Arts et Métiers ParisTech

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Arts et Métiers ParisTech
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Motto Fraternité, c'est là notre devise („Brüderlichkeit ist unser Motto“)
Gründung 1778[1]
Ort Paris, Metz, Bordeaux, Angers, Lille, Cluny, Châlons-en-Champagne, Aix-en-Provence
Land Frankreich
Generaldirektor (Präsident) Laurent Champaney[2]
Studenten 6200
Mitarbeiter 1100 (2011)
Jahresetat 125 Mio. € (2011)
Website www.ensam.eu

Die Arts et Métiers ParisTech (früher: École Nationale Supérieure d’Arts et Métiers, ENSAM) zählt zu den Elitehochschulen Frankreichs. Die Arts et Métiers ist für ihr Ingenieurstudium bekannt, ein Studium welches sehr maschinenbaulastig ist, aber den Anspruch hat Universalingenieure auszubilden.[3] Die Gadz'Arts sind die bekannte Studentenverbindung dieses Studiengangs, in welcher in fast alle Studenten der Hochschule, welche ihr Studium im ersten Jahr des Hauptdiploms beginnen, organisiert sind. Die Arts et Métiers bietet aber auch zweijährige Masterstudien sowie Promotionsstudien an. Sie gehört heute zu ParisTech.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duc de La Rochefoucaud-Liancourt. Begründer der ENSAM.

Inspiriert von seinen Reisen in Deutschland und England und dem damit verbundenem Studium der dortigen Industrie, gründete François Alexandre Frédéric, duc de La Rochefoucauld-Liancourt 1178 in Liancourt eine Berufsschule für die französische Industrie. In dieser Berufsschule wurde eine praktische Berufsausbildung mit einer Allgemeinbildung verbunden. Nachdem der Herzog im Jahre 1792 aus Frankreich vor der Revolution flieht wird diese Berufsschule nach Compiègne verlegt und an die Prytanée national militaire, eine französische Militärschule, angeschlossen. Napoléon Bonaparte verhilft der Berufsschule im Jahr 1803 wieder zur Eigenständigkeit und verleiht ihr den Namen École Imperial d'Arts et Métiers. Die Lehrpläne werden von Gehlehrten wie Louis Monge, Pierre-Simon de Laplace und Claude-Louis Berthollet entworfen. 1804 wird ein weiterer Campus in Beaupréau gegründet. 1806 wird die Berufsschule von Compiègne nach Châlons-sur-Marne in ein beschlagnahmtes Kloster verlegt. Dort besteht bis heute der älteste Campus der ENSAM.[1]

Studierende und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewerber für die knapp 1100 Studien- und Internatsplätze, die jährlich vergeben werden, müssen sich einem Aufnahmewettbewerb (concours) unterziehen. In aller Regel haben sie zuvor zwei Jahre Vorbereitungsklassen (classes préparatoires) absolviert, die an ausgewählten Gymnasien für ihrerseits schon ausgewählte Abiturienten angeboten werden. Die ENSAM rekrutiert Studenten aus unterschiedlichen den Prépas PSI, PT, MP, PC und deren zahlreichen Variationen. Am Concours können auch Ausländer teilnehmen. Ein Teil davon (die meist aus ehemaligen französischen Kolonien oder Protektoraten stammen und entweder dort oder in Frankreich Vorbereitungsklassen besucht haben) nimmt am Concours wie die Franzosen teil, die anderen werden in ihren Universitäten der ganzen Welt ausgewählt und konkurrieren in einem Concours international um die wenigen Plätze.

Studentenverbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Uniform eines Studenten im zweiten Jahr.
Altes Logo der ENSAM, wie es immer noch von der Studentenverbindung benutzt wird.

