Steinberg (Schleswig)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinberg
Steinberg (Schleswig)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinberg hervorgehoben
54.7580555555569.78388888888899Koordinaten: 54° 45′ N, 9° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 16,24 km²
Einwohner: 853 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24972
Vorwahl: 04632
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 164
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Webpräsenz: www.steinberg-angeln.de
Bürgermeister: Gerhard Geißler (WGStb)
Lage der Gemeinde Steinberg im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Steinberg (dänisch: Stenbjerg) ist eine Gemeinde an der Ostseeküste im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Das heutige Gemeindegebiet besteht seit 1970. Habernis (Havernæs), Norgaardholz (Nørregårdskov), Steinbergholz (Stenbjergskov), Steinberghaff (Stenbjerghav), Östergaard (Østergård) und Steinberggaard liegen im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Steinberg wird erstmals 1352 als „campo Stenbiert“ erwähnt, ist sicher aber viel älter. Das Dorf erstreckt sich in großer Ausdehnung von der Gemeindegrenze im Westen bei Bredegatt bis Flintholm im Osten, im Süden bis Südsteinberg und im Norden bis Stürsholz. Steinbergholz gehörte schon immer als Ortsteil dazu.

In früheren Zeiten bildeten in Südjütland bzw. im Herzogtum Schleswig die sogenannten Harden die untersten Verwaltungseinheiten. Ihnen oblag auch die Gerichtsbarkeit. Steinberg gehörte zur Nieharde (neue Harde), die im frühen Mittelalter von den benachbarten Harden abgetrennt worden war. Sie umfasste die Kirchspiele Sörup, Quern, Sterup, Esgrus, Steinberg und früher auch Gelting.

Das Steinberghaff wurde 1614 erstmals namentlich erwähnt. Die Endung „-haff“ entspricht dem dänischen Stenbjerg hav (= Meer, See). Ursprünglich bezog sich der Name „Steinberghaff“ auf die ganze Strandstrecke von der Lipping Au bis Habernis (ca. 4 km). Erst um 1800 wurde der Name Steinberghaff mit einem ca. 300 m langen und etwa 100 m breiten Küstenstreifen zwischen den Östergaarder Gehölz und Steinberger Hölzungen, speziell auf das Gebiet am Ostende der heutigen Fischerstraße bezogen.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 bildeten die Herzogtümer Holstein und Schleswig durch Proklamation vom 24. Juni 1867 die neue preußische Provinz Schleswig-Holstein. Mit der preußischen Landgemeindeordnung von 1867 wurden neue Gemeinden gebildet.

1888/89 erfolgte anstelle der Harden die Schaffung der Amtsbezirke, die größtenteils die alten Kirchspiele umfassten. 1949 vereinigten sich die benachbarten Ämter Steinberg und Quern zum gemeinsamen Amtsbezirk Quern-Steinberg mit Sitz in Steinbergkirche, einem Ortsteil der damals noch selbständigen Gemeinde Bredegatt.

Nachdem sich bereits 1966 die Gemeinden Habernis und Norgaardholz vereint hatten schlossen sich im Jahre 1970 aufgrund der Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Steinberg, Norgaardholz und Steinberghaff zu einer Bädergemeinde Steinberg mit der im Raumordnungsplan des Landes Schleswig-Holstein zugeordneten Funktionen Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Wohnen zusammen.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft WGStb seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die CDU und die Wählergemeinschaft ABS haben jeweils drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauen und silbernen Wellen schräglinks geteilt von Blau und Gold. Oben nebeneinander ein abnehmender silberner Mond und ein achtstrahliger silberner Stern, unten eine fliegende blaue Möwe.“[2]

Seit 1979 führt die Gemeinde Steinberg dieses Wappen. Der Mond und der Stern lassen sich bereits im alten Siegel der früheren Nieharde aus dem Jahr 1499 wiederfinden. Symbole für die Lage Steinbergs und die touristischen Anziehungspunkte sind die Möwe und die Wellen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Steinberg (Schleswig) stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Gut Oestergaard[Bearbeiten]

Gut Oestergaard liegt an der Ostsee und erhielt seinen Namen im 16. Jahrhundert, als es in den Osten des Dorfs verlegt wurde. Das Herrenhaus wurde 1856 errichtet.

Das Gut wird heute landwirtschaftlich genutzt. Außerdem werden auf dem Gut Ferienwohnungen vermietet. Oestergaard kommt aus dem Dänischen und bedeutet östlicher Hof. Teil des Gutes ist auch der Fischerholz.

Gedenkstein in Norgaardholz für drei deutsche Marinesoldaten, die am 10. Mai 1945 vor Norgaardholz hingerichtet wurden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Auch der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Asmussen (Hrsg.): Chronik des Kirchspiels Steinberg. 2 Bände (3 Teile). Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1986-1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein