Division 1 1983/84

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Division 1 1983/84
Meister Girondins Bordeaux
Europapokal der
Landesmeister
Girondins Bordeaux
UEFA-Pokal AS Monaco
AJ Auxerre
Paris Saint-Germain
Pokalsieger FC Metz
Europapokal der
Pokalsieger
FC Metz
Relegation ↓ AS Saint-Étienne
Absteiger Olympique Nîmes
Stade Rennes
Mannschaften 20
Spiele 380  + 2 Relegationsspiele
Tore 911  (ø 2,4 pro Spiel)
Torschützenkönig Patrice Garande, (AJ Auxerre)
Division 1 1982/83

Die Division 1 1983/84 war die 46. Austragung der professionellen französischen Fußballliga. Meister wurden zum zweiten Mal nach 1950 die Girondins Bordeaux.

Erster Spieltag war der 20. Juli 1983, letzter Spieltag der 2. Mai 1984. Dieser frühe Saisonabschluss diente einer langen, ungestörten Vorbereitung auf die Europameisterschaftsendrunde in Frankreich sowie, etwas später, das olympische Fußballturnier.[1] Da es zugleich dennoch eine vierwöchige Winterpause vom 19. Dezember bis 13. Januar gegeben hatte, wurden etliche „Englische Wochen“ erforderlich – vom Resultat beider Veranstaltungen her eine überaus lohnende Planung.[2]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahmeberechtigt waren die Vereine, die die Vorsaison nicht schlechter als auf dem 17. Platz abgeschlossen hatten, dazu zwei direkte Aufsteiger aus der zweiten Division und der Gewinner der Relegationsrunde. Somit spielten in dieser Saison folgende Mannschaften um den Meistertitel:

Saisonverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es galt die Zwei-Punkte-Regel; bei Punktgleichheit gaben die Tordifferenz und gegebenenfalls – wie zwischen Bastia und Laval – die höhere Zahl erzielter Treffer den Ausschlag für die Platzierung.

Vor dem Saisonauftakt war es bei zahlreichen Erstdivisionären zu besonders intensiven und kostenträchtigen Aktivitäten auf dem Transfermarkt gekommen. So verstärkte sich Bordeaux, das bereits in den vorangegangenen Jahren viel Geld in Neuverpflichtungen investiert hatte, mit drei weiteren französischen Nationalspielern (Battiston, Tusseau, Zénier); Monacos neuer Trainer Lucien Muller konnte vier Neue (Bravo, Genghini, Le Roux, Krause) in seine Wunschmannschaft einbauen. Aber auch die Aufsteiger gaben erhebliche Beträge aus, um sich mit namhaften oder besonders talentierten Spielern zu verstärken: Rennes holte Stopyra und Hiard, während für Toulon, das überhaupt erst 1981 in den professionellen Ligenbetrieb zurückgekehrt war, mit dem 35-jährigen Onnis der bis in die Gegenwart (2012) in Frankreich erfolgreichste Ligatorjäger aller Zeiten für Treffer sorgen sollte, wofür ihm Paganelli und Emon zur Seite gestellt wurden. Nicht nur Rennes musste allerdings die Erfahrung machen, dass Geld keine Tore schießt.[3]

Bordeaux und Monaco lieferten sich über die gesamte Spielzeit hinweg ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze, in das vor allem bis zur Jahresendunterbrechung auch Titelverteidiger Nantes, Paris und – sogar bis weit in die Rückrunde hinein – die Überraschungsmannschaft aus Auxerre einzugreifen vermochten. Dabei verschafften die Girondins sich einen ersten psychologischen Vorteil, als sie Ende Februar bei den heimstarken „Gelben“ aus Nantes die Punkte entführen konnten. Auch ihr 7:0-Kantersieg gegen Saint-Étienne hatte die fußballinteressierte Öffentlichkeit bereits aufhorchen lassen, und anschließend gewannen sie sechs Spiele in Folge, unterlagen dann aber bei den Monegassen mit 1:2.[4] Die Entscheidung fiel am 36. Spieltag: Bordeaux gewann deutlich bei Verfolger Auxerre, während das insgesamt auswärts erfolgreichste Team aus Monaco in Toulouse nicht über ein Unentschieden hinauskam, was den Punktgleichstand beider Mannschaften zur Konsequenz hatte. Dies blieb bis zum Saisonende so – beide Kontrahenten holten vier Zähler aus den restlichen Begegnungen –, und das deutlich bessere Torverhältnis gab den Ausschlag zugunsten der Girondins. Damit endete für Bordeaux, 34 Jahre nach dem letzten Titelgewinn, eine lange Durststrecke, in der es fünf Mal lediglich zur Vizemeisterschaft gereicht hatte; zugleich begann damit die erfolgreichste Periode der Vereinsgeschichte.[5]

Am Tabellenende wussten Nîmes und Rennes schon im April, dass sie nach nur einer Spielzeit in die Division 2 zurückkehren mussten; ihre Plätze nahmen in der folgenden Saison Olympique Marseille und der FC Tours ein. Dagegen entschied sich erst am letzten Spieltag, dass Saint-Étienne in den Barrages um den Klassenerhalt würde kämpfen müssen – und darin hatte der französische Rekordmeister, nur drei Jahre nach seinem zehnten Titelgewinn, das Nachsehen. Vom Abstieg der „Grünen“ profitierte einer der traditionsreichsten Vereine Frankreichs: der Racing Club Paris, 1932 eines der Gründungsmitglieder der Liga, setzte sich mit 0:0 und 2:0 gegen Saint-Étienne durch und gehörte dadurch als zweiter Hauptstadtverein wieder dem „fußballerischen Oberhaus“ des Landes an.[6]

Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielorte der Division 1 1983/84
Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Girondins Bordeaux  38  23  8  7 072:330 +39 54:22
 2. AS Monaco  38  22  10  6 058:290 +29 54:22
 3. AJ Auxerre  38  21  7  10 059:330 +26 49:27
 4. Paris Saint-Germain (P)  38  18  11  9 056:370 +19 47:29
 5. FC Toulouse  38  19  7  12 057:410 +16 45:31
 6. FC Nantes (M)  38  18  9  11 046:320 +14 45:31
 7. FC Sochaux  38  14  13  11 046:340 +12 41:35
 8. Racing Strasbourg  38  11  17  10 036:380  −2 39:37
 9. OSC Lille  38  13  11  14 049:490  ±0 37:39
10. SEC Bastia  38  14  8  16 036:430  −7 36:40
11. Stade Laval  38  12  12  14 029:360  −7 36:40
12. FC Metz  38  13  9  16 049:530  −4 35:41
13. Racing Lens  38  14  7  17 057:660  −9 35:41
14. FC Rouen  38  13  8  17 042:400  +2 34:42
15. AS Nancy  38  10  12  16 038:530 −15 32:44
16. Sporting Toulon (N)  38  12  8  18 039:600 −21 32:44
17. Brest Armorique FC  38  9  13  16 036:470 −11 31:45
18. AS Saint-Étienne  38  11  8  19 031:520 −21 30:46
19. Olympique Nîmes (N, R)  38  6  13  19 036:700 −34 25:51
20. Stade Rennes (N)  38  8  7  23 039:650 −26 23:53

Platzierungskriterien: 1. Punkte – 2. Tordifferenz – 3. geschossene Tore

  • Französischer Fußballmeister und Teilnahme am Europapokal der Landesmeister 1984/85
  • Teilnahme am UEFA-Pokal 1984/85
  • Französischer Pokalsieger und Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 1984/85
  • Teilnehmer an der Relegation
  • Abstieg in die Division 2 1984/85
  • (M) amtierender französischer Meister
    (P) amtierender französischer Pokalsieger
    (N) Neuaufsteiger aus der Division 2 1982/83
    (R) Relegationssieger

    Kreuztabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    AJ
    Aux
    SEC
    Bas
    Gi.
    Bor
    AFC
    Bre
    St.
    Lav
    RC
    Len
    OSC
    Lil
    FC
    Met
    AS
    Mon
    AS
    Ncy
    FC
    Nts
    Ol.
    Nîm
    SG
    Par
    St.
    Ren
    FC
    Rou
    AS
    StÉ
    FC
    Soc
    RC
    Str
    SC
    Tln
    FC
    Tls
    AJ Auxerre 3:1 1:4 5:0 3:0 4:0 2:0 6:1 0:0 4:0 1:0 0:0 1:2 1:0 1:0 1:0 2:0 3:0 1:1 1:1
    SEC Bastia 1:0 1:3 2:1 3:0 2:2 1:0 1:0 0:1 0:1 1:0 1:1 1:1 2:1 0:0 2:1 0:2 4:2 1:0 3:2
    Girondins Bordeaux 4:1 2:1 1:1 0:0 3:2 5:2 1:1 0:2 2:1 1:0 4:0 2:1 4:1 3:1 7:0 3:0 2:0 1:0 0:0
    Brest Armorique FC 2:0 3:0 0:0 1:0 2:1 1:1 0:2 0:1 1:1 0:1 2:0 2:2 1:1 1:0 3:2 0:0 0:0 5:2 0:1
    Stade Laval 1:0 1:0 0:1 2:1 3:0 3:1 1:0 2:0 1:1 0:1 1:0 2:0 2:0 0:0 1:1 1:1 1:1 0:2 1:0
    Racing Lens 1:3 1:0 3:1 3:2 2:1 4:2 3:2 3:1 3:1 2:2 0:0 0:3 0:1 4:2 2:1 1:0 2:2 5:1 0:1
    OSC Lille 1:2 0:0 1:1 2:1 1:0 3:1 2:0 1:1 2:0 2:0 1:0 1:0 2:0 0:1 1:1 1:2 1:1 4:2 0:0
    FC Metz 1:2 1:0 0:0 1:0 0:0 3:0 1:0 0:4 1:2 2:1 2:1 1:1 6:0 1:1 1:0 3:1 1:1 2:0 1:3
    AS Monaco 0:1 1:0 2:1 2:0 3:0 3:1 1:1 2:2 1:1 3:0 5:1 0:1 3:2 1:0 3:1 1:1 1:0 1:0 2:3
    AS Nancy 0:1 1:3 0:2 1:1 0:0 2:0 1:2 2:1 1:1 0:1 2:1 1:2 1:3 2:0 2:0 0:0 3:2 2:2 2:0
    FC Nantes 1:2 1:0 0:1 4:0 3:1 0:0 2:1 2:1 0:0 2:1 4:0 3:1 3:1 3:0 1:0 1:1 1:1 1:0 3:1
    Olympique Nîmes 1:1 0:0 1:2 2:2 3:0 2:1 2:2 3:7 1:2 1:1 1:0 1:1 1:1 2:1 1:1 2:2 0:3 1:0 3:0
    Paris Saint-Germain 1:2 1:0 2:1 1:1 0:0 3:0 4:5 2:0 0:1 1:1 0:0 0:0 3:2 2:0 3:1 3:1 2:0 5:1 1:0
    Stade Rennes 1:3 4:1 0:2 1:1 1:1 1:1 0:0 1:2 1:2 2:1 1:2 2:1 0:1 2:1 1:2 0:1 3:0 1:2 1:5
    FC Rouen 2:0 1:2 1:0 0:1 2:0 0:2 3:1 3:0 1:0 7:1 2:0 3:0 0:1 1:0 1:1 1:0 2:2 1:1 3:1
    AS Saint-Étienne 0:0 0:2 0:2 1:0 1:0 0:4 2:0 2:2 0:1 1:0 0:0 3:1 2:3 1:0 1:0 1:0 0:1 1:0 0:1
    FC Sochaux 3:0 2:0 3:1 2:0 0:1 2:2 1:0 2:0 1:1 0:1 0:1 4:1 2:1 1:0 1:1 1:1 0:0 8:2 1:0
    Racing Strasbourg 2:1 0:0 2:2 1:0 1:0 2:1 1:1 0:0 0:1 1:1 0:0 1:0 0:0 1:1 0:0 2:0 0:0 2:0 1:3
    Sporting Toulon 1:0 1:0 1:0 0:0 2:2 3:0 0:3 0:0 1:3 0:0 1:1 3:1 1:0 0:1 1:0 0:1 1:0 1:3 3:2
    FC Toulouse 0:2 4:0 1:3 1:0 0:0 2:0 2:1 3:1 1:1 1:0 3:1 5:0 1:1 3:1 2:0 2:1 0:0 1:0 1:3

    Relegation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Gesamt Hinspiel Rückspiel
    Racing Paris 2:0  AS Saint-Étienne 0:0 2:0

    Meistermannschaft Girondins Bordeaux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Girondins Bordeaux
    Girondins Bordeaux

    Dazu kam ein Eigentor.[7][8][9]

    Erfolgreichste Torschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Pl. Spieler Verein Tore
    1 Patrice Garande AJ Auxerre 21
    ArgentinienArgentinien Delio Onnis Sporting Toulon 21
    3 PolenPolen Andrzej Szarmach AJ Auxerre 20
    4 Philippe Anziani FC Sochaux 18
    Bernard Genghini AS Monaco 18
    Bernard Lacombe Girondins Bordeaux 18
    7 François Brisson Racing Lens 16
    Alain Giresse Girondins Bordeaux 16
    9 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Zvonko Kurbos FC Metz 15
    10 Jean-François Beltramini FC Rouen 14
    Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Dieter Müller Girondins Bordeaux 14
    12 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Vahid Halilhodžić FC Nantes 13
    13 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Uwe Krause AS Monaco 12
    Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dušan Savić OSC Lille 12
    PolenPolen Mirosław Tłokiński Racing Lens 12
    16 Patrick Cubaynes Olympique Nîmes 11
    Gérard Soler FC Toulouse 11

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 2-84253-762-9
    • Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2009. Vecchi, Paris 2008, ISBN 978-2-7328-9295-5
    • Jean-Philippe Rethacker: La grande histoire des clubs de foot champions de France. Sélection du Reader’s Digest, Paris/Bruxelles/Montréal/Zurich 2001, ISBN 2-7098-1238-X

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Anmerkungen und Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Beaudet, S. 144f.
    2. Pierre Minier: 1943-2003 – Football Club de Nantes, le doyen de l’élite. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-23-1, S. 327–330
    3. Rethacker, S. 78; Beaudet, S. 141
    4. Beaudet, S. 142; Rethacker, S. 84
    5. Rethacker, S. 85; Beaudet, S. 142f.
    6. Beaudet, S. 141
    7. Guillet/Laforge, S. 187, ergänzt aus Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o. J.
    8. Guillet/Laforge, S. 186
    9. Einsätze Ligue 1 1983/84. In: weltfussball.de. Abgerufen am 15. Februar 2018.