Großenwiehe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großenwiehe
Großenwiehe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großenwiehe hervorgehoben
54.7127777777789.252521Koordinaten: 54° 43′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 30,2 km²
Einwohner: 2910 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24969
Vorwahl: 04604
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 115
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Webpräsenz: www.amt-schafflund.de
Bürgermeisterin: Gudrun Carstensen (CDU)
Lage der Gemeinde Großenwiehe im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Großenwiehe (dänisch: Store Vi) ist eine Gemeinde im Amt Schafflund des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Großenwiehe liegt etwa zwölf Kilometer südwestlich von Flensburg in der Schleswigschen Geest. Östlich verläuft die Bundesautobahn 7 von Flensburg nach Schleswig, südöstlich die Bundesstraße 200 von Flensburg nach Husum und nördlich die Bundesstraße 199 von Flensburg nach Niebüll.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Feldsteinkirche St. Laurentius wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die Gemeinde entstand 1970 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Schobüll (Skovbøl), Schobüllhus (Skovbølhus) und Großenwiehe.

Die im Jahre 1949 errichtete dänische Schule (Store Vi Skole) wurde bis zum Jahre 1999 auch als Kirche verwendet.

1972 wurde der Handels- und Gewerbeverein Großenwiehe-Lindewitt gegründet. Er ist einer der ältesten ländlichen Handels- und Gewerbevereine im Kreis.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit ihren Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben übernimmt die Gemeinde im südlichen Amtsgebiet zentralörtliche Funktionen.

Politik[Bearbeiten]

Von vormals 20 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die CDU seit der Kommunalwahl 2008 neun Sitze, der SSW und die Wählergemeinschaft KWGG je vier und die SPD drei Sitze. Bei der Wahl am 26. Mai 2013 wurden nur 17 Sitze vergeben, wobei die Reduzierung ausschließlich zu Lasten der CDU ging, die nunmehr nur noch über sechs Sitze verfügt.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gesenkt geteilt von Gold und Blau. Oben eine stehende, silbern bewehrte Gabelweihe, unten ein Haferfruchtstand in verwechselten Farben.“[3]

Der geteilte Schild des Wappens von Großenwiehe bringt die zwei Ortsteile der Gemeinde zum Ausdruck. Die Wappenfigur in der oberen Schildhälfte stellt eine Weihe, eine selten gewordene Greifvogelart, dar. Da der Name des Vogels im Niederdeutschen „Wieh“ lautet, fand er als volkstümliche Deutung des Ortsnamens Eingang in das Wappen. Weihen sind auch heute noch, trotz ihres rückläufigen Bestandes, typische Greifvögel der Region. Die wissenschaftliche Ableitung des Gemeindenamens lautet allerdings anders: Altdänisch „Wighæ“, in der Bedeutung „Befestigung“, „Schanze“, bezeichnet einen Erdwall östlich des Dorfes, der indessen natürlichen Ursprungs ist. Der Haferhalm deutet darauf hin, dass die Landwirtschaft früher die eigentliche und heute noch eine wichtige Erwerbsquelle der Einwohner ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Großenwiehe stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Das Kulturdenkmal der Gemeinde ist im Wesentlichen die Kirche mit ihrem Kirchhof.

Eine Sage berichtet, dass diese Kirche von Großenwiehe einst von einem Riese gebaut wurde, während zeitgleich ein anderer Riese in Medelby ebenfalls eine Kirche baute. Da sie nur einen Hammer zum behauen der Steine besaßten, warfen sie sich den Hammer bei Bedarf gegenseitig zu. Bei einem der Würfe beschädigten sie den Turm der Wallsbüller Kirche, weshalb diese heutzutage nur einen niedrigen, gesonderten Glockenturm besitzt. – Eine weitere Sage berichtet davon, dass der Riese von Großenwiehe einst mit dem Nachbarriesen in Handewitt im Streit war. Einmal sei der Riese von Handewitt so in Zorn geraten, dass er ein großen Stein bis nach Großenwiehe geschleudert habe, den man dort noch immer sehen könne.[4] – In der bekannten Sage zur Entstehung der Ochseninseln, die nicht weit entfernt von Flensburg liegen, der nächsten größeren Stadt, spielt ebenfalls ein Riese eine bedeutsame Rolle. – Bei Großenwiehe liegt außerdem auch das Oxlundmoor wo die Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof endet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Im Inneren der Kirche von Großenwiehe

Der Jurist und königlich-dänische Diplomat Thomas Balthasar von Jessen (1648-1731) war der Sohn des Pastors in Großenwiehe und wuchs im Pastorat auf.

Der Reformpädagoge Peter Petersen (1884–1952), dessen Pädagogik auch in der gleichnamigen Schule in der Gemeinde angewendet wird, wurde in Großenwiehe geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Niederschrift über die Feststellung des Wahlergebnisses. In: amt-schafflund.de. Amt Schafflund, 29. Mai 2013, abgerufen am 30. Juli 2013 (PDF; 46 KB).
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 29

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großenwiehe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien