Lunéville

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Lunéville
Wappen von Lunéville
Lunéville (Frankreich)
Lunéville
Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Lunéville
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Gemeindeverband Communauté de communes du Lunévillois
Koordinaten 48° 35′ N, 6° 30′ OKoordinaten: 48° 35′ N, 6° 30′ O
Höhe 217–321 m
Fläche 16,34 km²
Einwohner 19.516 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 1.194 Einw./km²
Postleitzahl 54300
INSEE-Code
Website www.luneville.fr

Kirche Saint Jacques in Lunéville

Lunéville [ly.ne.vil] (veraltet auch Lünstadt)[1] ist eine Gemeinde im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen. Lunéville ist Sitz der gleichnamigen Unterpräfektur, Hauptort der Kantone Lunéville-Nord und Lunéville-Sud sowie Sitz des 1997 gegründeten Gemeindeverbandes Communauté de communes du Lunévillois.

Lunéville liegt an der Einmündung der Vezouze in die Meurthe, etwa 30 Kilometer entfernt von Nancy. Mit 19.516 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) ist Lunéville nach Nancy die zweitgrößte Stadt im Département Meurthe-et-Moselle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunéville war einst eine kleine Grafschaft und gehörte seit dem 15. Jahrhundert zum Herzogtum Lothringen. Seinen Aufschwung verdankte es Leopold Joseph von Lothringen, der 1702 nach Lunéville zog, weil seine Hauptstadt – Nancy – von französischen Truppen besetzt wurde. Er ließ sich vom Architekten Germain Boffrand das Rokokoschloss errichten und die Stadt zu einer würdigen Residenz ausbauen.Eine Steingutfabrik wurde im Jahre 1730 hier gegründet, die bald als königlich anerkannt wurde. Sie stellt noch heute weltberühmte keramische Produkte her.

Renaud & Armide Figuren -Lunéville Fayence im Lorrain Museum

Danach regierte Stanislaus I. Leszczyński – der letzte Fürst von Lothringen – das Herzogtum bis zu seinem Lebensende (23. Februar 1766) auch von Lunéville aus. Lothringen fiel nach ihm vertragsgemäß an die französische Krone. Am 9. Februar 1801 unterzeichneten hier Joseph Bonaparte für die Französische Republik und Johann Ludwig Graf Cobenzl für Österreich den Vertrag von Lunéville. Dieser Friedensschluss markiert das Ende des Krieges der zweiten Koalition gegen Frankreich. Inhaltlich bereitet dieser Friedensvertrag den Reichsdeputationshauptschluss (1803) vor.

1827 wurde Fürst Ludwig Aloys zu Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein zum Marschall und Pair von Frankreich ernannt. Für seine Verdienste erhielt er das Schloss Luneville zeitlebens als Residenz. Er war Kommandeur des Regiment Hohenlohe, das 1831 in die französische Fremdenlegion einging. Alois verstarb in Luneville am 31. Mai 1829.

Besonders zu Anfang des Ersten Weltkriegs war die Umgebung der Stadt stark umkämpft. Der Durchbruchsversuch der deutschen 6. Armee auf Épinal scheiterte Ende August 1914 an der auf starke Befestigungen gestützten französischen Verteidigung im Raum Nancy/Lunéville.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 21.618 23.177 22.709 21.468 20.711 20.188 20.078

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptattraktion der Stadt ist das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss Lunéville. Es wurde ab 1702 vom Architekten Germain Boffrand geplant und diente Herzog Leopold Joseph als Residenz. Es wurde bei einem Feuer im Januar 2003 schwer beschädigt. Der Conseil Général de la Meurthe-et-Moselle in Nancy sammelt Spenden zur Wiederherstellung der durch den Brand zerstörten Teile des Schlosses.

Schloss Lunéville
Fayence von Lunéville
Orgel in der Kirche Saint-Jacques

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lunéville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe z. B. Brockhaus Konversationslexikon (1911): Lünstadt