Handewitt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Handewitt
Handewitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Handewitt hervorgehoben
54.7666666666679.32543Koordinaten: 54° 46′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 77,73 km²
Einwohner: 10.878 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24976, 24983
Vorwahlen: 04608, 04630, 0461
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 183
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 9
24983 Handewitt
Webpräsenz: www.gemeinde-handewitt.de
Bürgermeister: Thomas Rasmussen (parteilos)
Lage der Gemeinde Handewitt im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Handewitt (dänisch: Hanved) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Die Gemeinde entstand in ihrer heutigen Form am 1. März 2008 aus der Fusion der beiden Gemeinden Handewitt und Jarplund-Weding des gleichzeitig aufgelösten Amtes Handewitt.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt unmittelbar an der Staatsgrenze zu Dänemark. Der Hauptort der Gemeinde Handewitt liegt 7 km westlich von Flensburg, nahe dem Flugplatz Flensburg-Schäferhaus. Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaften und Ansiedlungen Ellund, Ellundfeld, Gottrupel (dänisch Gottrupelle), Handewitt, Handewitt Kolonie, Handewitt West, Handewittfeld (Hanvedmark), Haurup (Havrup), Hoffnung, Hüllerup (Hyllerup), Jarplund (Jaruplund), Timmersiek (Timmersig), Unaften (Ondaften), Weding (Vedding, auch Veding) und Westerlund (Vesterlund). Handewitt liegt am Rande des Handewitter Forsts.

Höchster Berg der Gemeinde Handewitt ist der Trommelberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Handewitt wurde 1231 erstmals als Hanaewith (als Wald, in dem Hähne sind oder Wald des Hani interpretiert) erwähnt. Handewitt liegt am Heerweg, der Jütland in nord-südlicher Richtung durchquerte, was jedoch auch zu zahlreichen Überfällen auf das Gemeindegebiet führte.

Die Kirche, die weithin sichtbar auf dem Langberg steht, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und 1883/84 nach einem Blitzschlag im neugotischen Stil erneuert. 1965 schuf Charles Crodel das Turmfenster und ein Kreuzigungsfenster für die evangelische Kirche.

Der Ortsteil Handewitt-Kolonie entstand 1761, als König Friedrich V. Menschen aus der Pfalz und Hessen im Ort ansiedelte, nachdem seine Ländereien zerstört worden waren.

Am Abend des 11. März 1946 wurde auf einem Hof im Ortsteil Gottrupel, der dort unter dem Falschnamen Franz Lang lebende, Rudolf Höss, der Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz, von einer britischen Spezialeinheit festgenommen.[4]

Die bis 2008 bestehende Gemeinde Handewitt entstand am 24. März 1974 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Handewitt, Ellund, Gottrupel, Timmersiek, Haurup und Hüllerup.[5]

Die Gemeinde Jarplund-Weding entstand am 24. März 1974 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Jarplund und Weding.[5]

Handewitt bildete gemeinsam mit der Gemeinde Jarplund-Weding das Amt Handewitt.

Politik[Bearbeiten]

Von den 22 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die Wählergemeinschaft KWG und der SSW haben jeweils fünf Sitze, die SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben jeweils drei Sitze. Bürgervorsteher ist Joachim Schmidt (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Grün erhöht geteilt. Oben ein schreitender blauer Löwe, unten ein aus je acht nach außen gestellten Blättern und Eicheln abwechselnd geflochtener goldener Eichenkranz.“[6]

Der Löwe verdeutlicht die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Kreis Schleswig-Flensburg und die Nähe zu Dänemark. Er wurde mit gleicher Bedeutung bereits im Wappen der alten Gemeinde Handewitt geführt. Die Farbgebung entspricht der des Kreises.

Der achtblättrige Eichenkranz symbolisiert die Vereinigung der acht ehemaligen Gemeinden, die die heutige Gemeinde Handewitt bilden. Die Farbgebung Grün und Gold und die Figur des Eichenblattes sind dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Jarplund-Weding entnommen.

Gemeindeflagge

Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „Auf dem in einen schmäleren gelben Streifen oben und einen breiteren grünen Streifen unten geteilten Flaggentuch die Figuren des Gemeindewappens in flaggengerechter Tinktur.“[6]

Altes Wappen und alte Flagge[Bearbeiten]

Wappen vor 2008

Die bis zum 29. Februar 2008 bestehende Gemeinde Handewitt führte seit 1988 ein Wappen mit folgender Blasonierung: „Von Gold und Blau erhöht geteilt. In verwechselten Farben oben ein schreitender Löwe, unten sechs mit den Halmen aneinander gestellte begrannte Getreideähren, die Halme überdeckt mit einem Hufeisen, dessen Stollen nach oben gekehrt sind.“[7]

Der Löwe und die Farbgebung versinnbildlichten die Zugehörigkeit zum Kreis Schleswig-Flensburg und dem ehemaligen Herzogtum Schleswig. Die sechs Ähren repräsentierten die Gemeinden aus denen die Gemeinde Handewitt 1974 in der damaligen Form gebildet wurde.

Das Hufeisen sollte an die frühere Existenz von Vieh- und Pferdemärkten in Handewitt erinnern und die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft der Gemeinde ausdrücken.

Seit 1994 führte Handewitt auch eine Flagge, deren Beschreibung wie folgt lautete: „Auf einem, in einen schmaleren gelben Streifen oben und einen breiteren blauen Streifen unten waagerecht geteilten Flaggentuch die Figuren des Gemeindewappens in flaggengerechter Tingierung, etwas aus der Mitte zur Stange hin verschoben.“[7]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Handewitt unterhält seit 2004 (damals noch gemeinsam mit der ehemaligen Gemeinde Jarplund-Weding) eine Partnerschaft mit Salacgrīva in Lettland.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Einkaufs- und Freizeitzentrum Scandinavian Park an der A7

Die wirtschaftliche Struktur ist nicht homogen. Ellund, Gottrupel, Haurup und Hüllerup sind vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, Timmersiek ist eher auf Wohnbebauung ausgerichtet. Aber auch die Zahl der Gewerbebetriebe und Dienstleistungsangebote im Gemeindegebiet steigt. Seit 1993 besteht die Wirtschaftsentwicklungsgemeinschaft Flensburg/Handewitt (WEG), ein Zweckverband, im Rahmen dessen die Stadt Flensburg und die Gemeinde Handewitt bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben zusammenarbeiten. Ein Gewerbegebiet auf Handewitter Boden wird partnerschaftlich aufgebaut und vermarktet. Als sogenanntes skandinavisches Tor bietet sich in direkter Grenz- und Autobahnnähe für Unternehmen ein guter Standort in Handewitt. [8] An der A7 befindet sich der 125.000 m² große Scandinavian Park, ein 2006 eröffnetes Einkaufs- und Gewerbezentrum, das sich vor allem an Kunden aus Skandinavien wendet. Von hier aus bietet sich dem Reiseverkehr sowohl auf der Nord-Süd-Achse der Autobahn als auch hin zur Westküste und den Inseln ein Einkaufsstopp. In Anlehnung an das erste Unternehmen, das sich hier niedergelassen hat, wurden neue Straßen hier Skandinavien-Damm und -Bogen genannt.

Weitere gewerbliche Schwerpunkte liegen im Gewerbegebiet Heideland im Südwesten der Gemeinde, in Altholzkrug und an der Europastraße. Heute sind Produktionsunternehmen, Hoch- und Tiefbaufirmen, Handwerksbetriebe, Omnibusbetriebe, Handelsunternehmen sowie Banken, Sparkassen und eine Vielzahl weiterer Dienstleistungsunternehmen in der Gemeinde angesiedelt. Im Ortsteil Weding ist der Hauptsitz des Dänischen Bettenlagers, eines internationalen Facheinzelhandels-Sortiments mit dänischen Wurzeln. Auch sind die Angebote zur Deckung des täglichen Bedarfs mit hervorragenden Einkaufsmöglichkeiten gegeben.[9]

Im Ortsteil Handewitt sind eine dänische Grundschule sowie eine Grund- und Gemeinschaftsschule mit Förderzentrum und multifunktionaler Versammlungshalle ansässig. Weiterhin ist Handewitt Standort dreier Kindergärten, darunter ein dänischer, sowie einer öffentlichen Seniorenwohnanlage mit Sozialstation und zweier privater Seniorenwohnstätten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Handewitt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Sport[Bearbeiten]

Ein Vertreter der Gemeinde Handewitt begrüßt die SG nach dem Gewinn der Champions League 2014 auf dem Flensburger Südermarkt
Hauptartikel: SG Flensburg-Handewitt

Die Handball-Bundesligamannschaft SG Flensburg-Handewitt ist europaweit bekannt. Sie spielt seit 1992 in der Handball-Bundesliga und gewann 1997 den EHF-Pokal, 1999 den Euro-City-Cup, 2000 und 2012 den DHB-Supercup, 2001 und 2012 den Europapokal der Pokalsieger, 2003, 2004 und 2005 den DHB-Pokal, 2004 die deutsche Meisterschaft und 2014 die EHF Champions League.

Der Handewitter Sportverein e.V. (HSV) widmet sich vorrangig dem Breitensport. Er wurde 1960 gegründet und umfasst 10 Sparten.[10]

Mit ihren Spitzen- Breiten- und auch Nischensportangeboten ist Handewitt somit umfassend versorgt, Sport gilt daher als Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt unmittelbar westlich der A7, die das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung durchquert. Die Anschlussstelle Flensburg/Harrislee als letzte Ausfahrt vor der dänischen Staatsgrenze, ebenfalls im Gemeindebereich gelegen, ist etwa 3 km vom Ortsteil Handewitt entfernt. Nördlich verläuft die Bundesstraße 199 mit Verbindungen nach Schafflund und Flensburg. Südlich verläuft die Bundesstraße 200 mit Verbindung nach Husum und Flensburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Unsere Kirche zu Handewitt. 100 Jahre nach dem Wiederaufbau 1884. Hrsg. vom Kirchenvorstand 1984

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Handewitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Handewitt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  3. Vgl. Trommelberg, Besonderer Geländepunkt; abgerufen am 6. Mai 2014 sowie Handewitt, Alles im grünen Bereich in Handewitt; abgerufen am 6. Mai 2014
  4. Thomas Harding: Hanns and Rudolf: The True Story of the German Jew Who Tracked Down and Caught the Kommandant of Auschwitz. Simon & Schuster, London 2013
  5. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  6. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein (neues Wappen)
  7. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein (altes Wappen)
  8. http://www.gemeinde-handewitt.de/index.phtml?mNavID=1720.30&sNavID=1720.36&La=1
  9. Informationsblatt der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH
  10. Webauftritt des HSV