Automobilindustrie

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Die Automobilindustrie ist ein Industriezweig, der sich der Herstellung von Automobilen und anderen Kraftfahrzeugen widmet. Die Automobilindustrie entstand nach Erfindung des Automobils 1885 durch den Deutschen Carl Benz gegen Ende des 19. Jahrhunderts und erlebte einen bedeutenden Aufschwung durch die Massenproduktion von Kraftfahrzeugen (vor allem durch Henry Ford und Ransom Eli Olds), der bis heute anhält.

Überblick[Bearbeiten]

In vielen Industrieländern wie in den USA, Japan, Deutschland und Südkorea stellt die Automobilindustrie einen der bedeutendsten Industriezweige dar. Die Entwicklung der Produktionsverfahren in der Kraftfahrzeugindustrie ging allerdings dahin, dass bei der Endmontage immer mehr vorgefertigte Komponenten (oder Module) verwendet werden.

2001 wurde in der Europäischen Union (EU-25) ein Umsatz von 643,550 Milliarden Euro erwirtschaftet, davon entfielen auf Deutschland 264,525 Milliarden Euro (= 41,1 Prozent). In der Automobilindustrie waren 2001 rund 2.168.400 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 863.201 (= 39,8 Prozent) in Deutschland.[1]

In jüngster Zeit ist die Lage vieler Automobilhersteller schwieriger geworden; sie mussten Rückgänge ihrer Verkaufszahlen und Gewinne hinnehmen. [2] Viele Marktsegmente sind gesättigt. Der hohe Ölpreis veranlasst viele Autobesitzer, weniger als früher zu fahren. Während der Weltwirtschaftskrise 2009/10 gaben die Regierungen einiger Länder Milliardenbeträge für eine Verschrottungsprämie aus, um den Absatz von Neuwagen zu fördern. In Deutschland hieß diese Prämie Umweltprämie.

Bedeutende Unternehmen[Bearbeiten]

Kaum ein anderes industrielles Massenprodukt hat den Alltag der Menschheit mehr verändert als das Automobil. Ungefähr seit dem Jahr 1900 hat es mehr als 2.500 Unternehmen gegeben, die Automobile für den Markt produzieren. Viele Unternehmen, die im 19. Jahrhundert Eisenwaren oder Stahl produzierten, fingen Mitte des Jahrhunderts mit der Produktion von Waffen oder Fahrrädern an und entwickelten dadurch die nötigen Kenntnisse, die Jahrzehnte später im Automobilbau benötigt wurden.

Selbst heute gibt es neben den großen hier aufgeführten Massenherstellern auch noch viele kleine Betriebe im Bereich Automobilproduktion, die nur eine Handvoll – zumeist exklusive – Fahrzeuge produzieren, beispielsweise die Unternehmen Stutz (USA) oder Morgan (GB). Siehe auch eine Liste der Automobilmarken. Mit dem Wachstum und dem gleichzeitigem abnehmenden Eigenwertschöpfungsanteil der Hersteller hat sich auch eine bedeutende Zulieferindustrie entwickelt.

Statistiken weltweit[Bearbeiten]

Die größten Unternehmen der Automobilindustrie der Welt im Jahre 2008, bezogen auf den Umsatz[Bearbeiten]

Position Hersteller Land Umsatz in Mrd. $
1. Toyota Japan 204,8
2. Volkswagen Deutschland 167,9
3. General Motors USA 149
4. Ford USA 146,3
5. Daimler Deutschland 141,2
6. Honda Japan 94,24
7. Nissan Japan, Frankreich 88,7
8. Peugeot Frankreich 56,3
9. Fiat Italien 53,1
10. BMW Deutschland 46,7
11. Renault Frankreich 44,5
12. Robert Bosch GmbH (Zulieferer) Deutschland 42,0
13. Hyundai Südkorea 40,1
14. Denso (Zulieferer) Japan 30,6 (Toyota-Tochter)
15. Delphi (Zulieferer) USA 28
16. Mazda Japan 28,8

Die 15 größten Autohersteller der Welt im Jahre 2010, bezogen auf den Absatz[3][Bearbeiten]

Position Hersteller Land Absatz in Mio. Stück
1. Toyota Japan 8,413
2. General Motors USA 8,390
3. Renault-Nissan Frankreich, Japan 7,276
4. Volkswagen Deutschland 7,140
5. Hyundai Kia Automotive Group Südkorea 5,702
6. Ford USA 5,313
7. PSA Frankreich 3,602
8. Honda Japan 3,555
9. Suzuki Japan 2,592
10. Fiat Italien 2,224
11. Daimler Deutschland 1,884
12. Chrysler USA 1,516
13. BMW Deutschland 1,416
14. Mazda Japan 1,286
15. Mitsubishi Japan 1,078

Automobilmarken nach Markenwert im Jahr 2010[Bearbeiten]

Zusatzinformation: Im Vergleich zum Jahr 2009 verloren alle Automobilmarken der Welt zusammen im Jahr 2010 15 % an Wert

Fahrzeugneuzulassungen[Bearbeiten]

Kraftfahrzeuge pro 1.000 Einwohner

In Westeuropa wurden im Jahr 2003 14.208.250 Personenkraftwagen erstmals für den Verkehr zugelassen. Weltweit waren es 56,3 Millionen Automobile. Während die Nachfrage nach Personenkraftwagen mit nur 1 % Wachstum fast stagniert wurden über 6 % mehr Nutzfahrzeuge gegenüber dem Jahr 2002 abgesetzt. Dieser Zuwachs spielt sich zumeist in den so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern ab, mit China als Vorreiter im Wachstumsmarkt, wo gegenüber dem Jahr 2002 35 % mehr Automobile in den Verkehr gebracht wurden. Im Jahr 2006 wurden in den USA 16 Millionen Neuwagen verkauft, in China waren es 4 Millionen und in Indien eine Million.

Siehe Details unter: Wirtschaftszahlen zum Automobil

Statistiken nach Ländern[Bearbeiten]

Beschäftigte in der Automobilindustrie[Bearbeiten]

Land Beschäftigte 2010
in der EU[4]
DeutschlandDeutschland Deutschland 749.000 (=34,6 %)
FrankreichFrankreich Frankreich 225.000 (=10,4 %)
ItalienItalien Italien 171.000
PolenPolen Polen 149.000
SpanienSpanien Spanien 141.000
TschechienTschechien Tschechien 140.000
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 136.000
RumänienRumänien Rumänien 117.000
SchwedenSchweden Schweden 66.000
UngarnUngarn Ungarn 65.000
SlowakeiSlowakei Slowakei 51.000
BelgienBelgien Belgien 35.000
PortugalPortugal Portugal 30.000
OsterreichÖsterreich Österreich 29.000
NiederlandeNiederlande Niederlande 20.000
weitere 9 Staaten 42.000
Europäische Union 2.166.000

Autoindustrie in Deutschland[Bearbeiten]

Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2008 wurden 345,9 Mrd. € erwirtschaftet. Die nächst umsatzstärkste Branche, der Maschinenbau, brachte es auf 225,5 Mrd. €. Rund 747.000 Personen waren 2009 in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt.[5] Die Branche steuert mit rund 40 % den deutlich größten Anteil an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft bei. Dies waren im Jahr 2009 ca. 22,1 Mrd. €.[6] Ihr Exportüberschuss macht weit über die Hälfte des gesamten Exportüberschusses Deutschlands aus.[7]

Deutschland ist nach China und den USA der drittgrößte Pkw-Produzent der Welt. Im Jahr 2010 wurden 5,55 Mio. Pkw produziert.[8] Charakteristisch an der hiesigen Pkw-Produktion ist ihre starke Exportorientierung. Während Japan, aber vor allem China und die USA stärker für das Inland produzieren, gehen von der deutschen Pkw-Produktion rund 69 % ins Ausland - die weltweit höchste Pkw-Exportquote.[9] Nach der Anzahl der verkauften Fahrzeuge wechseln sich daher Japan und Deutschland seit Jahren als Pkw-Exportweltmeister ab. Geht es jedoch nach dem Wert des Pkw-Exports, so liegt Deutschland mit weitem Abstand vor Japan, weil im Ausland insbesondere seine großen und hochpreisigen Fahrzeuge nachgefragt werden.[10]

Automobilproduktion, Kraftfahrzeugbestand und Neuzulassungen in Deutschland: Siehe Details unter Wirtschaftszahlen zum Automobil.

Autoindustrie in Frankreich[Bearbeiten]

Pkw-Zulassungen nach Herstellern und Marken in Frankreich 2005[11]
Unternehmen Neu-Zulassungen 2005 Veränderung 2005/04 Marktanteil 2005
PSA-Gruppe 633.430 +2,2 % 30,6 %
davon Peugeot 362.157 -0,3 % 17,5 %
davon Citroën 271.273 +5,7 % 13,1 %
Renault-Nissan 534.173 -2,7 % 25,8 %
davon Renault 524.416 -4,5 % 25,4 %
Volkswagen AG 228.073 +11,0 % 11,0 %
davon Volkswagen 135.975 +9,5 % 6,6 %
Ford (Gruppe) 123.810 +1,4 % 6,0 %
davon Ford (Marke) 103.587 +1,9 % 5,0 %
General Motors 118.208 -3,0 % 5,7 %
davon Opel 106.454 -3,5 % 5,2 %

Autoindustrie in Italien[Bearbeiten]

Anteile am italienischen Pkw-Markt 2005/2006[12]
Unternehmen Marktanteil 1. Hj. 2006 Marktanteil 1. Hj. 2005 %
Fiat (inkl. der Marken Alfa Romeo, Maserati, Lancia, Ferrari) 30,74 % 27,73 %
Audi-Volkswagen-Seat 10,26 % 10,14 %
Citroën-Peugeot 9,96 % 10,35 %
Ford 7,84 % 7,81 %
Mercedes, Smart 5,08 % 5,07 %

Autoindustrie in Japan[Bearbeiten]

Der heimische Automobilbau in Japan begann, als Fusazō Mori (森 房造, Mori Fusazō) 1903, nachdem er auf einer Messe US-Automobile gesehen hatte, Torao Yamaba (山羽 虎夫, Yamaba Torao) mit dem Bau eines Busses beauftragte.[13] Das Ergebnis war der „Yamaba-Dampfbus“ (山羽式蒸気バス, Yamaba-shiki jōki basu) von 1904.[14] Das erste benzingetriebene Fahrzeug folgte 1907[13] auf Geheiß von Prinz Takehito Arisugawa durch Shintarō Yoshida (吉田 真太郎, Yoshida Shintarō) und Komanosuke Uchida (内山 駒之, Uchida Komanosuke), die sich vom französischen Darracq inspirieren ließen. Von diesem, nach den Geräuschen die es machte, Takurī (タクリー号, Takurī-gō) genannten Fahrzeug wurden 10 Exemplare gefertigt.[15] 1923 oder 1925 begann Jun’ya Toyokawa (豊川 順弥, Toyokawa Jun’ya), der Gründer des Unternehmens Hakuyōsha (白楊社), mit der Produktion des Ōtomo (オートモ号, Ōtomo-gō),[16] der das erste Exportfahrzeug Japans werden sollte.[13]

Absatz und Marktanteile nach Herstellern in Japan 2005[17]
Unternehmen Pkw + Lkw Anteil Pkw Anteil Lkw Anteil %
Toyota 1.719.060 29,3 % 1.519.980 32,0 % 194.012 17,8 %
Nissan 842.133 14,4 % 718.295 15,1 % 120.187 11,0 %
Honda 709.782 12,1 % 661.450 13,9 % 48.332 4,4 %
Suzuki 704.099 12,0 % 551.215 11,6 % 152.884 14,0 %
Daihatsu * 605.600 10,3 % 445.609 9,4 % 155.545 14,3 %
Mazda 295.128 4,9 % 233.092 4,9 % 51.226 4,7 %
Mitsubishi 256.228 4,4 % 187.380 3,9 % 68.848 6,3 %
Fuji 248.400 4,2 % 162.184 3,4 % 84.216 7,7 %

*) Daihatsu Motor Co., Ltd. ist seit 1967 eng mit der Toyota Motor Co., Ltd. und Toyota Motor Sales Co., Ltd. verbunden

Autoindustrie in Österreich[Bearbeiten]

Österreichs Autoindustrie blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits um 1900 wurde von Gräf & Stift der Vorderradantrieb erfunden, und die Steyr-Werke zählten in den 1930er-Jahren mit zu den führenden Autoherstellern Europas. Nicht zuletzt durch den Zweiten Weltkrieg und durch Fehlentwicklungen scheiterten allerdings sämtliche österreichische Hersteller in den Nachkriegsjahrzehnten und wurden infolgedessen aufgekauft (Steyr Daimler Puch AG, Gräf & Stift, Puch, …) oder mussten schließen.

Auf Grund dieser Schließungen und der geringer werdenden Bedeutung innerhalb der Gesamtwirtschaft kam es zu Bemühungen durch den damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky einen Austro-Porsche zu bauen, also wieder eine schlagkräftige Autoindustrie aufzubauen. Dieser Aufschwung begann durch die Ansiedlung des Motorenwerkes in Wien-Aspern von General Motors. Heute spielt die Autoindustrie in Österreich nach wie vor eine sehr wichtige Rolle. Bald wurden wertmäßig mehr Autozulieferteile exportiert als fertige Fahrzeuge importiert. Denn aufgrund vorhandenen Know-hows und einem hohen Innovationsgrad investieren internationale Autokonzerne, allen voran BMW in Steyr oder MAGNA in Graz, immer wieder in österreichische Standorte. Mittlerweile existieren 3 Autocluster (AC Styria mit 180 Unternehmen, darunter auch slowenische, kroatische und ungarische Unternehmen. 30.000 von den 44.000 Mitarbeitern sind in Österreich tätig; AC Oberösterreich, AC Vienna Region), um die Zusammenarbeit der Autohersteller und deren Zulieferer zu fördern. Dadurch soll die Effizienz und die internationale Konkurrenzfähigkeit gesteigert werden, um die heimischen Standorte zu stützen. Denn schließlich hat man seit der Osterweiterung mit der Slowakei und deren boomender Autoindustrie rund um Bratislava, welches sehr nahe an der österreichischen Grenze liegt, die Konkurrenz direkt vor der sprichwörtlichen „eigenen Haustüre“.

Doch selbst in dieser Zeit der Globalisierung, des Outsourcing, und der Wirtschaftsflaute in Europa, konnten Österreichs Zulieferbetriebe – vorwiegend mittelständische Unternehmen mit hohem Exportanteil – Umsatz- und Absatzzuwächse erzielen. Der Automobilsektor zählt daher zu den wenigen stark wachsenden Industriezweigen in Österreich (durchschnittliches Jahreswachstum zwischen 2000 und 2003 je 10 %). Grund dafür ist selbstverständlich nicht die bevölkerungsbedingt geringe Inlandsnachfrage, sondern die international gute Wettbewerbsfähigkeit, erkenntlich durch ungebrochen starke Beliebtheit bei den deutschen Autoherstellern, welche den größten Abnehmer österreichischer Automotive (BMW lässt einen Großteil aller benötigten Motoren in Steyr entwickeln und fertigen, bzw. alle Typen von Dieselmotoren im Motorenkompetenzzentrum Steyr entwickeln) darstellen. Wichtige Abnehmer im Ausland sind u.a. Daimler, BMW, VW und Audi. Der Automobilsektor erwirtschaftet mit 38 Mrd. Euro rund 10 % der österreichischen Industrieleistung.

Automobilbranche in Österreich (Hersteller und Zulieferbetriebe) in Zahlen (2003):

  • rund 600 Unternehmen mit ca. 175.000 Mitarbeitern
  • 2,1 Millionen Motoren und Getriebe
  • 200.000 Pkws (2004)
  • 25.000 Lkws
  • 18.000 Anhänger und 8.500 Traktoren

Folgende Fahrzeughersteller sind in Österreich vertreten:

Hinzu kommen mehrere hundert teils stark expandierende (meist mittelständische) Zulieferbetriebe, die nicht nur an die in Österreich vertretenen Fahrzeughersteller verkaufen, sondern großteils exportieren, wie zB. voestalpine motion in Linz, MIBA AG in Laakirchen, FACC (Fischer Advanced Composites Components AG) in Ried, Epcos in Deutschlandsberg, Eybl International AG, AVL List, Pankl Racing Systems.

Autoindustrie in Polen 2009[Bearbeiten]

2009 ging die Automobil-Produktion in Polen um 9,2 % auf 899.700 Einheiten zurück. Davon entfielen 605.800 Einheiten auf Fiat Auto Poland. Die Fiat-Werke in Tychy bei Bielsko-Biala leisteten 67 % der polnischen Autoproduktion. Bei Opel Gliwice ging die Produktion um 45 % von 171.700 (2008) auf 94.900 Autos (2009) zurück. VW Poznan baute mit 138.200 Einheiten (2009) 22 % weniger Pkw und Lieferwagen als 2008. Bei FSO in Warschau sank die Produktion um 60 %. Hier wird neben dem kompletten Chevrolet Aveo der Daewoo Matiz vorgefertigt, der dann zur Endmontage in die Ukraine geht. Marktanteile der Autohersteller in Polen: : Fiat 67,3 %; VW 15,4 %, Opel 10,7 % und FSO 6,6 %.

Unternehmen Standort Marke Stückzahl
Auto Fiat Poland Tychy Fiat Panda 298.000
Auto Fiat Poland Tychy Fiat 500 184.100
VW Polska Poznan VW Caddy 127.300
Auto Fiat Polska Tychy Ford Ka 112.500
GM Europe Gliwice Opel Zafira, Astra III und IV 94.600
GM, FSO Warszawa Chevrolet Aveo 31.000
insgesamt Polen - 899.700

Autoindustrie in der Schweiz[Bearbeiten]

Marktanteile der wichtigsten Automobilhersteller 2008[18]
Unternehmen Pkw-Zulassungen Veränderung 2008/73 Marktanteil
Volkswagen 32.183 +4,0 % 11,2 %
Opel 18.670 -8,9 % 6,5 %
Audi 16.964 +6,1 % 5,9 %
BMW 16.134 -4,3 % 5,6 %
Toyota 15.224 -11,2 % 5,3 %
Ford 14.768 +21,4 % 5,1 %
Renault 14.580 -2,1 % 5,1 %
Fiat 14.122 +26,5 % 4,9 %
Mercedes-Benz 13.919 +3,6 % 4,8 %
Peugeot 13.708 -5,9 % 4,8 %
Škoda Auto 11.134 +23,8 % 3,9 %
Citroën 10.391 -8,6 % 3,6 %
Alle Hersteller 288.525 +1,4 % 100,00 %

In der Schweiz gibt es einige wenige Hersteller von Autobussen, Nutzfahrzeugen und Solar-/Elektromobilen, die bekanntesten sind Mowag (Militärfahrzeuge), Hess AG (Autobusse) und Bucher Industries (Kommunalfahrzeuge).

Autoindustrie in der Slowakei[Bearbeiten]

Bereits seit in 1960-ern erfolgte der Aufbau einer Automobilindustrie in der heutigen Slowakei. Durch ausländische Investoren ist die Slowakei in den ersten Jahren ihrer Mitgliedschaft bei der EU zu einem sehr bedeutenden Fahrzeughersteller herangewachsen, wenn auch kein einziger Hersteller seine Unternehmenszentrale in der Slowakei hat, man also eigentlich keine einzige Type als eine slowakische bezeichnen kann. Wenn man die Fahrzeugerzeugung pro Einwohner des Landes rechnet, so ist die Slowakei weltweit führend. Die drei großen Fahrzeughersteller in der Slowakei sind Volkswagen in Bratislava, PSA Peugeot Citroën in Trnava und KIA in Žilina. Betrug im Jahr 2000 die Anzahl der erzeugten Einheiten noch 180.000, so wuchs dies bis 2007 auf 570.000 Stück, wobei für 2008 nochmals eine große Steigerung auf 640.000 Stück angenommen wurde.[19]

Autoindustrie in Südkorea[Bearbeiten]

Südkoreanische Pkw- und Lkw-Produktion und Marktanteile 2005[20]
Unternehmen Pkw + Lkw + Busse Anteil Pkw Anteil Lkw + Busse Anteil
Hyundai 601.235 50,8 % 446.708 46,3 % 154.527 70,6 %
Kia 256.459 21,7 % 212.111 22,0 % 44.348 20,3 %
Renault-Samsung 115.425 9,7 % 115.425 12,0 %
GM-Daewoo 106.392 9,0 % 92.260 9,6 % 14.132 6,5 %
Ssangyong 99.029 8,4 % 99.029 10,3 %
Daewoo Bus 3.368 0,3 % 3.368 1,5 %
Tata-Daewoo 2.580 0,2 % 2.580 1,2 %

Autoindustrie in Tschechien[Bearbeiten]

Absatz von Pkw in Tschechien nach Herstellern 2005[21]
Hersteller Absatz Veränderung Marktanteil
Škoda 56.743 -5,95 % 44,55 %
Renault 9.123 +44,17 % 7,16 %
Volkswagen 6.926 +4,72 % 5,44 %
Hyundai 6.378 +39,81 % 5,01 %
Ford 5.763 -7,44 % 4,52 %
Peugeot 5.661 -14,87 % 4,44 %
Citroën 3.972 +11,01 % 3,12 %

Autoindustrie in den USA[Bearbeiten]

US-Markt für Pkw und Lkw (bis 6,4 t) 2006[22]
Unternehmen Absatz Veränderung 2006/05 Marktanteil
General Motors [1] 4.065.341 −8,7 % 24,5 %
Ford Motor Co. [2] 2.901.090 −8.0 % 17,5 %
Toyota/Lexus/Scion 2.542.525 +12,5 % 15,4 %
DaimlerChrysler 2.390.585 −5,5 % 14,4 %
Davon: Mercedes-Benz 247.934 +10,6 % 1,5 %
Honda/Acura 1.509.358 +3,2 % 9,1 %
Nissan/Infiniti 1.019.249 −5,3 % 6,2 %
Hyundai/Kia 749.822 +2,6 % 5,6 %
Volkswagen/Audi 329.112 +5,9 % 2,0 %
BMW/Mini 313.939 +2,1 % 1,9 %

[1] einschließlich Saab
[2] einschließlich Volvo, Land Rover, Jaguar und Aston Martin

Kritik von Umweltverbänden[Bearbeiten]

Von Umweltverbänden werden Autohersteller für die Feinstaubbelastung, die Zerstörung kostbarer Landschaften als auch für deren Beitrag zum Klimawandel mitverantwortlich gemacht. Der Anteil des Straßenverkehrs an der anthropogenen Emission von CO2 liegt bei 11,5 %.[23] Der Beitrag, den Autos zum Feinstaub beitragen, verursacht durch Dieselruss, Bremsbelag- und Reifenabrieb, beträgt 20-60 %[24], wodurch die Lebenserwartung in der EU um mehr als 8 Monate sinkt.[25]

Nach einer Schätzung der Weltbank sterben jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen an Verkehrsunfällen und etwa 50 Millionen werden verletzt, was Kosten von 1-2 % des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts verursacht.[26]

Umweltverbände kritisieren weiter, dass die Autoindustrie trotz einer Marktsättigung mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, und zwar bei der Neuansiedlung von Autofabriken, beim Ausbau von Straßen, einer Verschrottungsprämie oder der Errichtung von Parkanlagen, oft mit dem Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Wettbewerbsfähigkeit einer Region.

Greenpeace stellte 2001 eine Strafanzeige gegen die Autoindustrie aufgrund des Lungenkrebsrisikos durch Dieselabgase. 2006 verklagte ein kalifornischer Generalstaatsanwalt sechs Autokonzerne, weil sie die Erderwärmung mit verantworten. Die Volkswagen-Gruppe landete in einer Studie aus 2009[27] auf dem drittletzten Platz.

Auch zahlreiche Künstler thematisieren in ihren Werken Emotionen oder Gefahren rund um das Auto. Im Medienkunstprojekt Warnviereck[28] wird von der Autoindustrie ein Warnhinweis gefordert, der ähnlich wie bei Zigarettenpackungen auf und in Autos angebracht werden solle.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz W. Peren (Hrsg.): Krise als Chance. Wohin steuert die deutsche Automobilwirtschaft? Gabler Verlag, 1994, ISBN 3-409-19190-9.
  • Franz W. Peren, Helmut H. A. Hergeth (Hrsg.): Customizing in der Weltautomobilindustrie: Kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsmanagement. Campus Verlag, 1996, ISBN 3-593-35494-2.
  • Gerhard Schröder: Automobilindustrie in Niedersachsen – Industriepolitische Gestaltungsspielräume zur Überwindung der Krise. In: Franz W. Peren (Hrsg.): Krise als Chance. Wohin steuert die deutsche Automobilwirtschaft? Gabler Verlag, 1994, ISBN 3-409-19190-9. (Gerhard Schröder war Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1998 bis 2005)
  • Jacques Calvet: Das Produktentwicklungsmanagement von Peugeot und Citroen. In: Franz W. Peren, Helmut H. A. Hergeth (Hrsg.): Customizing in der Weltautomobilindustrie: Kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsmanagement. Campus Verlag 1996, ISBN 3-593-35494-2. (Jacques Calvet war Vorsitzender des Vorstandes von PSA Peugeot Citroen von 1984 bis 1997)
  • Werner Neubauer, Bernd Rudow (Hrsg.): Trends in der Automobilindustrie: Entwicklungstendenzen – Betriebsratsarbeit – Steuer- und Fördertechnik – Gießereitechnik – Informationstechnologie – Informations- und Assistenzsysteme. 2012, ISBN 978-3-486-71527-9.
  • Willi Diez: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie – Herausforderungen und Perspektiven. 2012, ISBN 978-3-486-71398-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Chefs großer Automobilfirmen mit Kanzlerin auf dem Elektromobilitätsgipfel 2013 in Berlin. V.l.n.r: Neumann (Opel), Varin (ehemals PSA), Zetsche (Daimler), Wan Gang (China)
 Commons: Automobilindustrie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Automobilindustrie – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-NP-05-004/DE/KS-NP-05-004-DE.PDF
  2. Pkw-Neuzulassungen Oktober 2007 bis Oktober 2008 in Europa, Faz.Net
  3. Die 15 größten Autobauer der Welt: Volkswagen – Treppchen verpasst
  4. http://www.acea.be/images/uploads/files/POCKET_GUIDE_13.pdf
  5. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2011, S. 370.
  6. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Facts. Zahlen und Fakten aus der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband, Januar 2011, S. 2.
  7. Im Jahr 2009 betrug der Anteil am gesamten deutschen Exportüberschuss 55 %, vgl. Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik 1/2010. Bruttoinlandsprodukt 2009, S. 19, International Auto Statistics, edition 2010, S. 374 ff.
  8. http://oica.net/category/production-statistics
  9. Verband der Automobilindustrie, Daten zur Automobilwirtschaft, Ausgabe 2011, S. 249.
  10. Der Pkw-Exportwert Deutschlands betrug im Jahr 2009 72,8 Mrd. €, der japanische betrug 44,6 Mrd. €, vgl. Verband der Automobilindustrie, International Auto Statistics, edition 2010, S. 374/375
  11. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. CCFA
  12. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. Unrae (Unione Nazionale Rappresentanti Autoveicoli Esteri)
  13. a b c Civilization, Imported Cars, and the Birth of Domestic Production. In: Toyota Automobile Museum. Abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  14. Yamaba Steam Bus. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  15. Takuri. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch, im Fließtext ist 1902 angegeben, statt korrekt 1907 wie in der Tabelle).
  16. Otomo. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  17. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. JAMA
  18. Bundesagentur für Außenwirtschaft
  19. SLOWAKEI – 1. Rang Erzeuger/Kopf (PDF; 1,4 MB) Vortrag bei der Wirtschaftskammer Österreich am 2. April 2008 abgerufen am 21. Februar 2009
  20. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. KAMA [1]
  21. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. tschechischer Verband der Automobilindustrie (SAP)
  22. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. Automotive News Data Center, Dezember 2006
  23. Klimawandel: Wie der Mensch die Umwelt beeinflusst (abgerufen am 13. Juli 2011)
  24. Kein Diesel ohne Filter (abgerufen am 13. Juli 2011)
  25. Eine halbe Million Tote durch Feinstaub(abgerufen am 13. Juli 2011)
  26. Death on Wheels. Making Roads Safe in Europe and Central Asia. Human Development Department/The World Bank (PDF; 4,7 MB) S. xii.
  27. Report: How clean are Europe's cars? (PDF; 1,5 MB)
  28. Medienkunstprojekt Warnviereck. Abgerufen am 11. Juni 2011.