Gelting

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde in Schleswig-Holstein; zu weiteren Orten dieses Namens siehe unter Gelting (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gelting
Gelting
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gelting hervorgehoben
54.759.917Koordinaten: 54° 45′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 17 m ü. NHN
Fläche: 19,92 km²
Einwohner: 1988 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24395
Vorwahl: 04643
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 112
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Webpräsenz: www.gelting.de
Bürgermeister: Uwe Linde (CDU)
Lage der Gemeinde Gelting im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Gelting ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. In Gelting gibt es die Ortsteile Goldhöft (dänisch: Goldhøft), Grahlenstein, Holmkier (Holmkær), Kattrott, Lehbek (Lebæk), Ohrfeld (Udmark), Stenderup und Wackerballig (Vakkerballe).

Geschichte[Bearbeiten]

Gelting wurde erstmals 1231 im Erdbuch König Waldemars des Siegers als Geltyng erwähnt. Damals war die Burg Gelting das Zentrum eines dünn besiedelten Kronguts, das wohl vor allem als Jagdgebiet diente. Die Katharinenkirche wurde um 1300 aus Backstein erbaut, das Kirchspiel war zunächst mit der Nieharde verbunden, zu der auch die Kirchspiele Sörup, Sterup, Steinberg, Quern und Esgrus gehörten. Im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts bildeten sich mehrere Adelsgüter wie Buckhagen, Roest und Düttebüll, die sich administrativ von Gelting lösten. Gelting selbst wurde 1494 ein adeliges Gut, als König Johann es der Familie Ahlefeldt überließ, die ihrerseits Törning an den König zurückführte.

Fortan wurde der Osten Angelns vom Adel dominiert, und hier spielte das Gut Gelting eine maßgebliche Rolle. Die Geltinger Kirche, die nach der Reformation evangelisch-lutherisch wurde, war Zentrum des flächengrößten Kirchspiels in Angeln, zu welchem die heutigen Gemeinden Gelting, Nieby, Kronsgaard, Hasselberg, Pommerby und Rabenholz sowie teilweise Maasholm (das 1928 eingemeindete Gut Oehe nämlich) gehören.

1710 wurde der Meierhof Priesholz zu einem eigenständigen Gut. 1789 begann die Parzellierung des Gutes Gelting, das jedoch eine administrative Einheit blieb. Als adeliges Gut bildete es bis 1853 einen eigenen Untergerichtsbezirk, als die Ostangler Güter zur Kappelerharde zusammengefasst wurden.

1864 wurde das Herzogtum Schleswig zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Ab 1867 stand Gelting unter dem neuen Amtsgericht in Kappeln und unter dem Kreis Flensburg. Das Kirchspiel Gelting, das bisher auf die Güter Gelting, Düttebüll, Priesholz und Oehe aufgeteilt war, wurde nun in zwölf kleine Landgemeinden und vier nur noch auf die Stammhöfe und deren unmittelbares Umfeld reduzierten Gutsbezirke geteilt. Auf dem Gebiet der heutigen Landgemeinde Gelting lagen neben dem Gutsbezirk Gelting die Landgemeinden Suterballig, Lehbek, Kattrott, Wackerballig und Stenderup. 1928 vereinigten sich der Gutsbezirk Gelting und Suterballig zur Landgemeinde Gelting, der 1938 zudem Lehbek, Kattrott und Wackerballig angeschlossen wurden. 1970 erfolgte noch die Eingemeindung von Stenderup.

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft A-GWG hat drei Sitze, die SPD zwei. Ein Gemeindevertreter, der über die SPD-Liste in die Gemeindevertretung gewählt wurde, schloss sich nicht der SPD-Fraktion an, sondern ist fraktionslos.

Wappen[Bearbeiten]

St. Katharinen in Gelting, Schleswig Holstein

Blasonierung: „In Blau unter einer strahlenden goldenen Halbsonne ein goldener Pflug mit silbernem Pflugeisen.“[2]

Die Gemeinde Gelting entstand erst 1928 durch Zusammenlegung des Gutsbezirks Gelting mit mehreren Landgemeinden des gleichnamigen Kirchspiels. Nach wechselvoller Besitzgeschichte erwarb 1758 der aus Nordfriesland stammende, in Ostindien zu großem Vermögen gekommene Sönke Ingwersen das Gut Gelting. Dieser, im Jahr darauf als „Baron von Geltingen“ geadelt, vererbte Herrschaft und Titel zunächst seinem Sohn, dann dem Sohn seiner Schwester, dem Stammvater der jetzigen Besitzer. Der Pflug im Wappen von Gelting ist dem Familienwappen der Freiherren von Geltingen entnommen. Zur Unterscheidung von anderen Wappen mit gleicher Figur wurde auf Vorschlag des Staatsarchivs Kiel nach dem Vorbild älterer Städtewappen, in denen der stereotypen Burg häufig Himmelskörper hinzugefügt worden sind (z. B. Schleswig), das Geltinger Wappen um die halbe strahlende Sonne ergänzt. Die Farben Gelb und Blau sind diejenigen des Landesteils Schleswig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Gelting stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Ev.-luth. Kirche St. Katharinen (2012)

Kirche St. Katharinen[Bearbeiten]

Die der heiligen Katharina von Alexandrien geweihte Kirche wurde um 1300 erbaut und wurde um 1793 im klassizistischen Stil umgebaut. Dabei wurde der Altarbereich von dem Flensburger Bildhauer Johann Christian Schmädl zu einer fünfachsigen Schauwand umgestaltet, deren Zentrum eine vielfigurige Kreuzigungsszene aus dem spätmittelalterlichen Schnitzaltar bildet. Darüber befindet sich die Orgel, deren Werk 1904 von Marcussen & Søn gestaltet wurde. Das Kirchenschiff behielt seine mittelalterlichen Form mit Flachdecke. Zum Inventar gehören ein Triumphkreuz und eine geschnitzte Taufe aus dem 17. Jahrhundert.

Gut Gelting[Bearbeiten]

Gut Gelting um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Blick auf Gut Gelting (2009)

Gut Gelting ist mit einem Wassergraben umgeben und eines der ältesten Güter in Angeln. Das Herrenhaus geht auf ein landestypisches Doppelhaus zurück. Es wurde später mit zwei Anbauten zu einer dreiflügeligen Anlage mit Ehrenhof erweitert. Das Herrenhaus ist im Privatbesitz der Barone von Hobe-Gelting und für Besucher nicht zugänglich.

Mühle Charlotte[Bearbeiten]

Die Erdholländer-Mühle wurde vom Gut Gelting 1826 erbaut und diente sowohl zum Entwässern des Noors als auch zum Kornmahlen. Heute wird sie als Ferienwohnung genutzt. Sie ist das Eingangstor zum Naturschutzgebiet Geltinger Birk und liegt am Strandsaum zur Flensburger Förde.

Sonstige[Bearbeiten]

  • In Hunhoi befindet sich ein Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert.
  • Das Großsteingrab Lehbek ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Gelting war ursprünglich ein vorwiegend landwirtschaftlich genutzter Ort, heute ist es ein ländlicher zentraler Ort mit ausgeprägtem Gewerbe und Dienstleistungsbetrieben. Als Luft- und Kneippkurort ist auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Die touristischen Angebote befinden sich vor allem in Wackerballig und an der Geltinger Bucht.

Von 1965 bis 1999 wurde eine Auto-Fährlinie ins dänische Faaborg unterhalten, die sich großer Beliebtheit erfreute, aber nach der Abschaffung des grenzüberschreitenden zollfreien Einkaufs eingestellt werden musste. Nach Presseberichten plant die dänische Reederei Nordisk Faergefart APS "zu 99,9%" eine Einrichtung einer Personenverbindung zwischen Gelting Mole und Faaborg ab 2013.[3]

Wichtigste Verkehrsverbindung ist die Bundesstraße 199, die so genannte Nordstraße von Kappeln über Flensburg bis nach Niebüll. Andere Straßen haben nur lokale Bedeutung.

Einen Eisenbahnanschluss besaß Gelting von 1886 bis 1952 durch die meterspurige Nordstrecke der Flensburger Kreisbahn. Die Nordstraße folgt weitgehend deren Trasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gelting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. Flensburger Tageblatt vom 19. Oktober 2012, S. 20