Ken Miles

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ken Miles (rechts vorne mit Helm)
Ford GT40, Siegerwagen von Miles/Ruby beim 24-Stunden-Rennen von Daytona 1966

Kenneth Henry „Ken“ Miles (* 1. November 1918 in Sutton Coldfield; † 17. August 1966 in Riverside) war ein britischer Autorennfahrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ken Miles, der mit dem Lotus-Formel-1-Piloten John Miles nicht verwandt war, wuchs in der Nähe von Birmingham auf, einer Stadt, in der während der Zwischenkriegszeit mit Rover und MG zwei wichtige britische Automobilhersteller beheimatet waren. Miles machte eine Ausbildung zum Fahrzeugingenieur und arbeitete in der britischen Fahrzeugindustrie bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Nach dem Ende des Kriegs – er verließ die Armee 1946 als Feldwebel einer Panzer-Einheit – begann er wieder in der Automobilbranche zu arbeiten und wandte sich verstärkt dem Motorsport zu. Nach einigen Versuchen im Motorradsport kaufte er sich Anfang der 1950er-Jahre einen Frazer-Nash und fuhr damit Club- und Bergrennen. Nach einigen unergiebigen Anläufen in der Formel 3 ging er 1952 als MG-Service-Manager für Südkalifornien in die USA. In seiner Freizeit fuhr er mit verschiedenen Modellen von MG Sportwagenrennen. Diese Fahrzeuge wurden von ihm selbst umgebaut und gewartet.

Als die ersten Porsche-Rennwagen in die USA kamen, war er einer der ersten, der die schnellen und leichten Spyder auf der Rennstrecke zum Einsatz brachte. Auf Porsche gewann Miles ungezählte Klassensiege, ehe er auf Carroll Shelby traf. Miles wurde Werksfahrer bei Shelby American und ging mit dem AC Cobra 427 und dem Ford GT40 bei allen großen Sportwagenrennen an den Start.

Seine erfolgreichste Saison war das Jahr 1966, als er bereits 47 Jahre alt war. Er gewann mit Lloyd Ruby das 24-Stunden-Rennen von Daytona und die 12 Stunden von Sebring. Den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wo er 1955 zum ersten Mal am Start war, verpasste er nur um 40 Meter. Henry Ford II wollte seinen ersten Triumph in Le Mans mit einem toten Rennen feiern. Die beiden führenden GT40 von McLaren/Amon und Hulme/Miles überfuhren nach 24 Stunden und 360 gefahrenen Runden parallel den Zielstrich. Die Offiziellen des ACO machten der Idee jedoch einen Strich durch die Rechnung, als sie dem 40 Meter hinter dem Miles-Wagen gestarteten Duo McLaren/Amon den Sieg zusprachen, da diese Mannschaft die längere Distanz (40 Meter) zurückgelegt hatte.

Miles starb im selben Jahr bei einer Testfahrt mit einem der Ford-J-Car-Prototypen – die als Ford GT40 MK IV 1967 bei den großen Sportwagenrennen eingesetzt wurden – in Riverside. Der Wagen brach am Ende einer Geraden unvermutet aus, überschlug sich mehrmals und fing Feuer. Miles erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Kopfverletzungen. Die genaue Unfallursache konnte nie geklärt werden.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 2019 veröffentlichten Spielfilm Le Mans 66 – Gegen jede Chance, der den Zweikampf zwischen Ford und Ferrari um den Gesamtsieg in Le Mans 1966 thematisierte, wurde Ken Miles vom britischen Schauspieler Christian Bale verkörpert. Matt Damon spielte Carroll Shelby.[1]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1955 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich MG Cars Ltd. MG EX182 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Johnny Lockett Rang 12
1965 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Shelby American Inc. Ford GT40 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren Ausfall Motorschaden
1966 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Shelby American Inc. Ford GT40 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Rang 2

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1957 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jean-Pierre Kunstle Porsche 550 RS Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jean-Pierre Kunstle Rang 9
1958 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jean-Pierre Kunstle Porsche 550 RS Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jean-Pierre Kunstle Ausfall Kupplungsschaden
1959 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Precision Motors Porsche 718 RSK Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jack McAfee Rang 8
1962 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rootes Motors Sunbeam Alpine Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lew Spencer Ausfall Motorschaden
1963 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ed Hugus Shelby Cobra Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lew Spencer Rang 11
1964 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Shelby American Corp. Shelby Cobra 427 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Morton Ausfall Motorschaden
1965 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Al Dowd Ford GT40 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren Rang 2 und Klassensieg
1966 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Shelby American Inc. Ford X1 Roadster Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lloyd Ruby Gesamtsieg

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1955 MG MG EX182 ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM FrankreichFrankreich LEM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT ItalienItalien TAR
12
1957 Jean-Pierre Kunstle Porsche 550 ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM SchwedenSchweden KRI VenezuelaVenezuela CAR
9
1958 Jean-Pierre Kunstle Porsche 550 ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT
DNF
1959 Precision Motors Porsche 718 RSK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT
8
1962 Rootes Motors Sunbeam Alpine Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MAI ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland BER DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich TAV ItalienItalien CCA Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI FrankreichFrankreich PAR
DNF
1963 Ed Hugus
Vic Damone
Shelby Cobra Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA ItalienItalien MAI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MON DeutschlandDeutschland WIS FrankreichFrankreich TAV DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
11 2
1964 Carroll Shelby International Shelby Cobra Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR ItalienItalien MON BelgienBelgien SPA ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI FrankreichFrankreich PAR
DNF 4
1965 Al Dowd
Carroll Shelby International
Ford GT40 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien BOL ItalienItalien MON ItalienItalien MON Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MUG DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI ItalienItalien BOZ DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
1 2 3 DNF
1966 Carroll Shelby International Ford GT40 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MON ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MUG ItalienItalien CCE DeutschlandDeutschland HOK SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR OsterreichÖsterreich ZEL
1 1 2

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ken Breslauer: Sebring. The official History of America's Great Sports Car Race. David Bull, Cambridge MA 1995, ISBN 0-9649722-0-4.
  • Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.
  • R. M. Clarke: Le Mans. The Jaguar Years 1949–1957. Brooklands Books, Cobham 1997, ISBN 1-85520-357-X.
  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ken Miles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Mans 66 – Gegen jede Chance. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 14. Oktober 2020.