärkste Kraft. Die Demokratische Partei gewann 26 Mandate, Genzei Nippon, die Partei von Nagoyas Bürgermeister Kawamura, und das Nihon-ichi Aichi no Kai von Gouverneur Ōmura erhielten zusammen 18 Sitze. Die Kōmeitō stellt sechs Abgeordnete. Die Kommunistische Partei Japans (KPJ) ist seit 2003 nicht mehr im Parlament von Aichi vertreten.

Aichi gehört zu den finanzstärksten Präfekturen des Landes. Zeitweise lag der „Finanzkraftindex“ (zaiseiryoku shisū) über 1, d.h. Aichi konnte seine theoretisch notwendigen Ausgaben ganz aus eigenen Steuermitteln decken und erhielt deshalb keine Mittel mehr aus den „Regionalzuteilungssteuern“ (chihō-kōfu-zei), die der Zentralstaat an finanzschwache Präfekturen überträgt.

Aichi galt traditionell als Hochburg der gemäßigten Linken, der im Gewerkschaftsbund Dōmei organisierten Gewerkschaften und der mit ihr assoziierten Demokratisch-Sozialistischen Partei (DSP). Seit den 1990er Jahren, als die DSP in der NFP und schließlich der Demokratischen Partei aufging, galten Teile von Aichi und besonders Nagoya als Minshu Ōkoku, „demokratisches Königreich“, also als Hochburg der Demokratischen Partei.

Im nationalen Parlament ist Aichi durch 15 direkt gewählte Abgeordnete im Shūgiin und sechs im Sangiin vertreten. Die 15 Shūgiin-Wahlkreise in Aichi wurden bei der Wahl 2012 von 13 Liberaldemokraten und zwei Demokraten gewonnen. 2009 hatte die Demokratische Partei alle 15 Sitze in Aichi gewonnen und selbst beim landesweiten LDP-Erdrutschsieg 2005 noch sechs Wahlkreise gehalten. Im Sangiin sitzen für Aichi nach den Wahlen 2010 und 2013 drei Demokraten, zwei Liberaldemokraten und ein Mitglied der Minna no Tō.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aichi ist die wichtigste japanische Industrieregion. Die Präfektur ist für die Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie und dem Werkzeugmaschinenbau bekannt. International tätige Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Aichi:

Bayer, Daimler Chrysler, Fuji Heavy Industries, Mitsubishi, Pfizer, Sony, Suzuki, UBS und Volkswagen sind mit Niederlassungen in Aichi vertreten.

Verkehr[Bearbeiten]

Größte Bahngesellschaft in Aichi ist die JR Central als Teil der Japan Railways-Gruppe sowie die Privatbahn Meitetsu. Aichi ist über den Tokaido-Shinkansen an das japanische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Shinkansen-Bahnhöfe gibt es in Nagoya, Toyohashi und Mikawa-Anjo.

Das Autobahnnetz ist dicht ausgebaut, aufgrund der hohen Verkehrsdichte jedoch auch stark belastet. Aichi hat nach Hokkaidō die meisten Verkehrsunfälle in Japan. Die wichtigsten sind die Tōmei-Autobahn (Tokyo-Nagoya), Meishin-Autobahn (Nagoya-Kobe) und Chūō-Autobahn (Nagoya-Nagano-Tokyo). 2005 wurden die Isewangan-Autobahn (Toyota-Yokkaichi) und die Tōkai-Kanjō-Autobahn (Toyota-Gifu) eröffnet und bis 2014 soll der Ausbau der Shin-Tōmei-Autobahn (Tokyo-Toyota) in der Präfektur abgeschlossen sein.

Am 17. Februar 2005 wurde der neue Central Japan International Airport (Chubu-Kokusai-Kuko) eröffnet. Der ehemalige Großflughafen in Nagoya (Komaki-Airport) wird heute nur noch für Regionalflüge genutzt.

Wissenschaft[Bearbeiten]

In der Präfektur liegen zahlreiche Universitäten. Die größte und angesehenste Universität ist die staatliche Universität Nagoya, an der u.a. Ryoji Noyori lehrt.

Tourismus[Bearbeiten]

Bekannte touristische Ziele sind die Toyota-Werke, der Affenpark in Inuyama sowie die Schlösser in Nagoya und Inuyama. Aufgrund der Lage Aichis an der östlichen Küste gibt es zahlreiche geschützte Waldlandschaften, im Süden liegen kleinere aber wunderschöne Badestrände. So zum Beispiel in Hazu (seit April fusioniert mit der Stadt Nishio).

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Präfektur zählen:

  • Atsuta-jingū: ein alter Shinto-Schein mit 1.000-jährigen Bäumen und einem der drei göttlichen Symbole des japanischen Kaiserhauses
  • Kap Irago: westlichster Punkt der Atsumi-Halbinsel
  • Burg Inuyama: 1537 errichtet, in Inuyama
  • Meiji Mura: einer der ersten Themenparks in Japan mit 63 Gebäuden aus der Meiji-Zeit, in Inuyama
  • Horaiji-Berg: 684 Meter hoher ruhender Vulkan, in Horai
  • Ninomaru-Garten am Schloss von Nagoyajo: angelegt im Jahr 1625, in Nagoya
  • Schloss Okazaki, Geburtsstätte von Tokugawa Ieyasu, schöne Parkanlage und Museum (sehr bekannt für die Kirschblüte im Frühjahr und das gigantische Feuerwerk Anfang August)
  • Tenryū-Okumikawa-Quasi-Nationalpark: erstreckt sich über die Präfekturen Aichi, Shizuoka und Nagano mit dem 1.415 Meter hohen Chausu-at-Berg, dem höchsten Berg in Aichi
  • Tokugawa-Kunstmuseum: Ausstellungen von historischen und zeitgenössischen Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen

Bildergalerie[Bearbeiten]

Symbol[Bearbeiten]

Das Symbol der Präfektur Aichi ist ein stilisiertes Hiraganazeichen (a), (i) und (chi). Es wurde in den 1950er Jahren eingeführt.

Auslandsvertretungen und Partnerschaften[Bearbeiten]

1972 wurde eine Repräsentanz der Präfektur Aichi in Hamburg, die Japanese External Trade Organization (JETRO), eröffnet. Nach dem Umzug 1997 nach Berlin, wurde sie im Jahr 2003 aufgelöst und mit dem Pariser Büro zusammengelegt.

Die Präfektur Aichi hat Partnerschaften mit:

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Kreisfreie Städte (, shi)[Bearbeiten]

Landkreise (, gun)[Bearbeiten]

Liste der Landkreise der Präfektur Aichi, sowie deren Städte (, chō) und Dörfern (, mura).

Größte Orte[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
1. Oktober 2000
Einwohner
1. Oktober 2005
Nagoya 2.171.557 2.215.031
Toyota 395.224 412.131
Toyohashi 364.856 372.471
Ichinomiya 362.726 371.446
Okazaki 336.583 354.707
Kasugai 287.623 295.795
Anjō 158.824 170.237
Komaki 143.122 147.191
Kariya 132.054 142.112
Inazawa 136.938 136.959
Seto 131.650 131.916
Toyokawa 117.327 120.974
Handa 110.837 115.834
Tōkai 99.921 104.340
Nishio 100.805 104.323

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Präfektur Aichi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 県内の市町村. Präfektur Aichi, abgerufen am 6. Mai 2012 (japanisch).
  2. a b Aichi Overview. Präfektur Aichi, abgerufen am 6. Mai 2012 (englisch).
  3. Kinder/Hilgemann:dtv-Atlas zur Weltgeschichte, München 1986
  4. http://www.i-bac.jp/de/aichi/index.html
  5. Präfektur Aichi, 26. Dezember 2011: 平成22年国勢調査 愛知県の人口 („Bevölkerung der Präfektur Aichi nach der Volkszählung 2010“), Ergebnisse (PDF; 308 kB)
  6. Sōmushō, Statistikportal „e-Stat“: Statistik registrieter Ausländer 2009
  7. Präfekturparlament Aichi: Abgeordnete

35.083055555556136.98305555556Koordinaten: 35° N, 137° O