Creutzwald

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Creutzwald
Wappen von Creutzwald
Creutzwald (Frankreich)
Creutzwald
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Boulay-Moselle
Gemeindeverband Communauté de communes du Warndt
Koordinaten 49° 12′ N, 6° 42′ OKoordinaten: 49° 12′ N, 6° 42′ O
Höhe 198–334 m
Fläche 26,72 km2
Einwohner 13.355 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 500 Einw./km2
Postleitzahl 57150
INSEE-Code

ehemaliges Kohlebergwerk

Creutzwald (deutsch Kreuzwald) ist eine französische Gemeinde mit 13.355 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und zum Kanton Boulay-Moselle. Die Einwohner nennen sich Creutzwaldois. Bis 1961 hieß der Ort amtlich Creutzwald-la-Croix.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Creutzwald liegt im Warndt, direkt an der Grenze zum Saarland; die Nachbargemeinde auf saarländischer Seite ist Überherrn. Partnerstadt von Creutzwald ist Dillingen/Saar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1601 erwarb der hugenottische Glasfabrikant Louis de Condé, der aufgrund seines Glaubens aus Frankreich in das Herzogtum Lothringen ausgewandert war, eines Teil des Warndt, den Kreuzwald. Dort ließ er eine Glasbläserei anlegen und für deren Arbeiter den gleichnamigen Weiler Creutzwald. Mit dem Herzogtum Lothringen fiel Creutzwald 1766 an Frankreich. Vom Vorfrieden von Versailles 1871 bis zum Frieden von Versailles 1919 gehörte Creutzwald zum Deutschen Kaiserreich.

Bergbaugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1854 wurde im Zuge des Aufschlusses des Lothringer Kohlenrevier durch eine Probebohrung unweit des Weges von Creutzwald zum Lauterbach, einem Zufluss der Rossel, in 213 m Tiefe ein abbauwürdiges Flöz gefunden.[1] 1858 wurde eine erste Konzession erteilt, doch erst 1895 wurde der erste Schacht (Marie) abgeteuft, 1898 der zweite (Julius).[2] Im selben Jahr (1898) konnte die erste Kohle gefördert werden.[3]

Das Bergwerk La Houve wurde am 23. April 2004 stillgelegt. Creutzwald war der letzte Ort in Frankreich, in dem ein Kohlebergwerk betrieben wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 13.649 14.471 15.540 15.060 15.169 14.360 13.468

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Malte Helfer: Der Steinkohlenbergbau in Lothringen im GR-Atlas (Atlas für die Großregion rund um das Großherzogtum Luxemburg) auf der Webseite der Universität Luxemburg, abgerufen am 3.Dezember 2015.
  2. Anton Haßlacher: Der Steinkohlenbergbau des Preussischen Staates in der Umgebung von Saarbrücken, Bd. 2: Geschichtliche Entwickelung des Steinkohlenbergbaues im Saargebiete. Springer, Berlin 1904, S. 174.
  3. Ralf Banken: Die Industrialisierung der Saarregion 1815–1914, Bd. 2: Bd. 2. Die Frühindustrialisierung 1850–1914. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-07828-2, S. 40.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Creutzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien