Schafflund

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schafflund
Schafflund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schafflund hervorgehoben
54.7591666666679.184166666666715Koordinaten: 54° 46′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 19,09 km²
Einwohner: 2463 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24980
Vorwahl: 04639
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 158
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Webpräsenz: www.amt-schafflund.de
Bürgermeisterin: Constanze Best-Jensen (SWG)
Lage der Gemeinde Schafflund im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Schafflund (dänisch: Skovlund, friesisch: Schaflün) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Der Tal des Schafflunder Mühlenstroms ist eiszeitlichen Ursprungs. Der Schafflunder Mühlenstrom bildet sich aus dem Zusammenfluss von Meyner Mühlenstrom und Walsbek.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Schafflund wurde als Schaftling 1477 erstmals erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Der Ortsname Schafflund könnte aus dem Altnordischen kommen, nämlich vom Wort „skafl”, welches mit dem Possessivsuffix „-ungi” erweitert somit wohl „Siedlung bei der steilen Dühne” bedeuten würde. Hier wäre dann eine Binnendüne gemeint.[3] Im Dänischen wurde der Ort zu Skovlund. Das dänische Wort Skov bedeutet „Wald“ oder „Forst“. Das Wort Lund bedeutet ebenfalls „Wald“[4], womit der Ortsname wohl „Forstwald“ bedeuten könnte. Es wird jedoch auch vermutet, dass der Name des Ortes „Landstück am Wald”[5] oder „Waldlichtung”[6] bedeuten könnte.

Schon in der Mittelsteinzeit suchten Menschen das heutige Gemeindegebiet auf. Das belegen archäologische Funde wie Flintschaber oder querschneidige Pfeilspitzen. Auch in der Jungsteinzeit, der jüngeren Bronzezeit und der Eisenzeit siedelten Menschen in der Umgebung von Schafflund.[7] Neben der Trichterbecherkultur der zahlreiche Großsteingräber zugeordnet werden, trat am Ende der Jungsteinzeit die Einzelgrabkultur auf. Zahlreiche Beile, die aufgrund ihrer Form dieser Kultur zugesprochen werden können, sind in der Archäologischen Landesaufnahme für Schafflund verzeichnet. Einige Urnen stammen aus der jüngeren Bronzezeit und der Eisenzeit. Gefundene Eisenschlacken deuten auf die eisenzeitliche Verhüttung

Möglicherweise schon im 14. Jahrhundert wurde in Schafflund eine Wassermühle errichtet. Einen Hinweis auf einen Müller gibt es jedoch erst für das Jahr 1603: J. Reinhusen erwähnt in den "Annales Flensburgensis" den in Schafflund am 12. Dezember 1603 gesorbenen Godtborch Moller.[8] Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Mühle vom Schleswiger Domkapitel übernommen und von diesem am 26. November 1629 "an Gottberg Clausen für 25 Rthlr. jährliches Festegeld verpachtet".[9] Rund um die Mühle bildete sich der Ort, in dem im 17. Jahrhundert neben Bauern viele Handwerker lebten. 1795 erfolgte die Verkoppelung, bei der die bis dahin gemeinschaftlich genutzte Dorfflur aufgeteilt und als Koppeln an die einzelnen Bauern verteilt wurde.

Ursprünglich gehörte Schafflund zur Karrharde und damit ab 1867 zum Kreis Tondern. Schafflund wurde 1878 durch die preußische Provinzregierung dem Kreis Flensburg zugeordnet.

1884 wurde die Gemeinde von einem Großfeuer heimgesucht, das 13 Gebäude vernichtete. 1934 richtete der Reichsarbeitsdienst ein Barackenlager in Schafflund ein, das nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Kaserne für britische Soldaten und später als Unterkunft für Flüchtlinge diente.

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, der SSW zwei und die Wählergemeinschaft SWG sechs Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold eine bewurzelte grüne Buche mit vier Fruchtständen, begleitet rechts von einem roten Mühlrad, links von einem nach links oben schwimmenden blauen Fisch.“[10]

Die Buche im Wappen erinnert daran, dass die Schleswigsche Geest ursprünglich bewaldet gewesen ist. Die Gründung des Ortes im Wald veranlasste möglicherweise auch die Ortsbenennung. Das Mühlrad vertritt die örtliche Wassermühle, die früher eine weit über den Ort hinaus reichende Bedeutung hatte und im Wappen die Verbindung zu der ausschließlich agrarwirtschaftlich bestimmten Vergangenheit des Ortes herstellt. Der Fisch schließlich bezieht sich auf den Ertrag der Fischerei in den Fließgewässern der Gemeinde, insbesondere im Schafflunder Mühlenstrom.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Als ländlicher Zentralort verfügt die Gemeinde neben der Landwirtschaft über ein umfangreiches Dienstleistungsangebot und verschiedene Gewerbebetriebe.

Seit 1998 ist die Gemeinde Modellprojekt für eine kinderfreundliche Gemeinde, so dass die Kinder bei der Gestaltung und Ausführung kommunaler Maßnahmen mitbestimmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Schafflund stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Die ehemalige Wassermühle stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schafflund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kreiskarte Nordfriesland, Ausgabe 2008, Maßstab 1:100.000, Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein
  3. Vgl. Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten in Schleswig-Holstein, 2004, Seite 202
  4. Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005 , ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Thiesholz (vermutlich nicht ganz richtig geschrieben; der Artikel müsste gemäß dem Straßennamen eigentlich Tiesholz heißen) sowie Lundweg und Henningholz
  5. Amt Schafflund, Schafflund; abgerufen am 6. Juni 2014
  6. Vgl. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg, Karl Wachholtz Verlag Neumünster, 1963, S. 530-531
  8. Gottfried Pöge: Die Wind- und Wassermühlen des Kreises und der Stadt Flensburg, Schleswiger Druck- und Verlagshaus 1980, Seite 104 ff
  9. Gottfried Pöge: Die Wind- und Wassermühlen des Kreises und der Stadt Flensburg, Schleswiger Druck- und Verlagshaus 1980, Seite 104
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein