Lindewitt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lindewitt
Lindewitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindewitt hervorgehoben
54.6972222222229.196388888888912Koordinaten: 54° 42′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 53,27 km²
Einwohner: 1985 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24969
Vorwahlen: 04604 u. 04673Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 179
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Webpräsenz: www.amt-schafflund.de
Bürgermeister: Wilhelm Krumbügel (WGL)
Lage der Gemeinde Lindewitt im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Lindewitt (dänisch: Lindved) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Kleinwiehe (Lille Vi), Linnau (Lindaa), Lüngerau (Lyngvrå), Riesbriek (Risbrig) und Sillerup gehören zum Gemeindegebiet.

Geographie[Bearbeiten]

Lindewitt liegt in einer waldreichen Landschaft zwischen Nordsee und Ostsee im Norden Schleswig-Holsteins. Die nächste größere Stadt ist Flensburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Der Name des Ortes leitet sich davon ab, dass Gegend recht waldreich ist. Das dänische lind für Linde und das dänische witt für Wald ergibt übersetzt „Lindenwald“.

Gut Lindewitt entstand um 1500, das Herrenhaus wurde um 1780 erbaut. Das adlige Gut Lindewitt wurde im Jahre 1796 parzelliert.[2] Das Gut steht heutzutage nicht mehr. – Die Sage vom Schloß von Lindewitt zeugt noch von diesem.

Am 24. März 1974 wurden die bis dahin selbständigen gemeinden Kleinwiehe, Lindewitt-Lüngerau, Linnau, Riesbriek und Sillerup zur neuen Gemeinde Lindewitt zusammengeschlossen.[3] – Lindewitt gehörte im Übrigen bis 1974 noch zum Kreis Flensburg-Land. Dieser Kreis wurde aber im besagten Jahr mit dem Schleswig zum Kreis Schleswig-Flensburg zusammengefasst.

Von 1974 bis 1993 befand sich in der Grund- und Hauptschule „Am Wald“ der Ausweichsitz der schleswig-holsteinischen Landesregierung (Dienststelle Lindewitt/ Bunker LUDWIG).

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft WGL seit der Kommunalwahl 2013 zehn Sitze und der SSW drei.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Grün im Wellenschnitt geteilt. Oben ein aus einem Blatt und einem Samenstand mit fünf Samenkapseln gebildeter Lindenzweig, unten ein unterhalbes Wagenrad in verwechselten Farben.“[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Es gibt auch eine große Zahl von Windkraftanlagen.

1972 wurde der Handels- und Gewerbeverein Großenwiehe-Lindewitt gegründet. Er ist einer der ältesten ländlichen Handels- und Gewerbevereine im Kreis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmale die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen wurden hat die Gemeinde keine. Doch in einer ehemaligen Backstube in Lindewitt befindet sich heute ein Bäckereimuseum. Der alte Mühlenteich wird seit 1960 als Naturfreibad (Waldbad) genutzt. Beliebtes Naherholungsgebiet ist der Lindewitter Forst.

Bekannte Sagen von der Gemeinde Lindewitt[Bearbeiten]

Sage vom Schloß Lindewitt[Bearbeiten]

In einer Sage heißt es, dass man einst zur Mitternachtszeit im Rittersaal von Schloß Lindewitt Kampfgetöse und Waffengeklirr gehört habe. In anderen Räumen soll ein weiterer Geist sein Unwesen getrieben haben. Irgendwann habe man der Sage nach die Geister schließlich in einen großen Kessel gebannt und vergraben.[5]

Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof[Bearbeiten]

Der Sage nach soll einst der Puk vom Lindwitt-Hof auf dem Hundehaus gesessen haben und mit den Beinen die Hunde darunter geärgert haben. Heulend und bellend sollen die Hunde versucht haben den kleinen Nis zu fassen. Der Knecht des Hofes sah dies, wollte sich einen Spaß machen und schubste den Puk runter von der Hütte. Der Nis Puk schrie laut auf und schwor sich zu rächten. Eines Tages band der Nis Puk die beiden Rappen los und jagte sie in die Richtung der Gastwirtschaft, wo der Knecht gerade zechte. Der Knecht bemerkte sofort den Tumult von draußen, eilte raus und ergriff die beiden Pferde. Nun wollte er sofort die beiden Pferde zurück in den Stall bringen und setzte sich auf eines der beiden Pferde und ritt los. Doch auf dem Weg zurück schlief er ein Am nächsten Morgen wachte er sodann verdutzt auf zwei schwarzen Torfhaufen im Oxlundmoor (bei Großenwiehe) auf.[6]

In besagter Sage werden die Bezeichnungen Nis, Puk und Nis Puk also synonym verwendet.[7]

Sage von Speck und Braut aus Lüngerau[Bearbeiten]

Der Sage nach soll einst in einem Haus in Lüngerau bei einer Hochzeitsfeier, der Braut tragischerweise ein Speckstück im Halse steckengeblieben sein. Die Braut, die zur Hochzeit mit viel Gold- und Silber geschmückt worden war, wurde in ihrem Brautkleide, mit allem was sie an sich trug begraben. Daher beschloßen zwei Diebe die Tote wieder auszugraben, um sie zu berauben. Die beiden Diebe öffneten das Grab und nahmen der Braut den gesamten Schmuck. Doch beim Lösen des prachtvollen Gürtels, mußten sie die Braut hochheben. Wie sie nun, da sie wirklich alles hatten, die Braut wieder in den Sarg zurückfallen ließen, lößte sich das Stück Speck und flog heraus und die Braut erwachte. Die Erwachte weckte den Pastor, der sie zurück nach Lüngerau brachte.[8]

Die Sage erinnert an das Märchen von Schneewittchen und wird daher auch gerne als Märchen eingestuft.[8]

Sport[Bearbeiten]

Sport wird beim TSV Lindewitt angeboten. Neben Fußball, Handball oder Badminton, werden auch Randsportarten wie Bogenschießen und Faustball ausgeübt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Gemeinde Lindewitt, Kreis Schleswig-Flensburg; abgerufen am: 15. Dezember 2014
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 17
  6. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  7. Vgl. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  8. a b Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 97

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lindewitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien