Selk

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Selk in Schleswig-Holstein.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Selk
Selk
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selk hervorgehoben
54.4666666666679.566666666666719Koordinaten: 54° 28′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Haddeby
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 10,07 km²
Einwohner: 858 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24884
Vorwahl: 04621
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 078
Adresse der Amtsverwaltung: Rendsburger Str. 54c
24866 Busdorf
Webpräsenz: www.gemeinde-selk.de
Bürgermeister: Arne Reimer (AWGS)
Lage der Gemeinde Selk im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Selk ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Ausblick vom Königshügel auf das Selker Noor

Selk liegt direkt südlich von Schleswig am Selker Noor der Schlei. Westlich verläuft die Bundesautobahn 7 von Rendsburg nach Schleswig, nördlich die Bundesstraße 76 von Eckernförde nach Schleswig.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich vom dänischen Wort selje (Weide) ab. Die erste urkundliche Erwähnung war am 5. März 1412. Da forderte der damalige Schleswiger Bischof die Gemeinde Selk auf, ihre Kirchensteuern zu bezahlen.

Selk ist aufgeteilt in die Ortsteile Oberselk, Niederselk, Wedelspang und Altmühl. Während Oberselk historisch zum Amt Gottorf gehörte und somit dem Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf unterstand, gehörte Niederselk ursprünglich zum St.-Johannis-Kloster vor Schleswig. Vereint wurden die Ortsteile in den 1930er Jahren. Heute gehört Selk zum Amt Haddeby.

Auf dem Gemeindegebiet soll im Jahre 872 eine Schlacht zwischen Wikingerkönigen stattgefunden haben. Als Folge finden sich noch heute viele Hünen- und Hügelgräber in Selk. Unter dem ca. 42 m[2] hohen Königshügel soll König Sigurd begraben worden sein.

Dieser Königshügel am Ortseingang von Selk ist zudem eine Gedenkstätte an die gefallenen österreichischen Soldaten im Deutsch-Dänischer Krieg von 1864. In und um Selk herum liegen zudem verstreut auf den Feldern und an den Wegen Gräber von gefallenen Soldaten aus Österreich, Preußen und Dänemark.

Siegmund L’Allemand: Die Erstürmung des Königsberges bei Oberselk durch das k.u.k. 18. Jägerbataillon am 3. Februar 1864 (Heeresgeschichtliches Museum Wien)

In Selk endet der Kograben (dänisch: Kovirke). Er ist Teil der Danewerk-Wallanlagen und befindet sich 1 bis 2 km südlich des Danewerks bei Schleswig. Er erstreckt sich schnurgerade von der Rheider Au bei Kurburg bis an das Selker Noor an der Schlei. Die Anlage bestand aus einem 2 m hohen und 7 m breiten Erdwall, dem ein zirka 4 m breiter und 3 m tiefer Spitzgraben vorgelagert war. Die Böschung des Erdwalles war auf der Seite zum Spitzgraben mit einer Holzpalisade versehen, die durch schräge Stützpfeiler gesichert wurde. Die Entstehungszeit des Kograbens ist schwer zu datieren. Neuere Untersuchungen deuten auf eine Bauzeit um das Jahr 800 hin. Hiernach wird der Kograben mit dem 808 von Gudfred gegen das Frankenreich Karls des Großen angelegten Göttrikswall gleichgesetzt. Die besondere Palisadentechnik ähnelt jedoch jener Technik, die bei den erst um das Jahr 980 herum gebauten dänischen Ringburgen verwendet wurde. Ob der Kograben auch oder stattdessen Teil des Schiffahrtweges zwischen Nord- und Ostsee war, ist ungeklärt. Im frühen Mittelalter nutzte die Schifffahrt die Route über Eider – Treene – Rheider Au – Schlei, um die gefährliche Umschiffung Jütlands zu vermeiden. Eine entwickelte Schleusentechnik ist für jene Zeit bzw. davor nur für den Tumilat-Kanal im fernen Ägypten belegt. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass die Schiffe vom Selker Noor bis auf die Wasserscheide (1 km Wegstrecke mit 25 m Höhendifferenz) auf dem Trockenen gezogen wurden, auf dem wesentlich längeren Abschnitt zwischen Wasserscheide und Rheider Au aber kräfteschonend auf dem Wasser des Kograbens.

Politik[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 gehören alle elf Mitglieder der Gemeindevertretung der Wählergemeinschaft AWGS an.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau schräglinks geteilt, oben eine grüne Kopfweide, unten ein schräggestelltes unterhalbes achtspeichiges silbernes Mühlrad.“[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ortszentrum überwiegt die Wohnnutzung, der Ortsrand ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Selk stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Sport[Bearbeiten]

Der TSV Selk erreichte mit seiner Tischtennisabteilung in der Saison 1978/79 die Bundesliga, musste aber sieglos sofort wieder absteigen.

2009 wurde der Fußballverein FC Altmühl 09 gegründet.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Selk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Der „Erik-Stein“ von Wedelspang bei Schleswig und der Schleswiger „Domstein“ – zwei runologische Sachzeugen über kriegerisches und friedliches Wikingertum. Rainer H. Schmeissner (Hrsg.): In: Steinkreuzforschung (SKF). Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung (Monographienreihe), Nr. 10, Regensburg 1999, S. 23–32

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig. Leipzig 1854
  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Topographische Karte 1:50.000
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein