Hayange

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Hayange
Wappen von Hayange
Hayange (Frankreich)
Hayange
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Thionville
Kanton Hayange
Gemeindeverband Val de Fensch
Koordinaten 49° 20′ N, 6° 4′ OKoordinaten: 49° 20′ N, 6° 4′ O
Höhe 176–344 m
Fläche 12,21 km2
Einwohner 15.757 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 1.290 Einw./km2
Postleitzahl 57300
INSEE-Code
Website Hayange

Burg Wendel

Hayange (deutsch Hayingen; luxemburgisch Hengen) ist eine französische Gemeinde mit 15.757 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Die Einwohner nennen sich Hayangeois.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hayange liegt im Fenschtal, etwa acht Kilometer südwestlich von Thionville (Diedenhofen). Zum Gemeindegebiet zählt auch das ehemals selbstständige Saint-Nicolas-en-Forêt, das 1969 eingemeindet wurde.

Ansicht Hayanges

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 821 erstmals als Heingen erwähnt.

1704 kaufte der Offizierssohn und Schmiedemeister Jean-Martin de Wendel die Seigneurie von Hayingen. Er, seine Familie und seine Nachkommen widmeten sich dem Bergbau, sie erschlossen Minen, schufen Eisenhütten und Stahlwerke. Es wurden sowohl Einheimische als auch Gastarbeiter aus Deutschland, Polen, Russland, Italien, Spanien und Nordafrika beschäftigt und gut entlohnt. Die letzte Person dieser sozialen Industriedynastie starb um 1960.

1903 wurde eine sieben Meter hohe und sechs Tonnen schwere Marienstatue gegossen, die auf dem höchsten Hügel, 300 Meter über Hayange, aufgestellt wurde. Sie war das erste gegossene Metallprodukt aus dem Schmelzofen von Florange.

2013 wurde der letzte Schmelzofen, der der Firma ArcelorMittal gehörte, stillgelegt. Etwa 3.000 Arbeitsplätze gingen verloren.[1]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 11.009 10.305 19.638 17.087 15.638 15.227 15.472

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1704 war Hayange von der Eisen- und Stahlindustrie geprägt. In den 1970er und 1980er Jahren wurden zahlreiche Betriebe stillgelegt (→ Stahlkrise). Am 3. Oktober 2011 wurde auch der letzte Hochofen („P6“) Frankreichs im Arcelor-Mittal-Werk in Hayange trotz Protesten stillgelegt.[2] In Hayange gibt es noch Sollac Lorraine und die Eisenbahnschienen-Fabrik Usine Saint Jacques. Letztere gehörte von 2007[3] bis zum 1. Juni 2016 Tata Steel.[4] Tata modernisierte die Fabrik 2010/11.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der oft schwierige Strukturwandel in der Stadt und der Region, der für viele Bewohner Arbeits- und Perspektivlosigkeit bedeutete, machte die einstige Hochburg der politischen Linken zu einer Hochburg des Front national. Seit den Kommunalwahlen 2014 gehört Hayange zu den Kommunen, in denen diese Partei den Bürgermeister stellt.

Fabien Engelmann, ehemaliger Gewerkschafter der kommunistischen CGT sorgte seither immer wieder mit umstrittenen Aktionen für Aufsehen, etwa indem er eine fête du cochon organisierte, die die „französische Tradition“ des Verzehrs von Schweinefleisch in den Mittelpunkt stellte und als bewusste Provokation der muslimischen Gemeinde gedeutet wurde, oder politisch missliebigen Organisationen wie dem Secours populaire die Arbeit in der Gemeinde erschwerte. Da er, seine Parteikollegen und die Stadtangestellten sich vermehrt um die Sicherheit, Sauberkeit und die älteren Mitbürger kümmern, ist eine Mehrheit der Bürger mit seiner Politik zufrieden, wie staatliche Meinungsumfragen festgestellt haben.[6][7]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen zu Arlon in Belgien, Barga in Italien sowie zu Diekirch in Luxemburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hayange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Stührenberg: Adieu, les bleus. Bis vor drei Jahren war die Kleinstadt Hayange fest in sozialistischer Hand. Seither ist der Ort eine Hochburg des rechtsextremen Front National. Was ist passiert? Das Magazin, Tamedia, Zürich 4. März 2017, Seiten 10-18
  2. "Letzter Hochofen wird stillgelegt", Badische Zeitung vom 4. Oktober 2011
  3. http://www.stahlseite.de/tata-hayange.htm
  4. British Steel name back on Teesside as Greybull completes £400m deal to buy Tata Long Products sites
  5. Tata Steel completes rail plant upgrade
  6. http://www.lexpress.fr/actualite/politique/fn/hayange-la-mairie-fn-qui-fait-scandale_1632920.html
  7. Michael Stührenberg: Adieu, les bleus. Bis vor drei Jahren war die Kleinstadt Hayange fest in sozialistischer Hand. Seither ist der Ort eine Hochburg des rechtsextremen Front National. Was ist passiert? Das Magazin, Tamedia, Zürich 4. März 2017, Seiten 10-18