Der Großteil der Studenten der Arts et Métiers ist Mitglied der Gadz'Arts (von Garçon des Arts et Métiers). In dieser Vereinigung sind auch 30.000 ehemalige Studenten der Arts et Metiérs. Die Gadz'Arts sind damit eine der größten Studentenverbindungen der Welt. Der Jahrgang 2017 wird voraussichtlich der Jahrgang, in dem die Anzahl der Gadz'Arts (verstorbene Mitglieder hinzu gezählt) 100.000 überschreitet.[4] In der Verbindung sollen den neuen Studenten neben den fachlichen Kompetenzen, die sie an der Hochschule erwerben, auch gesellschaftliche Werte, wie z.B. Brüderlichkeit vermittelt werden. Die Weitergabe dieser Werte erfolgt zu Studienjahresbeginn in einer „Werteweiterreichungsperiode“, der PTV(période de transmission des valeurs) an die Erstsemester. Die PTV ist oft Thema von scharfer Kritik in den Medien und unterliegt gesetzlichen Spezialvorschriften wird vom französischen Bildungsministerium überwacht. Die PTV gestaltet sich je nach Campus auf unterschiedlich. Charakteristisch für die Gadz'Arts ist die Uniform, welche an eine Marineuniform aus dem 19. Jahrhundert erinnert. Diese Uniform wird jedoch nur zu offiziellen Anlässen getragen. Daneben gibt es die inoffizielle Uniform, die aus einem breiten Spektrum aus Kitteln mit abgerissenen Knöpfen besteht. Die weitest verbreitete Variante für die Studenten des ersten und zweiten Jahrgangs ist ein grauer Mantel der Biaude genannt wird und individuell von den Studenten in Handarbeit dekoriert wird.

Fachbereiche von Arts et Métiers ParisTech[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Fachbereiche verteilen sich auf:

Internationale Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studierenden können ein Semester ihres Studiums an ausländischen Spitzen-Universitäten verbringen. Darunter das KIT (Karlsruher Institut für Technologie)[5], die Technische Universität Dresden, das Georgia Institute of Technology (Georgia Tech), das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die University of California Berkeley, die Universität Tsinghua, das Politecnico di Milano (NUS), das Tokyo Institute of Technology, die Universidad Politecnica de Cataluna. Die Studenten dieser Hochschulen können im Gegenzug auch Semester an der Arts et Métiers verbringen. Mit vielen dieser Universitäten bestehen Doppeldiplome.

Deutsch-französisches Doppeldiplom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den deutsch-französischen Austausch zu stärken wurde 1996 der Campus in Metz Technopôle als Standort nahe der deutschen Grenze errichtet. Die deutschen Studenten des Doppeldiploms (heute an den deutschen Universitäten B. Sc. & M. Sc.) beginnen ihr Studium nach dem Vordiplom an diesem Campus. In der Metz Technopôle befindet sich auch die europäische Außenstelle der Georgia Tech. Für die deutschen Studenten gibt es für das Doppeldiplom von Karlsruhe bzw. Dresden zwei Möglichkeiten. Gruppe A: Man studiert das dritte und vierte Studienjahr (d. h. 3. Jahr B. Sc. und 1. Jahr M. Sc.) an der Arts et Métiers und kann sein Studium mit einem halben Jahr extra Regelstudienzeit in Karlsruhe/Dresden nach 5,5 Jahren beenden. Gruppe B Man kann die letzten anderthalb Jahre (d.h. 9. - 11. M.Sc.) des Studiums in Frankreich absolvieren. Früher gab es für die Studenten der Arts et Métiers auch die Möglichkeit nach Bestehen des Concours direkt am KIT zu beginnen. Diese Möglichkeit existiert derzeit nicht. Für die französischen Studenten existiert nur Möglichkeit Gruppe B. Sie wechseln mit ihren deutschen Kommilitonen gemeinsam in das 5. Mastersemester an die deutsche Hochschule. Alle Absolventen des Doppelabschlussprogramms erhalten die Titel „Diplôme d'ingénieur d'Arts et Métiers ParisTech“, Bachelor of Science und Master of Science.[5]

Ehemalige Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Carnet des Traditions. Nos Origines, Sp. 31–35 (französisch: Carn's des Trad's.).
  2. Décret du 23 février 2017 portant nomination du directeur général de l'Ecole nationale supérieure d'arts et métiers - M. CHAMPANEY (Laurent). Le service de la diffusion du droit. République Française., 23. Februar 2017, abgerufen am 4. April 107.
  3. Un ingénieur généraliste de haut niveau. Abgerufen am 22. November 2015.
  4. CE KIN. Cercle des Élèves. 18. März 2017, Arts et Métiers Aix-en-Provence.
  5. a b Richtlinien zur Durchführung des Deutsch-Französischen Ingenieurstudiengangs Maschinenbau ab A 2010 / B 2010 (Wintersemester 2010/11). Abgerufen am 22. November 2015.