Charles Leclerc

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Charles Leclerc
Charles Leclerc 2019
Nation: MonacoMonaco Monaco
Formel-1-Weltmeisterschaft
Status: aktiv
Startnummer: 16
Erster Start: Großer Preis von Australien 2018
Konstrukteure
2018 Sauber • 2019–2024 Ferrari
Statistik
WM-Bilanz: WM-Vierter (2019)
Starts Siege Poles SR
42 2 7 4
WM-Punkte: 303
Podestplätze: 10
Führungsrunden: 246 über 1321,6 km
Stand: Saisonende 2019

Charles Leclerc (* 16. Oktober 1997 in Monte Carlo) ist ein monegassischer Automobilrennfahrer. Er gewann 2016 die GP3-Serie und 2017 die FIA-Formel-2-Meisterschaft. Seit 2018 fährt er in der Formel 1.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leclercs Vater Hervé Leclerc, der ebenfalls Rennfahrer war und u. a. in den 1980er-Jahren in der Formel 3 fuhr, starb 2017 im Alter von 54 Jahren. Charles Leclerc trainierte auf der Kartbahn von Philippe Bianchi in Brignoles.[1] Er war mit dessen acht Jahre älterem Sohn Jules Bianchi befreundet, der ebenfalls Rennfahrer war und den Folgen eines Unfalls im Juli 2015 erlag.[2] Als Leclercs Großeltern, die Plastikproduzenten waren, im Jahr 2010 wirtschaftliche Probleme bekamen und die Finanzierung von Leclercs Karriere gefährdet war, vermittelte ihm Vater Bianchi Sponsoren.[3] Leclerc hat zwei Brüder, Arthur ist ebenfalls Rennfahrer.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kartsport (2005–2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leclerc begann seine Motorsportkarriere 2005 im Kartsport, in dem er bis 2013 aktiv blieb.[4] 2009 wurde er der bis dahin jüngste Sieger der französischen Kartmeisterschaft in der Cadet-Klasse. 2010 gewann er als bis dahin jüngster Fahrer die KF3-Klasse des Monaco-Kart-Cups. 2011 erzielte Leclerc Gesamtsiege im CIK-FIA-Weltcup der KF3 sowie in der CIK-FIA-Kart-Akademie-Trophäe. 2012 gewann er die KF2-Kategorie der WSK Euro Series und wurde Zweiter in der KF2-Klasse der CIK-FIA-Karteuropameisterschaft sowie in der U18-CIK-FIA-Kartweltmeisterschaft. 2013 fuhr Leclerc unter anderem in der KZ-Klasse der Europa- und Weltmeisterschaft. Während er in der Europameisterschaft den sechsten Platz erreichte, wurde er hinter Max Verstappen Zweiter in der Weltmeisterschaft.

Formel Renault und Formel 3 (2014–2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wechselte Leclerc in den Formelsport zu Fortec Motorsports in die Formel Renault. Er gewann zwei Rennen und erreichte insgesamt neun Podest-Platzierungen. Mit 199 zu 300 Punkten beendete er die Saison auf dem zweiten Platz hinter Nyck de Vries. Darüber hinaus absolvierte Leclerc mit Fortec sechs Gaststarts im Formel Renault 2.0 Eurocup. Dabei kam er dreimal auf dem zweiten Platz ins Ziel. 2015 erhielt Leclerc bei Van Amersfoort Racing ein Cockpit in der europäischen Formel-3-Meisterschaft.[5] Bereits beim ersten Rennwochenende in Silverstone gelang ihm sein erster Sieg. In Hockenheim, Spa-Francorchamps und Nürnberg gewann er ebenfalls. Als bester Fahrer seines Teams erreichte er den vierten Platz in der Fahrerwertung.

GP3-Serie (2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 wechselte Leclerc zu ART Grand Prix in die GP3-Serie. Er gewann den Saisonauftakt in Barcelona sowie die Hauptrennen in Spielberg und Spa-Francorchamps. Bei insgesamt acht Rennen stand er auf dem Podium. Mit 202 zu 177 Punkten setzte er sich gegen seinen Teamkollegen Alexander Albon durch und entschied die Meisterschaft für sich. Darüber hinaus wurde Leclerc 2016 ins Förderprogramm der Scuderia Ferrari aufgenommen. In dieser Funktion absolvierte er Formel-1-Testfahrten für Ferrari und Haas.[6][7]

Formel 2 (2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Leclerc 2017 im Sauber

2017 erhielt Leclerc bei Prema Racing ein Cockpit in der FIA-Formel-2-Meisterschaft.[8] Er gewann je ein Rennen in as-Sachir, Barcelona, Baku, Spielberg und Silverstone. Mit einem weiteren Sieg beim Hauptrennen in Jerez entschied er die Meisterschaft bereits beim vorletzten Rennwochenende für sich. Zudem blieb er Formel-1-Testfahrer und absolvierte Testfahrten für Ferrari und Sauber.

Formel 1 (seit 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 wurde Leclerc in der Formel-1-Weltmeisterschaft Stammfahrer bei Sauber.[9] Er wählte als seine permanente Startnummer die #16.[10] Bei seinem Debütrennen in Australien wurde er 13. Beim Großen Preis von Aserbaidschan erzielte er als Sechster seine ersten Punkte in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Er ist damit zugleich der erste monegassische Fahrer seit Louis Chiron 1950, der Punkte in einem Rennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft erzielte.[11] Beim Großen Preis von Frankreich qualifizierte er sich als Achter erstmals in den Top-10 für das Rennen. Insgesamt erzielte er zehn Punkteplatzierungen. Am Saisonende belegte er den 13. Gesamtrang mit 39 Punkten.

2019 tauschte Leclerc das Cockpit mit Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und wurde neuer Teamkollege von Sebastian Vettel.[12] Beim Saisonauftakt in Australien wurde er hinter Vettel Fünfter, durfte seinen Teamkollegen jedoch wegen einer Teamorder nicht überholen. Beim darauf folgenden Großen Preis von Bahrain erzielte er als erster Monegasse eine Pole-Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Im Rennen erlitt Leclerc in Führung liegend einen technischen Defekt am Antrieb, sodass er langsamer wurde und bis zum Rennende noch auf Platz drei zurückfiel. Es war seine erste Podestplatzierung in der Formel-1-Weltmeisterschaft. In Kanada und Frankreich wurde er erneut Dritter. Beim Großen Preis von Österreich lag Leclerc lange in Führung, bevor er kurz vor Rennende von Max Verstappen überholt wurde und auf dem zweiten Platz ins Ziel kam. Anschließend folgte mit dem dritten Platz in Großbritannien eine weitere Podest-Platzierung. In Belgien gewann er, als erster Monegasse und jüngster Ferrari-Fahrer überhaupt, sein erstes Formel-1-Rennen. Anschließend gewann Leclerc in Italien als erster Ferrari-Pilot seit 2010 das Heimrennen seines Rennstalls. Dem folgte ein zweiter Platz in Singapur und ein dritter in Russland. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi stand er als Dritter wieder auf dem Podium. Nach dem Rennen gab noch es eine Anhörung, weil bei der Benzinmenge in seinem Fahrzeug Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Das Team erhielt eine Geldstrafe von 50.000 Euro.[13] Die Saison schloss er auf dem vierten Gesamtrang mit 264 Punkten ab, was sein bestes Ergebnis in der Formel 1 ist.

Am 23. Dezember 2019 wurde bekanntgegeben, dass Leclerc seinen Vertrag bei Ferrari bis 2024 verlängert hat.[14]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Formel 1 (Testfahrer)
  • 2018: Formel 1 (Platz 13)
  • 2019: Formel 1 (Platz 4)

Einzelergebnisse in der europäischen Formel-3-Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Motor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 Punkte Rang
2015 Van Amersfoort Racing Volkswagen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich SIL DeutschlandDeutschland HO1 FrankreichFrankreich PAU ItalienItalien MNZ BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NOR NiederlandeNiederlande ZAN OsterreichÖsterreich SPI PortugalPortugal POR DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland HO2 363,5 4.
12 2 1 3 2 1 3 2 3 5 DNF 3 1 6 2 1 3 4 5 DNF 10 6 4 6 6 7 7 4 5 5 8 10 21

Einzelergebnisse in der GP3-Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Punkte Rang
2016 ART Grand Prix SpanienSpanien ESP OsterreichÖsterreich AUT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR UngarnUngarn HUN DeutschlandDeutschland GER BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA MalaysiaMalaysia MAS Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE 202 1.
1 9 1 DNF 2 3 6 3 5 3 1 6 4 DNF 3 5 DNF 9

Einzelergebnisse in der FIA-Formel-2-Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Punkte Rang
2017 Prema Racing BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON AserbaidschanAserbaidschan AZE OsterreichÖsterreich AUT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA SpanienSpanien ESP Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE 282 1.
3 1 1 4 DNF DNF 1 2 1 DNF 1 5 4 4 DSQ 5 17 9 1 7 2 1

Statistik in der Formel-1-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Grand-Prix-Siege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Saisonende 2019

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
2018 Alfa Romeo Sauber F1 Team Sauber C37 Ferrari 1.6 V6 Turbo 21 39 13.
2019 Scuderia Ferrari Ferrari SF90 Ferrari 1.6 V6 Turbo 21 2 2 6 7 4 264 4.
Gesamt 42 2 2 6 7 4 303

Einzelergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
2018 Flag of Australia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Azerbaijan.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of France.svg Flag of Austria.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Russia.svg Flag of Japan.svg Flag of the United States.svg Flag of Mexico.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg
13 12 19 6 10 18* 10 10 9 DNF 15 DNF DNF 11 9 7 DNF DNF 7 7 7
2019 Flag of Australia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Azerbaijan.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of France.svg Flag of Austria.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Russia.svg Flag of Japan.svg Flag of Mexico.svg Flag of the United States.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg
5 3 5 5 5 DNF 3 3 2 3 DNF 4 1 1 2 3 6 4 4 18* 3
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Charles Leclerc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Lecelerc – Rennfahrer. In: speedweek.com, abgerufen am 31. März 2019.
  2. Charles Leclerc: Der Monegasse von Start-und-Ziel. In: sueddeutsche.de, 24. Mai 2018.
  3. Charles Leclerc – Porträt. In: motorsport-total.com, abgerufen am 31. März 2019.
  4. Charles Leclerc. allroadmanagement.com, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).
  5. Gruz David: Monegasque prodigy Leclerc secures FIA F3 seat with Van Amersfoort. paddockscout.com, 14. Januar 2015, abgerufen am 7. März 2015 (englisch).
  6. Valentin Khorounzhiy: Leclerc gets Ferrari and Haas development role. motorsport.com, 1. März 2016, abgerufen am 18. Februar 2017 (englisch).
  7. Lawrence Barretto: Charles Leclerc gets Ferrari F1 test chance after impressing Haas. autosport.com, 10. Juli 2016, abgerufen am 18. Februar 2017 (englisch).
  8. Mitchell Adam: Ferrari F1 juniors Leclerc and Fuoco to Prema in GP2 for 2017. autosport.com, 28. November 2016, abgerufen am 25. Februar 2017 (englisch).
  9. sprache=de: Alfa Romeo und Sauber: 2018 mit Leclerc und Ericsson! (Nicht mehr online verfügbar.) formel1.de, 2. Dezember 2017, ehemals im Original; abgerufen am 2. Dezember 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.formel1.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Charles Leclerc kiest voor 16 als permanent startnummer. In: f1today.net. 5. Dezember 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017 (niederländisch).
  11. Alle Fahrer-Punkteresultate von Monaco (Nation). In: Formel-1-Datenbank: Ergebnisse und Statistiken seit 1950. motorsport-total.com, abgerufen am 30. April 2018.
  12. Räikkönen sagt Ciao! Ferrari holt Leclerc. kicker.de, 11. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  13. Geldstrafe für Ferrari
  14. Formel 1: Ferrari verlängert mit Charles Leclerc bis 2024. Abgerufen am 12. Januar 2020.