Rabenkirchen-Faulück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rabenkirchen-Faulück
Rabenkirchen-Faulück
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rabenkirchen-Faulück hervorgehoben
54.6436111111119.871111111111130Koordinaten: 54° 39′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Kappeln-Land
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 14,21 km²
Einwohner: 630 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24407,
24392 (Bicken)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04642
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 068
Adresse der Amtsverwaltung: Reeperbahn 2
24376 Kappeln
Webpräsenz: www.kappeln.info
Bürgermeister: Peter-Martin Dreyer (CDU)
Lage der Gemeinde Rabenkirchen-Faulück im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Rabenkirchen-Faulück (dänisch Ravnkær-Fovlløk) ist eine Gemeinde an der Schlei im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. In seiner heutigen Form besteht das Gemeindegebiet seit 1971. Faulück (dän. Fovlløk), Faulückfeld, Karschau (Karskov), Neuwerk, Rabenkirchen (Ravnkær), Rabenkirchenholz und Spinkery liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Rabenkirchen-Faulück liegt etwa 6 km westlich von Kappeln an der Bundesstraße 201 von Kappeln nach Husum.

Geschichte[Bearbeiten]

Marienkirche in Rabenkirchen

Die St.-Marien-Kirche, eine romanische Feldsteinkirche, wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Im 15. Jahrhundert wurde der romanische Chor abgebrochen und durch einen größeren spätgotischen Bau aus Feld- und Backsteinen ersetzt. Der Backsteinturm wurde Ende des 15. Jahrhunderts als erster Steinturm in Angeln angebaut und im 17. Jahrhundert mit Granit verkleidet. Das Pastorat stammt aus dem Jahr 1822. Sehenswert sind die Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert im Erdgeschoss des Kirchturmes. Die Orgel über dem Altar gilt als die älteste in Angeln. Sie wurde 1999 originalgetreu erneuert. Gegenüber der Kanzel befindet sich die Loge der adligen Gutsbesitzer von Gut Dollrott. Zur Loge gelangt man über eine Außentreppe an der Nordwand.

Legende[Bearbeiten]

Die Kirche liegt abseits des Ortes Rabenkirchen auf einer kleinen Erhebung. Nach einer Sage sollen sich zwei Raben als Himmelsboten auf dem weit vom Dorf entfernten Hügel niedergelassen und den Bauplatz der Kirche bestimmt haben. Doch wie bei vielen Kirchen des 12. und 13. Jahrhunderts existierte auch hier ein vorchristlicher Kultplatz. Darauf verweisen Odins Raben.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1904 führte die Bahnstrecke Süderbrarup–Kappeln durch die Gemeinde und hatte dort auch einen Bahnhof. Der Personenverkehr wurde 1972 eingestellt. Seit 1982 betreibt an Sonntagen im Sommer ein privater Verein die Linie Kappeln–Süderbraup als Museumseisenbahn, die „Angelner Dampfeisenbahn“.

Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Rabenkirchen-Faulück durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Faulück und Rabenkirchen neu gebildet.[2]

2000 wurde auf Gemeindegebiet vor Karschau in der Schlei das Wrack eines Wikingerschiffes aus dem 12. Jahrhundert gefunden. Das Schiff ist als eines der größten Frachtschiffe seiner Zeit anzusehen.

Politik[Bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze und die SPD vier.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein an der Wurzel gespaltener grüner Eichbaum mit sieben Blättern und zwei silbernen Eicheln, begleitet in halber Höhe beiderseits von je einem dem anderen zugewendeten schwarzen Raben.“[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rabenkirchen-Faulück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein