Mohrkirch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mohrkirch
Mohrkirch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mohrkirch hervorgehoben
54.67759.706666666666738Koordinaten: 54° 41′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Süderbrarup
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 14,42 km²
Einwohner: 1000 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24405,
24392 (Flarupholz),
24891 (Eslingholz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04646
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 060
Adresse der Amtsverwaltung: Königstraße 5
24392 Süderbrarup
Webpräsenz: www.mohrkirch.de
Bürgermeister: Karl-Jürgen Peters (CDU)
Lage der Gemeinde Mohrkirch im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Mohrkirch (dänisch: Mårkær) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Durch seine zentrale Lage in der Landschaft Angeln sind die Entfernungen nach Schleswig 21 Kilometer, Flensburg 22 Kilometer und Kappeln 15 Kilometer fast gleich. Mohrkirch liegt inmitten von Grundmoränen aus Lehm durchsetzt mit Findlingen auf Geschiebemergel.

Früher machten die Personenzüge der Bahnstrecke Kiel–Flensburg in Mohrkirch Halt.

Quer durch die Gemeinde verläuft die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. Nach Süden entwässern die Mohrkirch Kiesperdieker und Flarup Au in die Schlei und folglich in die Ostsee. Nach Westen fließt die Bondenau zum Treßsee und dann als Treene zur Eider in Richtung Nordsee.

Für den Abfluss der Kiesperdieker Au nach Südwesten zur Oxbek wurde schon im Mittelalter die 40-Meter-Höhenlinie bei Appelberg durchstochen und dieses Gewässer somit zur Ostsee umgeleitet. Später ist über ein Wehr und einen Verbindungsgraben eine Zuführung des Kiesperdieker Wassers zur Mohrkircher Au und damit zur Mohrkirchmühle geschaffen worden. Reste davon findet man noch im Bereich der Babbestraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mohrkirch wurde am 1. Januar 1970 aus den beiden ehemals selbständigen Gemeinden Mohrkirchosterholz und Mohrkirchwesterholz[2] gebildet. Der Zusammenschluss geht auf eine Anfang der siebziger Jahre durchgeführte räumliche Neuordnung der Gemeinden und Ämter im Kreisgebiet zurück, mit dem Ziel der wirtschaftlichen Stärkung und Vereinfachung der Verwaltung.

Die Neuordnung sah im Amt Süderbrarup die Zusammenlegung der damals 18 Gemeinden zu sechs Einheiten mit möglichst über 2000 Einwohnern vor. Für Mohrkirch war eine Zusammenlegung mit Böel vorgesehen. Es sind im Amt aber nur dort Zusammenlegungen durchgeführt worden, wo die für die eigene örtliche Entwicklung notwendige Bürgernähe und Eigenständigkeit der kommunalen Selbstverwaltung erhalten blieb.

Mohrkirch bildet auf Grund seiner historischen Entwicklung kein geschlossenes Ortsbild. Der Anteil der verstreut liegenden Häuser und Höfe in Einzellage ist sehr groß. Erst in den letzten Jahren hat sich die Verbindung der ehemaligen Ortsteile Westerholz und Osterholz durch die Erschließung eines Neubaugebietes als heutiger Ortskern entwickelt.

Das stark zerstreute Siedlungsgebiet Mohrkirchs spiegelt sich in einer großen Zahl von Ortsteil- und Höfenamen wider. Sehr oft handelt es sich um die alten Namen der einzelnen Parzellen, in die im Jahr 1778 mit Gründung der Mohrkirchharde das ehemalige Kloster und spätere Domanialgut Mohrkirchen sowie ein dazugehöriger Meierhof aufgeteilt wurden. Aber auch landschaftliche Besonderheiten haben sich in Ortsbezeichnungen niedergeschlagen.

Kloster Mohrkirchen[Bearbeiten]

Das Kloster Mohrkirchen wurde 1391 von Antoniter-Mönchen aus dem Kloster Tempzin gegründet, die anscheinend schon vorher in der Gegend ansässig waren.[3] Dem Kloster wurden in den folgenden Jahrzehnten weite Landstriche der umliegenden Gemeinden vermacht, zusätzlich erhielt es das Patronat über die Dorfgemeinden Norderbrarup und Böel. Als die Reformation in Schleswig-Holstein eingeführt wurde, wurde das Kloster um 1540 aufgelöst. Der größte Teil der Urkunden wurde vernichtet.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung haben die CDU und die SPD seit der Kommunalwahl 2013 jeweils vier Sitze, die Wählergemeinschaft FWG hat zwei Sitze und der SSW einen Sitz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein blaues Antoniuskreuz, beiderseits begleitet von je einem grünen Eichenblatt.“[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der Anteil der Waldflächen liegt nach den letzten Aufforstungen über dem Kreis- und Landesdurchschnitt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Mohrkirch stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Theaterschauspielerin Gisela Stein (1935–2009) lebte bis zu ihrem Tode in Mohrkirch.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mohrkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Mohrkirch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Im Gemeindeverzeichnis vom 6. Juni 1961 und in der Änderungsmeldung im systematischen Verzeichnis der Namens- und Grenzänderungen von Gemeinden vom 6. Juni 1961 bis 25. April 1970 Seite 451 findet sich die Schreibweise ohne Bindestrich
  3. Kloster Mohrkirchen
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein