Husby

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Husby (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Husby
Husby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Husby hervorgehoben
54.7666666666679.566666666666749Koordinaten: 54° 46′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Hürup
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 19,32 km²
Einwohner: 2310 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24975
Vorwahl: 04634
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 127
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 1
24975 Hürup
Webpräsenz: www.husby.de
Bürgermeister: Hans-Heinrich Tramsen (CDU)
Lage der Gemeinde Husby im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Husby (ausgesprochen: Huusbü) ist eine Gemeinde in der Landschaft Angeln im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Zum Gemeindegebiet gehören Gremmerup (dänisch: Grimmerup), Hodderup, Husbyholz (Husbyskov), Markerup und Voldewraa (Fulbro).

Im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft wurde Husby 1973 Landessieger und 1996 Kreissieger mit Silberplakette.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befindet sich ein Urnenfeld, das ab 600 v. Chr. angelegt worden war. In diesem Urnenfeld befindet sich ein äußerst seltenes Wagengrab.

Es wird angenommen, dass Husby in der Wikingerzeit ein wichtiger Ort in Nordangeln war, da es an der Kreuzung zweier wichtiger Handelswege lag - der eine von ihnen verband Haithabu und Nordschleswig. In Rosgaard im Ortsteil Gremmerup gab es ein Wotan geweihtes Sumpfheiligtum und einen heiligen Wald. 1730 wurde beim Pflügen ein Münzschatz gefunden, dessen Münzen zwischen 940 und 980 in Haithabu geprägt worden waren. Neue Funde weisen auf eine Besiedlung bereits im 7. Jahrhundert zurück.[2]

Über Jahrhunderte war Husby Zentrum der Husbyharde. Harden waren skandinavische Verwaltungsbezirke. Die Thingstätte der Husbyharde befand sich nahe der Weggabelung bei der Kirche, später im alten (heute als vorbildlich restauriertes Wohnhaus erhaltenen) Dorfkrug an der Flensburger Straße. Das Hardesting fungierte bis 1867 als Untergericht, als der Bezirk zum neu geschaffenen Amtsgericht in Flensburg gelegt wurde.

Die St.-Vincentius-Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sie einen hölzernen Vorgängerbau gehabt. Man nimmt an, dass recht bald nach der Christianisierung des Landes in jeder Harde eine Kirche entstand. Der heutige Bau ist romanisch und aus behauenen Granit-Quadern errichtet. Auch das spricht für die besondere Bedeutung der Kirche, denn von den 37 erhaltenen romanischen Kirchen in Angeln sind ansonsten nur die bedeutenden Bauten in Munkbrarup, Norderbrarup und Sörup aus diesem Material. Der mächtige Turm stammt aus gotischer Zeit, ist mit Schindeln gedeckt und weithin im Land sichtbar. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Kirchenschiff das Osten verlängert, wobei Chor und Apsis zerstört wurden. Das bedeutendste der vielen Kunstwerke der Kirche ist eine Plastik des St. Michael aus dem 12. Jahrhundert.

Der Ort selbst wurde 1319 erstmals als Husebuy in den Quellen genannt. Auch der Name, den es mehrfach in Dänemark gibt, deutet auf ein sehr hohes Alter hin. „Huus“ steht für ein festes Haus eines landesherrlichen Verwalters.

Im 19. Jahrhundert geriet Husby wie das gesamte Herzogtum Schleswig in den Sog des Nationalismus. Nach dem Krieg von 1864 und endgültig 1867 wurde es preußisch.

1881 wurde die Bahnstrecke Kiel–Flensburg eröffnet, an der auch Husby liegt. Daher haben sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Handelsbetriebe und Handwerker in der Gemeinde angesiedelt. Durch die Lage des Bahnhofs hat sich das Dorf seither vor allem nach Westen hin ausgedehnt, während der alte Ortskern um den Dorfteich herum heute die nordöstlichste Ecke der Siedlung ausmacht.

Nach dem Ersten Weltkrieg sollte die schleswigsche Bevölkerung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder Dänemark abstimmen. Husby kam zur dritten Abstimmungszone. Nachdem die westlichen Nachbarkirchspiele Rüllschau und Munkbrarup, die zur zweiten Zone gehörten, sich ebenso wie die Stadt Flensburg mehrheitlich für den Verbleib bei Deutschland entschieden hatten, kam es in Husby nicht mehr zu einer Abstimmung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen. 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gremmerup, Hodderup, Husbyholz und Markerup nach Husby eingemeindet. Die beiden südlichen Gemeinden des Kirchspiels Husby, Ausackerholz und Ausacker, schlossen sich zur Gemeinde Ausacker zusammen.

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die CDU hat fünf und der SSW zwei.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldenes, auf senkrecht gegliedertem Unterbau stehendes, tür- und fensterloses Holzhaus in Stabbautechnik mit flachgiebligem, beidseitig von einem Kreuz flankierten Schindeldach.“[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Husby ist Einkaufsort für ein größeres Umland. Daneben gibt es einige kleinere Gewerbebetriebe. Die Landwirtschaft spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, auch wenn Husby seinen Charakter längst von einem Bauerndorf zu einem Wohndorf mit hohem Auspendleranteil vor allem in das 12 km entfernte Flensburg gewandelt hat.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Husby ist Standort einer Dörfergemeinschaftsschule. Außerdem gibt es eine kleine dänische Schule im Ort.

Sport[Bearbeiten]

In Husby sind zwei Sportvereine ansässig: Der Turn- und Sportverein Husby (TSV) sowie der Vfl Husby.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Husby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Neben der romanischen Kirche, einem Granitquarderbau, sind vor allem die alten Bauernhäuser im Nordangler Baustil sehenswert. Einige der schönsten finden sich im alten Ortskern rund um den Dorfteich, aber auch in den Kernen der übrigen Dörfer der Gemeinde.

Ein bedeutendes Naturdenkmal ist die vermutlich über 800 Jahre alte Waldemarseiche bei Husbyries, wo die Straße nach Grundhof von der Kappelner Landstraße abzweigt. Davor befindet sich ein kleines Bismarck-Denkmal, weshalb der Baum auch manchmal Bismarck-Eiche genannt wird. Eindrucksvoll ist auch eine riesige Rosskastanie östlich von Husbyholz am Weg nach Alt-Seegaard.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinden Ausacker und Husby (Hrsg.): Chronik des Kirchspiels Husby. Zusammengestellt aus acht Gemeindechroniken des Chronisten Johannes Jensen, Spang. 2. Auflage. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2000, ISBN 978-3-88042-031-1
  • Uwe Meyer, Gremmerup, im Auftrage der Gemeinden Ausacker und Husby: Chronik des Kirchspiels Husby. Band II: Weiterführung und Ergänzung der Kirchspielchronik Husby von 1976. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2003, ISBN 978-3-89876-135-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Husby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Archäologen in Husby - Metalldetektoren spüren Wikinger-Relikte auf auf shz.de vom 31. August 2013
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein